[Rezension] „Der Thron der Finsternis“ von Peter V. Brett

Reiheninfo:

  1. „Das Lied der Dunkelheit“
  2. „Das Flüstern der Nacht“
  3. „Die Flammen der Dämmerung“
  4. „Der Thron der Finsternis“
  5. „The Core“ (engl. Arbeitstitel)

Achtung: Da es sich um den vierten Band einer Reihe handelt, enthält diese Rezension Spoiler zu den vorherigen Bänden!

Klappentext:

Die Welt der Menschen ist in Aufruhr. Nacht für Nacht steigen die Dämonen aus der Tiefe auf, um die Bewohner der Städte und Dörfer in Angst und Schrecken zu versetzen. Seit nicht nur ein, sondern zwei Männer aufgestanden sind, um gegen die finsteren Wesen zu kämpfen und die Völker der Menschen endlich zu befreien, herrscht allerdings Krieg – denn Arlen und Jardir könnten verschiedener nicht sein. Nicht einmal ein Zweikampf der beiden konnte den Zwist beenden, doch nun müssen sie sich ihrer größten Herausforderung stellen: dem Kampf gegen die Dämonenkönigin. Gemeinsam oder allein … (Quelle)

Meine Meinung:

Ich habe es in meinen Rezensionen zu den letzten beiden Bänden schon geschrieben und ich werde es auch jetzt noch ein Mal schreiben: Der Dämonen-Zyklus von Peter V. Brett ist meiner Meinung nach eine der besten Fantasyreihen, die jemals geschrieben wurden!

Seine Bücher haben treue Anhänger und Fans und doch gibt es auch immer wieder sehr kritische Stimmen. Ich kann einige Kritikpunkte nachvollziehen. Was mir aber unbegreiflich bleibt, ist die Tatsache, dass manche Leser dieses Buch abgebrochen haben. Hallo? Es ist total toll und spannend!

„‚Nein!‘ Inevera streckte die Arme aus und griff ins Leere, als der Par’chin sich und ihren Gemahl über die Klippe in die Tiefe stürzte. Und dabei die Hoffnung der gesamten Menschheit mit in den Abgrund riss.“ (S. 9)

Der letzte Band endete ja mit einem absoluten Cliffhanger: Die beiden ehemaligen Freunde und jetzigen Widersacher Arlen und Jadir stürzen gemeinsam eine tiefe Klippe herab. Wie sich diese Situation tatsächlich auflöst, möchte ich hier noch nicht vorweg nehmen. Es sei nur so viel gesagt: Für Arlen kam der Sturz alles andere als überraschend, er hatte ihn sogar geplant. Eins ist klar: Der Kampf gegen die Dämonen geht weiter, sowohl bei den Krasianern in der Wüste als auch im Tal des Erlösers im Norden.

Etwa 1000 Seiten umfasst „Der Thron der Finsternis“. Diese Seiten nutzt der Autor, um den einzelnen Charakteren eine Geschichte und Vergangenheit zu geben. Auch seine Nebencharaktere sind vielschichtig und komplex. Dies führt manchmal dazu, dass die Haupthandlung ins Stocken gerät. Und dennoch möchte ich die Hintergrundinformationen nicht missen, denn so kann man die Beweggründe der einzelnen Figuren viel besser nachvollziehen.

Einen Kritikpunkt habe ich an dieser Stelle aber: Die Geschichte liest sich stellenweise durch die vielen krasianischen Begriffe nicht ganz einfach. Dass dann auch noch die Namen von gefühlt jeder zweiten Person mit A anfangen müssen, macht es nicht leichter, Herr Brett!

Ansonsten läuft die Geschichte auf einen großen Showdown hin. Die letzten Seiten bringen noch ein mal ordentlich Trubel und Durcheinander und sorgen so dafür, dass meine Neugier auf den letzten Band unglaublich hoch ist. Außerdem eine Warnung an alle Leser: Haltet eure Taschentücher bereit, Peter V. Brett geht nicht gerade zimperlich mit seinen Charakteren um.

„Der Thron der Finsternis“ schließt sich seinen Vorgängern nahtlos an: Die Handlung bleibt spannend, die Entwicklung der Figuren auch. Peter V. Brett ist einfach ein grandioser Fantasyautor, der mich mit jeder einzelnen Seite seines Dämonen Zyklus unterhalten hat. Es ist einfach unglaublich, was für eine phantastische und komplexe Welt er geschaffen hat. 9 von 10 Sternen!

stern 9

Der Thron der Finsternis – Peter V. Brett – Klappbroschur – 1024 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-453-31573-0 – erschienen: September 2015 (Heyne) – Übersetzung: Ingrid Herrmann-Nytko

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[Rezension] „Die Flammen der Dämmerung“ von Peter V. Brett

Die Flammen der DämmerungReiheninfo:

  1. “Das Lied der Dunkelheit”
  2. “Das Flüstern der Nacht”
  3. “Die Flammen der Dämmerung”
  4. (engl. Arbeitstitel: “The Skull Throne”)
  5. (engl. Arbeitstitel: “The Core”)

Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler zu den vorherigen Bänden!

Inhalt:

Während Jadir und seine Gefolgschaft den Krieg gegen die Städte des Nordens vorbereiten, macht sich Leesha auf den Weg ins Tal des Erlösers, um vor dem bevorstehenden Angriff der Krasianer zu warnen. Auch Arlen befindet sich gemeinsam mit Renna auf dem Weg in die Stadt, um sich auf den großen Kampf gegen die Dämonen vorzubereiten. Er ist stärker denn je und auch Renna tut bald alles, um im Kampf gegen die Horclinge auf übernatürliche Kräfte zurückgreifen zu können. Bald wird sich zeigen, ob es den einen wahren Erlöser gibt…

Meine Meinung:

Die Dämonen-Reihe von Peter V. Brett gehört zu meinen allerliebsten Fantasyzyklen. Ich mag die Andersartigkeit der Geschichte, die komplexe Handlungsstruktur und das Gefühl, beim Lesen mittendrin zu sein im ewigen Kampf gegen die Dämonen.

Schon zu Beginn des zweiten Teils musste ich feststellen, dass Peter V. Brett seine Geschichte nicht immer linear und geordnet erzählt, sondern gerne in der Zeit und vor allem auch zwischen verschiedenen Orten hin und her springt – oder auch beides… Und das ist bei „Die Flammen der Dämmerung“ nicht anders, denn als Leser lernt man zunächst ein junges Mädchen namens Inevera kennen und begleitet sie auf ihrer Reise von der Tochter eines einfachen Korbflechters hin zur Anwärterin auf die Rolle der Damaji’ting, der obersten heiligen Frau in Krasia.

Ich bin ganz ehrlich: Es hat wirklich ein bisschen gedauert, bis ich die neunjährige, tapfere, kleine Inevera und die intrigante und verbissen kämpfende, erwachsene Inevera zusammenbringen konnte. Dann aber war ich fasziniert, denn Peter V. Brett vollbringt hier wirklich Großes: Obwohl Arlen, Jadir und Inevera Gegenspieler sind, die zwar das gleiche, dies aber auf ganz unterschiedlichen Wegen wollen, macht er es dem Leser nicht einfach und lässt die einen die Guten und die anderen die Schlechten sein. Durch geschickte Rückblenden beleuchtet er die Entwicklung und Beweggründe jedes einzelnen und lässt die Geschichte dadurch komplex und facettenreich erscheinen.

Ich weiß, dass einige Leser die besonderen Fähigkeiten von Arlen und Renna bemängeln. Ohne inhaltlich zu sehr darauf eingehen zu wollen, kann ich nur sagen, dass ich anfangs auch irritiert war, mich aber schnell damit anfreunden konnte und vor allem großes Potenzial für die nächsten Bücher darin sehe.

Ein wenig geschockt hat mich hingegen das Ende des Buches: Was für ein Schluss, was für ein Cliffhanger! Ich bin sehr gespannt, wie der nächste Teil weiter geht und ob der Autor das durchzieht, was er hier andeutet.

„Die Flammen der Dämmerung“ habe ich trotz seines Umfangs von mehr als tausend Seiten sehr zügig gelesen, was daran liegt, dass die Story einfach unheimlich fesselnd ist. Ich kann nachvollziehen, dass manche Leser etwas irritiert waren, statt des erwarteten Schlussteils einer Trilogie plötzlich nur den dritten Band einer Reihe vor sich zu haben. Ich wusste es zum Glück schon vorher und freue mich sehr darüber, auch noch mindestens zwei weitere Bücher lang in die Welt von Thesa eintauchen zu dürfen. (Ach und das Arlen Strohballen der heißeste aller Buchcharaktere überhaupt ist, muss ich nicht nochmal erwähnen, oder?) 9 von 10 Sternen!

stern 9

Flammen der Dämmerung – Peter V. Brett – Klappbroschur – 1056 Seiten – 15,99 € – ISBN: 978-3-453-52474-3 – erschienen: März 2013 (Heyne)

„Sturm im Elfenland“ von Frances G. Hill

Sturm im ElfenlandKlappentext:

Im Elfenland herrscht Unruhe. Seit König Auberon die Ausübung von Magie verboten hat, regt sich im ganzen Reich Widerstand.

Das Leben der jungen Elfe Alana verläuft jedoch unbeschwert – bis eines Tages unerwarteter Besuch auf das Gut ihres Vaters kommt: Der junge Elf Ivaylo soll in Alanas Familie eine neue Heimat finden. Doch bald erkennt Alana, dass der geheimnisvolle Junge in den alten magischen Künsten bewandert ist… Was ist das Geheimnis des Sternensteins, den Ivaylo bei sich trägt? Und warum öffnen sich plötzlich überall im Elfenland gefährliche Dämonentore? (Quelle)

Meine Meinung:

Selten ist mir eine Rezension so schwer gefallen wie diese. Selten habe ich beim Lesen ein solches Auf und Ab erlebt wie bei „Sturm im Elfenland“.

Der Eindruck beginnt bekanntlich schon bei dem Cover. Mit den zarten Türkistönen erinnert es mich an ein Romantasy-Cover (ein Genre, was ich nicht so gerne lese). Allerdings wurde mir das Buch von einer Freundin empfohlen, die zum Beispiel auch Markus Heitz liest – meiner Meinung nach das Gegenteil von Romantasy. Welche Erwartungen werden nun also erfüllt?

Zunächst beginnt die Geschichte etwas holprig; sowohl inhaltlich, denn der Leser wird förmlich ins Geschehen hinein geschmissen, als auch sprachlich. Anfangs fielen mir immer wieder einige Textzeilen negativ auf: manche waren mir zu einfach geschrieben, andere klangen nach abgedroschenen Phrasen. Doch nach den ersten fünfzig Seiten hatte ich dieses Gefühl nicht mehr. Ob es an der Gewöhnung lag oder an der tatsächlichen Änderung des Schreibstil ist letztendlich einerlei.

Denn nun kam der Teil im Buch, der mir ausgenommen gut gefallen hat. Durch die Gefahr der vermehrt auftretenden Dämonentore werden zwei Parteien gezwungen zusammenzuarbeiten, die seit jeher in der Fantasygeschichte nicht unbedingt gut miteinander können: die Zwerge und die Elfen. Der im Klappentext benannte Sternenstein spielt hierbei eine große Rolle. Diese Idee und auch die Umsetzung sind wunderbar gelungen. Den gesamten Hauptteil über habe ich fast an einem Stück gelesen, so gebannt war ich von der Geschichte und den Charakteren. Insbesondere der in sich gekehrte, so wütende Ivaylo hat mir gut gefallen. Und der Zwerg Sverre ist für mich sowieso der heimliche Held der Geschichte.

Doch der Schluss war mir dann wieder etwas zu abgedreht. Hier steht die Idee der Dämonentore und der parallelen Dämonenwelt noch einmal ganz anders im Fokus, was mir persönlich weniger gut gefallen hat. Wer mich kennt, weiß dass ich mit neuartigen Ideen und Fantasyelementen immer so meine Probleme habe. Und um das Hochgefühl des Hauptteils wirklich noch umzukehren, passte plötzlich auch das Cover wieder zu den letzten Seiten. Soll heißen: Der Schluss ist stellenweise wirklich richtig kitschig, was in meinen Augen nicht zum Rest der Handlung passt.

Als Fazit bleibt zu sagen: ein holpriger Anfang, ein grandios spannender Hauptteil und ein Schluss, der so gar nicht meinen Geschmack getroffen hat. Ich bleibe also auch nach dem Schreiben des Leseeindrucks mit einem gemischten Gefühl zurück: vieles hat mir wirklich sehr gut gefallen, aber es gab dann doch zu viele kleine Aber’s. Insgesamt vergebe ich wegen des Lesevergnügens im Hauptteil noch 6 von 10 Sternen.

stern 6

Der Autorenname Frances G. Hill ist übrigens eines der Pseudonyme von Susanne Gerdom.

Sturm im Elfenland – Frances G. Hill – Hardcover mit SU – 464 Seiten – 19,95 € – ISBN: 978-3-7607-6373-6 – erschienen: Februar 2011 (ars edition)

[Rezension] „Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie“ von Eoin Colfer

Artemis Fowl 5Reiheninfo:

  1.  „Artemis Fowl“
  2. „Artemis Fowl: Die Verschwörung“
  3. „Artemis Fowl: Der Geheimcode“
  4. „Artemis Fowl: Die Rache“
  5. „Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie“
  6. „Artemis Fowl: Das Zeitparadoxon“
  7. „Artemis Fowl: Der Atlantis-Komplex“
  8. „Artemis Fowl: Das magische Tor“

Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler zu  den vorherigen Bänden!

Inhalt:

Artemis hat ein besonders interessantes Phänomen des Erdreichs entdeckt. In mehr oder weniger unregelmäßigen Abständen kommen für wenige Sekunden Dämonen auf die Oberwelt. Einst lebten die Dämonen auf einer Insel fest verankert in Raum und Zeit, doch dann löste sich die Insel aus dem normalen Raum-Zeitkontinuum und fliegt unkontrolliert in den Dimensionen hin und her. Dämonen werden allerdings durch den Mond zur Erde hin angezogen, so dass es immer wieder die oben beschriebenen kurzen Erscheinungen einzelner Dämonen auf der Erde gibt.

Der Jungdämon Nummer 1, der zu seinem Leidwesen sich partout nicht zu einem ausgewachsenen Dämon entwickelt, beschließt eines Tages eine Reise durch Raum und Zeit zu wagen… und landet direkt in den Armen von oberirdischen Entführern. Artemis, Butler und Holly, die Zeuge dieser Entführung waren, nehmen die Verfolgung auf.

Meine Meinung:

Eben hatte Herr Colfer es geschafft, mich mehr und mehr von dieser Fantasy-Reihe zu begeistern, und dann führt er Dämonen ein. Dämonen? Die haben doch in den vorigen Büchern auch nie eine Rolle gespielt. Naja, ich muss ja zugeben: Der Jungdämon Nummer 1 scheint echt niedlich zu sein… so undämonisch.

Trotzdem hat mir der fünfte Teil nicht so gut gefallen, wie seine Vorgänger. Mir war die Handlung etwas zu abgehoben, diese Loslösung des Raum-Zeit-Kontinuums.

Positiv hervorzuheben ist allerdings, dass Artemis eine intelligente, junge Gegenspielerin erhält, mit der er sich messen kann. … und die er auch nicht wirklich unsympathisch findet, denn der liebe Artemis kommt langsam, aber sicher in die Pubertät.

Ein Buch, was ich zwar wirklich schnell und gerne bis zum Ende gelesen habe, was mich aber nur mittelmäßig begeistert hat: 7 von 10 Sternen.

stern 7

[Rezension] „Das Flüstern der Nacht“ von Peter V. Brett

Das Flüstern der NachtReiheninfo:

  1. „Das Lied der Dunkelheit“
  2. „Das Flüstern der Nacht“
  3. „Die Flammen der Dämmerung“
  4. (engl. Arbeitstitel: „The Skull Throne“)
  5. (engl. Arbeitstitel: „The Core“)

Inhalt:

Endlich hab ich ihn gelesen, den zweiten Teil des großen Fantasyepos um Arlen, Leesha und Rojer. Im Gegensatz zu dem ersten Teil „Das Lied der Dunkelheit“ wird hier nicht nur die Seite der Menschen aus dem grünen Land beleuchtet. Der Autor widmet sich vor allem auf den ersten 200 Seiten des Buches dem Oberhaupt des Wüstenvolks Jadir. Ausführlich wird beschrieben, wie Jadir zu dem Mann wurde, der er jetzt ist. Auch die Begegnung zwischen Jadir und Arlen, die schon im ersten Band aus Arlens Sicht dargestellt wird, wird nochmals aufgegriffen.

Jadirs Plan ist es, die Bewohner des grünen Lands zu beherrschen und aus ihnen eine riesige Armee im Kampf gegen die Dämonen zu formen. Anfangs ist das Tal der Holzfäller, das nun das Tal des Erlösers genannt wird, nur damit beschäftigt den Flüchtlingen Unterschlupf zu bieten. Doch dann müssen sich die Bewohner, allen voran Arlen, Leesha und Rojer, immer mehr mit dem drohenden Krieg beschäftigen.

Meine Meinung:

Die Fantasyreihe von Peter V. Brett gehört meiner Meinung nach zu den besten Fantasywerken überhaupt. Frei von Elfen, Zwergen und Drachen schließt sich der Autor nicht dem allgemeinen Trend an, Tolkiens Figuren auch in anderen Werken zum Leben zu erwecken. Er schafft durch die Dämonen, die bei Sonnenuntergang aus dem Boden steigen eine ganz neue Gefahr, die mit ganz neuen Mitteln, nämlich den verschiedensten Siegeln, bekämpft werden.

Auch der zweite Teil dieses Epos hat mich begeistert. Im Gegensatz zu vielen anderen Lesern haben mich auch die ersten Seiten in den Bann gezogen, obwohl es schon irritiert, erst ab Seite 200 bekannten Hauptfiguren wieder zu begegnen. Insbesondere ab der Hälfte des Buches (also etwa ab Seite 500 wohlgemerkt) hatte mich das Buch wieder voll und ganz in seinen Bann gezogen, so dass ich die Seiten nur verschlungen habe.

Voller Ungeduld auf den dritten Band, wann auch immer der erscheinen wird, gebe ich 10 von 10 möglichen Punkten.

stern 10