[Rezension] „Phönix“ von Michael Peinkofer

produkt-12048DAS GESETZ DES PHÖNIX

1
Der Phönix beobachtet dich.
Er weiß alles.

2
Maschinen bringen Tod und Leid.
Niemals darfst du sie bauen.

3
Dunkelheit ist dein Feind.
Niemals darfst du dein Dorf bei Nacht verlassen.

Niemals darfst du dein Dorf bei Nacht verlassen. Das wurde Callista und den anderen Bewohnern schon früh eingetrichert. Das Gesetz des Phönix ist nicht diskutierbar und wird mit aller Härte durchgesetzt. Denn nur durch die Gnade des Phönix können die Menschen nach dem großen Zusammenbruch überhaupt wieder leben.

Doch die 15-jährige Callista ist anders als die anderen Dorfbewohner. Sie will sich nicht einfach mit ihrem Schicksal anfreunden. Warum darf sie nicht jagen, nur weil sie eine Frau ist? Gibt es wirklich nichts mehr jenseits des Waldes? Und was liegt hinter den Sternen?

Als Callistas kleiner Bruder eines Tages im Wald verschwindet, hat Callista plötzlich einen merkwürdigen Traum und macht sich mit ihrem Freund Lukan auf, ihren Bruder zu finden. Doch bisher ist noch niemals jemand lebend zurrückgekehrt, der die Nacht im Wald verbracht hat …

Die Bücher von Michael Peinkofer sind für mich in der Regel absolute Must-Reads: Das war mit „Phönix“ nicht anders. Als ich das Buch endlich vor mir liegen hatte, wurde mir bewusst, dass ich es gekauft habe, ohne auch nur ein kleines Bisschen vom Inhalt zu wissen.

Dieser ist nicht komplett neu – eine typische Jugendbuchdystopie mit leichtem Fantasyeinschlag. Das hat meinem Lesevergnügen aber gar keinen Abbruch getan. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen und bin wirklich traurig, dass ich nicht direkt weiterlesen kann. „Phönix“ ist nämlich der Auftakt zu einer Trilogie.

Was mich jetzt so begeistert hat? Ich kann es gar nicht so genau sagen, aber ich denke, dass es zum einen das Setting der Geschichte war, zum anderen die leichte Schreibweise des Autors. Kaum jemand anders schafft es, dass ich so über die Seiten fliege. Die Bücher des Autors sind also nicht ohne Grund absolute Must-Reads – und sollten es für alle Fans von unterhaltsamer (Jugend-)Fantasy und Dystopien auch sein. 🙂 8 von 10 Sternen!

stern 8

Phönix – Michael Peinkofer – Klappbroschur – 352 Seiten – 15,00 € – ISBN: 978-3-492-70377-2 – erschienen: Oktober 2017

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[Kurzer Leseeindruck] „Das Juwel: Die Gabe“ von Amy Ewing

Klappentext:

Violet Lasting ist etwas Besonderes. Sie kann durch bloße Vorstellungskraft Dinge verändern und wachsen lassen. Deshalb wird sie auserwählt, ein Leben im Juwel zu führen. Sie entkommt bitterer Armut und wird auf einer großen Auktion an die Herzogin vom See verkauft, um bei ihr zu wohnen. Eine faszinierende, prunkvolle Welt erwartet sie. Doch das neue Leben fordert ein großes Opfer von ihr: gegen ihren Willen und unter Einsatz all ihrer Kraft soll sie der Herzogin ein Kind schenken.
Wie soll Violet in dieser Welt voller Gefahren und Palastintrigen bestehen? Als sie sich verliebt, setzt sie nicht nur ihre eigene Freiheit aufs Spiel. (Quelle)

Mein Eindruck:

Lila, glitzernd, eine junge Frau in einem Ballkleid: Das Cover von „Das Juewel: Die Gabe“ wirkt so, als wäre die Geschichte eher seicht und kitschig. Zum Glück ist dem gar nicht so. Amy Ewing hat mich mit dem fantastisch-dystopischen Setting und vor allem durch Violet als sympathische Ich-Erzählerin ziemlich schnell in den Bann gezogen. Die Entwicklung der Geschichte ist zwar stellenweise etwas vorhersehbar, wird allerdings nie langweilig und endet mit einer für mich absolut überraschenden (und sehr genialen) Wendung der Handlung, so dass ich am liebsten direkt weitergelesen hätte, der zweite Band erscheint allerdings im Englischen erst im Oktober 2015.

„Das Juwel: Die Gabe“ ist ein toller Reihenauftakt hinter dem sich mehr verbirgt, als ich es zunächst vermutet hatte. Die Geschichte ist spannend und leichtlesig und von der Grundidee her tatsächlich neu. 8 von 10 Sternen.

stern 8

Das Juwel: Die Gabe – Amy Ewing – Hardcover mit SU – 448 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-8414-2104-3 – erschienen: August 2015 (Fischer) – Übersetzung: Andrea Fischer – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Rezension] „Feuer & Flut“ von Victoria Scott

Reiheninfo:

  1. „Feuer & Flut“
  2. „Salz & Stein“

Klappentext:

Die 17-jährige Tella zögert keine Sekunde, als sie eine Einladung zum mysteriösen Brimstone Bleed erhält, einem tödlichen Wettrennen, das sie und andere Teilnehmer durch einen tückischen Dschungel und eine sengend heiße Wüste führt. Als Preis winkt das Heilmittel für ihren todkranken Bruder. Zur Seite steht ihr ein Pandora, ein genetisch verändertes Tier, das sie bei ihrer Aufgabe unterstützen soll. In ihrem Fall ist es ein Fuchs namens Madox, und gemeinsam kämpfen sie sich durch die erste Etappe des mörderischen Rennens. Doch es kann nur einen Sieger geben, und jeder Teilnehmer ist bereit, sein Leben für das eines geliebten Menschen aufs Spiel zu setzen. Tella muss mehr über das Brimstone Bleed erfahren, bevor ihre Zeit abläuft. Doch dann verliebt sie sich in den mysteriösen Guy – und alle freundschaftlichen Gefühle scheinen dahin, als es auf die Zielgerade zugeht … (Quelle)

Meine Meinung:

Als Tella die Möglichkeit bekommt, am Brimstone Bleed teilzunehmen und damit die Chance zu erhalten, das Heilmittel für ihren sterbenskranken Bruder zu gewinnen, zögert sie nicht, sondern macht sich auf den Weg. Das Brimstone Bleed ist ein legendäres Rennen durch vier Elemente: den Urwald, die Wüste, das Meer und die Berge. Am Ende jeder Etappe bekommt der Schnellste eine Belohnung, doch nur der Endsieger hat die Aussicht auf das Heilmittel für eine geliebte, im Sterben liegende Person. Während des Rennens bekommt jeder Teilnehmer Unterstützung durch ein Pandora, eine Art künstlich erschaffenes Tier mit besonderen Fähigkeiten.

Die Grundidee dieser Geschichte hat mich direkt fasziniert: Dystopische Elemente, die z.B. aus „Die Tribute von Panem“ bekannt sind, werden mit der für mich neuartigen Idee der Pandoras verknüpft. Auch die Umsetzung hat mir gut gefallen. Durch den Wechsel des Szenarios innerhalb der verschiedenen Etappen müssen die Teilnehmer mit immer neuen Gefahren und Schwierigkeiten umgehen. Auch die Fähigkeiten der Pandoras offenbaren sich erst im Laufe der Geschichte, so dass es immer spannend bleibt.

Die unterschiedlichen Charaktere, die man im Laufe des Buches kennenlernt, haben mich schnell mitgerissen. Sie bieten durch ihre Verschiedenheit definitiv Identitätsmöglichkeiten, machen interessante Entwicklungen durch und sorgen so für die ein oder andere Überraschung.

Der erste Teil dieser zweiteiligen Reihe endet so spannend, dass ich mir direkt nach dem Lesen den zweiten Band als E-Book auf englisch gekauft habe, um sofort weiterlesen zu können.

„Feuer & Flut“ hat mich nicht nur durch die spannende Grundidee, sondern auch durch die gelungene Umsetzung vollkommen überzeugt. Die Geschichte ist mitreißend geschrieben und konnte mich einige Male überraschen. Ich hatte viel Freude beim Lesen und vergebe 8 von 10 Sternen!

stern 8

Feuer & Flut – Victoria Scott – Hardcover mit SU – 448 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-570-16293-4 – erschienen: Mai 2015 (cbt) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Rezension] „Ruinen: Partials 3“ von Dan Wells

Reiheninfo:

  1. „Aufbruch“
  2. „Fragmente“
  3. „Ruinen“

Klappentext:

Die Zeit läuft ab und die Welt steht am Rand des letzten Krieges. Er wird das Schicksal beider Gattungen, der Menschen und der Partials, besiegeln. Während beide Seiten aufrüsten, um den vernichtenden Schlag zu führen, hat Kira Walker endlich ein Heilmittel für die Partials gefunden. In ihrem verzweifelten Bemühen, den Untergang zu verhindern, muss Kira bereit sein, alles zu opfern – selbst wenn es ihr eigenes Leben ist … (Quelle)

Meine Meinung:

Die ersten beiden Bände dieser Dystopie-Trilogie habe ich gern gelesen, auch wenn die Zusammenhänge immer ziemlich komplex sind. Die beschriebenen Vorgänge sind oft recht medizinisch und die Erforschung teilweise etwas langwierig. Trotzdem habe ich mich meist wie in einem Actionfilm gefühlt, konnte mir die beschriebenen Szenen wunderbar vorstellen.

„Du bist Kira Walker, und du wirst die Welt nicht retten, weil du die Auserwählte bist, sondern weil du es tun willst. Niemand auf der Welt setzt sich mehr für seine Ziele ein als du.“ (S. 393/394)

Mit „Ruinen“ findet die Reihe nun ihren Abschluss. Ich habe auch dieses Buch gerne gelesen, allerdings hat es auch deutliche Schwächen. Zum einen gibt es in meinen Augen kaum neue Handlung. Es passieren zwar wieder viele Dinge, die Kira davon abhalten, die Welt zu retten, aber das kennt man eben schon. Und auch die wenigen Neuheiten lesen sich sehr gewollt und fügen sich für meinen Geschmack nicht gut genug in die Haupthandlung ein.

Zum anderen gefällt mir der Schluss nicht wirklich. Er wirkt ziemlich überhastet. Da braucht Kira nun drei Bände, um die Welt zu retten und dann ist quasi sofort Schluss. Schade eigentlich, denn ich hätte gerne noch ein oder zwei kleine Szenen gelesen.

Ansonsten unterhält der Abschluss trotzdem durch die gewohnten Vorzüge der Reihe: Interessante Charaktere, mitreißende Beschreibungen und eben die Partials-Thematik.

Obwohl ich mich beim Lesen des dritten Bandes der Partials-Trilogie nicht gelangweilt habe, bleibt irgendwie ein bitterer Nachgeschmack. Mir scheint es so, als wäre dem Autor beim Schreiben dieses Buches ein wenig die Luft ausgegangen. Mir passiert zu wenig wirklich Neues und die Gestaltung des Endes hat mir auch nicht gefallen. Ich vergebe knappe 6 von 10 Sternen!

stern 6

Ruinen: Partials 3 – Dan Wells – Hardcover mit SU – 480 Seiten – 19,99 € – ISBN: 978-3-492-70284-3 – erschienen: April 2015 (ivi)

[Rezension] „Rain: Das tödliche Element“ von Virginia Bergin

Klappentext:

Samstag, Partyabend. Ruby und ihre Freunde feiern ausgelassen bis in die Nacht. Was keiner ahnt: Es wird das letzte Mal sein. Ruby wird ihre Freunde niemals wiedersehen. Und sie wird auch Caspar zum ersten und letzten Mal geküsst haben. Denn in dieser Nacht kommt der giftige Regen, der ein tödliches Virus bringt. Die Menschheit rast ihrem Untergang entgegen. Wer nicht gleich stirbt, kämpft mit allen Mitteln ums Überleben. Freunde werden zu Feinden, Kinder zu Waisen, Nachbarn zu Gesetzesbrechern. Auch Ruby ist von einem Tag auf den anderen völlig auf sich allein gestellt. (Quelle)

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, bei denen möchte man gerne nach wenigen Seiten aufhören zu lesen. „Rain: Das tödliche Element“ war für mich eines dieser Bücher. Ich habe es aber nicht abgebrochen – und bin total froh darum!

Der Anfang der Geschichte ist wirklich hart, was an dem Schreibstil liegt. Die Geschichte wird aus der Sicht von Ruby erzählt, die ihre Leser zwischendurch immer mal wieder anspricht. „Kommentierende Ich-Erzählung“ nennt man das wohl, habe ich neulich gehört. Dieser Erzählstil liegt mir grundsätzlich eher nicht, hier habe ich ihn aber als besonders plump und wenig gelungen empfunden. Ich war wirklich kurz davor, das Buch abzubrechen, habe es dann aber doch nicht getan. Zum Glück, denn mit einem Mal hatte mich die Handlung gepackt und zwar auf eine Art und Weise, die ich nur selten erleben.

In dem Buch geht es darum, dass mit einem Mal der Regen giftig ist. Wird man auch nur minimal von ihm getroffen, stirbt man einen qualvollen Tod. Und so ist schnell nicht nur der Regen gefährlich, sondern auch alle Gewässer, die Pflanzen usw. Besonders wertvoll ist entsprechend das Trinkwasser. Die Menschen plündern Supermärkte und Häuser von verstorbenen Nachbarn, nur um an etwas Trinkbares zu gelangen. Und plötzlich während des Lesens – es regnete übrigens – erwischte ich mich dabei, meine eigenen Wasservorräte zu überprüfen… um mich dann selbst etwas zu belächeln.

Und so bleibe ich etwas hin- und hergerissen, wie ich „Rain“ nun entgültig finde: Bin ich genervt von dem Erzählstil? Oder bin ich begeistert, weil mir die Handlung (und anscheinend dann doch auch die Schreibweise der Autorin) so gefesselt hat? Ich bin mir entsprechend auch noch nicht sicher, ob ich den Folgeband lesen werde, denn dies ist der Auftakt zu einer Trilogie (so zumindest ist mein Stand der Dinge).

„Rain: Das tödliche Element“ ist ein Buch, das mich etwas zwiegespalten zurücklässt: Einerseits fand ich die kommentierende Ich-Erzählung etwas anstrengend, andererseits hat mich die Handlung wirklich mitgerissen. Die Geschichte ist auf jeden Fall ein interessanter Auftakt einer neuen Dystopie-Apokalypse-Reihe, die ich im Auge behalten werde. Insgesamt vergebe ich knappe 7 von 10 Sternen.

stern 7

Rain: Das tödliche Element – Virginia Bergin – Hardcover mit SU – 416 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-7373-5155-3 – erschienen: Februar 2015 (Fischer) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Reihenrezension] „Monument 14“ von Emmy Laybourne

Reiheninfo:

  1. „Monument 14“
  2. „Monument 14 – Die Flucht“
  3. „Monument 14 – Die Rettung“

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Inhalt:

Wir befinden uns im Jahr 2045. Für Dean und seinen jüngeren Bruder beginnt der Tag wie jeder andere auch: Sie sitzen im Bus und sind unterwegs zur Schule. Dort werden sie allerdings nie ankommen. Ein noch nie dagewesenes Unwetter zieht auf und unglaublich große Hagelkörner demolieren den Bus und die ganze Stadt. Die Busfahrerin schafft es gerade noch, den vollständig zerstörten Bus in einen großen Supermarkt zu lenken, um dann loszuziehen und Hilfe zu suchen. Während die Welt quasi vor ihren Augen untergeht, sitzen die insgesamt 14 überlebenden Kinder und Jugendliche im Greenway fest.
Wer glaubt, dass damit das Weltuntergangsszenario schon vollständig ist, hat sich allerdings geirrt: Aufgrund des Unwetters entweicht einer nahegelegenen Chemiefabrik eine Giftwolke, was verheerende Folgen hat: Die Chemikalien haben nämlich furchtbare Folgen: Je nach Blutgruppe führen sie zu schlimmen Verletzungen, schweren Aggressionen oder paranoiden Zuständen. Wie sollen die vierzehn Jugendlichen dies überstehen?

Meine Meinung:

Das Szenario, das Emmy Laybourne in dieser Trilogie entwirft ist ebenso altbekannt wie neu. Ein Widerspruch? Nein! Eine Gruppe von Protagonisten zu isolieren und von der Außenwelt abzuschneiden, ist nichts Neues. Sie dann aber noch giftigen und wesensverändernden Dämpfen auszusetzen schon.
Mit diesem Szenario ist der Autorin meiner Meinung nach ein wahrer Glücksgriff gelungen: Die Angst vor der Außenwelt und die Notwendigkeit sich innerhalb des Supermarkts miteinander auseinander setzen zu müssen, wird so absolut glaubhaft.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, was notwendigerweise zu einigen Konflikten führt. Dazu kommt noch, dass Dean schon seit Ewigkeiten in Astrid verliebt ist, die auch zu den vierzehn Überlebenden zählt. Dass er allerdings so gar nicht zu den coolen Jungs gehört und mit ihm auch noch der gutaussehende Footballspieler Jake im Supermarkt eingesperrt ist, macht die Sache nicht einfacher. Gelungen fand ich, dass die Jugendlichen während der drei Bände einige Entwicklungen durchmachen und nicht schwarz-weiß gezeichnet sind.

Die Reihe bleibt von Buch zu Buch spannend: Mir hat zwar der erste Band am besten gefallen, einfach weil die Idee da noch so neuartig war, aber im Laufe der Trilogie habe ich einfach so viele der Charaktere liebgewonnen, dass ich die drei Bücher innerhalb von drei Tagen verschlungen habe. Und ich finde, das sagt schon alles.
Die einzelnen Teile sind zwar nicht unbedingt in sich abgeschlossen und weisen am Ende auch immer auf den nächsten Band hin, aber trotzdem wird man als Leser nicht komplett in der Luft hängen gelassen und kann zwischendurch einmal durchatmen. Trotzdem empfehle ich, die Folgebände parat liegen zu haben: Ihr werdet weiterlesen wollen. 🙂

Die Schreibweise der Autorin ist jetzt nicht besonders poetisch oder hochwertig, aber eben leichtlesig und mitreißend. Und das finde ich bei einem Jugendbuch mit am Wichtigsten.

Die „Monument 14“-Reihe ist eine tolle Jugendbuchtrilogie im Endzeit-Stil. Das Szenario ist absolut überzeugend und leider gar nicht mal so unrealistisch, auch wenn die Handlung zwanzig Jahre in der Zukunft spielt. Die Charaktere sind vielschichtig und interessant. Mir hat besonders gefallen, dass auch viele der Nebenfiguren detailliert gezeichnet sind und ihren ganz eigenen Charakter haben. Die Handlung bleibt von Buch zu Buch spannend, auch wenn man die Geschichte sicherlich auch in zwei Bänden hätte erzählen können. Ich hatte zum Glück alle Bände zuhause, so dass ich die Bücher in einem Rutsch durchlesen konnte. Man darf aber stellenweise nicht zu zart besaitet sein, denn die Handlung ist teilweise recht brutal. Ich vergebe insgesamt 8 Sterne!

stern 8

Bd. 1: Monument 14 – Taschenbuch – 336 Seiten – 8,99 € – ISBN: 978-3-453-41163-0 – erschienen: Januar 2014 (Heyne fliegt)
Bd. 2: Monument 14: Die Flucht – Taschenbuch – 304 Seiten – 8,99 € – ISBN: 978-3-453-53455-1 – erschienen: Mai 2014 (Heyne fliegt)
Bd. 3: Monument 14: Die Rettung – Taschenbuch – 384 Seiten – 8,99 € – ISBN: 978-3-453-53471-1 – erschienen: Dezember 2014 (Heyne fliegt)

[Rezension] „Open Minds – Gefährliche Gedanken“ von Susan Kaye Quinn

Reiheninfo:

Mindjack

  1. „Open Minds – Gefährliche Gedanken“
  2. „Closed Hearts – Gefährliche Hoffnung“
  3. „Free Souls – Gefährliche Träume“ (erscheint im April 2015)

Klappentext:

Die sechzehnjährige Kira Moore ist eine Null, jemand der weder Gedanken lesen, noch von anderen gelesen werden kann. Nullen sind Außenseiter, denen man nicht vertrauen kann, weswegen sie auch keine Chancen bei Raf hat, einem normalen Gedankenleser und ihrem besten Freund, in den sie heimlich verliebt ist. Als sie aus Versehen die Kontrolle über Rafs Verstand übernimmt und ihn dadurch beinahe umbringt, versucht Kira ihre unheimliche, neue Fähigkeit vor ihrer Familie und dem zunehmend misstrauischer werdenden Raf zu verbergen. Aber sie verstrickt sich in ihren Lügen und wird immer tiefer in eine geheime Unterwelt voller Gedankenkontrollierer gezogen. (Quelle)

Meine Meinung:

Zu Beginn der Geschichte ist Kira eine Null. Und das ist in einer Welt, in der alle die Gedanken der anderen lesen können, wahrlich kein Vergnügen. Ihre Freundinnen von früher haben sich von ihr abgewandt, dem Unterricht kann sie nur schwer folgen, denn er findet via Gedanken statt, und dann wird sie immer wieder von Jungen belästigt, schließlich sendet eine Null wie sie keine negativen Gedankenemotionen aus, wenn sie ungewollt berührt wird. Ihr einziger Freund ist Raf, der sie nimmt, wie sie ist und für den sie mehr empfindet, als sie sich selbst eingestehen mag. Ihr größter Wunsch ist es, sich endlich in eine Leserin zu verwandeln. Doch dann passiert etwas, das alles verändert:

„Alle sagten, dass sie sich bei ihrer Veränderung anders im Gehirn gefühlt hätten. Ich wusste, dass sich irgendetwas in mir verschoben hatte, aber es war nicht die Art Veränderung auf die ich all die Jahre gewartet hattet. Stattdessen hatte ich mich in etwas Gefährliches verwandelt.“

Es stellt sich heraus, dass Kira eine Mindjackerin ist, was bedeutet, dass sie nicht nur die Gedanken anderer lesen, sondern diese auch übernehmen und manipulieren kann. Der einzig andere Mindjacker, den Kira noch kennt, ist Simon. Er unterstützt und erklärt Kira vieles von dem, was für sie beängstigend und neu ist, und die beiden kommen sich näher. Und doch scheint Simon ganz eigene Pläne zu haben…

„Open Minds“ ist eine tolle Geschichte, die irgendwo zwischen Dystopie und Fantasy anzusiedeln ist und durch die wirklich neuartige Idee überzeugt. Das Mindjacken an sich birgt schon großes Potenzial: Es ist für Kira gleichzeitig faszinierend und beängstigend. Und außerdem gibt es Jacker wie Simon, die diese Fähigkeit rücksichtlos nutzen, um für sich einen Vorteil aus allem herauszuschlagen. Wann ist es hilfreich und notwendig die Gedanken anderer zu kontrollieren, wann ist es unethisch?

Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Zwischendurch hatte es einen kleinen Tiefpunkt, aber dann hatte mich die Story auch schon wieder gepackt, die durch viele kleine Höhepunkte lebt. Kira ist eine tolle Protagonistin, die mir schnell ans Herz gewachsen ist. Ich hätte mir nur auch etwas mehr Tiefe bei den anderen Charakteren gewünscht.

„Open Minds – Gefährliche Gedanken“ punktet mit einer tollen, neuen Idee, die ich so noch nirgendwo gelesen habe, einer locken-leichten Schreibe und einer spannungsgeladenen Handlung. Kleine Mankos sind die etwas blassen Nebencharaktere und die ab und an fehlenden Kommas in der deutschen Übersetzung. Ich werde den zweiten Band, der gerade erschienen ist, aber mit Sicherheit auch noch lesen und kann auch dieses Buch nur empfehlen. Gute 7 von 10 Sternen!

stern 7

Open Minds – Gefährliche Gedanken – Susan Kaye Quinn – E-Book – ungefähr 326 Seiten – 0,99 € (Stand: Januar 2015)
Taschenbuchausgabe: ISBN: 978-1497408555 – 10,69 € – erschienen: März 2014

[Rezension] „Die Vernichteten“ von Ursula Poznaksi

Die VernichtetenReiheninfo:

  1. „Die Verratenen“
  2. „Die Verschworenen“
  3. „Die Vernichteten“

Achtung, diese Rezension enthält Spoiler zu den ersten beiden Bänden!

Klappentext:

Nun kennt Ria das schreckliche Geheimnis, den Grund dafür, dass der Sphärenbund sie töten wollte. Trotz widriger Umstände macht sie sich auf den Weg, um die drohende Katastrophe zu verhindern und das Leben von Clans und Sphärenbewohnern zu schützen. Doch dann offenbart sich ihr etwas, womit sie nicht gerechnet hat. Etwas von solcher Grausamkeit, dass es fast unvorstellbar scheint. Etwas, das alles, was sie bisher an Verschwörungen aufgedeckt hat, bei Weitem übertrifft. (Quelle)

Meine Meinung:

Wer sich noch an meine Rezensionen zu den beiden Vorgängern erinnert, weiß, dass ich ein großer Fan dieser Reihe bin. Sowieso bin ich eigentlich grundsätzlich ein Fan von allen Büchern von Ursula Poznanksi und wurde bisher auch noch nie enttäuscht. Dieses Buch ist aber der erste Abschlussband einer Reihe (es gibt ja außer der Eleria-Trilogie ja bisher auch nur die Reihe um die Ermittlerin Beatrice). An das Ende einer Reihe habe ich immer besondere Ansprüche: Ich erwarte, dass mir das Ende gut gefällt, dass die losen Fäden zusammenlaufen und ich das Gefühl habe: Das war eine runde Sache!

Ich könnte jetzt noch lange drumherum reden bzw. schreiben, aber wer Frau Poznanski kennt, ahnt es vermutlich schon: Sie hat mal wieder alle meine Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen.

Schon nach kurzer Zeit war ich wieder voll und ganz im Geschehen, denn die Autorin lässt geschickt die notwendigsten Infos aus den ersten beiden Bänden mit einfließen. Und dann war es wie immer: Ich konnte das Buch nicht aus den Händen legen, war mittendrin, wurde aus dem Clan der Schwarzdornen verstoßen und bin durch die gefährliche und karge Landschaft gewandert, auf der Suche nach der Lösung für mein Problem: Aureljo und Dantorian zu retten ohne die Clans zu verraten.

„Vielleicht hat Quirin recht. Vielleicht geht es ihm wie mir in diesem Moment: Ich kann die Sentinel schon förmlich über die Hügel kommen sehen, mit ihren Gewehren im Anschlag, mit denen sie das Gebiet … säubern.
Dhalion könnte sie aufhalten. Möglicherweise. Würde dabei aber Tausende Menschen töten, die nichts böses im Sinn haben. Mit Sicherheit.
Wenn die Clans ausgerottet, niedergemetzelt werden – ist das dann meine Schuld? Weil ich ihnen die eine Chance, den Kampf zu gewinnen, genommen habe?“ (S. 243)

Ich war nicht alleine unterwegs, sondern in Begleitung toller Figuren – Altbekannte, aber auch neue Freunde. Bei manchen war ich mir sicher, dass sie wie ein Fels in der Brandung an meiner Seite stehen werden (Andris zum Beispiel), bei anderen war ich unsicher und das machte meine Reise umso spannender. Das Ende dieser Reise hat mich voll und ganz zufrieden gestellt, mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Wer sich wie ich auf dieses spannende Abenteuer einlassen, Antworten auf ungeklärte Fragen finden und darum kämpfen möchte, das Richtige zu tun, dem empfehle ich ganz klar den Griff zu diesem Buch! Ich kann gar nicht anders, als wieder die volle Punktzahl zu geben.

stern 10

Die Vernichteten – Ursula Poznaksi – Hardcover mit SU – 528 Seiten – 18,95 € – ISBN 978-3-7855-7548-2 – erschienen: Juli 2014 (Loewe)

[Rezension] „Fragmente. Partials 2“ von Dan Wells

FragmenteReiheninfo:

  1. „Aufbruch“
    Zwischenband: „Isolation“
  2. „Fragmente“
  3. engl.: „Ruins“

Achtung, diese Rezension enthält Spoiler zum ersten Band!

Klappentext:

In ferner Zukunft wurde die Menschheit durch den Isolationskrieg fast vollständig vernichtet – besiegt von den Partials, künstlichen Kriegern, die die Menschen selbst erschaffen hatten. Eine der letzten Überlebenden ist Kira Walker, die erfahren hat, dass sie selbst ein verhängnisvolles Erbe in sich trägt, von dem sie nichts ahnte. Auf der Suche nach ihrer eigenen Herkunft muss sie sich ausgerechnet auf die Hilfe zweier Partials verlassen – Samm und Heron, die als Einzige ihr Geheimnis kennen. Kiras Weg führt sie durch das verwüstete Land, das der Isolationskrieg aus dem nordamerikanischen Kontinent gemacht hat – und dort wird sie dem schrecklichsten Feind begegnen, den die Menschheit je gekannt hat … (Quelle)

Meine Meinung:

Nachdem ich schon den ersten Band dieser neuen, eher für (junge) Erwachsene geschriebenen Dystopie wirklich andersartig interessant und spannend fand, war klar, dass ich auch den Folgeband lesen musste.

Kurz fiel es mir etwas schwer, mich an die letzten Erkenntnisse und Geschehen aus dem vorherigen Teil zu erinnern, doch der Autor hat es mir leicht gemacht und wirklich dezent und unauffällig die nötigen Informationen in die laufende Geschichte eingestreut. Und schon war ich wieder mittendrin und Kiras Jagd nach Informationen über die Menschen, die Partials – und über sie selbst!

Wie auch schon im ersten Band konnte mich Dan Wells auch hier vor allem mit seinen bildhaften Beschreibungen fesseln. Ich konnte mir die verfallenen und verlassenen Städte wie in einem Film (Hey, das wäre doch mal eine interessante Buchverfilmung!) vor mir sehen: die liegen gebliebenen Autos, die Wildnis, die unsere ehemalige Zivilisation überwuchert, die verlassenen Hochhäuser….

Anders als in „Aufbruch“ ist die Handlung aber weniger rasant, sondern tritt fast schon ein wenig auf der Stelle. Kira braucht einfach ziemlich lange, bis sie an die Informationen gelangt, die sie benötigt. Das fand ich aber eher positiv, denn es ist einfach realistisch, dass sie nicht direkt beim ersten Anlauf Antworten auf alle Fragen findet. Zum Ende hin nimmt die Handlung dann auch wieder Fahrt auf und wird all jene Leser zufrieden stellen, die den actionhaften Schreibstil Wells so gerne mögen.

„Fragmente“ ist ein toller zweiter Teil, der anders als viele Mittelbände einer Trilogie schon einige Antworten für den Leser bereit hält und mich vor allem durch seine bildhafte und spannende Erzählweise begeistern konnte, so dass ich hautnah mit Kira mitgefiebert habe. 8 von 10 Sternen.

stern 8

Fragmente – Dan Wells – Hardcover mit SU – 576 Seiten – 19,99 € – ISBN: 978-3-492-70283-6 – erschienen: März 2014 (ivi)

[Rezension] „Enders Spiel“ von Orson Scott Card

Enders SpielKlappentext:

Nur dem äußeren Anschein nach ist Andrew Wiggin, genannt Ender, ein ganz normaler Junge. Tatsächlich hat man ihn dazu auserwählt, zu einem militärischen Genie zu werden, das die Welt braucht, um einen übermächtigen Feind zu besiegen. Aber Enders Geschichte verläuft anders, als es die Militärs geplant haben. Völlig anders … (Quelle)

Meine Meinung:

Darf man das Leben eines einzelnen Menschen beeinflussen, manipulieren und ihn beinahe zerstören, nur um das Leben vieler zu retten?

So denken zumindest die Erwachsenen, die Enders – einen sechsjährigen Jungen – in die Kampfschule schicken und ihn dazu ausbilden, den bevorstehenden Krieg gegen die Krabbler (insektenähnliche Außerirdische) zu gewinnen. Und um das Beste aus ihm herauszuholen, damit Ender irgendwann die Menschheit retten kann, isolieren sie ihn von allen anderen, lassen ihn nie in Ruhe und manipulieren seine komplette Umwelt.

„Sobald er also mit einer Situation fertigwerden kann, versetzen Sie ihn in eine, mit der er nicht fertigwerden kann. Bekommt er denn nie Ruhe?“ (S. 95)

Das mit anzusehen, die Pläne der Erwachsenen mitzubekommen und in Ansätzen sogar verstehen zu können, Ender aber auf der anderen Seite leiden zu sehen, allein und ohne Freunde – ich glaube, das macht die Besonderheit dieses Buches aus.

Ich fand die Geschichte durchweg spannend und interessant. Ich habe gerne verfolgt, wie Ender sich wieder und wieder mit neuen Situationen arrangieren konnte, wie er sich selbst und das Spiel, das die Erwachsenen mit ihm spielen, hinterfragt und versucht, sich nicht manipulieren zu lassen.

Faszinierend finde ich, dass dieses Buch bereits 1985 geschrieben wurde und in seiner Aktualität durchaus mit anderen gerade erst erschienenen Sci-Fi-Dystopien mithalten kann.

Es gab nur zwei Dinge, die mich an „Enders Spiel“ gestört haben. Zum einen sprechen die Kinder, die übrigens sehr viel älter wirken, als sie sein sollen, in der Kampfschule teilweise in einem merkwürdigen ungrammatischen Slang miteinander, der mir auf die Nerven ging. Zum anderen gefiel mir das Ende nach dem Ende nicht. Das muss ich vielleicht kurz erklären. Der Schluss war genial, super konzipiert und hätte nicht anders sein können. Danach folgte noch ein letztes Kapitel, das ich sehr merkwürdig und zu großen Teilen überflüssig fand. Ich kann mir vorstellen, warum der Autor es geschrieben hat; trotzdem gefällt es mir nicht.

„Enders Spiel“ ist eine interessante Science-Fiction-Dystopie, die durch eine spannende, wenn auch an manchen Stellen grausame Handlung zu überzeugen weiß. Ich habe Ender gerne bei seiner Ausbildung begleitet, auch wenn ich oft mit ihm mitgelitten habe. Wirklich gestört hat mich nur das letzte Kapitel, vielleicht sollte man es einfach überlesen. Ich vergebe sehr gut 7 von 10 Sternen!

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„Enders Spiel“ ist in sich abgeschlossen, es gibt aber noch einen zweiten Band: „Enders Schatten“.

Enders Spiel – Orson Scott Card – Taschenbuch – 464 Seiten – 8,99 € – ISBN: 978-3-453-31420-7 – erschienen: Dezember 2012 (Heyne) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren