[Blick ins Regal] Regalfach 14

Eeendlich schaffe ich es mal wieder. Hier ist mein vierzehntes Regalfach:

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Ich besitze ja wirklich sehr viele Thriller- und Krimis, denn vor etwa 4-5 Jahren hatte ich die totale Thrillerlesephase, die aber vor zwei Jahren merklich weniger wurde. Trotzdem stehen hier immer noch Bücher, die ich einfach total toll finde und jedem empfehlen kann. Zum Beispiel „Fünf“ von Ursula Poznanski (ein tolles Buch) oder die Sturm-Reihe von Michael Quandt („Sturms Jagd“ und „Sturms Flug“).

Aber ich muss euch unbedingt meinen absoluten Lieblingsthrillerautor mit meinem wirklich Alltime-Favourite-Thriller vorstellen:

„Der Todeskünstler“ (engl. „The Face of Death“) von Cody McFadyen

Cody McFadyen ist durch seine Smoky-Barrett-Reihe bekannt geworden. Im ersten Fall („Die Blutlinie“) muss sich die toughe Ermittlerin mit dem Mord an ihrer Freundin auseinandersetzen. Und auch im zweiten Fall geht es nicht weniger hart zu. Ich bin wirklich eine hart gesottene Thrillerleserin. Dabei mag ich brutale Blutgemetzelgeschichten nicht so gerne, sie langweilen mich eher. Faszinierend finde ich allerdings, kluge, kranke und psychisch grausame Täter. Und so einen findet man auch in diesem Buch. Die dahinter stehende Idee ist so wahnsinnig und psychopathisch, dass ich das Buch manchmal für ein paar Sekunden hinlegen, durchatmen und dann ganz schnell weiterlesen musste. Ich möchte nicht wissen, was im Kopf des Autors vorgeht, aber seine Bücher sind genial!

[Rezension] „Der Menschenmacher“ von Cody McFadyen

Der MenschenmacherInhalt:

David ist noch ein Junge, als seine Mutter stirbt und er von Bob Gray adoptiert wird. Gemeinsam mit seinen beiden Adoptivgeschwistern Ally und Charlie lebt er von nun an bei dem Mann, der weit entfernt davon ist, ein guter, liebevoller Vater zu sein. Denn Bob Gray hat nur ein Ziel: Er will die drei dazu bringen, sich weiter zu entwickeln, zum Übermenschen zu werden und die Evolution voranzutreiben: „Evolvieren“ nennt er das. Um diese Entwicklung zu vollziehen, zwingt Bob die drei an ihre Grenzen: er peitscht sie aus, lässt sie in völliger Isolation nackt und blutend zurück.

Nach vielen Jahren gelingt es David, Ally und Charlie ihren Adoptivvater zu ermorden. Sie beginnen ein Leben zu leben, das nichts mehr mit dem vorigen gemein haben soll, aber dennoch immer noch von ihren Erfahrungen beeinflusst wird.

Doch dann ändert sich alles: zwanzig Jahre nach dem Mord erhält David, mittlerweile erfolgreicher Schriftsteller, eine Karte auf der nur ein Wort steht: „Evolviere!“

Es ist noch nicht vorbei…

Meine Meinung:

Ich habe immer noch Gänsehaut, spüre eine merkwürdige Kombination aus Ekel und Faszination, bin euphorisiert: gerade habe ich die letzten Seiten des Buches gelesen.

„Der Menschenmacher“ ist der erste Thriller von Cody McFadyen, der als Hauptperson nicht die toughe Ermittlerin Smoky Barrett hat. Dementsprechend geht es hier auch nicht in erster Linie um polizeiliche Ermittlungen wie in den anderen vier Büchern, sondern mehr um die menschlichen Abgründe der Psyche. Und genau an diese wird der Leser herangeführt. Das Buch ist am ehesten mit „Der Todeskünstler“ des selben Autors zu vergleichen (mein Lieblingsthriller übrigens).

Nach und nach erfährt der Leser weitere Details aus der Vergangenheit und dem gegenwärtigen Leben der drei Hauptpersonen. Immer wieder führen Zeitsprünge zu neuen Erkenntnissen und die Tatsache, dass aus der Sicht dreier Charaktere erzählt wird, führt dazu, dass sich langsam Puzzleteil um Puzzleteil zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

Cody McFadyen hat eine Art zu schreiben, die bei mir immer wieder und insbesondere in diesem Buch dazu geführt hat, meine Gefühle, Ängste und nicht zu erklärende Faszination des Abscheulichen an die Oberfläche zu bringen, wo sie jederzeit ausbrechen können. Er beschreibt, welche Macht Menschen über andere haben können und wozu es führen kann, wenn sie diese Macht ausnutzen. Den Titel „Der Menschenmacher“ halte ich für absolut gelungen, denn jeder von uns ist zu dem geworden, was unsere bisherigen Erfahrungen aus uns gemacht haben.

Manche mögen die erste Hälfte des Thrillers, in dem es vor allem darum geht die Basis der Geschichte zu legen, die Charaktere schlüssig zu erläutern und ihr Leben in Gefangenschaft ihres Adoptivvaters zu beschreiben, als langweilig erachten. Mich hat dieser Teil fasziniert. In der zweiten Hälfte des Buches nimmt vor allem die Handlung in der Gegenwart Fahrt auf und wird actionreicher.

Insgesamt möchte ich behaupten: Wer „Der Todeskünstler“ mochte, wird dieses Buch lieben. Es führt einen an die menschlichen Abgründe, konfrontiert den Leser mit Dingen, die ihn eigentlich erschrecken sollen, aber tatsächlich unterhalten. Es ist mit Sicherheit kein Buch für Leser, die eher zart besaitet sind. Ich vergebe 8 von 10 Sternen und freue mich, dass ich mit meinem Lieblingsthrillerautor McFadyen einen so guten Neustart ins Genre Thriller gefunden habe.

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Der Menschenmacher – Cody McFadyen – Hardcover mit Schutzumschlag – 608 Seiten – 19,99 € – ISBN-13: 978-3785724071 – erschienen: Februar 2011 (Bastei Lübbe)

[Rezension] „Ausgelöscht“ von Cody McFadyen

BildReiheninfo

  1.  „Die Blutlinie“
  2. „Der Todeskünstler“
  3. „Das Böse in uns“
  4. „Ausgelöscht“
  5. „Die Stille vor dem Tod“ (Okt. 2014)

Inhalt

Dies ist der vierte Teil der Reihe, die sich um die Agentin Smoky Barrett dreht.
Dieses Mal jagt sie zusammen mit ihrem Team einen Täter, der aus scheinbar unerfindlichen Motiven eine Frau entführt hat und nach 7 Jahren wieder freilässt. Neben der normalen und üblichen Tätersuche erfährt der Leser auch viele Änderungen in Smokys Leben, gute wie auch schlechte.

Meine Meinung:

Während ich die Beschreibungen der Gefühle und Gedanken von Smoky in den letzten Büchern immer ganz interessant fand, wurde es mir in diesem Buch doch etwas zu viel. Die Geschichte wurde teilweise – meiner Meinung nach unnötig – in die Länge gezogen. Insgesamt lag für meinen Geschmack der Schwerpunkt zu wenig auf den kriminalistischen Ermittlungen, vor allem dem Profiling. Wie auch in den anderen Büchern vermittelt der Autor dem Leser allerdings eine interessante Sicht in das Seelenleben des Täters, die teilweise zum Nachdenken anregt.

Weil ich Smoky mag und weil ich die Reihe mag,  das Buch aber leider längst nicht so spannend ist wie die ersten drei Bücher gibt es von mir 6 Sterne.

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