[Rezension] „dead.end.com“ von Alice Gabathuler

deadendcomInhalt:

„Es gibt […] nicht viele Jungs in meinem Alter, die schon mal jemanden umgebracht haben. Und es gibt nicht viele Jungs in meinem Alter, die wissen, was ich weiß.“ (S. 6)

Carlos, Greti und Mo sind nur drei von vierundzwanzig Spielern, die die Möglichkeit erhalten, das neue Spiel dead.end vorab zu testen.

Es sollte ein einmaliges Erlebnis werden. Stattdessen erleben die Jugendlichen die vermutlich schlimmsten Stunden ihres Lebens, denn dead.end läuft anders ab, als alle vermutet haben…

Meine Meinung:

In „dead.end.com“ geht es um ein Computerspiel, das vollkommen außer Kontrolle gerät. dead.end ist ganz anders, als sich die Testspieler das vorgestellt haben. Außerdem spielt man dead.end nicht nur am Computer, sondern auch in der Realität.

Zu einem ähnlichen Thema hat gerade ein absolutes Lieblingsbuch von mir („Erebos“) den Jugendliteraturpreis bekommen. Vor dem Lesen war ich also sehr unsicher, ob der Jugendthriller von Alice Gabathuler mit diesem Buch mithalten kann.

Die gute Nachricht: Er kann! Denn „dead.end.com“ ist trotz dieser scheinbaren Parallelen ganz anders als „Erebos“. Die Fiktion des Spiels und die Realität werden auf eine ganz neue, auf eine erschreckende und fesselnde Art und Weise miteinander verknüpft.

Die Geschichte des Buches wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Wir starten mit einer Talkshow, in der Carlos von seinen Erlebnissen mit dem Spiel berichten soll. Durch seine Gedanken und Andeutungen wird schnell klar, dass während der Testphase des Spiels schreckliche Dinge passiert sind. Abwechselnd mit diesen Sprüngen in der Gegenwart werden aus der Sicht verschiedener Spieler die Geschehnisse während des Spielens erzählt. Langsam fügt sich so Puzzleteil an Puzzleteil, bis ein erschreckend realistisches Bild entsteht.

In diesem Buch ist es der Autorin gelungen, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Selten habe ich mich so in den Bann gezogen gefühlt und war von der Handlung so mitgenommen. Ich habe mich während des Lesens selbst in den Situationen von zum Beispiel Carlos oder Mo befunden, habe selber gerätselt, was hinter allem steckt. Die Spieler befinden sich einen großen Teil der Handlung in einem dunklen, verwinkelten Keller. Gerade diese Szenen haben auf mich sehr beklemmend gewirkt.

Wer einen wirklich spannenden Jugendthriller mit einer erschreckenden und gleichzeitig grandiosen Auflösung lesen möchte, sollte unbedingt zu „dead.end.com“ greifen. Von mir gibt es 8 von 10 Sternen.

stern 8

dead.end.com – Alice Gabathuler – Klappbroschur – 288 Seiten – 12,95 € – ISBN-13: 978-3522200646 – erschienen: Juli 2011 (Thienemann) – Altersempfehlung: 13-16 Jahre

[Rezension] „Erebos“ von Ursula Poznanski

ErebosInhalt:

Das erste Mal kommt Nick mit dem Computerspiel „Erebos“ in Kontakt als er merkt, wie einer seiner besten Freunde kaum noch zu erreichen ist, übernächtigt in die Schule kommt und jegliche Fragen zu dem Spiel unbeantwortet lässt.

Für das Spielen des Spiels gibt es nämlich drei Regeln:

  1. Jeder hat nur eine Chance „Erebos“ zu spielen.
  2. Man muss beim Spielen immer alleine sein.
  3. Man darf mit niemanden über „Erebos“ reden.

Immer mehr Schüler an der Schule fehlen und Nick befürchtet, dass „Erebos“ gefährlich sein könnte. Doch dann erhält auch er Kopie des Spiels… und ist total hingerissen. Das besondere: „Erebos“ verknüpft die Spielwelt mit der Realität. Nick wird absolut süchtig nach dem Spiel, seine Gedanken kreisen nur noch um seine Spielfigur und das Geschehen in der virtuellen Welt. Doch dann fordert das Spiel Nick dazu auf, einen Menschen zu töten…

Meine Meinung:

„Erebos“ ist eine packende Geschichte, die genauso süchtig macht wie das Spiel innerhalb des Buches. Wenn ich mal ein Computerspiel über einen längeren Zeitraum gespielt habe, hat mich das auch immer sehr in den Bann gezogen. Ich kann das Gefühl von Nick also sehr gut nachempfinden. Sehr gekonnt baut die Autorin für den Leser eben diese Spannung auf und verknüpft das Spielgeschehen mit der Realität. Bis zum Ende hin wartet der Leser auf eine Auflösung und eine Erklärung für das, was er bisher gemeinsam mit Nick durchgemacht hat.

An dieser Stelle gibt es dann auch den einzigen klitzekleinen Kritikpunkt meinerseits, denn die Erklärung greift ein wenig in die Zukunft. Trotzdem hat mich das Ende des Buches durchaus zufrieden gestellt. Viele lose Fäden werden gekonnt verknüpft.

Ich habe das Buch ab etwa der Hälfte in einem Rutsch durchgelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es endet. Ich denke, diese Tatsache spricht absolut für ein grandioses Buch. Dass ich, als ich zwischendrin kurz geschlafen habe, sofort von dem Buch geträumt habe, auch! Selbstverständlich gibt es die volle Punktzahl!

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