[Rezension] „Alex Verus 1: Das Labyrinth von London“ von Benedict Jacka

20190211_085007.jpgReiheninfo:

  1. „Alex Verus 1: Das Labyrinth von London“
  2. „Alex Verus 2: Das Ritual von London“ (erscheint am 15.4.2019)
  3. engl. Titel: „Taken“
  4. engl. Titel: „Chosen“
  5. engl. Titel: „Hidden“
  6. engl. Titel: „Veiled“
  7. engl. Titel: „Burned“
  8. engl. Titel: „Bound“
  9. engl. Titel: „Marked“

Rezension

Alex Verus ist ein Magier und betreibt in London das „Arcana Emporium“: einen kleinen Laden für magisches Zubehör. Anders als viele andere Magier hält er sich von anderen seiner Zunft und insbesondere von dem Rat der Magier fern. Seine einzigen näheren Bekannten sind das gutmütige, aber auch etwas schlichte Windelementar Starbreeze, die Schneiderin Arachne und die junge, mit einem Fluch gesegnete Luna. In Alex Vergangenheit sind zahlreiche Gründe zu finden, sich von anderen Magiern – und insbesondere von Schwarzmagiern – fernzuhalten. Doch dann wird in London ein altes und mächtiges Artefakt gefunden und gleich mehrere Parteien wollen den Magier und seine Fähigkeit als Wahrsager für sich und ihre eigenen Belange nutzen.

„Das Labyrinth von London“ ist der erste Band der neuen Fantasyreihe um den Magier Alex Verus. Ich war zunächst ganz begeistert, dass der zweite Band schon im April erscheint und dann ganz überrascht, dass es im Englischen schon ganze neun Teile der Reihe gibt.

Der erste Band um den sympathischen Wahrsager Alex Verus ist zwar nicht der Pageturner schlechthin, konnte mich aber trotzdem in vielen Aspekten überzeugen. Das Thema des Wahrsagens finde ich oft etwas heikel. Wenn jemand die Zukunft vorhersehen kann, wie kann er sie dann noch ändern? Haben wir dann überhaupt noch Einfluss auf das, was geschehen wird? Alex beschreibt seine Fähigkeit, in die Zukunft zu blicken, meiner Meinung nach sehr plausibel: Für ihn offenbaren sich unendliche viele Möglichkeiten, wie sich die Zukunft entwickeln kann – Strang für Strang. Und je nachdem, welchen Strang man wählt, zieht dies unterschiedliche Konsequenzen nach sich.

Ein weiterer Pluspunkt von „Das Labyrinth von London“ sind die Charaktere. Alex Verus selbst ist mir sehr sympathisch – auch wenn ein sehr dunkler Teil in seiner Vergangenheit immer mal wieder angedeutet wird. Seine Gehilfin Luna, gleichzeitig gesegnet und gestraft mit ihrem Fluch, bringt ganz viel Potenzial für Entwicklung mit sich. Wie magiebegabt auch sie vielleicht ist, steht noch in den Sternen. Und außerdem: ein bisschen knistert es auch zwischen Luna und Alex – aber auch wirklich nur ein ganz kleines bisschen – versprochen! 🙂

Erzählt wird die Geschichte von Alex selbst: Auf humorvolle Art beschreibt er, was passiert, klärt uns über wichtige Hintergründe und Grundlagen der Magie auf und warnt uns vor Einhörnern: Ja, sie sind wunderschön, aber alles andere als unschuldig. Aber das nur am Rande.

„Das Labyrinth von London“ hat mich wirklich gut unterhalten. Die tollen Charaktere, die ausgefeilte Handlung und die humorvolle Erzählweise hat mich vergessen lassen, dass manche Szenen für meinen Geschmack noch etwas fesselnder und spannender hätten sein können. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Band und auf das nächste Abenteuer von Alex und Luna. 8 von 10 Sterne!

stern 8

Alex Verus 1: Das Labyrinth von London – Benedict Jacka – Klappbroschur – 416 Seiten – 9,99 € – ISBN: 978-3-7341-6165-0 – erschienen: Juli 2018 (Blanvalet) – Übersetzung: Michelle Gyo

 

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[Rezension] „Gretchen“ von Chelsea Cain

GretchenReiheninfo:

  1. “Furie”
  2. “Grazie”
  3. “Gretchen”
  4. “Totenfluss”
  5. “Sterbensschön”

Achtung, diese Rezension kann Spoiler zu den ersten Bänden enthalten.

Klappentext:

Schon zwei Mal hat Detective Archie Sheridan den teuflischen Tanz um Leben und Tod mit der schönen Serienmörderin Gretchen Lowell überlebt. Es hat ihn alles gekostet, sie hinter Gitter zu bringen – beinahe sogar das Leben. Doch Gretchen Lowell ist die Flucht gelungen, und nun glaubt jeder, dass sie wieder zuschlagen wird. Tatsächlich kommt es zu einer neuen grausamen Mordserie. Auf den ersten Blick trägt sie die Handschrift von Gretchen Lowell – doch die Details stimmen nicht. Eine Botschaft an Archie? (Quelle)

Meine Meinung:

Die bisherigen Bände der Gretchen-Lowell-Reihe haben mich auf eine wirklich merkwürdige Art und Weise gefesselt: fasziniert und angeekelt zu gleich habe ich die Bücher gelesen, denn die Werke von Chelsea Cain sind nichts für schwache Nerven.

Die Grausamkeiten und perversen Ideen von Gretchen hatten schon in den ersten zwei Bänden ein solch hohes Level erreicht, dass man sich unweigerlich fragt, wie es der Autorin im dritten Teil gelingen soll, noch neue Ideen einzubringen, ohne zu übertreiben. Die Antwort: Gar nicht!

Zwar gibt es eine neue Grundidee, die durchaus ihren Reiz hat, trotzdem sind einige detailreiche Beschreibungen von Mord- und Foltermethoden schlichtweg übertrieben. Und ich bin eigentlich niemand, der vor solchen Ausmalungen zurückschreckt. Im Gegenteil! Es ist auch nicht so, dass ich mich geekelt habe oder die Seiten nicht mehr lesen mochte. Es war einfach nur zu viel und in meinen Augen unnütz.

Trotzdem ließ sich das Buch ohne Frage gut und flüssig lesen, aber zusätzlich zu den übertriebenen Grausamkeiten hat es mich gestört, dass Archie wie auch in den Bänden zuvor immer und immer wieder Alleingänge durchführt. Was soll das? Für mich einfach nicht verständlich und realistisch, dass jemand so gar nicht dazu lernt. Man kennt dieses Phänomen zwar auch aus zahlreichen Filmen und Büchern, aber wenn der an sich schlaue Detective, der einen fähigen Kollegen besitzt, zum x-ten Mal alleine einen Tatort stürmt, nervt es mich.

Schade, abschließend muss ich sagen, dass der dritte und anscheinend doch nicht letzte Teil dieser Reihe enttäuscht hat. Es ist ein spannendes Buch, aber hinkt trotzdem seinen Vorgängern hinterher. Ich vergebe gerade noch 6 von 10 Sternen. Mal sehen, ob ich den vierten Band überhaupt noch lesen werde.

stern 6

Gretchen – Chelsea Cain – Taschenbuch – 352 Seiten – 8,99 € – ISBN-13: 978-3442372256 – erschienen: Juni 2011 (Blanvalet)

[Rezension] „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak

Die BücherdiebinKlappentext:

Im Alter von neun Jahren hat Liesel schon vieles verloren. Ihren Vater, einen Kommunisten. Ihre Mutter, die ständig krank war. Ihren Bruder Werner – auf der Fahrt nach Molching zu den Pflegeeltern. Als der Bruder stirbt gerät sie zum ersten Mal ins Blickfeld des Todes. Und sie stiehlt ihr erstes Buch – ein kleiner, aber folgenreicher Ausgleich für die erlittenen Verluste. Dann stiehlt sie weitere Bücher. Äpfel und Kartoffeln. Das Herz von Rudi. Das von Hans und Rosa Hubermann. Das von Max.

Und das des Todes.

Denn selbst der Tod hat ein Herz.

Meine Meinung:

Ich kann an dieser Stelle schon mit Gewissheit sagen: Meine Worte reichen nicht aus, um dieses Buch angemessen zu beschreiben. Trotzdem möchte ich es gerne versuchen.

Ich kannte Markus Zusak schon durch sein Buch „Der Joker“ – ein fröhlich-nachdenkliches Jugendbuch. „Die Bücherdiebin“ ist anders: ein bisschen traurig, selten lustig; vor allem schön. Und wertvoll.

Erzähler der Geschichte ist der Tod höchstpersönlich. Und nicht nur diese Tatsache, sondern auch seine Erzählweise ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Die Geschichte wird immer wieder durch kleine Zusatzinformationen, Aufzählungen und vom Rest der Geschichte gesonderten Beschreibungen, sogar Wörterbucheinträgen unterbrochen.

Trotzdem sind Art des Erzählens und der grandiose Schreibstil des Autors Gründe dafür, dieses Buch einfach nur zu lieben. Markus Zusak schafft es, im Leser Emotionen auf den Punkt genau zu erwecken, ohne auch nur andeutungsweise kitschig zu wirken. Mehr als einmal habe ich urplötzlich aus heiterem Himmel angefangen zu weinen. Einfach nur, weil gerade dieser eine Absatz so unglaublich schön geschrieben war.

Der Tod dient Zusak hierbei als allwissender Erzähler: Er springt in Ort und Zeit, lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers, kommentiert und bleibt dabei nicht wertfrei. Mit seinen ganz eigenen Bildern, Vergleichen und Worten schafft Zusak es, einem altbekannten Thema ein ganz neues Gesicht zu geben. So beschreibt er einen Marsch von gefangenen Juden wie folgt:

„Die leidenden Gesichter der entleerten Männer und Frauen reckten sich ihnen [den Zuschauern] entgegen, flehten: nicht um Hilfe – das hatten sie hinter sich gelassen -, sondern um eine Erklärung. Um irgendwas, das diese Verwirrung greifbar machen konnte.“ (S. 423)

Für mich machen allerdings an erster Stelle die wunderbar beschriebenen und liebevoll erdachten Figuren den Reiz der Geschichte aus. Des Öfteren habe ich mir gewünscht, trotz der grausamen Zeiten in die Seiten abtauchen zu können, um Liesel mit ihrem untrügerischen Sinn für das Gute in den Menschen kennenzulernen. So gerne hätte ich mich von Liesels Pflegemama als „Saumensch“ bezeichnen lassen, denn ich hätte gewusst, wie viel Liebe in diesem Wort steckt. Ich hätte gerne mit Rudi Fußball gespielt oder ein paar Äpfel gestohlen, denn einen besseren Freund als ihn kann man sich kaum wünschen. Und vor allem hätte ich gerne einmal in die liebevollen, silbernen Augen von Liesels Papa gesehen, wenn er abends an ihrem Bett gesessen und ihr Lesen beigebracht hat.

Zunächst dauerte es für mich etwas zu lange, bis alle wichtigen Personen vorgestellt, die Umstände erläutert wurden und die Handlung wirklich begonnen hatte. Doch dann ganz plötzlich schlägt das Buch wunderbar poetische, herzerweckende Töne an, die bis zur letzten Seite des Buches und vermutlich noch eine ganze Weile länger klingen werden. 9 von 10 möglichen Sternen

stern 9

Die Bücherdiebin – Markus Zusak – Taschenbuch – 608 Seiten – 9,95 € – ISBN-13: 978-3442373956 – erschienen: September 2009 (Blanvalet)

[Rezension] „Lovesong“ von Gayle Forman

Love SongReiheninfo:

  1. „Wenn ich bleibe“
  2. „Lovesong“

Achtung, die Rezension kann kleine Spoiler zum ersten Teil enthalten!

Inhalt:

Obwohl Adam ein gefeierter Rockstar ist, beginnt er jeden Tag mit den Worten: „Nur ein weiterer Tag, nichts als ein Zeitraum von vierundzwanzig Stunden, den ich bewältigen muss.“

Denn seit Mia sich von Adam getrennt hat, bekommt dieser sein Leben nicht mehr in den Griff. Er raucht zu viel, nimmt Beruhigungstabletten und selbst seine Musik erscheint ihm immer sinnloser.

Eines Tages sieht Adam, dass Mia in der Stadt ein Konzert gibt, und geht dort hin. Nach den vielen Jahren der Trennung gibt es endlich ein Wiedersehen, aber gibt es auch ein Happy End?

Meine Meinung:

Kaum zu glauben, dass „Lovesong“ von derselben Autorin geschrieben ist wie „Wenn ich bleibe“. Es ist Gayle Forman grandios gelungen, ein ganz anderes Buch zu schreiben, das trotzdem an den ersten Teil anknüpft.

Etwa drei Jahre sind seit dem tragischen Unfall von Mia und ihrer Familie mittlerweile vergangen; Adam und Mia leben getrennte Leben.

Während im ersten Buch die Stimmung trotz der tragischen Umstände meist heiter und fröhlich war, ist sie in diesem Buch düster, nachdenklich und fast ein bisschen deprimierend. Adam hat eigentlich alles, was man sich vom Leben wünschen kann, und doch fehlt ihm das wichtigste: die Liebe! Und diese Tatsache ist so entscheidend, dass die meiste Zeit beim Lesen eine traurige Atmosphäre vorherrscht.

Doch trotz dieser so unterschiedlichen Grundtöne in den beiden Geschichten, verbindet sie zwei Dinge. Zum einen wird wieder die Fähigkeit der Autorin deutlich, mit wenig Worten den Leser direkt in den Bann zu ziehen und die Emotionen der Protagonisten überzeugend zu vermitteln. Adam, der dieses Mal als Ich-Erzähler, die Geschichte berichtet, ist eine genauso sympathische Identifikationsfigur, wie Mia es im ersten Teil war.

Zum anderen ähnelt „Lovesong“ seinem Vorgänger im Aufbau. Die Geschichte in der Gegenwart dauert wieder nur etwa einen Tag, doch in den vielen Rückblenden erfährt der Leser nach und nach, wie aus dem vermeintlichen Traumpaar aus „Wenn ich bleibe“ die nun getrennt lebenden Adam und Mia geworden sind. Sehr geschickt baut die Autorin hier eine Spannung auf, die den Leser selbst nach den Gründen suchen lässt. Die letztendliche Erklärung hat mich persönlich sehr überzeugt.

Ein Folgeband, der ebenso atmosphärisch dicht eine ganz andere Geschichte erzählt als „Wenn ich bleibe“: Mia und Adam sind erwachsener geworden und mit ihnen auch ihre Geschichte. Mir persönlich hat dieses Buch noch ein bisschen besser als der erste Teil gefallen und ich vergebe gerne 9 von 10 Sternen.

stern 9

Lovesong – Gayle Forman – broschiert – 272 Seiten – 12,99 € – ISBN-13: 978-3764504021 – erschienen: Juni 2011 (Blanvalet)

[Rezension] „Wenn ich bleibe“ von Gayle Forman

Wenn ich bleibeReiheninfo:

  1. „Wenn ich bleibe“
  2. „Lovesong“

Anmerkung: Die beiden Bücher können aber auch gut unabhängig voneinander gelesen werden.

Inhalt:

Es ist eigentlich ein ganz normaler Schultag, doch aufgrund von ein bisschen Schnee fällt die Schule aus. Mia, ihr kleiner Bruder Teddy und ihr Vater, der Lehrer ist, müssen nicht zur Schule. Spontan nimmt sich auch Mias Mutter den Tag frei und die Familie beschließt endlich mal wieder einen gemeinsamen Ausflug zu machen.

„‚Tja, wenn ihr heute schwänzt, dann werde ich ganz bestimmt nicht ins Büro gehen. Das wäre überhaupt nicht fair.’ Sie nimmt den Hörer ab und sagt ihrem Chef, dass sie sich heute freinimmt. Danach schaut sie uns an. ‚Soll ich Frühstück machen?’

Mein Vater und ich brechen in schallendes Gelächter aus. Meine Mutter kriegt Müsli und Toast hin, mehr nicht. Mein Vater ist der Koch in der Familie.

Meine Mutter tut so, als würde sie uns nicht hören, und holt aus dem Küchenschrank eine Packung mit Fertigbackmischung. ‚Also bitte! Wie schwer kann das schon sein? Wer will Pfannkuchen?’

‚Ich! Ich!’, brüllt Teddy. ‚Mit Schokostückchen, ja?’“ (S. 12/13)

Im Auto wird heiß diskutiert, welche Musik gespielt werden soll, als plötzlich ein LKW in ihren Wagen rast. Mias Eltern sind auf der Stelle tot. Mia muss sich nun die Frage stellen: Soll sie gehen oder soll sie bleiben?

Denn Mias Körper liegt zwar lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus, doch sie selbst kann sich, ihre Verwandten, ihre beste Freundin Kim und auch ihren Freund Adam beobachten.

Doch für Mia bleibt die Frage: Ist für sie ein Leben ohne ihre Eltern überhaupt noch lebenswert?

Meine Meinung:

Was für ein Buch! Während des Lesens macht man ein Wechselbad der Gefühle durch, denn das Buch ist gleichzeitig unbegreiflich schön und unsagbar traurig.

Die Handlung an sich spielt in einem relativ kurzen Zeitraum, nicht mehr als ein Tag, in dem Mia im Krankenhaus liegt, sich selbst und alle anderen beobachten kann und sich erinnert.

Ihre Erinnerungen machen den eigentlichen Teil der Geschichte aus. Angeregt durch kleine Ereignisse oder das Auftreten bestimmter Personen schweifen Mias Gedanken in die Vergangenheit ab und als Leser erfährt man zum Beispiel, wie Mia und Adam zusammen gekommen sind. Man ist Teil der Freundschaft zwischen Mia und Kim und vor allem Mitglied ihrer chaotischen, aber absolut liebenswürdigen Familie.

Und mit jeder schönen Erinnerung, mit jeder Anekdote, mit jedem schönen Gefühl, das man als Leser mit Mia teilt, kommt die Gewissheit: So wird ihr Leben nie wieder sein.

Man merkt der Geschichte an, dass die Autorin sehr viele Liebe und Gefühl in ihre Hauptpersonen investiert hat. Kaum eine Figur wirkt nicht ausgereift. Alle haben ihre eigene Geschichte, niemand wirkte auf mich oberflächlich. Beim Lesen meint man, die einzelnen Personen wirklich kennenlernen zu dürfen, nachdem man sich eigentlich schon von ihnen verabschiedet hatte.

Für dieses wirklich schöne Buch, das so viel Liebe zum Leben und so viel Weisheit vermittelt, vergebe ich 9 Sterne und sage nur: Lest es selber!

stern 9

Wenn ich bleibe – Gayle Forman – Taschenbuch – 304 Seiten – 8,99 € – ISBN-13: 978-3442377275 – erschienen: April 2011 (Blanvalet)

[Rezension] „Die Sünde der Engel“ von Charlotte Link

Die Sünde der EngelInhalt:

Zum Inhalt lässt sich an dieser Stelle schwer etwas sagen, ohne viel zu verraten…

Im Mittelpunkt der Handlung steht eine etwas zerrüttete Familie: Die Mutter hatte ewig eine Affäre mit ihrer großen Liebe. Der Vater versucht zu verdrängen. Die beiden mittlerweile erwachsenen Zwillingssöhne wissen von dieser Affäre. Einer der beiden Söhne befindet sich in einer psychiatrischen Klinik, weil er ein Verbrechen begangen hat.

Durch eine Reihe von Ereignissen schlägt die Vergangenheit wieder hoch und zeigt, welche enormen Auswirkungen sie auch auf die Gegenwart haben kann.

Meine Meinung:

Charlotte Links Bücher sind recht eindeutig entweder in die Sparte der Gesellschaftsromane oder in die Reihe der psychologischen Spannungsromane einzuordnen (sagt zumindest auch Wikipedia 🙂 ). Den ersten Typ der Bücher von dieser Autorin lese ich gar nicht gerne, den zweiten allerdings schon. „Die Sünde der Engel“ ist einer von diesen und so habe ich seit Jahren mal wieder ein Buch von Frau Link gelesen. Leider muss ich sagen, dass das Cover das beste am ganzen Buch ist. Eigentlich passiert sehr wenig, weswegen es mir auch schwer fiel, zum Inhalt mehr zu schreiben. Die Auflösung der Geschichte war mir schon viel zu früh klar, so dass ich das Buch auch mit wenig Spannung gelesen habe.

Eindeutig ein sehr schwacher Roman der Autorin, eigentlich aus dem Jahr 1995, der nun seit 2009 in neuem Gewand (sprich: neuem Cover) zum Kauf angeboten wird.

Leider nur 3 von 10 Sternen für diesen handlungsarmen und leicht durchschaubaren Roman von Frau Link.

stern 3

[Rezension] „Grazie“ von Chelsea Cain

GrazieReiheninfo:

  1. “Furie”
  2. “Grazie”
  3. “Gretchen”
  4. “Totenfluss”
  5. “Sterbensschön”

Achtung, diese Rezension kann Spoiler zum ersten Band enthalten.

Inhalt:

 Dieses Buch dreht sich wie auch der erste Teil um die Beziehung zwischen dem Agenten Archie und seiner ehemaligen Entführerin Gretchen. Archie, der Gretchen regelmäßig im Gefängnis besuchte, um die Namen weiterer Opfer zu erfahren, hat diese Besuche mittlerweile eingestellt und versucht, mit sich, seinem Leben und seiner Beziehung zu seiner Exfrau und seinen Kindern klarzukommen.

Gretchen gefällt diese Nichtbeachtung selbstverständlich nicht. Ihr geling es nicht nur Archie zu manipulieren und so aus dem Gefängnis zu entkommen. Der Detective hat nun die schwere Aufgabe, vom Gejagten wieder zum Jäger zu werden.

Auch die junge Journalistin Susan spielt in diesem Teil wieder eine Rolle. Sie gerät mehr und mehr ins Umfeld von Archie und damit in die Ermittlungen seiner Fälle.

Meine Meinung:

Eigentlich habe ich an diesem Buch ziemlich viel zu kritisieren. Die Handlung ist wirklich ausgesprochen krank (okay, nur ein halber Kritikpunkt), die Hauptperson Archie ist absolut nicht immer liebenswert (dafür aber glaubhaft), es werden unnütze Handlungsstränge gesponnen, die mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun haben, und die Geschichten der beiden letzten Bände hätten definitiv zu einem Buch zusammengefasst werden können (es müssen nicht immer Trilogien sein).

Aber und jetzt kommt es: Dieses Buch hat mich dazu gebracht, die zweite Hälfte des Fußballspiels NICHT zu gucken, NICHT pünktlich gegen halb elf ins Bett zu gehen. Stattdessen musste ich das Buch nach der Halbzeit in einem Rutsch bis etwa um 0 Uhr durchlesen. Ich konnte es nicht weglegen. Wollte unbedingt wissen, wie es endet, welche widerlichen Geheimnisse der Leser bislang noch nicht erfahren hat.

Aus diesem Grund muss ich trotz der Kritikpunkte insgesamt 7 Sterne geben und den dritten Teil unbedingt in naher Zukunft lesen.

stern 7

[Rezension] „Furie“ von Chelsea Cain

FurieReiheninfo:

  1. „Furie“
  2. „Grazie“
  3. „Gretchen“
  4. „Totenfluss“
  5. „Sterbensschön“

Inhalt:

Dieses Buch hat zwei Hauptpersonen: Es gibt den Detective Archie, der vor zwei Jahren von der Serienmörderin Gretchen Lowell gekidnappt und gefoltert wurde. Gretchen wurde daraufhin gefasst und kam ins Gefängnis. Doch Archie besucht sie seit dem jeden Sonntag. Aktuell kehrt er, trotz mangelnder Gesundheit und Tablettenabhängigkeit in den Dienst zurück, um einen Serienmörder zu fassen, der junge Mädchen vergewaltigt und umbringt.

Dann ist da noch die junge Reporterin Susan, die beschlossen hat, ein Portrait des legendären Detectives zu schreiben, der aus den Fängen der Beauty-Killerin, wie Gretchen von der Presse genannt wird, entkam. Doch warum berichtet Archie ihr so bereitwillig von seiner damaligen Gefangenschaft und versucht noch nicht einmal, seine Tablettensucht vor ihr geheim zu halten?

Meine Meinung:

Dieses Buch ist anders. Interessant anders. Spannend anders. Nicht nur die Tatsache, dass einer Frau die Rolle der psychopathischen Serienmörderin zufällt, macht das Buch zu etwas besonderem, sondern auch, dass ein für die Handlung wichtiges Verbrechen in der Vergangenheit des Buches liegt, in der Gegenwart aber schon längst aufgeklärt ist. Nach und nach erfährt der Leser mehr von den Qualen, die Archie in den Händen von Gretchen durchmachen musste. Er versteht, wie Archie zu dem Menschen wurde, der er jetzt ist….auf der anderen Seite erscheint die Entwicklung des Detectives auch absolut unverständlich.

Die andere Hauptfigur, Susan, erschreckt häufig durch eine derbe Ausdrucksweise, die selbst mir teilweise etwas zu derb war, aber auch das passt zu ihrem Charakter, der eigentlich liebenswert ist. Erst auf den letzten Seiten eröffnet sich die Geschichte für den Leser, erst dann durchschaut er die wahren Hintergründe.

Dieses Buch ist nicht großartig geschrieben, aber es hat mich auf Grund seiner Andersartigkeit gefesselt. Es ist der erste Teil der Gretchen Lowell-Reihe und ich bin mir sicher, dass ich den zweiten Teil auch lesen werde. Diesem Buch möchte ich 7 von 10 Sternen geben und bin gespannt, wie ich den zweiten Teil finden werde.

stern 7

[Rezension] „Das Teufelsspiel“ von Jeffery Deaver

Das TeufelsspielReiheninfo:

Lyncoln-Rhyme-Reihe:

  1. „Die Assistentin“ / „Der Knochenjäger“
  2. „Letzter Tanz“
  3. „Der Insektensammler“
  4. „Das Gesicht des Drachen“
  5. „Der faule Henker“
  6. „Das Teufelsspiel“
  7. „Der gehetzte Uhrmacher“
  8. „Der Täuscher“
  9. „Opferlämmer“

Inhalt:

Die sechszehnjährige Geneva Settle sitzt gerade in einem Archiv und versucht mehr über die Vergangenheit eines Vorfahrens von ihr herauszufinden, als ein Mann erscheint, der sie anscheinend überfallen und vergewaltigen will. Geneva kann fliehen und verständigt die Polizei. Das geniale Ermittlerpaar Rhyme/Sachs übernimmt diesen Fall. Schnell wird deutlich, dass der Täter nicht das wollte, was er vermuten ließ. Der Tatort wurde vom Täter fingiert. Doch was wollte er wirklich? Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zu der 140 Jahre zurückliegenden Vergangenheit von Genevas Verwandtem?

Meine Meinung:

„Endlich mal wieder ein Deaver!“, dachte ich mir, als ich dieses Buch aus der Reihe des gelähmten Ermittlers Lincoln Rhyme kaufte. Im Nachhinein muss ich sagen: „Mal wieder ein Deaver!“ Ich kann es nicht oft genug sagen: Ich liebe Krimireihen. Ich mag es, wenn immer wieder die selben Detektive oder Forensiker ermitteln, ich mag die Entwicklung der Charaktere. Deswegen kenne ich natürlich auch so gut wie alle Bücher aus dieser Reihe. Doch leider muss ich sagen, dass das in diesem Fall nicht positiv ist. Kennt man ein Buch, kennt man alle. Schnell steigt man hinter den Schreibstil des Autors, kennt die Drehungen und Wendungen im Fall und wird selten überrascht.

Was mir allerdings immer wieder besonders gut gefällt, ist, dass der Leser das Gefühl hat, an den Ermittlungen teilhaben zu können. Bei jedem neuen Ermittlungsstand bekommt auch er die Stichpunkttafel zu sehen, auf der säuberlich und ordentlich die bisher herausgefundenen Indizien, Hintergründe und Motive aufgelistet sind. Außerdem bekommt man durch die Forensik-Liebhabe von Rhyme einen guten Gegensatz zu anderen Krimis heutzutage geboten, die fast immer auf Verhaltensprofiling basieren.

Insgesamt muss ich allerdings sagen, dass ich diesem Buch aufgrund seiner Vorhersagbarkeit nicht mehr als 5 von 10 Sternen geben kann.

stern 5