[Rezension] „Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ von Nicola Yoon

Klappentext:

Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein – und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren. (Quelle)

Meine Meinung:

„Wenn mein Leben ein Buch wäre, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern. Heute ist genauso wie gestern. Morgen wird genauso sein wie heute. Im Buch von Maddy sind alle Kapitel gleich.“ (S. 178)

Madeline ist krank. Sie leidet an einem Immundefekt und darf deswegen das Haus nicht verlassen. Die meiste Zeit geht es ihr aber gut: Sie liebt ihre Mutter und Carla, ihre Krankenpflegerin. Sie liest unheimlich gerne und arbeitet mit Eifer an ihren Onlinekursen.
Doch dann zieht Olly gegenüber ein. Olly, der einfach so die Wand hochklettert. Olly, der immer schwarz trägt. Olly, der plötzlich vom gegenüberliegenden Zimmer mit ihr zu kommunizieren beginnt. Olly mit den meeresblauen Augen.

„Kribbeln meine Fingerspitzen? Tun sie das sonst auch? Wieso bin ich so atemlos? Wie viele Saltos kann ein Magen machen, bevor er sich hoffnungslos verknotet?“ (S. 93)

Anfangs wehrt sich Madeline noch gegen ihre Gefühle, denn sie hat Angst, sich zu verlieben. Hat Angst, verletzt zu werden. Doch genauso wie der Leser ahnt auch Maddy, dass sie sich nicht lange schützen kann. Denn jeder von uns würde sich in Olly verlieben. Wie sich die Beziehung der beiden entwickelt, hat mir wirklich gut gefallen. Selten habe ich so viele Zitate aus einem Buch geschrieben, wie aus diesem hier. Die Liebe zwischen den beiden hat etwas sehr Anrührendes und Zartes.

„Ich war glücklich, bevor ich ihm begegnet bin. Aber jetzt bin ich lebendig und das ist etwas ganz anderes.“ (S. 199)

Bis kurz vor Schluss war ich also wirklich verliebt. Nicht nur in Olly, sondern in die ganze Geschichte. In das Buch. In die Worte.

Aber – ja, es muss leider ein Aber folgen – der Schluss hat mir das Buch leider ein wenig kaputt gemacht. Die Autorin macht es sich mit dem Ende ziemlich leicht, finde ich. Außerdem gibt es eine interessante Nebenhandlung, die Olly betrifft, doch an dieser Stelle bleibt Nicola Yoon viel zu oberflächlich. Es scheint so, als wollte sie Olly etwas Tiefgang verleihen, indem auch er seine eigene Geschichte bekommt. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass diese dann auch mehr Raum bekommt.

„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ konnte mich in vielen Aspekten überzeugen. Ich mochte Maddy und Olly. Die Liebesgeschichte, die sich langsam und vorsichtig zwischen den beiden entspannt, konnte mich sehr berühren, was vor allem daran lag, dass die Autorin sie wundervoll bildhaft beschrieben hat. Doch das Ende und auch die Geschichte um Olly und seine Familie haben mich nicht wirklich zufriedengestellt. Deswegen vergebe ich trotz großer Begeisterung über weite Teile des Buches hinweg nur 7 von 10 Sternen.

stern 7

„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ war 2016 für den DJLP nominiert.

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt – Nicola Yoon – Hardcover – 336 Seiten – 16,99 € – ISBN-13: 978-3-7915-2540-2 – erschienen: September 2015 (Dressler) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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[Rezension] „Göttlich verdammt“ von Josephine Angelini

Göttlich verdammtReiheninfo:

  1. „Göttlich verdammt“
  2. „Göttlich verloren“
  3. „Göttlich verliebt“

Klappentext:

Die 16-jährige Helen lebt bei ihrem Vater auf Nantucket – und langweilt sich. Ihre beste Freundin Claire hofft, dass nach den Ferien endlich etwas Aufregendes passiert. Der Wunsch geht in Erfüllung, als die Familie Delos auf die Insel zieht. Alle sind hin und weg von den äußerst attraktiven Neuankömmlingen. Nur Helen spürt von Anfang an großes Misstrauen. Gleichzeitig plagen sie plötzlich düstere Albträume, in denen drei unheimliche Frauen Rache nehmen wollen. Es scheint eine Verbindung zwischen ihnen und Lucas Delos zu geben. Was dahintersteckt, erfährt Helen erst nach und nach… (Quelle)

Meine Meinung:

Nachdem so ziemlich jeder dieser Buch gelesen hat und es überall eigentlich positive Rezensionen bekommen hat – so scheint es mir zumindest –, musste ich das Buch auch unbedingt lesen.

In „Göttlich verdammt“ geht es um griechische Götter, Figuren aus Sagen und Mythen, alles angesiedelt in einer ganz realen Welt. Klingt ein bisschen wie die „Percy Jackson“-Reihe von Rick Riordan, liest sich letztendlich aber ganz anders. Während Rick Riordan über eine humorvolle Schiene eher Jugendliche im Alter von 10-14 Jahren anspricht, ist die Zielgruppe von Angelini sicherlich etwas älter. Und das nicht nur, weil zum Beispiel von Sex und sexuellem Verlangen zwar nie aufdringlich und eher nebenbei, aber ganz selbstverständlich geredet wird.

Das Buch wird oftmal mit der „Bis(s)-Reihe“ verglichen und ich wage es jetzt ganz vorsichtig, diesen Vergleich zu bestätigen. Ich habe beim Lesen, ohne von diesem Vergleich zu wissen, oft Parallelen in den Nebencharakter gesehen. Lucas hat wie Edward eine große Familie und die Geschwister lassen sich meiner Meinung nach teilweise eins zu eins auf Alice, Jasper, Emmet und Co übertragen. Das tut der Geschichte allerdings keinen Abbruch, denn gerade die ausgereiften Nebenfiguren mit ihren eigenen Persönlichkeiten haben das Buch für mich zu einem absoluten Lesevergnügen gemacht.

Im Gegensatz zu Bella ist Helen allerdings alles andere als ein kleines unsicheres Mädchen, denn obwohl Helen sich in großen Menschenmengen unwohl fühlt und es hasst, die volle Aufmerksamkeit von vielen Menschen auf sich zu spüren, hat sie eine starke Persönlichkeit, weiß genau, was sie will und entdeckt im Laufe des Buches immer mehr unglaubliche Fähigkeiten. Und obwohl dies alles wirklich gut und überzeugend erklärt wird, ist mir Helen teilweise etwas zu perfekt gewesen.

Kommen wir zu einem weiteren Kritikpunkt: Ich habe eine noch nicht endgültige Fassung des Buches gelesen und kann deswegen keine Pauschalaussage treffen, aber mir persönlich war der Schreibstil an vielen Stellen zu wischiwaschi-jugendlich, was aber möglicherweise auch an der Übersetzung liegen kann.

Trotzdem habe ich das Buch wirklich verschlungen, denn die Handlung ist äußerst spannend geschrieben. Ich wollte wissen, was es mit Helens Fähigkeiten auf sich hatte, wie es mit Helen und Lucas weitergeht und letztendlich, wie die Autorin das große Gesamte auflöst. Ich will weiter lesen!

Von mir gibt es 7 von 10 Sternen und damit eine Leseempfehlung an alle, die in die mystische, spannende und sehr komplexe (Liebes)-Geschichte von Helen und Lucas eintauchen wollen.

stern 7

Göttlich verdammt – Josephine Angelini – Hardcover – 494 Seiten – 19,95 € – ISBN-13: 978-3791526256 – erschienen: Mai 2011 (Dressler) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre