[Rezension] „Der Rithmatist“ von Brandon Sanderson

Reiheninfo:

  1. „Der Rithamtist“
  2. engl.: „The Aztlanian“ (erscheint vorauss. 2016)

Klappentext:

Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht … (Quelle)

Meine Meinung:

„Kreidlinge. Sie wurden aus Formlinien entwickelt und bildeten den Kern eines jeden rithmatischen Angriffs. Nalizar zeichnete schnell und zielstrebig und erschuf Kreidlinge, die an kleine Drachen erinnerten. Sie besaßen Flügel und hatten biegsame Hälse. Sobald er den ersten vollendet hatte, erwacht er bebend zum Leben und flog über den Boden zu Professor Fitch.“ (S. 24)

Etwas komplett Neues zu schreiben, ein Thema zum Mittelpunkt einer Geschichte zu machen, das es so vorher noch nie gegeben hat – sowas scheint nicht einfach zu sein. Dazu gibt es einfach schon viele Ideen und Geschichten. Und doch hat Brandon Sanderson es mit diesem Buch geschafft.

Rithmatisten duellieren sich mt Kreide, in dem sie komplizierte Verteidigungskreise, Wirklinien, Kreidlinge und vieles mehr auf den Boden zeichnen. Joel ist von den einzelnen Strategien sehr fasziniert. Interessiert nimmt er alles an Wissen auf, das er bekommen kann. Auch zeichnerisch ist er nicht unbegabt. Nur erwachen seine Kreidlinge einfach nicht zum Leben – Joel ist nämlich leider kein Rithmatist, sondern wird nur an der gleichen Schule wie diese unterrichtet.

Doch als mit einem Mal einer der Rithmatistenschüler spurlos verschwindet und alles darauf hindeutet, dass rithmatische Zeichnungen und wilde Kreidlinge im Spiel waren, steckt Joel mittendrin…

Wie schon in „Steelheart“ konnte mich der Autor auch hier mit der Grundidee, seiner kurzweiligen Schreibweise und den Charakteren begeistern. Joel ist kein typischer Held: Er ist eben kein Rithmatist, kommt anders als seine Mitschüler aus schlichten Verhältnissen und wird auch nicht im Laufe der Geschichte urplötzlich total beliebt. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Die Handlung an sich ist nicht unbedingt besonders: Schüler verschwinden, das Verbrechen muss aufgeklärt werden und Joel befindet sich plötzlich im Mittelpunkt der Ermittlungen. Das Ende hingegen ist ziemlich komplex und ich fand es stellenweise etwas verwirrend. Ich denke, dass ich den Schluss, bevor ich den zweiten Teil lesen werde (und das werde ich), noch ein Mal lesen muss, um wirklich alle Informationen parat zu haben.

„Der Rithmatist“ ist ein mehr als gelungener Auftaktband zu einer neuen Jugendfantasyreihe von Brandon Sanderson. Mich hat vor allem die originelle Idee der Rithmatie, also der Kreidemagie, begeistert. Die Geschichte liest sich leicht und wird nicht langweilig. Einzig und allein der Schluss war mir etwas zu verwirrend und komplex – vielleicht hätte ich ihn aber einfach auch langsamer lesen sollen. Ich freue mich auf das Erscheinen des Folgebands und vergebe 8 von 10 Sternen.

stern 8

Der Rithmatist – Brandon Sanderson – Hardcover mit SU – 432 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-453-26986-6 – erschienen: Juli 2015 (Heyne fliegt) – Übersetzung: Jürgen Langowski – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

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