[Kurzer Leseeindruck] „Bitter Love“ von Jennifer Brown

Klappentext:

Nie hat Alex so stark für jemanden empfunden wie für Cole. Er ist geheimnisvoll, romantisch und spielt für sie Lieder auf der Gitarre. Alex verbringt jede freie Minute mit ihm – trotzdem scheint Cole sich zurückgesetzt zu fühlen, wenn sie sich ab und zu mit ihren besten Freunden trifft. Und irgendwann lernt Alex den zärtlichen Cole plötzlich von einer ganz anderen Seite kennen: Er wird ausfallend, verletzend und scheint von unbändigem Zorn getrieben. Allen Warnungen zum Trotz steht Alex zu ihm, doch ihre bedingungslose Liebe führt sie in einen Teufelskreis, den sie allein nicht mehr durchbrechen kann. (Quelle)

Meine Meinung:

Schon mit „Die Hassliste“ und ihrer sehr differenzierten Sicht auf einen Amoklauf an einer Highschool konnte mich Jennifer Brown begeistern. Auch ihr zweites Buch „Bitter Love“ greift ein ernstes Thema auf: Was tun, wenn man merkt, dass der Freund der besten Freundin ihr gar nicht gut tut? Was tun, wenn Liebe in Eifersucht umschlägt, wenn aus Zärtlichkeiten Gewalt wird? Was tun, wenn man den Jungen, der einem Angst macht, über alles liebt?

“Er ließ meinen Finger frei und rieb seinen dagegen. ‘Ich bin nur … Ich mag dich wirklich gern, Alex. Aber ich kann dich mit niemandem teilen.’ Seine Stimme klang rau.” (S. 102)

„Bitter Love“ ist (leider) auf jeder einzelnen Seite glaubhaft und authentisch. Obwohl ich sehr hoffe, dass ich mich nie auf so eine Beziehung einlassen würde, konnte ich Alex Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen. Zum Ende musste ich weinen. Im Nachwort findet die Autorin noch ein Mal ganz besondere Worte zu diesem wichtigen Thema. Das einzige, was ich mir noch gewünscht hätte, wäre ein Hinweis darauf, dass nicht zwingend Männer die Täter und Frauen die Opfer sind, aber das ist auch nur ein klitzekleiner Kritikpunkt. Grundsätzlich ist „Bitter Love“ ein bewegendes und gut geschriebenes Jugendbuch, das durch die schonungslose Art schockiert und aufwühlt. 9 von 10 Sternen!

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Bitter Love – Jennifer Brown – Hardcover – 408 Seiten – 14,95 € – ISBN 978-3-423-76048-5 – erschienen: April 2012 (dtv) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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„Der Kater, meine Nachbarn und ich“ von Maria Ernestam

Der Kater, meine Nachbarn und ichKlappentext:

Mit dem Umzug aufs Land haben sich Sara und Björn einen Traum erfüllt. Endlich weg aus dem engen Mietshaus in der Stadt, endlich weg von den spießigen Nachbarn, die jeden ihrer Schritte beobachteten. Mit dabei: Ihre Katze Mischka, die bereits vorsichtig den märchenhaft verwilderten Garten ihres neuen Hauses in Südschweden auskundschaftet. Doch schnell legt sich ein Schatten über das anfängliche Idyll. Denn das so freundliche Ehepaar von nebenan mit dem akkurat gestutzten Rasen und dem eigensinnigen Kater, der Mischka partout nicht zu dulden scheint, entpuppt sich schon bald als ziemlich sonderlich … (Quelle: btb)

Meine Meinung:

Lange lag dieses Buch auf meinem Stapel ungelesener Bücher, weil es mich einfach nicht so wirklich interessierte. Da es aber ein sehr dünnes Büchlein ist, habe ich es mir irgendwann doch mal mit ins Bett genommen und es an einem Sonntagvormittag gemütlich in kurzer Zeit gelesen.

Doch wie schon vermutet, entsprach die Geschichte nicht so wirklich meinem Geschmack. Die Schilderung der schwedischen Landschaft, der Häuser, Gärten und des Sees ist zwar wunderschön, aber reicht eben nicht aus, um mich für ein Buch zu begeistern. Die eigentliche Handlung nämlich hat mich nicht wirklich interessiert. Es geht hier auch nur am Rande um den Nachbarskater, sondern viel mehr um das Ehepaar von nebenan.

Nachdem sich Sara und Björn anfangs gut mit ihnen verstanden haben, wird die Kommunikation immer schwieriger. Es kommt zu merkwürdigen Unterhaltungen und Eifersüchteleien. Das klingt an sich auch noch spannend und die Anlegung der Figuren ist auch nicht uninteressant gestaltet, doch auf den etwas mehr als hundert Seiten kann die Geschichte ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Der Schluss selber ist dann auch wie der Rest des Buches: nett gedacht, aber irgendwie doch nicht gelungen.

„Der Kater, meine Nachbarn und ich“ ist ein kleines Büchlein über zwei zunächst befreundete Nachbarschaftspaare in Schweden. Grundsätzlich sind Figuren und Handlung nicht uninteressant, die Geschichte wirkt aber irgendwie nicht ganz zu Ende gedacht. Mich hat das Geschriebene nicht berührt, gefesselt oder mitgenommen. Ich konnte das Buch gemütlich in etwas mehr als einer Stunde lesen und habe mich auch nicht gelangweilt, aber unterhalten gefühlt habe ich mich auch nicht. Und so vergebe ich 4 von 10 Sternen.

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Der Kater, meine Nachbarn und ich – Maria Ernestam – Hardcover mit SU – 128 Seiten – 12,99 € – ISBN: 978-3-442-75385-7 – erschienen: Oktober 2012 (btb)

[Rezension] „Sommer war gestern“ von Ute Wegmann

Sommer war gesternInhalt:

Ela und Kati sind beste Freundinnen. Sie leben im selben öden, langweiligen Dorf, haben beide Probleme mit ihren Eltern und es verbindet sie ein großer Traum: Die beiden wollen später als Modedesignerinnen berühmt werden und hinaus in die weite Welt reisen. Weg aus ihrer jetzigen langweiligen Umgebung.

Es sind Sommerferien und die beiden Mädchen genießen die freie Zeit: unternehmen viel, lachen, haben sich gern und sind einfach glücklich… bis plötzlich Anouk in ihr Leben tritt. Kati und Anouk verstehen sich auf Anhieb und Ela fühlt sich ausgeschlossen. Kati ist ihre beste Freundin. Als Kati Anouk dann auch noch in die Designer-Zukunfstpläne einweiht, wird Ela klar: Sommer war gestern.

Meine Meinung:

„Mädchen, Freundschaft, Tränen“ steht als Überschrift auf dem Klappentext dieses Buches. Diese drei Schlagwörter fassen den Inhalt und die eigentliche Stimmung des Buches sehr gut zusammen. Die übermittelte Stimmung ist auch in der Geschichte selber sehr ausschlaggebend. Das Buch beginnt sehr abrupt. Als Leser ist man mittendrin im Leben der beiden fünfzehnjährigen Mädchen. Ohne große Erklärungen wird man hineingezogen in das Gefühlswirrwarr, die Probleme mit den Eltern, die Gedanken über das Verliebtsein und vor allem taucht man mitten in die Freundschaft ein.

Während anfangs die Stimmung, trotz einiger kleiner Probleme eindeutig positiv und beinahe überschwänglich ist, was auch im Schreibstil deutlich wird, ändert sich dies in eine traurige, nachdenkliche Stimmung sobald die Probleme mit Anouk auftauchen. Lässt man das Buch nach dem Lesen Revue passieren, muss man sagen, dass die Autorin die Handlung äußerst geschickt auch in ihrer Art zu schreiben umgesetzt hat.

Zu Beginn der Handlung wechselt sich die Sichtweise der Freundinnen ab, mal bekommt man etwas mehr Einblick in Elas Gefühlswelt, mal in Katis. Ich muss gestehen, dass mich das anfangs verwirrt hat, denn irgendwie konnte ich mir nie merken, wer von beiden wer war. Dies hat sich allerdings schnell gegeben. Und spätestens ab etwa der Hälfte des Buches bekommt Ela auch die größeren Anteile an der Geschichte, denn es ist ihre Geschichte. Ihre Sorgen und Ängste, die beste Freundin zu verlieren. Sorgen und Ängste, die sicherlich viele junge Mädchen in diesem Alter haben. Thematisch ist die Autorin also sehr dicht an der Jugend dran.

Als kleinen Kritikpunkt kann ich leider nur andeuten, um nicht zu viel vom Inhalt zu verraten, dass eine kleine Nebenhandlung in der Geschichte etwas unausgereift und ungeklärt bleibt. Ich habe während des Lesens immer wieder auf eine Auflösung von vielen kleinen Andeutungen gewartet und muss nun aber feststellen, dass es diese nicht gibt. Auch wenn das vielleicht von der Autorin beabsichtigt ist, hätte ich mir ein kurzes Aufgreifen der Thematik doch gewünscht. (Für alle, die das Buch noch nicht gelesen haben, muss dies sehr geheimnisvoll wirken, aber ich finde nichts schlimmer als Spoiler in Rezensionen.)

Trotzdem muss ich sagen, dass ich das Buch wirklich gerne gelesen habe. Es ist schön geschrieben, mitreißend und vermittelt gekonnt die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden Protagonistinnen. Ich gebe diesem Buch 7 von 10 Sternen.

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