[Rezension] „Der Rat der Wächter“ von A. J. Hartley

Reiheninfo:

  1. „Mr. Peregrines Geheimnis“
  2. „Der Rat der Wächter“
  3. engl.: „Darwen Arkwright and the School of Shadows“

Vielleicht enthält diese Rezension leichte Spoiler zum ersten Band!

Klappentext:

Der elfjährige Darwen Arkwright, der seinen ersten Winter in Atlanta erlebt, ist nicht wie die anderen: Er ist Vollwaise, er kommt eigentlich aus England – und durch einen Spiegel gelangt er jederzeit in das geheimnisvolle Silbrica, eine Welt voll magischer Kreaturen. Als der Torwächter Mr. Peregrine, der ihm den Weg durch den Spiegel gewiesen hat, plötzlich als Lehrer an Darwens Schule auftaucht, ahnt er, dass das nächste Abenteuer bevorsteht. Und tatsächlich: Bei einer Klassenfahrt nach Costa Rica eröffnet Mr. Peregrine Darwen, dass in den undurchdringlichen Regenwäldern eine unheimliche Kreatur ihr Unwesen treibt. Sie scheint nicht von dieser Welt zu sein, und Darwen soll herausfinden, durch welche Pforte sie in die Menschenwelt eindringt – und sie für immer vertreiben. Darwen ahnt, dass er sich auf eine gefährliche Mission einlässt. Ein Glück, dass ihm seine Freunde Rich und Alexandra treu zur Seite stehen … (Quelle)

Meine Meinung:

Bevor ich hier konkreter auf das Buch und meine Meinung zu der Geschichte eingehe, muss ich auf jeden Fall sagen, dass ich den ersten Band dieser Jugendfantasyreihe nicht gelesen habe. Mir war leider vor dem Lesen gar nicht bewusst, dass dies nicht der erste Band ist. Liebe Verlage, es wäre schön, wenn ihr das schon auf dem Cover oder dem Buchrücken deutlich machen würdet.

Nichtsdestotrotz habe ich relativ zügig in die Geschichte hineingefunden. Die Story an sich ist auch recht simpel: Hauptfigur ist Darwen, ein elfjähriger Junge, der die Fähigkeit hat, durch Spiegel in eine Parallelwelt zu reisen. Bei einem seiner Besuche in dieser Welt, Silbrica, muss Darwen mitansehen, wie ein Junge in seinem Alter von einem furchterregendem Monster verschleppt wird. Gemeinsam mit seinen Freunden Alex und Rich setzt Darwen alles daran, den Jungen in Silbrica zu finden und zu retten.

Ich finde es ja immer etwas schwierig, Vergleiche zwischen Büchern zu ziehen. Zum einen werden falsche Erwartungen geweckt und zum anderen ist eben doch jedes Buch einzigartig und individuell. Und trotzdem liest sich „Der Rat der Wächter“ ein bisschen wie eine Mischung aus Harry Potter, Percy Jackson und Narnia. Von der Qualität her kommt es aber nicht ganz an diese Werke heran.

Mich hat es etwas gestört, dass sich Darwen und seine Freunde so gar nicht wie Elfjährige, sondern deutlich älter verhalten. Außerdem wirkt die Geschichte an manchen Stellen etwas konstruiert und vorhersehbar. Und trotzdem: Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen. Es gibt eben Bücher, die zwar deutliche Schwächen haben, aber einfach trotzdem enorm unterhaltsam sind. Und zu dieser Art gehört „Der Rat der Wächter“ auf jeden Fall. Insbesondere jüngere Leser werden sicherlich ihren Spaß an der Geschichte haben!

„Der Rat der Wächter“ erinnert ein wenig an Harry Potter, Percy Jackson und Narnia.  Das Buch hat zwar gerade im Vergleich damit einige deutliche Schwächen, überzeugt aber durch absolute Leichtlesigkeit. Ich habe das Buch quasi ohne Pause inhaliert und mich wunderbar unterhalten gefühlt, so dass ich insgesamt 7 von 10 Sternen vergebe.

stern 7

Der Rat der Wächter – A. J. Hartley – Hardcover mit SU – 480 Seiten – 17,99 € – ISBN: 978-3-453-26765-7  – erschienen: Oktober 2014 (Heyne fliegt) – Übersetzung: Kirsten Borchardt – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

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[Rezension] „Firefight“ von Brandon Sanderson

Reiheninfo:

  1. „Steelheart“
  2. „Firefight“
  3. „Calamity“ (noch nicht erschienen)

Achtung: Die Rezension enthält Spoiler zum ersten Band!

Klappentext:

Steelheart, der scheinbar unbesiegbare Tyrann des ehemaligen Chicago, ist tot – besiegt von David und den Rächern. Nun klafft dort, wo in David jahrelang der Wunsch nach Rache gebrannt hat, ein Loch, und er braucht endlich Antworten auf seine Fragen: Wo kommen diese sogenannten Epics her, Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten? Was macht sie so grausam? Und gibt es eine Zukunft für Davids Liebe zu einer von ihnen – zu Firefight? Eine abenteuerliche Reise quer durch Amerika beginnt … (Quelle)

Meine Meinung:

„Steelheart“ war im letzten Jahr eines meiner absoluten Lesehighlights. Ich hab dem Erscheinen des zweiten Bandes sehr entgegen gefiebert. Kurz vor dem Lesen hatte ich allerdings ein bisschen Angst: Was ist, wenn mich „Firefight“ nicht so begeistern kann wie sein Vorgänger?

„Wer war ich, wenn ich nicht mehr in Newcago war? Eine ähnliche Leere empfand ich in manchen Nächten, wenn ich mich fragte, was ich mit meinem Leben anfangen sollte, nachdem er fort war. Ich hatte gesiegt, und mein Vater war gerächt.“ (S. 56)

Er, Steelheart, ist also tot. Damit hat David sein Ziel erreicht – oder nicht? Doch Steelheart ist bis weitem nicht der einzige grausame Epic, der Menschen tyrannisiert und droht, ganze Städte zu vernichten. Gemeinsam mit dem Prof und Tia macht sich David auf den Weg nach Babilar, wo die herrschende Epic Regalia immer mehr von ihresgleichen um sich scharrt. Sie scheint einen Plan zu haben, nur welchen?

Schon nach wenigen Seiten war klar, ich brauchte keine Angst vor zu hohen Erwartungen haben. „Firefight“ liest sich genauso spannend und mitreißend wie „Steelheart“ und kann meine Erwartungen mit Leichtigkeit erfüllen. Ich bin immer noch von Sandersons Idee der Epics mit ihren Superkräften und geheimen Schwächen total begeistert. Ich habe etwas Derartiges in der Fantasy noch nie gelesen. Sanderson kann sich hier also vollkommen austoben und ist nicht an schon bestehende Regeln des Genres gebunden.

Ich bin von den Epics genauso fasziniert wie David, der sie immer noch studiert und versucht, mehr über die Zusammenhänge herauszufinden: Gibt es einen besonderen Grund für die Schwächen der Epics? Und warum gelingt es manchen wenigen von ihnen, sich von ihren Kräften nicht verderben zu lassen, während die meisten zu wahren Monstern mutieren? Und vor allem: Wie geht es Megan aka Firefight?

Meine Sorge, ob „Firefight“ mit dem grandiosen Auftaktband „Steelheart“ mithalten kann, war vollkommen unbegründet. Auch der zweite Teil dieser tollen Trilogie ist absolut spannend und voller Action. Gemeinsam mit David, der vor allem durch sein Faible für schlechte Metaphern so sympathisch wird, erhalten wir neue Einblicke in die faszinierende Welt der Epics. Und dann – wow – der Höhepunkt der Geschichte: Hier ändert sich nochmal alles. Ich freue mich sehr (sehr, sehr) auf den letzten Band. 10 von 10 Sternen!

stern 10

Firefight – Brandon Sanderson – Hardcover mit SU – 464 Seiten – 17,99 € – ISBN: 978-3-453-26900-2 – erschienen: Oktober 2015 (Heyne fliegt) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren – Übersetzung: Jürgen Langowski