[Rezension] „Alle sieben Wellen“ von Daniel Glattauer

Alle sieben WellenAchtung, dies ist der Folgeband zu „Gut gegen Nordwind“ und enthält somit Spoiler zu diesen Buch!

Inhalt:

Es ist soweit: Die Liebesgeschichte um Emmi und Leo geht in die zweite Runde. Nachdem sich Leo nach Boston zurückgezogen hat, unterhält sich Emmi nur noch mit dem Systemmanager, der ihr automatisch generierte Emails schickt, in denen er sie darüber informiert, dass Leo seine Emailadresse geändert hat. Doch dann ist es plötzlich soweit: Leo antwortet wieder! Gibt es jetzt eine Chance für die beiden? Wird es endlich zu dem lang ersehnten Treffen kommen? Der Leser darf gespannt sein!

Meine Meinung:

Benötigte der erste Teil eine Fortsetzung: Nein! Ist es gut, dass es trotzdem eine Fortsetzung gab? Die Frage kann ich nur mit einem begeisterten „Ja, ja, ja!!!“ beantworten.

Genauso wie der erste Band berührt mich auch dieses Buch gleich von Anfang an.

Ich liebe es, dass man als Leser zwar auf ein Happy End hofft und es auch ein wenig erwartet, dafür aber durch genau die gleichen Höhen und Tiefen gehen muss, wie die beiden Hauptpersonen.

„Leo, hast du noch ein Gefühl, wenn du mir schreibst? Ich habe nämlich so das Gefühl, dass du keines mehr hast. Und dieses Gefühl fühlt sich gar nicht gut an.“

„Emmi, ich habe riesige Schränke und Truhen voll Gefühle für dich in mir. Aber ich habe auch den passenden Schlüssel dafür.“ (S. 18)

Ich liebe die Intelligenz und den Wortwitz in diesem Buch. Ich liebe es, dass ich nicht weiß, ob Emmis und Leos Geschichte nun unglaublich weit hergeholt oder mitten aus dem Leben ist.

Ich liebe Glattauers Art zu schreiben. Liebe es, wie er es schafft Emmi und Leo ihre so typischen Eigenschaften zuzuschreiben. Ich liebe Emmis bissigen Humor und Leos analytische Art, wenn er nüchtern ist, und seine überschwänglich emotionale Art, wenn er etwas getrunken hat.

Kurz und gut: Ich liebe es!

stern 10

Alle sieben Wellen – Daniel Glattauer – Taschenbuch – 224 Seiten – 8,99 € – ISBN-13: 978-3442472444 – erschienen: März 2011 (Goldmann Verlag)

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[Rezension] „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer

Gut gegen NordwindInhalt:

„Ich möchte bitte mein Abonnement kündigen. Geht das auch auf diesem Wege? Freundliche Grüße, E. Rothner“

So beginnt quasi der Liebesroman schlechthin. Durch einen Zufall, einen Tippfehler kommen Emmi und Leo in Kontakt zueinander, ein Kontakt, der zunächst einzig und allein über Email abläuft.

Leo klärt das Missverständnis auf, landet noch einmal in Emmis Weihnachtssammelmail, danach sollte dieses Missverständnis doch eigentlich vorbei sein, oder? Doch Emmi leidet unter einem chronischen Tippfehler. Immer wenn sie ein <i> tippt, muss sie vorher ein <e> tippen, so dass sie jedes Mal, wenn sie die Like-Zeitschrift kontaktieren möchte, bei Leo Leike landet…. bis der weitere Email-Kontakt kein Versehen mehr ist, sondern ganz bewusst und absichtlich passiert.

Leo und Emmi schreiben sich ab dann meist täglich und es entwickeln sich erste, zarte Bande.

„Nein, Emmi Sie sind nicht irgendwer. […] Sie haben aus meinem inneren Monolog einen Dialog gemacht.“ (S. 77)

„Ich würde Sie so gerne küssen. Mir ist egal, wie Sie aussehen. Ich habe mich in Ihre Worte verliebt.“ (S. 88)

Doch stehen einem realen Treffen zwei große Dinge im Weg: die Angst, dass nach einem Treffen nichts mehr so ist wie jetzt. Und Emmis Ehemann!

Meine Meinung:

Was für ein Buch! Was für eine Sprachgewalt! Was für Gefühle!

Reicht das als Rezension? Muss man noch mehr schreiben?

Wer ein ungewöhnliches Buch, eine ungewöhnliche Liebesgeschichte lesen möchte, ist mit diesem Buch wirklich gut beraten. Die Liebesgeschichte zwischen Emmi und Leo ist so intensiv, ist so real und so mitreißend, dass sie auch ganz ohne Erzähler nur durch die gegenseitigen Emails den Leser einfach in den Bann ziehen muss: Lesen!

Highlight: 10 von 10 Sternen!

stern 10