[Reihenrezension] „The First Empire“ von Michael J. Sullivan

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Bisher im Deutschen erschienene Titel:

  1. „Rebellion. The First Empire 1“
  2. „Zeitenfeuer. The First Empire 2“

Wie ihr seht, sind bisher erst zwei Titel auf deutsch erschienen und auch im Englischen ist gerade im Juli erst der dritte Band erschienen. Allerdings scheinen schon das Cover des vierten Bandes und die letzten beiden Titel festzustehen.

Warum ich euch trotzdem schon von dieser Reihe berichten möchte? Die Bücher sind einfach unheimlich gut. Mir wurden sie von meiner lieben Nanni empfohlen und nachdem ich das erste Buch gelesen habe, war klar, dass auch der zweite Band folgen musste, der mich übrigens noch mehr fesseln konnte.

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Die Welt Elan wird von drei großen Völkern bewohnt: den Rhune (Menschen), den Dherg (Zwerge) und den Frey, die von den Rhune für Götter gehalten werden. Doch dann passiert das Unglaubliche: Der junge Rhune Raithe erschlägt einen Frey, den er selbst für unsterblich gehalten hat. Er flieht und versucht seinem Ruf zu entkommen, doch wo er auch hinkommt: Man kennt ihn als den Göttestöter. Dass er damit einen Aufstand ins Rollen gebracht hat, der die ganze bestehende Ordnung verändern soll, ahnt zu der Zeit noch niemand.

Auf seiner Flucht kommt Raithe in das Dhal Rhen und trifft dort unter anderem auf Persephone, die Witwe des jüngst verstorbenen Stammesführers, die alles für ihr Volk tun würde.

„Persephone hatte schon immer gedacht, dass die Frauen von Rhen eine ziemlich zähe und widerstandsfähige Truppe waren, härter im Nehmen und widerstandsfähiger als die Männer. […] Und als Persephone nun Roan, Moya, Suri und Brin so entschlossen durch das trockene Bachbett marschieren sah, fühlte sie unglaublichen Stolz auf diese unbeugsamen Frauen in sich aufsteigen.“ (Zeitenfeuer, S. 399-400)

Eine Besonderheit dieser Reihe ist tatsächlich die Tatsache, dass es eine Vielzahl weiblicher Heldinnen gibt. Nicht nur Perspehone wird in der Geschichte eine tragende Rolle spielen, die junge Seherin Suri wird eine ebenso wichtig werden wie die weise, diplomatische und magiebegabte Frey Arion.

Viel mehr möchte ich von der Handlung gar nicht verraten, nur so viel noch: Die ersten beiden Bände konnten mich durch einen gelungenen Plot, eine spannende Handlung, sympathische Helden und Heldinnen und durch zahlreiche liebevoll konzipierte Nebenfiguren begeistern. Michael J. Sullivan hat hier etwas geschaffen, das hoffentlich vielen Lesern ebenso gefallen wird wie mir.

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Rebellion – Michael J. Sullivan – Taschenbuch – 528 Seiten – 9,99 € – ISBN: 978-3-426-52033-8 – erschienen: April 2017 (Knaur)
Zeitenfeuer – Michael J. Sullivan – Taschenbuch – 624 Seiten – 9,99 € – ISBN: 978-3-426-52034-5 – erschienen: Mai 2018 (Knaur)

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[Rezension] „Das Siegel von Rapgar“ von Alexey Pehov

csm_produkt-11961_e059dade5eTill er’Cartya treibt nur eines an: Er will den wahren Mörder finden. Den Mann, für den er damals unschuldig ins Gefängnis gewandert ist. Der Mann, der wirklich den Mord begangen hat, für den Till vor etwa sieben Jahren verurteilt wurde.

Eines Tages trifft er auf eine junge Frau namens Erin, die von mehreren Männern verfolgt wird. Till versucht, Erin zu verteidigen und gerät damit nicht nur wieder in den Fokus der Squagen Chause (der Polizei in Rapgar), sondern scheinbar auch in den Fokus von Erins Verfolgern. Wer ist diese geheimnisvolle und schöne Frau, die so schnell wieder verschwindet, dass Till nur der Gedanke an sie bleibt? Und warum wird sie wirklich verfolgt?

Till macht sich in seiner Heimatstadt Rapgar auf die Suche nach Erin, die er nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Doch Rapgar ist derzeit alles andere als ein sicheres Pflaster, wird es doch wieder und wieder von dem brutalen Dunkelschlächter heimgesucht …

Wer ein Buch von Alexey Pehov liest, muss sich auf einiges einlassen: Es wimmelt nur so von unbekannten Kreaturen. So leben in Rapgar, einer Stadt zwischen Magie und technischem Fortschritt, zum Beispiel Murzer (Katzenwesen), Kagas (die laut Pehov wie fette Maulwürfe aussehen), das kleine Volk, Amnes (magische Wesen, die in unbelebte Gegenstände wie einen Spazierstock gebannt wurden) oder Haplopelmas (riesige Wächterspinnen, igittt!). Ich mag es, dass Pehov sich nicht an die gängige Fantasy-Bevölkerung (Zwerge, Elfen, Trolle usw. hält), trotzdem fällt der Einstieg in eine neue Welt des russischen Autors immer etwas schwer.

„Das Siegel von Rapgar“ scheint ein Einzelband zu sein, was wirklich schade ist, denn gerade auf den letzten hundert Seiten hatte ich das Gefühl, so richtig in der Geschichte zu sein. Ich muss gestehen: Anfangs habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen, aber HALLO? Es ist Pehov, einer meiner Lieblingsautoren.

Wie mir das Buch tatsächlich gefallen hat, kann ich schwer sagen: Am Anfang war es mir zu kompliziert und etwas träge, in der Mitte konnte es mich nicht immer ganz fesseln und die letzten hundert Seiten habe ich verschlungen. Ich bin mir aber sicher: Wenn ich die Chance hätte, ein weiteres Abenteuer mit Till er’Cartya und seinen beiden Amnes, dem sehr redseligen Spazierstock Stephan und der etwas blutrünstigen Klinge Angel, zu verbringen, würde ich sofort zugreifen! 7 von 10 Sternen!

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Das Siegel von Rapgar – Alexey Pehov – Klappbroschur – 592 Seiten – 17,00 € – ISBN 978-3-492-70273-7 – erschienen: April 2018 (Piper) – Übersetzung: Christiane Pöhlmann

[Reihenrezension] „Bigtime“ von Jennifer Estep

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Reiheninformation:

  1. „Karma Girl. Bigtime 1“
  2. „Hot Mama. Bigtime 2“
  3. „Jinx. Bigtime 3“ (erscheint am 3.4.2018)
  4. „A Karma Girl Christmas. Bigtime 3.5“ (bisher nur auf englisch erschienen)
  5. „Nightingale. Bigtime 4“ (bisher nur auf englisch erschienen)
  6. „Fandemic. Bigtime 5“ (bisher nur auf englisch erschienen)

 Bigtime – Die Stadt der Superhelden und Superschurken

Zugegebenermaßen – das Ganze hier eine Reihenrezension zu nennen, obwohl ich bisher nur die ersten beiden Bände gelesen habe, ist etwas mutig. Allerdings finde ich es bei Büchern einer Reihe immer schwierig, jeden Titel einzeln zu rezensieren. Und trotzdem möchte ich euch auch diese Reihe von Jennifer Estep schon jetzt vorstellen.

Wie die Überschrift schon sagt, spielt die Handlung in einer Zeit, in der jede Stadt mindestens einen eigenen Superhelden und einen Superschurken hat. Manche größere Städte wie Bigtime haben sogar mehrere.

Hauptperson des ersten Bandes ist Carmen, eine Zeitungsreporterin. Am Tag ihrer Hochzeit musste Carmen feststellen, dass ihr Verlobter ein Superheld ist. Und ihre Trauzeugin eine Superschurkin. Und dass die beiden Supersex miteinander haben. Seitdem hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Superhelden zu demaskieren. Und Carmen ist erfolgreich. Superheld um Superheld wird von ihr erkannt und seine wahre Identität veröffentlicht. Den Superschurken ergeht es nicht besser. Doch in Bigtime kommt Carmen an ihre Grenzen: Wer steckt hinter den Fearless Five und wer verbirgt sich hinter dem Trio der Terrible Trinity? Dass Carmen dann noch von der Trinity entführt und für deren Zwecke missbraucht wird, erschwert ihr die Arbeit genauso sehr wie die Tatsache, dass sie sich zu einem der Superhelden der Fearless Five sehr hingezogen fühlt …

Bigtime

Klingt das für euch etwas kitschig und klischeehaft? So ging es mir zumindest. Die Bigtime-Reihe ist anders als die bisherigen deutschen Bücher von Jennifer Estep nicht bei Piper ivi veröffentlicht worden, sondern im Erwachsenenprogramm des Verlages. Das hat vermutlich vor allem mit den vielen leidenschaftlichen Sexszenen zu tun, die es in den Büchern gibt. Diese klingen zwar eher nach einem billigen Groschenroman, sind aber auf jeden Fall unterhaltsam:

„Johnny tauchte in mich ein, als sei ich ein köstliches Dessert, das nur darauf wartete, von ihm verputzt zu werden. Seine Zunge. Seine Finger. Streichelnd. Liebkosend.“ (Hot Mama. Bigtime 2, S. 156)

Eigentlich ging es mir beim Lesen durchgängig so: Die Handlung ist manchmal etwas seicht und die Demaskierung der Superhelden und – schurken gelang mir häufig schneller als z.B. Carmen. Nichtsdestrotz habe ich mich gut unterhalten gefühlt und direkt nach dem ersten Band zum nächsten Teil gegriffen, der dann übrigens nicht mehr Carmen als Hauptperson hat. Soweit ich das bisher erkennen kann, bekommt jedes Buch eine eigene Protagonistin. Das war für mich zwar etwas gewöhnungsbedürftig, brachte dann aber auch nette Abwechslung.

Ich habe „Karma Girl“ und „Big Mama“ wirklich gerne gelesen. Und obwohl ich nicht voll und ganz begeistert bin, freue ich mich schon auf das Erscheinen von „Jinx“ – dem dritten Band der Bigtime-Reihe. Bisher vergebe ich 7 von 10 Sternen!

stern 7

Karma Girl – Jennifer Estep – Taschenbuch – 400 Seiten – 12,99 € – ISBN: 978-3-492-28037-2 – erschienen: April 2017 (Piper) – Übersetzung: Vanessa Lamatsch 
Hot Mama – Jennifer Estep – Taschenbuch – 400 Seiten – 13,00 € – ISBN: 978-3-492-28038-9 – erschienen: Oktober 2017 (Piper) – Übersetzung: Michaela Link

 

[Rezension] „Phönix“ von Michael Peinkofer

produkt-12048DAS GESETZ DES PHÖNIX

1
Der Phönix beobachtet dich.
Er weiß alles.

2
Maschinen bringen Tod und Leid.
Niemals darfst du sie bauen.

3
Dunkelheit ist dein Feind.
Niemals darfst du dein Dorf bei Nacht verlassen.

Niemals darfst du dein Dorf bei Nacht verlassen. Das wurde Callista und den anderen Bewohnern schon früh eingetrichert. Das Gesetz des Phönix ist nicht diskutierbar und wird mit aller Härte durchgesetzt. Denn nur durch die Gnade des Phönix können die Menschen nach dem großen Zusammenbruch überhaupt wieder leben.

Doch die 15-jährige Callista ist anders als die anderen Dorfbewohner. Sie will sich nicht einfach mit ihrem Schicksal anfreunden. Warum darf sie nicht jagen, nur weil sie eine Frau ist? Gibt es wirklich nichts mehr jenseits des Waldes? Und was liegt hinter den Sternen?

Als Callistas kleiner Bruder eines Tages im Wald verschwindet, hat Callista plötzlich einen merkwürdigen Traum und macht sich mit ihrem Freund Lukan auf, ihren Bruder zu finden. Doch bisher ist noch niemals jemand lebend zurrückgekehrt, der die Nacht im Wald verbracht hat …

Die Bücher von Michael Peinkofer sind für mich in der Regel absolute Must-Reads: Das war mit „Phönix“ nicht anders. Als ich das Buch endlich vor mir liegen hatte, wurde mir bewusst, dass ich es gekauft habe, ohne auch nur ein kleines Bisschen vom Inhalt zu wissen.

Dieser ist nicht komplett neu – eine typische Jugendbuchdystopie mit leichtem Fantasyeinschlag. Das hat meinem Lesevergnügen aber gar keinen Abbruch getan. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen und bin wirklich traurig, dass ich nicht direkt weiterlesen kann. „Phönix“ ist nämlich der Auftakt zu einer Trilogie.

Was mich jetzt so begeistert hat? Ich kann es gar nicht so genau sagen, aber ich denke, dass es zum einen das Setting der Geschichte war, zum anderen die leichte Schreibweise des Autors. Kaum jemand anders schafft es, dass ich so über die Seiten fliege. Die Bücher des Autors sind also nicht ohne Grund absolute Must-Reads – und sollten es für alle Fans von unterhaltsamer (Jugend-)Fantasy und Dystopien auch sein. 🙂 8 von 10 Sternen!

stern 8

Phönix – Michael Peinkofer – Klappbroschur – 352 Seiten – 15,00 € – ISBN: 978-3-492-70377-2 – erschienen: Oktober 2017

[Reihenrezension] „Mythos Acedemy 1-6“ von Jennifer Estep

Reiheninfo:

  1. „Frostkuss“
  2. „Frostfluch“
  3. „Frostherz“
  4. „Frostglut“
  5. „Frostnacht“
  6. „Frostkiller“

Meine Meinung:

Nachdem Gwens Mutter verstirbt, muss Gwen auf ein Internat gehen. Doch die Mythos Acedemy ist kein normales Internat, sondern eine Schule, in der Kriegerinnen und Krieger ausbildet werden, die irgendwann gegen den bösen Gott Loki kämpfen sollen. Und so sitzt Gwen nun Seite an Seite mit Spartanern, Wallküren und Kelten, die alle perfekt im Kämpfen ausgebildet sind. Neben ihnen fühlt sich Gwen eher fehl am Platze, denn ihre Gypsy-Gabe scheint eher unspektakulär: Sie kann beim Berühren eines Gegenstandes oder einer Person Erinnerungen, Gefühle und Gedanken wahrnehmen. Und doch wird Gwens Rolle im Kampf gegen Loki und seine Gefolgschaft eine sehr bedeutende werden …

Nachdem ich von Jennifer Estep die „Black Blade“-Reihe gelesen habe, wollte ich unbedingt mehr leichtlesige Jugendfantasy und die habe ich bekommen. Gwen ist (zumindest in den ersten Bänden) eine ähnlich sympathische Hauptfigur wie Lila. Stur, selbstbewusst und mit einem starken Willen versehen. Das Setting fand ich zunächst etwas ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig, habe mich dann aber schnell an die Vorstellung gewöhnt, dass es viele Wesen, Menschen und Götter der Mythologie in dieser Geschichte wirklich gibt.

Dass mich die Reihe gefesselt hat, kann man schon daran erkennen, dass ich alle sechs Bände innerhalb kürzester Zeit nacheinander gelesen habe. Trotzdem muss ich sagen: Wenn die Geschichte nur in vier Büchern erzählt worden wäre, hätte ich das auch nicht schlimm gefunden. Manche Themen wiederholen sich einfach etwas zu häufig. Trotzdem habe ich gerne Zeit mit Gwen und ihren Freunden verbracht und kann die Reihe durchaus weiterempfehlen. Vielleicht sollte man aber etwas zwischendurch noch das ein oder andere Buch lesen. 🙂

[Kurzer Leseeindruck] „Schwarzer Dolch. Chroniken der Seelenfänger 1“ von Alexey Pehoy

Reiheninfo:

  1. „Schwarzer Dolch“
  2. „Dunkler Orden“
  3. – weitere Titel noch unbekannt –

Klappentext:

Ludwig van Normayenn wird geachtet und doch gefürchtet. Als Seelenfänger verfügt er über die Gabe, dunkle Seelen zu erkennen, die noch nicht bereit sind, das Reich der Sterblichen zu verlassen. Oft ist er die letzte Hoffnung der Menschen, die von den Ausgeburten des Dunkels heimgesucht werden. Auf der Jagd nach den ruhelosen Seelen zieht er von Fürstentum zu Fürstentum – doch auf seiner Reise erwarten ihn Feinde, die noch schrecklicher und gefährlicher sind, als er sich vorzustellen vermag … (Quelle)

Mein Eindruck:

„Huch, das kenn ich doch?!“, war das erste, was ich beim Lesen dachte.

Alexey Pehov hat mit „Schwarzer Dolch“ den Auftakt zu einer neuen Fantasy-Reihe geschrieben und da der Autor zu meinen absoluten Favoriten im Fantasybereich zählt, war klar, dass ich das Buch möglichst schnell lesen würde. Dass ich darin eine schon bekannte Geschichte entdecken würde – damit hatte ich nicht gerechnet.

Gelesen hatte ich das erste Kapitel bereits in der Novellensammlung „Schattendieb“. Das hätte mir direkt deutlich machen müssen, worauf ich dann tatsächlich erst nach 300 Seiten gekommen bin: „Schwarzer Dolch“ ist kein Fantasyroman im herkömmlichen Sinne, sondern mehr eine Novellensammlung. Es gibt zwar einen durchgängigen Hauptcharakter und die Handlung läuft auch chronologisch ab und die einzelnen Kapitel nehmen im weitesten Sinne auch Bezug aufeinander, aber es gibt keinen erkennbaren roten Faden bzw. ein übergeordnetes Ziel, auf das die Geschichte hinausläuft.

Grundsätzlich ist gegen eine weitere Novellensammlung von Pehov ja nichts einzuwenden, doch lese ich einfach lieber Romane und fiebere mit den Charakteren einem gewissen Ziel entgegen. Das Wichtigste ist aber: Ich möchte vor dem Kauf eines Buches wissen, ob mich ein Roman oder eine Novellensammlung erwartet. Das ist hier in meinen Augen nicht transparent genug gemacht worden. Und so habe ich leider das neueste Buch von Pehov nach 300 Seiten enttäuscht abgebrochen. Müsste ich es bewerten, würde ich 4 von 10 Sternen geben.

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Schwarzer Dolch. Chroniken der Seelenfänger 1 – Alexey Pehov – Klappbroschur – 480 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70396-3 – erschienen: Mai 2016 (Piper) – Übersetzung: Christiane Pöhlmann

[Rezension] „Feuerstimmen“ von Christoph Hardebusch

Klappentext:

Seit einer Ewigkeit lag der Schrecken in den Tiefen der Meere verborgen und war von den Menschen fast vergessen. Doch nun ist der fünfte Drache, ein allmächtiges Geschöpf der Finsternis, erwacht. Und er will etwas zu Ende bringen, das ihm vor Jahrhunderten nicht gelungen war: die Welt zu unterjochen. Im Verborgenen wächst die Macht des Drachen, und die Menschen erkennen erst spät, dass sie mehr und mehr zum Spielball der Dunkelheit werden. Während die junge Königin Elena alles versucht, um ihr Volk zu schützen, erfährt der Barde Aidan, dass er eine ganz besondere Gabe besitzt, die im Kampf gegen den Drachen die entscheidende Rolle spielen könnte – den Gesang der Magie … (Quelle)

Meine Meinung:

Christoph Hardebusch durfte ich durch sein grandioses „Smart Magic“ kennenlernen. Dieser Jugendfantasyroman konnte mich damals durch seine Andersartigkeit und den packenden Plot total überzeugen. Ein paar Abzüge gab es nur, weil das Buch unerwarteterweise ein Einzelband blieb. Nun gibt es endlich neuen Lesestoff aus der Feder von Hardebusch: „Feuerstimmen“.

Gleich im ersten Kapitel lernen wir zwei der drei wichtigsten Hauptpersonen kennen: Aidan und seinen treuen Freund und Begleiter Revus. Die beiden treffen während einer ihrer Streifzüge durch das Land auf Wegelagerer, die sie überfallen wollen. Die Räuber haben aber scheinbar nicht mit dem Geschick, dem Witz und den Kampfkünsten der beiden gerechnet, so dass Aidan und Revus sie schnell überwältigen können. In einem nahe gelegenen Dorf werden die beiden dann aber Zeugen eines brutalen Angriffs: Aus dem Meer steigen merkwürdige Kreaturen, die nach dem Blut der Dorfbewohner dürsten.

Zur gleichen Zeit muss die junge Königin Elena mit ansehen, wie ihr Reich vom Chaos überrollt wird: Loyale und tapfere Krieger wenden sich plötzlich gegen ihre Vorgesetzten, Eheleute kämpfen gegeneinander, Familienmitglieder bringen sich gegenseitig um. Hilfe soll Elena scheinbar nur bei einem mysteriösen Orakel außerhalb ihres Reiches finden. Und so macht sie sich gemeinsam mit ihrer Leibwächterin auf den Weg …

Das Setting und die Charaktere in „Feuerstimmen“ haben mir außerordentlich gut gefallen, auch wenn sie recht typisch gezeichnet sind. Der Klappentext nimmt es schon vorweg und als Leser ahnt man es auch relativ zügig: Revus und vor allem Aidan haben eine besondere Fähigkeit: Beide sind sie Barden und können mit ihrem Gesang Magie wirken. Diesen Aspekt der Geschichte fand ich spannend und neuartig. Die Umsetzung hätte meiner Meinung nach aber noch etwas umfangreicher und intensiver sein können.

Insgesamt ist „Umsetzung“ leider mein Stichwort. In meinen Augen hätte die wirklich reizvolle Ausgangsidee noch besser umgesetzt werden können. Zum einen gab es meiner Meinung nach mindestens einen gravierenden Plotfehler, zum anderen hätte sich der Autor für meinen Geschmack lieber noch mehr auf das Kämpfen und die Magie des Gesanges konzentrieren sollen, als noch eine Liebesgeschichte einzubauen. Aber das ist, wie gesagt, Geschmackssache.

„Feuerstimmen“ von Christoph Hardebusch glänzt durch ein interessantes Setting, liebenswerte Figuren und einen netten Humor. Es liest sich kurzweilig und unterhaltsam. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass der Fokus mehr auf dem Kampf gegen das Böse und weniger auf der sehr vorhersehbaren Liebesgeschichte gelegen hätte. Ich vergebe insgesamt 6 von 10 Sternen und bin sehr auf andere Meinungen zu dem Buch gespannt.

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Feuerstimmen – Christoph Hardebusch – Klappbroschur – 496 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-492-70373-4 – erschienen: März 2016 (Piper)

[Rezension] „Die Ehre der Orks“ von Michael Peinkofer

Reiheninfo:

  1. „Die Rückkehr der Orks“
  2. „Der Schwur der Orks“
  3. „Das Gesetz der Orks“
  4. „Die Herrschaft der Orks“
  5. „Die Ehre der Orks“

Klappentext:

Sie gewannen Kriege. Sie wurden zu Königen ihres Volkes. Sie beleidigten ihre Gegner. Und manchmal auch ihre Verbündeten … Die rauflustigen Brüder Balbok und Rammar haben alles erreicht, was man sich als Ork aus echtem Tod und Horn erträumen kann. Doch sie haben noch eine Rechnung offen – mit ihrer Vergangenheit. Und der unmöglichen ersten Mission, mit der all ihre Abenteuer begannen. (Quelle)

Meine Meinung:

Ich glaube, ich brauche nicht extra zu erwähnen, dass ich vermutlich der weltgrößte Peinkofer-Fan der Welt bin! Natürlich war deswegen auch das neueste Abenteuer der Orks ein Muss für mich.

„Es kommt nicht darauf an, wie stark einer ist, sondern wofür er kämpft.“ (S. 364)

In diesem letzten Abenteuer der beiden Orks Rammar und Balbok führt uns Peinkofer weit zurück in die Jugend der beiden liebenswerten Unholde. Er erzählt davon, wie Rammar versucht, ein faihok (ein orkischer Krieger) zu werden, wie er sich immer wieder über seinen Bruder Balbok ärgert und wie die beiden schließlich aufbrechen, um ihr erstes großes Abenteuer zu bestreiten. Außerdem darf man als Leser hautnah miterleben, wie Rammar beinahe so etwas wie Gefühle zeigt – zum Glück wirklich nur beinahe, denn ein Ork aus echtem Tod und Horn hat natürlich keine Gefühle. Das ist ja ganz klar.

Mit „Die Ehre der Orks“ geht eine Ära zuende. Das elfte Buch, das in Erdwelt spielt, soll laut Peinkofer auch das letzte sein. Und obwohl ich den Autoren für diese Entscheidung bewundere – man soll schließen gehen, wenn es am schönsten ist – bin ich schon auch sehr wehmütig, denn ich habe die beiden Unholde doch sehr ins Herz geschlossen. Bevor ich das erste Buch dieser Reihe gelesen habe, war ich mir unsicher: Würde ich eine Geschichte, in der zwei Orks (eigentlich die Hassgegner von Zwergen und Elfen) die Hauptrolle spielen, wirklich mögen können? Ja, ja und nochmals: Ja!

Michael Peinkofer erfindet in seinen Büchern das Rad nicht jedes Mal neu. Und dennoch ist das Lesen der Erdwelt-Romane für mich wie das Schauen einer Lieblingsserie: Ich komme zurück zu geliebten Charakteren, finde mich schnell in der Welt zurecht und fühle mich wohl. Jedes Mal auf’s Neue!

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Die Ehre der Orks – Michael Peinkofer – Klappbroschur – 448 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70341-3 – erschienen: März 2016 (Piper)

[Rezension] „Blut aus Silber“ von Alex Marshall

Klappentext:

Sie gewann jede Schlacht. Sie war die bedeutendste Kriegerin ihrer Zeit – doch seitdem sind zwanzig Jahre vergangen, und Zosia will alles andere als wieder zu kämpfen. Als sie erneut zur Waffe greifen muss, um die Schatten der Vergangenheit zu besiegen, beginnt ein Kampf gegen dunkle Intrigen, falsche Verbündete und grausame Armeen, der die Welt erschüttern wird. Denn ihre Freunde werden zu Feinden, und die Vergangenheit ruht nie … (Quelle)

Meine Meinung:

Die Rezensionen und Kurzmeinungen, die ich bisher zu dem Auftaktband dieser neuen Fantasyreihe gelesen habe, sind meist sehr negativ und in seltenen Fällen sehr positiv. Um es schon direkt vorweg zu nehmen: Ich kann mich diesem klaren schwarz-weiß Trend nicht anschließen.

Über den Autor von „Blut aus Silber“ wurde bereits viel gerätselt: Alex Marshall ist das Pseudonym eines bekannten Schriftstellers, allerdings ist dies sein erster Fantasyroman. Und mit diesem Fantasydebüt hat er meiner Meinung nach in mancherlei Hinsicht Großartiges geleistet. Die Welt, die er erschaffen hat, die verschiedenen Völker, Stämme und Wesen heben sich auf angenehme Weise von dem ab, was man sonst in diesem Genre geboten bekommt. Insbesondere die Idee der Teufel, die vereinzelt gebunden werden können und ihre Träger dann – mehr oder weniger gerne – beschützen, hat mir gut gefallen.

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist Zosia, die vor mehr als zwanzig Jahren einmal eine der bekanntesten Kämpferinnen war. Im Glaube daran, Gutes zu tun, kämpfte sie gegen die damalige Regierung und stürzte die Königin. Doch nun ist Zosia tot. Das glauben zumindest ihre Feinde, Unterstützer, Gegner und Anhänger. Doch urplötzlich taucht sie, von Rache getrieben, wieder auf der Bildfläche auf. Wem kann sie noch vertrauen? Wer verfolgt welche eigenen Ziele?

Die sehr komplexe Handlung wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven erzählt, die erst ziemlich spät im Buch zusammenlaufen. Diese Art, die Geschichte zu erzählen, hat auf der einen Seite dafür gesorgt, dass es einige unerwartete Wendungen und spannende Aufeinandertreffen gab. Auf der anderen Seite konnte ich mich nicht mit allen Perspektivträgern gleichermaßen anfreunden und habe ganze Kapitel einfach sehr viel weniger gern gelesen als andere.

Das Buch ist mit knapp 900 Seiten ziemlich dick. Und trotzdem habe ich noch länger als erwartet an „Blut aus Silber“ gelesen. Obwohl ich die Geschichte an sich mochte, war ich wirklich erleichtert, als ich es (endlich) zuklappen konnte. Ein deutlicher Kritikpunkt von meiner Seite ist die Tatsache, dass am Ende zwar die einzelnen Perspektiven zusammenlaufen und es zu einem großen Showdown kommt, insgesamt aber zu wenig aufgelöst wird. Ich habe das Gefühl, dass Alex Marshall jetzt nach dem ersten Band so weit ist, dass er alle Figuren eingeführt und geschickt positioniert hat. Ich hätte mir aber gewünscht, etwas mehr das Gefühl einer teilweise abgeschlossenen Handlung zu bekommen.

„Blut aus Silber“ konnte mich durch eine originelle Handlung, interessante und vielschichtige Charaktere und einer angenehm derben Sprache überzeugen. Allerdings fand ich das Lesen aufgrund der vielen verschiedenen Erzählperspektiven etwas anstrengend und hatte mir vom Ende etwas mehr erwartet. Insgesamt gibt es gute 5 von 10 Sternen für diesen Auftaktband.

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Blut aus Silber – Alex Marshall – Klappbroschur – 864 Seiten – 19,99 € – ISBN: 978-3-492-70361-1 – erschienen: Oktober 2015 (Piper) – Übersetzung: Andreas Decker

[Rezension] „Dante Walker – Seelensammler“ von Victoria Scott

Klappentext:

Dante Walker ist brillant in seinem Job als Seelensammler. Bis er vor einer echten Herausforderung steht – nämlich vor Charlie Cooper, einem total abgedrehten Mädel, dessen Seele er seinem Boss binnen zehn Tagen in die Hölle liefern soll. Eigentlich ein Klacks für jemanden mit Dantes Qualitäten. Doch die werden auf eine harte Probe gestellt, als Nerd Charlie Dantes Gefühlswelt teuflisch durcheinander bringt … (Quelle)

Meine Meinung:

Victoria Scott kenne ich schon durch „Feuer & Flut“, das mich damals sehr gut unterhalten hat. Als ich von „Dante Walker“ gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich auch diees Werk der Autorin lesen wollte.

Dante ist als Ich-Erzähler und absoluter Bad Boy nicht uninteressant. Nach seinem Tod wurde er zum Seelenfänger und arbeitet nun für den Teufel. Indem er Menschen dabei erwischt, wie sie größere und kleinere Sünden begehen, kann er einen Schatten auf ihr Seelenlicht werfen und so dafür sorgen, dass sie nach ihrem Tod in der Hölle landen. Eines Tages erhält er einen Spezialauftrag: Er soll die Seele von Charlie Cooper fangen. Doch das scheint aus mehreren Gründen nicht ganz einfach: Zum einen ist Charlies Seele strahlend weiß: Sie ist einfach ein guter Mensch, der Gutes tut. Zum anderen ist Dante mehr und mehr fasziniert von diesem Mädchen – und das, obwohl sie so gar nicht in sein übliches Beuteschema passt.

„In meinem ganzen Leben habe ich noch nie jemanden so lächeln sehen, wie Charlie mich jetzt anlächelt. Eine Sekunde lang habe ich tatsächlich ein schlechtes Gewissen.“ (S. 52)

Charlie ist für mich das wahre Highlight an diesem Buch. Genauso wie Dante konnte ich mich ihrem Charme nicht entziehen. Ihre positive, wenn auch manchmal etwas naive Art, ist wirklich ansteckend. Menschen wie Charlie sind wertvoll.

Wenn Mädchen wie Charlie auf jemanden wie Dante stoßen, muss es unweigerlich zu komischen Situationen kommen. Eine meiner liebsten Szenen ist die, in der Dante versucht, Charlie zu verführen, und sie komplett anders reagiert, als er es geplant hat. Insgesamt erzählt Victoria Scott die Geschichte mit viel Humor, so dass ich beim Lesen immer mal wieder in mich hinein kichern musste.

„Dante Walker – Seelensammler“ ist der Auftaktband zu einer Trilogie, die im englischen schon komplett erschienen ist. Dieser erste Band überzeugt durch sympathische Charaktere, einer netten – wenn auch etwas vorhersehbaren – Story und viel Humor. Vollkommen und restlos begeistern konnte mich die Geschichte nicht, denn ich habe das Gefühl, Geschichten solcher Art (also zumindest von der Grundidee her) schon zu oft gelesen zu haben. Und trotzdem bietet das Buch gute Leseunterhaltung! 7 von 10 Sternen!

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Dante Walker – Seelensammler – Victoria Scott – Taschenbuch – 480 Seiten – 9,99 € – ISBN: 978-3-570-31010-6 – erschienen: November 2015 (cbt) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren – Übersetzung: Michaela Link