[Rezension] „Todesfrist“ von Andreas Gruber

9783442478668Reiheninfo:

  1. „Todesfrist“
  2. „Todesurteil“
  3. „Todesmärchen“
  4. „Todesreigen“
  5. „Todesmal“

Klappentext:

»Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.« Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. Er lässt seine Opfer verhungern, ertränkt sie in Tinte oder umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton. Verzweifelt sucht die Münchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer Erklärung, einem Motiv. Erst als sie einen niederländischen Kollegen hinzuzieht, entdecken sie zumindest ein Muster: Ein altes Kinderbuch dient dem Täter als grausame Inspiration – und das birgt noch viele Ideen … (Quelle)

Meine Meinung:

Mein Herzensmann liest eigentlich gar nicht. „Wenn’s hoch kommt – zehn!“, war die Antwort auf die Frage, wie viele Bücher er im Erwachsenenalter gelesen hat. Aber nachdem ich das Thriller-Genre wieder für mich entdeckt habe, konnte er mir endlich auch mal ein Buch empfehlen: „Todesurteil“ – den zweiten Band dieser Reihe. Da ich eine Thrillerreihe nie in der Mitte anfangen würde, war dann schnell der erste Teil bestellt.

Ich muss sagen: Am Anfang war ich kurz davor, das Buch abzubrechen! Über den Thriller „Schlüssel 17“, den ich davor gelesen habe, wurde von Volker Kutscher gesagt: „Marc Raabe gelingt es meisterhaft, immer ganz dicht an seinen Figuren zu bleiben.“ Genau das gelingt Andreas Gruber meiner Meinung nach gar nicht. Zu Beginn des Buches erfährt die Ermittlerin Sabine Nemez, dass ihre Mutter brutal umgebracht wurde. Ein wirklich schreckliches Ereignis. Und trotzdem konnte ich keine Gefühle aus den Seiten herauslesen. Weder Trauer, noch Wut. Weder Abgebrühtheit, noch den unbändigen Willen, den Mörder ihrer Mutter zu finden. Nichts.

Zum Glück habe ich dann trotzdem weitergelesen, denn zum Ende hin konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Geschickt werden verschiedene Perspektiven miteinander verflochten – sogar therapeutische Sitzungen und Analysen werden mit eingebunden. Sowas lese ich immer sehr gerne.

Mit Maarten S. Sneijder hat Andreas Gruber einen spannenden Hauptermittler geschaffen. Er selbst schreibt auf seiner Homepage über den niederländischen Profiler:

Maarten S. Sneijder ist eine ziemlich schräge Figur – mit Absicht. In diesen Charakter habe ich alles gepackt, was mich fasziniert. Sneijder ist ein Kotzbrocken, ein Misanthrop, er hasst Menschen, […]. Aber er ist ein Genie, denn er hat seine eigene Sneijder-Methode entwickelt, um Killer zu fassen … bis zur Selbstaufopferung. (Quelle)

So wenig mich das Buch zu Beginn überzeugt hat, so sehr konnte es dann mit seinem Ende punkten. Für mich liefen alle Fäden sinnvoll zusammen – etwas, das mir insbesondere bei Thrillern sehr wichtig ist. Und so habe ich schon kurz vor Schluss den zweiten Band bestellt und bin gespannt, wie es mit Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder so weitergeht.

stern 7

Todesfrist – Andreas Gruber – Taschenbuch – 432 Seiten – 9,99 € – ISBN: 978-3-442-47866-8 – erschienen: März 2013 (Goldmann)

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[Rezension] „Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst“ von Cheryl Strayed

Klappentext:

„Die Frau mit dem Loch im Herzen, das war ich.“ Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Und so trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: die mehr als tausend Meilen des Pacific Crest Trail zu wandern, durch die Wüsten Kaliforniens, über die eisigen Höhen der Sierra Nevada, durch die Wälder Oregons bis zur „Brücke der Götter“ im Bundesstaat Washington – allein, ohne Erfahrungen und mit einem Rucksack auf dem Rücken, den sie „Monster“ nennt. Diese Reise führt Cheryl Strayed bis an ihre Grenzen und darüber hinaus … (Quelle)

Meine Meinung:

Nach dem frühen Tod ihrer Mutter läuft in Cheryls Leben eigentlich alles schief, was schieflaufen kann: Sie betrügt ihren Mann, den sie eigentlich sehr liebt. Sie beginnt, Drogen zu nehmen. Und die Familie (ihre Geschwister und ihren Stiefvater) kann sie auch nicht zusammenhalten.

Vier Jahre nach dem Tod ihrer Mutter trifft Cheryl eine Entscheidung, die ihr Leben verändern soll: Sie macht sich auf den Weg, um große Teile des Pacific Crest Trail (PCT) zu wandern. Wie hart und schwer diese Wanderung sein wird, war ihr voher nicht klar. Was vermutlich gut ist, denn ob sie diese Wanderung dann trotzdem gemacht hätte, ist unklar.

„Ich blickte nach Süden, wo ich herkam, in das wilde Land, das mich vieles gelehrt und mich demütig gemacht hatte, und erwog meine Möglichkeiten. Mir war klar, dass es nur eine gab. Es gab immer nur eine.
Weitergehen.“ (S. 15)

Ich habe selbst vor einigen Jahrten das Wandern für mich entdeckt und festgestellt, wie sehr man dabei zu sich selbst findet, Dinge verarbeiten und Stress abbauen kann. Umso spannender liest sich das Buch für mich, weil ich die Erfahrungen, die Cheryl Strayed gemacht hat, im Kleinen (meine bisher längste Wanderung war 19 Kilometer lang) nachvollziehen kann.

Cheryl erzählt ihre Geschichte abwechselnd: Mal gibt es Rückblenden in ihre Vergangenheit (die Kindheit, so wie die Zeit nach dem Tod ihrer Mutter), dann wieder berichtet sie von ihrer Wanderung auf dem PCT, von den vielen Hürden, den schönen und bewegenden Momenten und vor allem von den Begegnungen mit anderen Wanderern. Ich habe gebannt jedes Wort aufgesogen, mitgefiebert, mitgelitten und habe jetzt ein kleines bisschen Sehnsucht, nach einer längeren Wanderung – nur ganz so anspruchsvoll muss sie nicht sein.

„Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst“ ist im wahrsten Sinne ein bewegendes Buch: Mit jedem Schritt verarbeitet die Autorin ein Stückchen ihrer Vergangenheit. Und mit jedem Satz taucht der Leser in das Leben von Cheryl Strayed ein, teilt ihre Schmerzen, ihren Galgenhumor und ihre Erfahrungen – und wird dabei innerlich auch ein bisschen bewegt. Volle Punktzahl!

stern 10

Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst – Cheryl Strayed – Klappbroschur – 448 Seiten – 9,99 € – ISBN: 978-3-442-15812-6 – erschienen: April 2014 (Goldmann)

[Rezension] „Der Weihnachtshund“ von Daniel Glattauer

Der WeihnachtshundKlappentext:

Max will vor Weihnachten flüchten und auf die Malediven fliegen. Dabei ist ihm Kurt, sein Hund, im Weg. Kurt war leider eine Fehlinvestition. Er schläft meistens. Und wenn er sich bewegt, dann höchstens irrtümlich.

Katrin wird demnächst dreißig, und leidet unter Eltern, die darunter leiden, dass sie noch keinen Mann fürs Leben gefunden hat. Mit Weihnachten kommt der Höhepunkt des familiären Leidens auf sie zu. Da tritt plötzlich Kurt in Erscheinung. Katrin mag zwar keine Hunde, aber Kurt bringt sie auf eine Idee …

(Quelle)

Meine Meinung:

… und durch diese Idee treffen Max, Katrin und Kurt schließlich aufeinander. Dass sich Max und Katrin ineinander verlieben werden, so viel kann man wohl getrost vorweg nehmen.

Ob es für die beiden auch ein Happy End geben wird? Das weiß man bei Glattauer allerdings nie.

Denn gerade Max hat ein schwerwiegendes Problem. Ein Kussproblem. Seit er damals als Junge die fette Lisbeth küssen musste, wird ihm bei jedem Kuss wortwörtlich übel. Und so hat bisher noch keine Beziehung länger gehalten als bis zum Kuss, bzw. bis zum ersten Erbrechen.

Glattauers Schreibstil in diesem Buch erinnert schon sehr an den Schreibstil der Emails aus „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ – mit dem Unterschied, dass es sich hier um einen reinen Erzähltext handelt. Und ganz ehrlich: In einem Erzähltext wird dieser Stil manchmal etwas anstrengend.

Das Buch ist in 24 Kapitel für die jeweils 24 Tage vor Weihnachten unterteilt. Zuerst hatte ich beschlossen, das Buch wie einen Adventskalender zu lesen: jeden Tag ein Kapitelchen. Doch dann habe ich nach etwa der Hälfte gemerkt, dass mich das Buch auf diese Art nicht fesseln kann. Die letzten Kapitel habe ich dann in einem Rutsch gelesen und war auch sofort mehr von der Geschichte eingenommen.

Insgesamt hat Glattauer ein süßes, kleines Buch über zwei Menschen und einen Hund zur Weihnachtszeit geschrieben. Es konnte mich zwar nicht so fesseln wie die Bücher um Emmi und Leo, dennoch habe ich es gerne gelesen. Ich vergebe 6 von 10 weihnachtlichen Sternen.

stern 6

Der Weihnachtshund – Daniel Glattauer – Taschenbuch – 224 Seiten – 7,95 € – ISBN-13: 978-3442467624 – erschienen: Oktober 2009 (Goldmann)

[Rezension] „Das Meer in Gold und Grau“ von Veronika Peters

Das Meer in Gold und GrauKlappentext:

Katia Werner steht kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag, als sie von einem auf den anderen Tag ihren Job samt Wohnung verliert. In dem Bedürfnis, alles hinter sich zu lassen, macht sie sich kurzerhand auf den Weg zu ihrer alten Tante – einer Halbschwester ihres Vaters, die sie bisher noch nicht kennt. Tante Ruth betreibt das malerisch abgelegene „Strandhotel Palau“ an der Ostsee, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Seine reichlich betagten Bewohner und vor allem die ebenso ruppige wie auf ihre ganz eigene Weise beeindruckende Tante sorgen dafür, dass aus dem spontanen Wochenendbesuch viele Monate werden.

Meine Meinung:

Was mich an diesem Buch zuerst angesprochen hat, war der Titel: malerisch, atmosphärisch und poetisch.

Dass das Buch dann tatsächlich an der Ostsee spielt, war natürlich ein extra Grund es zu lesen, bin ich selber doch gegenüber (also an der Nordsee) groß geworden. Die Autorin Veronika Peters hat es geschafft, die Ostseelandschaft wirklich überzeugend und eindrucksvoll zu beschreiben. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, zusammen mit den alten Leuten im Strandhotel Palau zu sitzen und nach draußen auf das windige Meer zu sehen.

Von der Handlung mutete das Buch zunächst als nette Wochenendlektüre an. Ich hatte es schon als eine Mischung aus „Klaras Haus“ und „Steine und Rosen“ (von Sabine Kornbichler) bezeichnet. Beides übrigens Bücher, die ich sehr gerne gelesen habe. Lange Zeit hielt sich dieser Eindruck: ein Buch, was unterhält, aber nicht unbedingt eine Botschaft hinterlässt. Solche Bücher muss es ja auch geben.

Insbesondere den Mittelteil, der das eifrige Treiben im Hotel zur Sommerzeit, das Miteinanderleben der „Hotelmannschaft“ und die liebenswerten Launen von Tante Ruth beschreibt, habe ich gerne gelesen.

Ein bisschen anstrengend fand ich, dass man als Leser sehr viel früher als die Ich-Erzählerin Katia ahnt, welchen Wendepunkt die Geschichte irgendwann nehmen wird. Auch ihre vielen Zeit- und Gedankensprünge habe ich eher ungern gelesen.

Doch dann auf den letzten Seiten offenbarte sich noch einmal eine ganz andere Seite des Buches: eine viel ernsthaftere, als man zunächst vermuten würde. Doch soll an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten werden.

Insgesamt ist „Das Meer in Gold und Grau“ ein Buch, das lange Zeit den Anschein macht „nur“ nett zu sein. Letztendlich zeigt es dann einen unerwarteten Tiefgang.

Wer einen Sinn für sehr eigene, nicht immer sympathische Charaktere hat und sich von einigen etwas verwirrenden Gedankensprüngen nicht abhalten lässt, könnte Gefallen an dieser Geschichte finden. Ich vergebe 6 von 10 Sternen.

stern 6

Das Meer in Gold und Grau – Veronika Peters – Hardcover mit Schutzumschlag – 288 Seiten – 19,99 € – ISBN-13: 978-3442311682 – erschienen: August 2011 (Goldmann)

[Rezension] „Bevor ich sterbe“ von Jenny Downham

Bevor ich sterbeInhalt:

Die Ärzte machen der 16-jährigen Tessa wenig Hoffnung. Ihr Kampf gegen die Leukämie scheint nach vier Jahren verloren. Doch Tessa will nicht einfach verschwinden, sie will leben – wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. Sie schreibt eine Liste, was sie noch tun will, bevor sie stirbt: einen Tag nur ja sagen, Drogen nehmen, einen Tag lang berühmt sein, etwas Verbotenes tun, einmal Sex haben. Als Adam auftaucht, ist Sex plötzlich mehr als ein Punkt auf ihrer Liste. Doch darf man lieben, wenn man stirbt? (Quelle)

Meine Meinung:

Uff, was für ein Buch. Gerade habe ich die letzten Seiten gelesen und musste aufpassen, dabei nicht zu weinen. Denn Tessa ist mir wirklich ans Herz gewachsen.

Das war nicht von Anfang an so. Tessa ist, vermutlich verständlicherweise, nicht immer die sympathischste Hauptfigur. Sie macht Dinge, die ich nicht verstehen kann. Aber ich bin ja auch nicht kurz davor zu sterben. Ich muss mir nicht mehr beweisen, dass ich noch lebe und muss alle möglichen Sachen machen, weil ich später vielleicht keine Chance mehr dazu habe.

Der Schreibstil und die Atmosphäre des Buches ist sehr an Tessas Stimmung angelehnt. Die erste Hälfte über ist mir Tessa wirklich unsympathisch. Und auch das Buch habe ich zu dem Zeitpunkt eher stockend gelesen. Doch dann lernt Tessa Adam näher kennen und plötzlich herrscht ein anderer Grundton. Trotz ihrer Krankheit gibt es Momente, in denen Tessa glücklich ist. Ab dem Zeitpunkt habe ich den Rest der Geschichte nahezu an einem Stück gelesen.

Doch zum Ende hin, und in abgeschwächter Form auch während des ganzen Buches, wird die Geschichte immer zerstückelter. Da sie aus der Ich-Perspektive erzählt wird, bekommt man als Leser auch nur die Passagen mit, die Tessa bei Bewusstsein erlebt. Häufig sind es nur einzelne Gedankenfetzen oder kurze Wahrnehmungen der Wirklichkeit. Gewöhnungsbedürftig, aber auch ein wirkungsvolles Stilmittel.

Doch lebt dieses Buch nicht nur durch Tessa, sondern auch durch die vielen tollen Nebenfiguren: Tessa liebevollen Vater; Adam, der ein großes Wagnis eingeht; vor allem aber hat mich Cal berührt, der kleine Bruder von Tessa.

Jenny Downham ist es unheimlich gut gelungen, diese Personen vor meinen Augen lebendig werden zu lassen.

Doch obwohl mich das Buch zum Ende wirklich gepackt und auch sehr berührt hat, kann es nicht ganz über den etwas holprigen Anfang hinwegtäuschen, auch wenn er vermutlich so gewollt ist. Ich vergebe knappe, etwas wackelige 7 von 10 Sternen.

stern 7

Bevor ich sterbe – Jenny Downham – Taschenbuch – 320 Seiten – 8,95 € – ISBN-13: 978-3570306741 – erschienen: Juni 2010 (cbt) – Empfohlenes Alter: 13-16 Jahre

[Rezension] „Emmas Glück“ von Claudia Schreiber

Emmas GlückInhalt:

Die junge, etwas schrullige Emma lebt nach dem Tod ihrer Eltern und ihres Großvaters ganz alleine auf dem Bauernhof, den sie auch ohne Hilfe bewirtschaftet. Die einzige Gesellschaft sind ihre Tiere, zu denen sie ein sehr inniges Verhältnis pflegt.

Doch der Hof wirft nicht mehr genügend Geld ab und Emma steht die Zwangsversteigerung bevor. Bisher konnte sie diese nur abwenden, indem sie dem Dorfpolizisten mit dem Gewehr drohte. Was Emma braucht, ist also Geld. Obendrein hätte sie gerne einen Mann.

Eines Tages findet sie beides: Bei Max, der sein ganzes Leben lang nichts riskiert und nichts erlebt hat, wurde ein lebensbedrohlicher Krebs entdeckt. In einer für ihn ganz untypischen Art stielt er seinem besten Freund kurzerhand jede Menge Geld und einen Ferrari, baut damit aber leider einen Unfall…. und wird dann von Emma gefunden. Findet nun auch endlich Emma ihr Glück?

Meine Meinung:

Ich weiß nicht, ob es die Tatsache war, dass ich wusste, dass dieses Buch verfilmt wurde, oder ob es am Buch selber lag. Auf jeden Fall kam ich mir beim Lesen vor wie in einer ganz nett gemachten Beziehungskomödie: eine ziemlich vorhersehbare Geschichte, eigenwillige und eigenartige, aber dennoch liebenswerte Charaktere, etwas überzogen humoristische Handlung, aber trotzdem nett.

Das Buch ließ sich wirklich gut und schnell lesen. Die Autorin schreibt unterhaltsam und sehr detailliert, so dass ich schon mittendrin war und alles genauestens vor Augen hatte. Auch vor der Beschreibung von zum Beispiel dem Schlachten von Schweinen oder den sexuellen Bedürfnissen von Emma schreckt sie nicht zurück und wirkt dadurch auf mich authentisch.

Die Handlung an sich ist allerdings für meinen Geschmack etwas übertrieben und zu sehr auf Lacher oder das ein oder andere Schmunzeln aus. Auch der eigentlich etwas ernstere Hintergrund, der sich dem Leser nach und nach offenbart, konnte nicht verhindern, dass ich das Gefühl hatte, die Geschichte so oder so ähnlich schon einige Male gelesen oder im Film gesehen zu haben.

Das Buch hat mich unterhalten und war angenehm zu lesen. Mehr aber auch nicht: 6 von 10 Sternen.

stern 6

Emmas Glück – Claudia Schreiber – Taschenbuch (Buch zum Film) – 192 Seiten – ISBN-13: 978-3442463039 – erschienen: Juli 2006 (Goldmann)

[Rezension] „Alle sieben Wellen“ von Daniel Glattauer

Alle sieben WellenAchtung, dies ist der Folgeband zu „Gut gegen Nordwind“ und enthält somit Spoiler zu diesen Buch!

Inhalt:

Es ist soweit: Die Liebesgeschichte um Emmi und Leo geht in die zweite Runde. Nachdem sich Leo nach Boston zurückgezogen hat, unterhält sich Emmi nur noch mit dem Systemmanager, der ihr automatisch generierte Emails schickt, in denen er sie darüber informiert, dass Leo seine Emailadresse geändert hat. Doch dann ist es plötzlich soweit: Leo antwortet wieder! Gibt es jetzt eine Chance für die beiden? Wird es endlich zu dem lang ersehnten Treffen kommen? Der Leser darf gespannt sein!

Meine Meinung:

Benötigte der erste Teil eine Fortsetzung: Nein! Ist es gut, dass es trotzdem eine Fortsetzung gab? Die Frage kann ich nur mit einem begeisterten „Ja, ja, ja!!!“ beantworten.

Genauso wie der erste Band berührt mich auch dieses Buch gleich von Anfang an.

Ich liebe es, dass man als Leser zwar auf ein Happy End hofft und es auch ein wenig erwartet, dafür aber durch genau die gleichen Höhen und Tiefen gehen muss, wie die beiden Hauptpersonen.

„Leo, hast du noch ein Gefühl, wenn du mir schreibst? Ich habe nämlich so das Gefühl, dass du keines mehr hast. Und dieses Gefühl fühlt sich gar nicht gut an.“

„Emmi, ich habe riesige Schränke und Truhen voll Gefühle für dich in mir. Aber ich habe auch den passenden Schlüssel dafür.“ (S. 18)

Ich liebe die Intelligenz und den Wortwitz in diesem Buch. Ich liebe es, dass ich nicht weiß, ob Emmis und Leos Geschichte nun unglaublich weit hergeholt oder mitten aus dem Leben ist.

Ich liebe Glattauers Art zu schreiben. Liebe es, wie er es schafft Emmi und Leo ihre so typischen Eigenschaften zuzuschreiben. Ich liebe Emmis bissigen Humor und Leos analytische Art, wenn er nüchtern ist, und seine überschwänglich emotionale Art, wenn er etwas getrunken hat.

Kurz und gut: Ich liebe es!

stern 10

Alle sieben Wellen – Daniel Glattauer – Taschenbuch – 224 Seiten – 8,99 € – ISBN-13: 978-3442472444 – erschienen: März 2011 (Goldmann Verlag)

[Rezension] „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer

Gut gegen NordwindInhalt:

„Ich möchte bitte mein Abonnement kündigen. Geht das auch auf diesem Wege? Freundliche Grüße, E. Rothner“

So beginnt quasi der Liebesroman schlechthin. Durch einen Zufall, einen Tippfehler kommen Emmi und Leo in Kontakt zueinander, ein Kontakt, der zunächst einzig und allein über Email abläuft.

Leo klärt das Missverständnis auf, landet noch einmal in Emmis Weihnachtssammelmail, danach sollte dieses Missverständnis doch eigentlich vorbei sein, oder? Doch Emmi leidet unter einem chronischen Tippfehler. Immer wenn sie ein <i> tippt, muss sie vorher ein <e> tippen, so dass sie jedes Mal, wenn sie die Like-Zeitschrift kontaktieren möchte, bei Leo Leike landet…. bis der weitere Email-Kontakt kein Versehen mehr ist, sondern ganz bewusst und absichtlich passiert.

Leo und Emmi schreiben sich ab dann meist täglich und es entwickeln sich erste, zarte Bande.

„Nein, Emmi Sie sind nicht irgendwer. […] Sie haben aus meinem inneren Monolog einen Dialog gemacht.“ (S. 77)

„Ich würde Sie so gerne küssen. Mir ist egal, wie Sie aussehen. Ich habe mich in Ihre Worte verliebt.“ (S. 88)

Doch stehen einem realen Treffen zwei große Dinge im Weg: die Angst, dass nach einem Treffen nichts mehr so ist wie jetzt. Und Emmis Ehemann!

Meine Meinung:

Was für ein Buch! Was für eine Sprachgewalt! Was für Gefühle!

Reicht das als Rezension? Muss man noch mehr schreiben?

Wer ein ungewöhnliches Buch, eine ungewöhnliche Liebesgeschichte lesen möchte, ist mit diesem Buch wirklich gut beraten. Die Liebesgeschichte zwischen Emmi und Leo ist so intensiv, ist so real und so mitreißend, dass sie auch ganz ohne Erzähler nur durch die gegenseitigen Emails den Leser einfach in den Bann ziehen muss: Lesen!

Highlight: 10 von 10 Sternen!

stern 10

[Rezension] „Thondras Kinder. Die Zeit der Sieben“ von Aileen P. Roberts

Thondras Kinder 1Reiheninfo:

  1. „Thondras Kinder. Die Zeit der Sieben“
  2. „Thondras Kinder. Am Ende der Zeit“

Inhalt:

Die Legende besagt, dass es im Kampf von Gut gegen Böse sieben Krieger mit außergewöhnlichen Fähigkeiten geben wird, durch die es möglich ist, das Böse endgültig zu verdrängen. Diese Sieben sollen laut alter Erzählungen immer dann wiedergeboren werden, wenn das Böse zu sehr erstarkt.

Jahr für Jahr bilden sowohl die Guten als auch die Bösen Schwertkrieger aus, in der Hoffnung, dass diese zu den sieben Auserwählten gehören. Potentielle Kandidaten sind unter anderem Ariac und Rijana, die sich gleich auf eine besondere Weise miteinander verbunden fühlen. Ist es möglich, dass sie zwei der Sieben sind? Gibt es die Sieben also wirklich?

Doch dann werden die beiden getrennt und Ariac wächst unter der grausamen Herrschaft des bösen Königs Scurr auf. Gelingt es Ariac trotz der Überzeugungsversuche, Intrigen und Lügen seines Königs ein guter Mensch zu bleiben oder wird er etwa zum Verräter?

Meine Meinung:

Dieses Buch lag schon lange ungelesen in der Gegend rum. Andere Meinungen dazu gehen stark auseinander, mache verreißen es total, andere lieben es. Nun hab ich mich endlich herangewagt. Das Buch kam auf eine 6,5stündige Zugfahrt mit. Am Ende der Fahrt hatte ich etwas mehr als 400 Seiten gelesen und war schon begeistert. 🙂

Zugegeben: Die Sprache ist manchmal etwas einfach und ließ mich stutzen. In einer anderen Rezension habe ich gelesen, dass jemand sie als einen Bericht bezeichnete. Ja, das stimmt manchmal. Trotzdem haben mich die Geschichte und die Charaktere schnell gefesselt und ich habe eine halbe Stunde nach Beenden des Buches den zweiten Teil „Thondras Kinder. Am Ende der Zeit“ gekauft. Das sagt ja eigentlich alles, oder? 😉

Insgesamt ein kleiner Abzug wegen der sprachlichen Mängel, insgesamt 7 von 10 Sternen. Der Name der Autorin, der ja doch englischsprachig wirkt, nur ein Pseudonym ist. Eigentlich kommt die Autorin aus Süddeutschland. Also kann das niedrige Sprachniveau auf keinen Fall von einer schlechten Übersetzung her kommen.

stern 7

[Rezension] „Die dunkle Seite“ von Frank Schätzing

Die dunkle SeiteInhalt:

Szene 1: Komissar Menemenci ermittelt im grausamen Mord an dem türkischen Gemüsehändler Üsker.

Szene 2: Die Privatdetektivin Vera Gemini erhält von dem gutaussehenden Simon Bathge den Auftrag, einen Mann zu finden, bevor dieser Simon Bathge findet.

Nach einiger Zeit scheinen sich die beiden Szenen miteinander zu vermischen, aber Vera Gemini weigert sich, mit der Polizei zusammen zu arbeiten. Ein schwerer Fehler, wie sich herausstellen soll…

Meine Meinung:

Der Kölner Autor Frank Schätzing ist vor allem durch das Buch „Der Schwarm“ bekannt geworden. Dass dieser Bestseller kein Einzelstück bleiben sollte, beweist er unter anderem wieder in „Die dunkle Seite“. Das Buch liest sich leicht und schnell. Für Köln-Kenner birgt die Geschichte besondere „Schmankerl“, denn Schätzing beschreibt seine Handlungsorte immer sehr genau, so dass es häufig Wiedererkennungsmomente gibt.
Zu kritisieren gibt es von meiner Seite nicht viel, außer dass ich schon sehr früh auf die Lösung des Falls gekommen bin. Obwohl mir dadurch die Spannung etwas genommen wurde, habe ich trotzdem gerne weiter gelesen, um herauszufinden, ob sich meine Vermutung auch bestätigen würde.

Dieses Buch bekommt 7 von 10 Sternen.

stern 7