[Rezension] „Die Ehre der Orks“ von Michael Peinkofer

Reiheninfo:

  1. „Die Rückkehr der Orks“
  2. „Der Schwur der Orks“
  3. „Das Gesetz der Orks“
  4. „Die Herrschaft der Orks“
  5. „Die Ehre der Orks“

Klappentext:

Sie gewannen Kriege. Sie wurden zu Königen ihres Volkes. Sie beleidigten ihre Gegner. Und manchmal auch ihre Verbündeten … Die rauflustigen Brüder Balbok und Rammar haben alles erreicht, was man sich als Ork aus echtem Tod und Horn erträumen kann. Doch sie haben noch eine Rechnung offen – mit ihrer Vergangenheit. Und der unmöglichen ersten Mission, mit der all ihre Abenteuer begannen. (Quelle)

Meine Meinung:

Ich glaube, ich brauche nicht extra zu erwähnen, dass ich vermutlich der weltgrößte Peinkofer-Fan der Welt bin! Natürlich war deswegen auch das neueste Abenteuer der Orks ein Muss für mich.

„Es kommt nicht darauf an, wie stark einer ist, sondern wofür er kämpft.“ (S. 364)

In diesem letzten Abenteuer der beiden Orks Rammar und Balbok führt uns Peinkofer weit zurück in die Jugend der beiden liebenswerten Unholde. Er erzählt davon, wie Rammar versucht, ein faihok (ein orkischer Krieger) zu werden, wie er sich immer wieder über seinen Bruder Balbok ärgert und wie die beiden schließlich aufbrechen, um ihr erstes großes Abenteuer zu bestreiten. Außerdem darf man als Leser hautnah miterleben, wie Rammar beinahe so etwas wie Gefühle zeigt – zum Glück wirklich nur beinahe, denn ein Ork aus echtem Tod und Horn hat natürlich keine Gefühle. Das ist ja ganz klar.

Mit „Die Ehre der Orks“ geht eine Ära zuende. Das elfte Buch, das in Erdwelt spielt, soll laut Peinkofer auch das letzte sein. Und obwohl ich den Autoren für diese Entscheidung bewundere – man soll schließen gehen, wenn es am schönsten ist – bin ich schon auch sehr wehmütig, denn ich habe die beiden Unholde doch sehr ins Herz geschlossen. Bevor ich das erste Buch dieser Reihe gelesen habe, war ich mir unsicher: Würde ich eine Geschichte, in der zwei Orks (eigentlich die Hassgegner von Zwergen und Elfen) die Hauptrolle spielen, wirklich mögen können? Ja, ja und nochmals: Ja!

Michael Peinkofer erfindet in seinen Büchern das Rad nicht jedes Mal neu. Und dennoch ist das Lesen der Erdwelt-Romane für mich wie das Schauen einer Lieblingsserie: Ich komme zurück zu geliebten Charakteren, finde mich schnell in der Welt zurecht und fühle mich wohl. Jedes Mal auf’s Neue!

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Die Ehre der Orks – Michael Peinkofer – Klappbroschur – 448 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70341-3 – erschienen: März 2016 (Piper)

[Rezension] „Blut aus Silber“ von Alex Marshall

Klappentext:

Sie gewann jede Schlacht. Sie war die bedeutendste Kriegerin ihrer Zeit – doch seitdem sind zwanzig Jahre vergangen, und Zosia will alles andere als wieder zu kämpfen. Als sie erneut zur Waffe greifen muss, um die Schatten der Vergangenheit zu besiegen, beginnt ein Kampf gegen dunkle Intrigen, falsche Verbündete und grausame Armeen, der die Welt erschüttern wird. Denn ihre Freunde werden zu Feinden, und die Vergangenheit ruht nie … (Quelle)

Meine Meinung:

Die Rezensionen und Kurzmeinungen, die ich bisher zu dem Auftaktband dieser neuen Fantasyreihe gelesen habe, sind meist sehr negativ und in seltenen Fällen sehr positiv. Um es schon direkt vorweg zu nehmen: Ich kann mich diesem klaren schwarz-weiß Trend nicht anschließen.

Über den Autor von „Blut aus Silber“ wurde bereits viel gerätselt: Alex Marshall ist das Pseudonym eines bekannten Schriftstellers, allerdings ist dies sein erster Fantasyroman. Und mit diesem Fantasydebüt hat er meiner Meinung nach in mancherlei Hinsicht Großartiges geleistet. Die Welt, die er erschaffen hat, die verschiedenen Völker, Stämme und Wesen heben sich auf angenehme Weise von dem ab, was man sonst in diesem Genre geboten bekommt. Insbesondere die Idee der Teufel, die vereinzelt gebunden werden können und ihre Träger dann – mehr oder weniger gerne – beschützen, hat mir gut gefallen.

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist Zosia, die vor mehr als zwanzig Jahren einmal eine der bekanntesten Kämpferinnen war. Im Glaube daran, Gutes zu tun, kämpfte sie gegen die damalige Regierung und stürzte die Königin. Doch nun ist Zosia tot. Das glauben zumindest ihre Feinde, Unterstützer, Gegner und Anhänger. Doch urplötzlich taucht sie, von Rache getrieben, wieder auf der Bildfläche auf. Wem kann sie noch vertrauen? Wer verfolgt welche eigenen Ziele?

Die sehr komplexe Handlung wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven erzählt, die erst ziemlich spät im Buch zusammenlaufen. Diese Art, die Geschichte zu erzählen, hat auf der einen Seite dafür gesorgt, dass es einige unerwartete Wendungen und spannende Aufeinandertreffen gab. Auf der anderen Seite konnte ich mich nicht mit allen Perspektivträgern gleichermaßen anfreunden und habe ganze Kapitel einfach sehr viel weniger gern gelesen als andere.

Das Buch ist mit knapp 900 Seiten ziemlich dick. Und trotzdem habe ich noch länger als erwartet an „Blut aus Silber“ gelesen. Obwohl ich die Geschichte an sich mochte, war ich wirklich erleichtert, als ich es (endlich) zuklappen konnte. Ein deutlicher Kritikpunkt von meiner Seite ist die Tatsache, dass am Ende zwar die einzelnen Perspektiven zusammenlaufen und es zu einem großen Showdown kommt, insgesamt aber zu wenig aufgelöst wird. Ich habe das Gefühl, dass Alex Marshall jetzt nach dem ersten Band so weit ist, dass er alle Figuren eingeführt und geschickt positioniert hat. Ich hätte mir aber gewünscht, etwas mehr das Gefühl einer teilweise abgeschlossenen Handlung zu bekommen.

„Blut aus Silber“ konnte mich durch eine originelle Handlung, interessante und vielschichtige Charaktere und einer angenehm derben Sprache überzeugen. Allerdings fand ich das Lesen aufgrund der vielen verschiedenen Erzählperspektiven etwas anstrengend und hatte mir vom Ende etwas mehr erwartet. Insgesamt gibt es gute 5 von 10 Sternen für diesen Auftaktband.

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Blut aus Silber – Alex Marshall – Klappbroschur – 864 Seiten – 19,99 € – ISBN: 978-3-492-70361-1 – erschienen: Oktober 2015 (Piper) – Übersetzung: Andreas Decker

[Rezension] „Dante Walker – Seelensammler“ von Victoria Scott

Klappentext:

Dante Walker ist brillant in seinem Job als Seelensammler. Bis er vor einer echten Herausforderung steht – nämlich vor Charlie Cooper, einem total abgedrehten Mädel, dessen Seele er seinem Boss binnen zehn Tagen in die Hölle liefern soll. Eigentlich ein Klacks für jemanden mit Dantes Qualitäten. Doch die werden auf eine harte Probe gestellt, als Nerd Charlie Dantes Gefühlswelt teuflisch durcheinander bringt … (Quelle)

Meine Meinung:

Victoria Scott kenne ich schon durch „Feuer & Flut“, das mich damals sehr gut unterhalten hat. Als ich von „Dante Walker“ gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich auch diees Werk der Autorin lesen wollte.

Dante ist als Ich-Erzähler und absoluter Bad Boy nicht uninteressant. Nach seinem Tod wurde er zum Seelenfänger und arbeitet nun für den Teufel. Indem er Menschen dabei erwischt, wie sie größere und kleinere Sünden begehen, kann er einen Schatten auf ihr Seelenlicht werfen und so dafür sorgen, dass sie nach ihrem Tod in der Hölle landen. Eines Tages erhält er einen Spezialauftrag: Er soll die Seele von Charlie Cooper fangen. Doch das scheint aus mehreren Gründen nicht ganz einfach: Zum einen ist Charlies Seele strahlend weiß: Sie ist einfach ein guter Mensch, der Gutes tut. Zum anderen ist Dante mehr und mehr fasziniert von diesem Mädchen – und das, obwohl sie so gar nicht in sein übliches Beuteschema passt.

„In meinem ganzen Leben habe ich noch nie jemanden so lächeln sehen, wie Charlie mich jetzt anlächelt. Eine Sekunde lang habe ich tatsächlich ein schlechtes Gewissen.“ (S. 52)

Charlie ist für mich das wahre Highlight an diesem Buch. Genauso wie Dante konnte ich mich ihrem Charme nicht entziehen. Ihre positive, wenn auch manchmal etwas naive Art, ist wirklich ansteckend. Menschen wie Charlie sind wertvoll.

Wenn Mädchen wie Charlie auf jemanden wie Dante stoßen, muss es unweigerlich zu komischen Situationen kommen. Eine meiner liebsten Szenen ist die, in der Dante versucht, Charlie zu verführen, und sie komplett anders reagiert, als er es geplant hat. Insgesamt erzählt Victoria Scott die Geschichte mit viel Humor, so dass ich beim Lesen immer mal wieder in mich hinein kichern musste.

„Dante Walker – Seelensammler“ ist der Auftaktband zu einer Trilogie, die im englischen schon komplett erschienen ist. Dieser erste Band überzeugt durch sympathische Charaktere, einer netten – wenn auch etwas vorhersehbaren – Story und viel Humor. Vollkommen und restlos begeistern konnte mich die Geschichte nicht, denn ich habe das Gefühl, Geschichten solcher Art (also zumindest von der Grundidee her) schon zu oft gelesen zu haben. Und trotzdem bietet das Buch gute Leseunterhaltung! 7 von 10 Sternen!

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Dante Walker – Seelensammler – Victoria Scott – Taschenbuch – 480 Seiten – 9,99 € – ISBN: 978-3-570-31010-6 – erschienen: November 2015 (cbt) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren – Übersetzung: Michaela Link

[Blogtour // Rezension] „Drachengift“ von Markus Heitz

Reiheninfo:

  1. „Die Mächte des Feuers“
  2. „Drachenkaiser“
  3. Drachengift“

Diese Rezension enthält Spoiler zu den vorherigen Bänden.

Klappentext:

Sie sind die Mächte des Feuers. Sie bringen Tod und Vernichtung über die Welt. Doch Silena und ihre Gefährten schlagen zurück, um das Überleben der Menschheit zu sichern …
Mit »Drachengift« eröffnet Markus Heitz die finale Schlacht zwischen den Menschen und den feuerbewehrten Geschöpfen. Silenas Kampf gegen die Drachen geht weiter, allerdings tritt neben dem Officium Draconis und den freien Drachenjägern plötzlich ein neuer Mitbewerber auf den Plan: eine mysteriöse Flugstaffel, die zu einem Chemie-Unternehmen gehört und mit Sprühmitteln gegen die Drachen vorgeht. Und Grigorij benimmt sich zusehends merkwürdiger. Als sei er unter den Bann eines Drachen gefallen … (Quelle)

Meine Meinung:

„Die rote Drachin fegte mit kräftigen Schwingenstößen heran, die roten Augen fest auf das Luftschiff gerichtet. Die Schnauze mit den gefährlichen Zähnen öffnete sich leicht und vorfreudig.“ (S. 234)

Silena und ihre Verbündeten haben im Kampf gegen die Drachen zwar schon große Erfolge eingefahren, dennoch bedrohen die Ungetüme immer wieder die Menschheit. Silena kann ihnen gerade aber nicht entgegentreten: An der Seite von Grigorij muss sie als Zarin vor allem die politischen Geschicke Russlands und ihr neugeborenes Kind, zu dem sie so gar keine mütterlichen Gefühle aufbauen kann, im Auge behalten. Der Zar selbst steht mehr und mehr unter dem Einfluss seiner Drogen – und dem schwarzen Drachen Tugarin …
Gleichzeitig kommt in Europa ein Mittel auf den Markt, das als Gift gegen Drachen wirken und die Menschheit endlich von den Bestien befreien soll. Ist dies tatsächlich die langersehnte Hoffnung?

Was wäre, wenn hinter allen politischen Intrigen und Kämpfen eigentlich die Machenschaften von mächtigen Drachen stecken würden? Dieser Frage geht Markus Heitz in seiner Drachen-Trilogie nach, die mit „Drachengift“ (zumindest vorerst) seinen Abschluss findet.

Wie auch schon die ersten beiden Bände spielt auch der dritte Teil in den Zwanzigerjahren in unserer Welt. Von kleinen Details – und eben der Tatsache, dass es Drachen gibt – einmal abgesehen, ist die beschriebene Welt unglaublich realistisch gekennzeichnet. Das hatte für mich beim Lesen zur Folge, dass der Gedanke, Drachen würden heimlich unsere Erde regieren, gar nicht mehr so unrealistisch wirkte.

Erzählt wird die Geschichte, und das ist sehr typisch für Markus Heitz, aus den verschiedensten Perspektiven: So geraten zum Beispiel neben Silena auch ihr Mann Gregorij, der ägyptische Drachentöter Ahmat und die toughe Leída in den Fokus. Als Leser hat man so, anders als die Figuren selbst, schnell ein komplettes Bild der Situation. Was genau es mit dem Drachengift Resacro auf sich hat und wie verzwickt die einzelnen Intrigen tatsächlich sind, hätte ich beim Lesen allerdings nicht vermutet. Insbesondere die Auflösung um Resacro hat mir sehr gut gefallen.

Wer zum Beispiel die Zwerge-Reihe von Markus Heitz gelesen hat, weiß, dass er es sich gerne offen hält, eine eigentlich beendete Reihe eventuell doch noch weiter zu führen. Auch in „Drachengift“ gibt es einige Andeutungen und ungeklärte Einzelheiten, die ggf. in einem weiteren Band aufgegriffen werden könnten. Hierzu gehört auch die Geschichte um die Archäologin Ulrika Mang, die meiner Meinung nach ansonsten nicht viel zur aktuellen Handlung beiträgt. Das hat mich beim Lesen etwas gestört, da ich keinen Bezug zu ihr aufbauen konnte.

„Drachengift“ ist der würdige Abschluss einer ganz besonderen Fantasy-Reihe, in der Markus Heitz die Drachen in die Welt der Zwanzigerjahre holt. An der Seite von Silena und ihren Mitstreitern kämpft der Leser wieder ein Mal gegen die Vorherrschaft der Drachen – und verliert dabei eine Bedrohung aus einer gänzlich anderen Richtung aus den Augen. Insgesamt vergebe ich 8 von 10 Sternen!

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Am Ende dieser Blogtour wird es auf his & her books ein Gewinnspiel zur Drachen-Reihe geben. Was genau ihr gewinnen könnt (und alle weiteren Informationen), erfahrt ihr am 15. Januar eben auf diesem Blog. Was ihr dafür tun müsst, ist allerdings jetzt schon klar: Auf allen teilnehmenden Blogs findet ihr in den entsprechenden Beiträgen eine Frage, die einfach in den Kommentaren beantwortet werden soll.

Blogtour_Heitz_Drachengift

Meine Frage an euch:

Wie findet ihr es, wenn ein Autor in dem Abschlussband einer Reihe bewusst einige Details offen lässt, um eventuell irgendwann doch noch in die entsprechende Welt und Handlung zurückzukehren?

Ich wünsche euch viel Erfolg! 🙂

Drachengift – Markus Heitz – Hardcover mit SU – 560 Seiten – 19,99 € – ISBN: 978-3-492-70353-6 – erschienen: Januar 2016 (Piper)

[Rezension] „Sturmbogen: Greatcoats 3“ von Sebastien de Castell

Reiheninfo:

  1. „Blutrecht: Greatcotas 1“
  2. „Hochverrat: Greatcoats 2“
  3. „Sturmbogen: Greatcoats 3“
  4. engl: „Saints Blood“ (April 2016)

Diese Rezension enthält Spoiler zu den vorangegangenen Bänden!

Klappentext:

Gefährliche Zeiten stehen den Greatcoats Falcio, Kest und Brasti bevor. Mächtige Kräfte zerstören das Reich Tristia von innen, und das Trio muss ihnen Einhalt gebieten, bevor es zu spät ist. Doch die Freundschaft, die die drei all die Jahre am Leben gehalten hat, wird wie nie zuvor auf die Probe gestellt. Kest wird erfahren, was es heißt, wenn man sich mit den Heiligen anlegt. Brasti muss seine Loyalität gegenüber den Greatcoats infrage stellen. Und Falcio wird – in einem verzweifelten Rennen gegen das Gift, das durch seine Adern fließt – seinen schlimmsten Ängsten gegenübertreten müssen. Werden sie einen Bürgerkrieg dennoch verhindern können? (Quelle)

Meine Meinung:

Die Bücher von Sebastien de Castell waren für mich in 2014 echte Lesehighlights und eine tolle Entdeckung im Bereich der Fantasy. Ich mochte die Mantel-und-Degen-Geschichten, die Kämpfe, den rauen Humor und vor allem die Interaktion von Falcio, Kest und Brasti.

Nachdem die drei im ersten Band das junge Mädchen Aline, die unehliche Tochter des verstorbenen Königs, retten konnten, kämpften sie im zweiten Band vor allem gegen den allgemeinen Aufruhr im Lande und versuchten herauszufinden, wer hinter den Angriffen auf die Herzogfamilien steckte.  Genau an dieser Stelle geht es in „Sturmbogen“ weiter: Falcio, durch das Gift in seinem Körper immer mehr geschwächt, hat immer noch das Hauptziel, den Frieden in Tristia wiederherzustellen. Doch wer steckt hinter den Anschlägen? Und wie vertrauenswürdig ist Dariana?

Too much! Der dritte Band der Greatcoats-Reihe enthält für mein Dafürhalten einfach zu viele Hindernisse, zu viele Wendungen und Zufälle. Ich weiß nicht, warum der Autor meint, diese einbauen zu müssen. Sein Schreibstil und die Charaktere würden mir persönlich absolut ausreichen. So kämpfen die Greatcoats, allen voran natürlich Falcio, auf gefühlt jeder zehnten Seite um ihr Leben – und immer wieder gibt es natürlich eine überraschende Wendung, die zur Rettung der Situation führt.

Außerdem fand ich es schade, dass sich die drei Greatcoats schon recht früh innerhalb der Geschichte getrennt haben. Ich kann zwar nachvollziehen, warum es für die Handlung notwendig war, dass die drei Freunde teilweise getrennte Wegen, aber so fiel einiges an dem herrlichen Wortgeplänkel weg, das ich in den ersten beiden Bänden so mochte.

Bisher klingt meine Rezension sehr negativ und ich kann und will auch nicht verstecken, dass ich etwas enttäuscht bin. Trotzdem ist auch der dritte Band dieser Reihe absolut nicht schlecht und immer noch lesenswert. Ich habe gerne neue Abenteuer mit Falcio und Co erlebt und bin sehr gespannt darauf, wie der finale Band enden und ob es Sebastien de Castell gelingen wird, alle Fäden erfolgreich zusammenzuführen.

„Sturmbogen: Greatcoats 3“ lässt mich mit etwas gemischten Gefühlen zurück. Zwar war es schön, wieder nach Tristia zurückzukehren und gemeinsam mit Falcio, Brasti und Kest für Frieden und Gerechtigkeit zu kämpfen, aber manchmal bin ich der vielen Kämpfe, Intrigen und Wendungen innerhalb der Handlung auch etwas müde geworden. In meinen Augen wäre hier weniger mehr gewesen. Insgesamt vergebe ich 6 von 10 Sternen!

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Sturmbogen: Greatcoats 3 – Sebastien de Castell – Klappbroschur – 368 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70323-9 – erschienen: Oktober 2015 (Piper) – Übersetzung: Andreas Decker

[Rezension] „Der Rat der Wächter“ von A. J. Hartley

Reiheninfo:

  1. „Mr. Peregrines Geheimnis“
  2. „Der Rat der Wächter“
  3. engl.: „Darwen Arkwright and the School of Shadows“

Vielleicht enthält diese Rezension leichte Spoiler zum ersten Band!

Klappentext:

Der elfjährige Darwen Arkwright, der seinen ersten Winter in Atlanta erlebt, ist nicht wie die anderen: Er ist Vollwaise, er kommt eigentlich aus England – und durch einen Spiegel gelangt er jederzeit in das geheimnisvolle Silbrica, eine Welt voll magischer Kreaturen. Als der Torwächter Mr. Peregrine, der ihm den Weg durch den Spiegel gewiesen hat, plötzlich als Lehrer an Darwens Schule auftaucht, ahnt er, dass das nächste Abenteuer bevorsteht. Und tatsächlich: Bei einer Klassenfahrt nach Costa Rica eröffnet Mr. Peregrine Darwen, dass in den undurchdringlichen Regenwäldern eine unheimliche Kreatur ihr Unwesen treibt. Sie scheint nicht von dieser Welt zu sein, und Darwen soll herausfinden, durch welche Pforte sie in die Menschenwelt eindringt – und sie für immer vertreiben. Darwen ahnt, dass er sich auf eine gefährliche Mission einlässt. Ein Glück, dass ihm seine Freunde Rich und Alexandra treu zur Seite stehen … (Quelle)

Meine Meinung:

Bevor ich hier konkreter auf das Buch und meine Meinung zu der Geschichte eingehe, muss ich auf jeden Fall sagen, dass ich den ersten Band dieser Jugendfantasyreihe nicht gelesen habe. Mir war leider vor dem Lesen gar nicht bewusst, dass dies nicht der erste Band ist. Liebe Verlage, es wäre schön, wenn ihr das schon auf dem Cover oder dem Buchrücken deutlich machen würdet.

Nichtsdestotrotz habe ich relativ zügig in die Geschichte hineingefunden. Die Story an sich ist auch recht simpel: Hauptfigur ist Darwen, ein elfjähriger Junge, der die Fähigkeit hat, durch Spiegel in eine Parallelwelt zu reisen. Bei einem seiner Besuche in dieser Welt, Silbrica, muss Darwen mitansehen, wie ein Junge in seinem Alter von einem furchterregendem Monster verschleppt wird. Gemeinsam mit seinen Freunden Alex und Rich setzt Darwen alles daran, den Jungen in Silbrica zu finden und zu retten.

Ich finde es ja immer etwas schwierig, Vergleiche zwischen Büchern zu ziehen. Zum einen werden falsche Erwartungen geweckt und zum anderen ist eben doch jedes Buch einzigartig und individuell. Und trotzdem liest sich „Der Rat der Wächter“ ein bisschen wie eine Mischung aus Harry Potter, Percy Jackson und Narnia. Von der Qualität her kommt es aber nicht ganz an diese Werke heran.

Mich hat es etwas gestört, dass sich Darwen und seine Freunde so gar nicht wie Elfjährige, sondern deutlich älter verhalten. Außerdem wirkt die Geschichte an manchen Stellen etwas konstruiert und vorhersehbar. Und trotzdem: Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen. Es gibt eben Bücher, die zwar deutliche Schwächen haben, aber einfach trotzdem enorm unterhaltsam sind. Und zu dieser Art gehört „Der Rat der Wächter“ auf jeden Fall. Insbesondere jüngere Leser werden sicherlich ihren Spaß an der Geschichte haben!

„Der Rat der Wächter“ erinnert ein wenig an Harry Potter, Percy Jackson und Narnia.  Das Buch hat zwar gerade im Vergleich damit einige deutliche Schwächen, überzeugt aber durch absolute Leichtlesigkeit. Ich habe das Buch quasi ohne Pause inhaliert und mich wunderbar unterhalten gefühlt, so dass ich insgesamt 7 von 10 Sternen vergebe.

stern 7

Der Rat der Wächter – A. J. Hartley – Hardcover mit SU – 480 Seiten – 17,99 € – ISBN: 978-3-453-26765-7  – erschienen: Oktober 2014 (Heyne fliegt) – Übersetzung: Kirsten Borchardt – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

[Rezension] „Königsjäger“ von Joe Abercrombie

Reiheninfo:

  1. „Königsschwur“
  2. „Königsjäger“
  3. „Königskrone“ (Mai 2016)

Achtung, diese Rezension enthält leichte Spoiler  zum ersten Band.

Klappentext:

In den kalten Nordländern rund um das Splittermeer werden Krieger entweder aus Legenden geboren oder aus Verzweiflung. Das gilt erst recht für eine Kriegerin wie die junge Dorn, deren einziger Wunsch es ist, Rache für den heimtückischen Mord an ihrem Vater zu nehmen. Als ihr Weg sich mit dem von Prinz Yarvi kreuzt, wird Dorn in eine Welt der Kämpfe und Intrigen gegen den grausamen Hochkönig hineingezogen. Eine Welt, für die sie geboren zu sein scheint …

Meine Meinung:

„Königsschwur“, der Vorgänger zu diesem Buch, war das erste Werk aus der Feder von Joe Abercrombie, das ich gelesen habe. Besonders gefallen hatten mir die Charaktere, die der Autor geschaffen hat. Das Buch endete in sich ziemlich abgeschlossen, so dass man als Leser gar nicht so recht wusste, worum es im zweiten Band gehen würde.

Abercrombie macht in dem zweiten Band seiner Reihe etwas, das ich bisher selten so erlebt habe: Er führt einen komplett neuen Hauptcharakter ein – eigentlich sogar zwei: Dorn ist eine junge Kämpferin, besser und stärkere als ihre männlichen Gegner. Und doch wird ihr der Weg zur Soldatin verwehrt, eben weil sie eine Frau ist. Ihr Ausbilder geht sogar so weit, ihr den Tod eines Mitkämpfers anzulasten, nur um sie aus dem Weg zu räumen. Und so wird Dorn zum Tode verurteilt und nur in letzter Minute von Yarvi, der mittlerweile Vater Yarvi ist, gerettet.

So wild und voller Zorn und Ungestüm Dorn ist, so voller Herzensgüte und dem unbändigen Willen Gutes zu tun ist Brand, die zweite neue Hauptfigur. Beide haben mir unheimlich gut gefallen, ihr Zusammenspiel fand ich durchweg gelungen. Zum Glück tauchen aber auch einige der liebgewonnenen Charaktere aus dem ersten Band wieder auf; allen voran natürlich Yarvi und Rulf, den ich besonders ins Herz geschlossen habe.

„Königsjäger“ ist ein Heldenepos, wie er sehr viel besser nicht geschrieben werden konnte: Spannende Kämpfe, gemeine Intrigen, interessante Charaktere und vielen Gänsehautmomente. Ich habe gemeinsam mit Dorn Bathu bei ihren zahlreichen Übungskämpfen gelitten, wurde aber immer wieder durch ihre tolle Entwicklung (kämpferisch, aber auch charakterlich) belohnt. Ich hoffe sehr, dass ich im nächsten Band wieder mehr von ihr und den anderen liebgewonnenen Figuren lesen darf.

In „Königsjäger“ begleiten wir die beiden jungen Helden Dorn und Brand an der Seite von Vater Yarvi zu neuen Abenteuern. Ich konnte während des Lesens wunderbar in der Geschichte versinken und habe beschlossen, dass Abercrombie ein Autor ist, den ich unbedingt weiter verfolgen möchte. 9 von 10 Sternen.

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Königsjäger – Joe Abercrombie – Klappbroschur – 480 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-453-31600-3  – erschienen: August 2015 (Heyne) – Übersetzung: Kirsten Borchard

[Rezension] „Firefight“ von Brandon Sanderson

Reiheninfo:

  1. „Steelheart“
  2. „Firefight“
  3. „Calamity“ (noch nicht erschienen)

Achtung: Die Rezension enthält Spoiler zum ersten Band!

Klappentext:

Steelheart, der scheinbar unbesiegbare Tyrann des ehemaligen Chicago, ist tot – besiegt von David und den Rächern. Nun klafft dort, wo in David jahrelang der Wunsch nach Rache gebrannt hat, ein Loch, und er braucht endlich Antworten auf seine Fragen: Wo kommen diese sogenannten Epics her, Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten? Was macht sie so grausam? Und gibt es eine Zukunft für Davids Liebe zu einer von ihnen – zu Firefight? Eine abenteuerliche Reise quer durch Amerika beginnt … (Quelle)

Meine Meinung:

„Steelheart“ war im letzten Jahr eines meiner absoluten Lesehighlights. Ich hab dem Erscheinen des zweiten Bandes sehr entgegen gefiebert. Kurz vor dem Lesen hatte ich allerdings ein bisschen Angst: Was ist, wenn mich „Firefight“ nicht so begeistern kann wie sein Vorgänger?

„Wer war ich, wenn ich nicht mehr in Newcago war? Eine ähnliche Leere empfand ich in manchen Nächten, wenn ich mich fragte, was ich mit meinem Leben anfangen sollte, nachdem er fort war. Ich hatte gesiegt, und mein Vater war gerächt.“ (S. 56)

Er, Steelheart, ist also tot. Damit hat David sein Ziel erreicht – oder nicht? Doch Steelheart ist bis weitem nicht der einzige grausame Epic, der Menschen tyrannisiert und droht, ganze Städte zu vernichten. Gemeinsam mit dem Prof und Tia macht sich David auf den Weg nach Babilar, wo die herrschende Epic Regalia immer mehr von ihresgleichen um sich scharrt. Sie scheint einen Plan zu haben, nur welchen?

Schon nach wenigen Seiten war klar, ich brauchte keine Angst vor zu hohen Erwartungen haben. „Firefight“ liest sich genauso spannend und mitreißend wie „Steelheart“ und kann meine Erwartungen mit Leichtigkeit erfüllen. Ich bin immer noch von Sandersons Idee der Epics mit ihren Superkräften und geheimen Schwächen total begeistert. Ich habe etwas Derartiges in der Fantasy noch nie gelesen. Sanderson kann sich hier also vollkommen austoben und ist nicht an schon bestehende Regeln des Genres gebunden.

Ich bin von den Epics genauso fasziniert wie David, der sie immer noch studiert und versucht, mehr über die Zusammenhänge herauszufinden: Gibt es einen besonderen Grund für die Schwächen der Epics? Und warum gelingt es manchen wenigen von ihnen, sich von ihren Kräften nicht verderben zu lassen, während die meisten zu wahren Monstern mutieren? Und vor allem: Wie geht es Megan aka Firefight?

Meine Sorge, ob „Firefight“ mit dem grandiosen Auftaktband „Steelheart“ mithalten kann, war vollkommen unbegründet. Auch der zweite Teil dieser tollen Trilogie ist absolut spannend und voller Action. Gemeinsam mit David, der vor allem durch sein Faible für schlechte Metaphern so sympathisch wird, erhalten wir neue Einblicke in die faszinierende Welt der Epics. Und dann – wow – der Höhepunkt der Geschichte: Hier ändert sich nochmal alles. Ich freue mich sehr (sehr, sehr) auf den letzten Band. 10 von 10 Sternen!

stern 10

Firefight – Brandon Sanderson – Hardcover mit SU – 464 Seiten – 17,99 € – ISBN: 978-3-453-26900-2 – erschienen: Oktober 2015 (Heyne fliegt) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren – Übersetzung: Jürgen Langowski

[Rezension] „Der Thron der Finsternis“ von Peter V. Brett

Reiheninfo:

  1. „Das Lied der Dunkelheit“
  2. „Das Flüstern der Nacht“
  3. „Die Flammen der Dämmerung“
  4. „Der Thron der Finsternis“
  5. „The Core“ (engl. Arbeitstitel)

Achtung: Da es sich um den vierten Band einer Reihe handelt, enthält diese Rezension Spoiler zu den vorherigen Bänden!

Klappentext:

Die Welt der Menschen ist in Aufruhr. Nacht für Nacht steigen die Dämonen aus der Tiefe auf, um die Bewohner der Städte und Dörfer in Angst und Schrecken zu versetzen. Seit nicht nur ein, sondern zwei Männer aufgestanden sind, um gegen die finsteren Wesen zu kämpfen und die Völker der Menschen endlich zu befreien, herrscht allerdings Krieg – denn Arlen und Jardir könnten verschiedener nicht sein. Nicht einmal ein Zweikampf der beiden konnte den Zwist beenden, doch nun müssen sie sich ihrer größten Herausforderung stellen: dem Kampf gegen die Dämonenkönigin. Gemeinsam oder allein … (Quelle)

Meine Meinung:

Ich habe es in meinen Rezensionen zu den letzten beiden Bänden schon geschrieben und ich werde es auch jetzt noch ein Mal schreiben: Der Dämonen-Zyklus von Peter V. Brett ist meiner Meinung nach eine der besten Fantasyreihen, die jemals geschrieben wurden!

Seine Bücher haben treue Anhänger und Fans und doch gibt es auch immer wieder sehr kritische Stimmen. Ich kann einige Kritikpunkte nachvollziehen. Was mir aber unbegreiflich bleibt, ist die Tatsache, dass manche Leser dieses Buch abgebrochen haben. Hallo? Es ist total toll und spannend!

„‚Nein!‘ Inevera streckte die Arme aus und griff ins Leere, als der Par’chin sich und ihren Gemahl über die Klippe in die Tiefe stürzte. Und dabei die Hoffnung der gesamten Menschheit mit in den Abgrund riss.“ (S. 9)

Der letzte Band endete ja mit einem absoluten Cliffhanger: Die beiden ehemaligen Freunde und jetzigen Widersacher Arlen und Jadir stürzen gemeinsam eine tiefe Klippe herab. Wie sich diese Situation tatsächlich auflöst, möchte ich hier noch nicht vorweg nehmen. Es sei nur so viel gesagt: Für Arlen kam der Sturz alles andere als überraschend, er hatte ihn sogar geplant. Eins ist klar: Der Kampf gegen die Dämonen geht weiter, sowohl bei den Krasianern in der Wüste als auch im Tal des Erlösers im Norden.

Etwa 1000 Seiten umfasst „Der Thron der Finsternis“. Diese Seiten nutzt der Autor, um den einzelnen Charakteren eine Geschichte und Vergangenheit zu geben. Auch seine Nebencharaktere sind vielschichtig und komplex. Dies führt manchmal dazu, dass die Haupthandlung ins Stocken gerät. Und dennoch möchte ich die Hintergrundinformationen nicht missen, denn so kann man die Beweggründe der einzelnen Figuren viel besser nachvollziehen.

Einen Kritikpunkt habe ich an dieser Stelle aber: Die Geschichte liest sich stellenweise durch die vielen krasianischen Begriffe nicht ganz einfach. Dass dann auch noch die Namen von gefühlt jeder zweiten Person mit A anfangen müssen, macht es nicht leichter, Herr Brett!

Ansonsten läuft die Geschichte auf einen großen Showdown hin. Die letzten Seiten bringen noch ein mal ordentlich Trubel und Durcheinander und sorgen so dafür, dass meine Neugier auf den letzten Band unglaublich hoch ist. Außerdem eine Warnung an alle Leser: Haltet eure Taschentücher bereit, Peter V. Brett geht nicht gerade zimperlich mit seinen Charakteren um.

„Der Thron der Finsternis“ schließt sich seinen Vorgängern nahtlos an: Die Handlung bleibt spannend, die Entwicklung der Figuren auch. Peter V. Brett ist einfach ein grandioser Fantasyautor, der mich mit jeder einzelnen Seite seines Dämonen Zyklus unterhalten hat. Es ist einfach unglaublich, was für eine phantastische und komplexe Welt er geschaffen hat. 9 von 10 Sternen!

stern 9

Der Thron der Finsternis – Peter V. Brett – Klappbroschur – 1024 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-453-31573-0 – erschienen: September 2015 (Heyne) – Übersetzung: Ingrid Herrmann-Nytko

[Rezension] „Battlemage: Tage des Krieges“ von Stephen Aryan

Klappentext:

Das Reich steht am Rande der Vernichtung. Nur eine Handvoll Krieger versucht, es vor einer Bedrohung aus Wahnsinn und Machtgier zu schützen. Auch der Kriegsmagier Balfruss und seine Verbündeten rüsten zum Kampf. Doch gegen den übermächtigen Feind steht ihnen nichts als ein Heer zur Seite, das nur als Speerfutter dient. Der Feind versucht, im Auftrag des irren Königs Taikon die Welt zu unterwerfen – eine epische Schlacht um das Herz des Reiches beginnt …

Meine Meinung:

Nicht genug, dass ein wahnsinner König auf dem Thron sitzt und alle töten lässt, die nicht mit ihm zusammenarbeiten wollen, nein: Dazu kommt auch noch, dass König Taikon einen gefährlichen Magier für sich kämpfen lässt, der Spaß am Töten und keinerlei Moral hat. Die einzigen, die sich diesem übermächtigen und skrupellosen Magier in den Weg stellen können, sind die wenigen verbliebenen Kriegsmagier – allen voran Balfruss.

„Es war ein Krieg – und zwar gegen ein Heer von einer Größe, wie es das nie zuvor gegeben hatte. Es wurde von einem Wahninnigen König, einem abtrünnigen Kriegsmagier und dessen Schülern angeführt. Balfruss war in seine Heimat Seveldrom zurückgekehrt, weil sein König um Hilfe gebeten hatte, aber jetzt gab es viele Gründe zu kämpfen, und sie alle standen hier in diesem Raum mit ihm versammelt. Sie waren seine einzige Familie, und er würde alles tun, um sie zu beschützen.“ (S. 40)

„Battlemage: Tage des Krieges“ stellt den ersten Band einer neuen Fantasytrilogie dar. Wie es in einem ersten Band so üblich ist, muss zunächst das Setting geklärt, die Charaktere vorgestellt und in die Handlung eingeführt werden. Die Grundidee, nämlich dass es nur noch eine kleine Gruppe Kriegsmagier gibt, die sich dem Kampf gegen das Böse stellen, hat mir sofort gut gefallen. Balfruss ist kein perfekter Protagonist, sondern hat seine Schwächen und Geheimnisse, was ihn sympathisch und interessant macht. Auch über einige der anderen Kriegsmagier hätte ich gerne mehr erfahren, da Stephen Aryan sie grundsätzlich sehr vielfältig konzipiert hat. Leider geht er hier nicht in die Tiefe, obwohl das Buch durch seine hohe Seitenzahl durchaus Potenzial dazu hätte.

Insgesamt ist die Geschichte leider etwas langatmig. Alles, was passiert, könnte den wirklich spannenden Höhepunkt eines Fantasybuchs darstellen, die letzten Kapitel einer mitreißendes Geschichte, aber meiner Meinung nach reicht die Handlung nicht aus, um ein komplettes Buch zu füllen.

Dazu kommt noch, dass der Leser, was einige Charaktere und Handlungsstränge angeht, sehr im Ungewissen gelassen wird. So spielt auch der sehr erfahrene Soldat Vargus eine große Rolle, ist sogar Perspektivträger. Doch was oder wer er tatsächlich ist, bleibt bis zum Ende des Buches unklar. Außerdem taucht urplötzlich ein vampirähnliches Wesen auf und auch die Götter haben ein kleines Stelldichein. Diese Handlungsstränge werden aber nur begonnen und nicht annäherend weitergeführt, geschweige denn zu Ende gebracht. Vielleicht soll dies die Neugier auf den nächsten Band wecken? Mich hat es nur etwas unbefriedigt zurückgelassen.

Mit „Battlemage: Tage des Krieges“ und seiner Idee der Kriegsmagier hat Stephen Aryan einen Trilogieauftakt geschrieben, der mich grundsätzlich neugierig gemacht und stellenweise auch gut unterhalten hat. Und obwohl sich die Geschichte etwas in die Länge zieht und die Handlung die Seiten nicht ausreichend füllen kann, habe ich das widersprüchliche Gefühl, dass der Autor zu viel wollte. Für meinen Geschmack hätten die Kriegsmagier und die verschiedenen Völker seiner erdachten Welt gereicht. Götter und blutsaugende Wesen wären nicht nötig gewesen; vor allem nicht, wenn sie – zumindest bis jetzt – noch nichts zur eigentlichen Handlung beitragen. Von mir gibt es insgesamt gute 5 von 10 Sternen!

stern 5

Battlemage: Tage des Krieges – Stephen Aryan – Taschenbuch – 528 Seiten – 12,99 € – ISBN: 978-3-492-28019-8 – erschienen: September 2015 (Piper) – Übersetzung: Andreas Decker