[Geplauder] Noch ein paar Urlaubsbilder

Auf den Kommentar der lieben Winterkatze hin, dass sie schon viel zu lange nicht mehr am Meer war und meine Eindrücke dazu umso mehr genossen hat, schrieb ich, dass ich ihr locker noch 40 weitere Bilder zeigen könnte. Ihre Antwort: „Na, dann her damit!“

Keine Sorge, ich werde euch nicht weitere 40 Landschaftsaufnahmen aus dem schönen Nordfriesland zumuten, aber ein paar Bilder soll die Winterkatze dann doch bekommen. 🙂

 

K

Urlaub in der Heimat (Nordfriesland) – Sommer 2014

[Rezension] „Ich werde immer da sein, wo du auch bist“ von Nina LaCour

Ich werde immer da seinInhalt:

Caitlin ist nicht mehr sie selbst. Sie schläft nicht mehr in ihrem Zimmer, sondern nur noch draußen im Auto, sie redet kaum noch mit ihren Eltern und betet innerlich ein fortwährendes Bio-Matra runter, um sich von ihren eigentlichen Gedanken abzulenken. Der Grund für all das: Ihre beste Freundin Ingrid hat sich das Leben genommen. Doch Caitlins Leben muss auch ohne ihre beste Freundin weitergehen.

„Mom spricht Ingrids Namen aus, und ich beginne zu summen, keine Melodie von einem Lied, sondern nur einen langgezogenen Ton. Ich weiß, dass ich dadurch wie gestört wirke, und ich weiß auch, dass es nichts ändert, aber es ist besser als heulen, es ist besser als schreien, es ist besser als anzuhören, was sie mir sagen wollen.“ (S. 9)

Eines Tages findet Caitlin unter ihrem Bett Ingrids Tagebuch, das diese wohl kurz vor ihrem Tod dort deponiert haben muss. Stück für Stück versucht Caitlin zu verstehen, Abschied zu nehmen und selber wieder zurück in ihr normales Leben zu finden.

Meine Meinung:

Als ich das Buch vorhin beendet habe, habe ich es zugemacht, es liebevoll angelächelt und noch einige Male über das wunderschöne Cover gestrichen. Denn die Geschichte, die dieses Buch erzählt, ist genauso bezaubernd und zart wie es meiner Meinung nach auch die Fotografie auf dem Buchdeckel ist.

Nina LaCour hat es durchgehend geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Ich habe in letzter Zeit einige Bücher zum Thema Abschiednehmen und Selbstmord gelesen und muss sagen, dass mich dieses ganz besonders berührt hat.

Meiner Meinung nach geht es zwar auch, aber weniger um die Gründe, warum sich Ingrid das Leben genommen hat, sondern viel mehr um die Menschen, die danach zurückbleiben und mit ihrer Trauer, ihrer Liebe und vermutlich meistens auch mit ihren Schuldgefühlen zurecht kommen müssen.

Als Caitlin das Tagebuch von Ingrid findet, beginnt ein ganz neues Stadium ihrer Trauer. Sie lernt Seiten von Ingrid kennen, die sie vorher noch nicht kannte. Muss an einigen Stellen erkennen, dass sie vielleicht anders für ihre beste Freundin hätte da sein können.

„Meine beste Freundin ist tot, und ich hätte sie retten können. Es ist falsch, absolut und qualvoll falsch, dass ich heute Abend lächelnd zur Haustür hereinspaziert bin.“ (S. 130)

Doch irgendwann wird nicht nur dem Leser, sondern auch der Ich-Erzählerin Caitlin klar, dass Ingrid vermutlich nicht zu helfen war und so wird ihr langsam eine Last von den Schultern genommen und sie kann mit neuer Leichtigkeit ihr eigenes Leben leben.

Nicht nur die Geschichte um Caitlin an sich ist wundervoll geschrieben, das Buch glänzt meiner Meinung nach vor allem durch tolle, liebenswerte Charaktere. Caitlin selber war mir von der ersten Seite an sympathisch und auch die Nebenfiguren, die langsam immer mehr in Caitlins Leben und damit auch in den Vordergrund der Geschichte treten, sind einfach nur toll. Ich habe mich an einer Stelle dabei erwischt, wie ich das Buch voller Zuneigung angelächelt habe, weil ich die Reaktion einer Figur einfach nur unsagbar schön fand.

Ich habe das Gefühl, dass meine Worte gar nicht ausreichen, um die Besonderheit und das Tolle dieses Buches ausreichend zu beschreiben. Wer gerne lacht, aber auch gerne mal weint, zum Nachdenken angeregt werden möchte, wer in eine wundervolle Geschichte über Freundschaft, Liebe, das Leben und das Abschiednehmen von geliebten Menschen eintauchen möchte, der sollte unbedingt „Ich werde immer da sein, wo du auch bist“ lesen. Natürlich 10 von 10 Sternen für dieses Buch.

stern 10

Ich werde immer da sein, wo du auch bist – Nina LaCour – Hardcover- 320 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3596854134 – erschienen: März 2011 (Fischer)

[Rezension] „Klick! Zehn Autoren schreiben einen Roman“ von Almond, Colfer, Hornby et al.

KlickAutoren dieses Buches:

David Almond / Eoin Colfer / Roddy Doyle / Deborah Ellis / Nick Hornby / Margo Lanagan / Gregory Maguire / Ruth Ozeki / Linda Sue Park / Tim Wynne-Jones

Inhalt:

Als ihr Großvater Gee stirbt erhalten seine Enkelin Maggie und sein Enkel Jason ganz persönliche Geschenke, die ihr Leben auf eine besondere Weise beeinflussen sollen.

Maggie bekommt einen kleinen Holzkasten mit sieben einzelnen Fächern. In jedem Fach liegt eine Muschel, die von den verschiedenen Kontinenten der Erde stammt. Großvater Gee war ein Weltenbummler, immer interessiert an den Menschen. Er erteilt Maggie den Auftrag, jede einzelne Muschel zurückzuwerfen. Und so bereist auch Maggie die Welt.

Für Jason hat Gee nicht nur eine Reihe signierter Fotos von großartigen Persönlichkeiten aufgehoben, sondern vermacht seinem Enkel auch eine alte Kamera und damit die Liebe zur Fotografie.

In zehn einzelnen Geschichten wird das Leben von Maggie, von Jason und anderen Personen, die Gee auf seinen Fototouren rund um die Welt kennengelernt hat, näher beleuchtet. Vor allem lernt der Leser während des Buches Gee näher kennen, denn er ist derjenige, der die einzelnen Geschichten miteinander verbindet:

„Er erzählte uns von seinen Reisen, von fernen Städten und Gebirgen und Meeren. Er liebe dieses Gefühl, sich in der Welt zu bewegen, leicht und frei, sich in den Geschichten anderer Menschen zu bewegen. Manchmal, sagte er, wenn er wieder zuhause sei, betrachtete er seine Fotos, und sie seien wie Bilder aus Träumen und alten Sagen.“ (S. 41)

Meine Meinung:

Als ich das erste Mal von diesem Buch gelesen habe, war ich sehr neugierig. Der Fakt, dass das Buch für den Jugendliteraturpreis vorgeschlagen ist und auch noch von zehn verschiedenen, sehr namenhaften Autoren verfasst wurde, brachte mich dazu, dass ich es unbedingt lesen wollte. Ich war sehr gespannt, wie die Autoren es schaffen würden, die einzelnen Geschichten so miteinander zu verknüpfen, dass sie trotz allem verbunden sind.

Hier ist natürlich die Person Gee eine wirklich zentrale Figur. Er hält alle Fäden zusammen. Durch seine liebevolle, weise Art hat er mich schnell in seinen Bann gezogen. Seine Neugier und Offenheit für den Menschen per se wirkt ansteckend. Auch die Tatsache, dass Gee absolut nicht perfekt ist und einige Fehler hat, lässt meine Sympathie für ihn nicht weniger werden.

Trotzdem muss ich sagen, dass ich ganz eindeutig Favoriten unter den einzelnen Geschichten habe und andere Geschichten, die mir zu losgelöst und zu isoliert dastehen. Besonders gerne habe ich das Kapitel von Eoin Colfer gelesen. Ob das nun daran liegt, dass ich sowieso ein Fan des Autors bin, oder daran, dass Colfer sich näher mit Jason beschäftigt, kann ich gar nicht sagen.

In vielen Teilen des Buches ist es den Autoren gut gelungen den Bogen zur eigentlichen Geschichte zu spannen. Besonders mittendrin habe ich das Buch beinahe verschlungen. Doch leider flacht die Geschichte meiner Meinung nach zum Ende hin ziemlich ab. Zum einen verlieren sich die letzten beiden Autoren in Andeutungen, die nicht vollständig geklärt werden, zum anderen ist mir der Zeitsprung in der Geschichte einfach zu groß.

Schade, ein besseres Ende hätte dem ansonsten interessanten Buch mit einer grandiosen Idee, sowohl was den Inhalt als auch die Ausführung betrifft, einiges an Pluspunkten verschafft. So gebe ich diesem Buch 6 von 10 Punkten.

stern 6