[Kurzer Leseeindruck] „2084: Noras Welt“ von Jostein Gaarder

Gaarder_24319_U1.inddKlappentext:

Wie es im Jahr 2084 auf der Erde aussieht, wenn wir so weitermachen wie bisher – das erlebt die 16-jährige Nora in ihren Träumen. Sie träumt von ihrer Urenkelin Nova, die ihr in einem Brief ihre Welt schildert: Der Meeresspiegel ist gestiegen, Klimaflüchtlinge ziehen umher, im Norden grasen Kamele, zahlreiche Arten sind ausgestorben. Im wirklichen Leben weiß Nora Bescheid über Ökologie, Klimawandel und Artensterben. Gemeinsam mit ihrem Freund gründet sie eine Initiative, um die Erdatmosphäre zu schützen. (Quelle)

Mein Eindruck:

„Eine wichtige Grundlage einer jeglichen Ethik war bislang die goldene Regel oder das Prinzip der Gegenseitigkeit: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. […] Wir begreifen immer mehr, dass das Prinzip auch eine vertikale Dimension besitzt: Verhalte dich gegenüber der nächsten Generation so, wie du wünscht, die Generation vor dir hätte sich dir gegenüber verhalten.“ (S. 49)

Eigentlich mag ich die Erzählweise von Jostein Gaarder und so war ich trotz der Warnung einer lieben Bücherfreundin überzeugt, dass mir auch dieses Buch gefallen, auch wenn ich es vielleicht nicht überragend finden würde. Leider wurde ich enttäuscht. Von der Aussage her ist „2084: Noras Welt“ sicherlich ein kluges und vor allem wichtiges Buch. Die Erzählweise ist allerdings eher langweilig und ermüdend: Ja, ich habe es verstanden: Wir haben die Verantwortung für unsere Erde! Das als alleiniger Inhalt reicht aber nicht aus, um ein Buch sinvoll zu füllen. Und auch die für Gaarder typische Vernetzung verschiedener Zeiten und Erzählweisen – hier die Tatsache, dass Nora von sich als ihrer eigenen Urenkelin träumt – konnte mich nicht überzeugen.

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2084: Noras Welt – Jostein Gaarder – Hardcover – 192 Seiten – 14,90 € – ISBN: 978-3-446-24312-5  – erschienen: August 2013 (Hanser) – Altersempfehlung: 12-15 Jahre

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[Rezension] „Das Weihnachtsgeheimnis“ von Jostein Gaarder

Das WeihnachtsgeheimnisInhalt:

Es ist Advent in Norwegen und Joachim und seine Eltern entdecken in einem alten Buchladen einen ganz besonderen Adventskalender – wie besonders er ist, soll Joachim aber erst nach und nach herausfinden. Denn hinter jedem Türchen warten nicht nur Bilder auf den Jungen, sondern auch ein kleine handgeschriebene Zettel, auf denen eine unglaubliche Geschichte erzählt wird: die Weihnachtsgeschichte, um es genau zu sagen, aber ganz anders, als Joachim sie bisher kannte.

Meine Meinung:

Jostein Gaarder ist den meisten Menschen vor allem durch „Sofies Welt“ ein Begriff: ein Buch, in dem es um die Geschichte der Philosophie geht. Der gleiche Autor schreibt hier nun ein Adventskalenderbuch (24 Kapitel für die ersten 24 Tage im Advent), in dem es selbstverständlich um Weihnachten geht. Wer hier kurz stockt, dem sei gesagt: Weihnachten, christlicher Glaube und Philosophie zusammen – das geht wunderbar!

„Doch es ist wichtig, sich über das bisschen zu freuen, was man hat. Egal, wie wenig, es ist immer noch unendlich viel mehr als nichts.“ (S. 73)

Die Art und Weise wie Jostein Gaarder hier eine Geschichte innerhalb einer Geschichte erzählt und wie sich die Geschichten immer mehr miteinander vermischen, ist wirklich besonders und hat auf mich eine gewisse Faszination ausgeübt.

Ich selber bin nicht besonders religiös, doch viele Sätze und Gedanken haben mich während des Lesens berührt.

„ […] Einige Priester sind so sehr darauf versessen, herauszufinden, was der einzig wahre Glaube ist, dass sie in der Eile das Allerwichtigste vergessen.“
Jetzt machte Elisabeth große Augen:
„Was ist denn das Allerwichtigste?“
„Dass Jesus auf die Welt gekommen ist, um die Menschen zu lehren, gut zueinander zu sein. Keine andere Lektion fällt den Menschen schwerer, und keine andere ist wichtiger […].“
(S. 189/190)

Und auch wenn ich das Buch nicht immer wie ein Adventskalenderbuch jeden Tag ein Kapitel) gelesen habe, war es mir doch ein schöner Begleiter in der (Vor-)Weihnachtszeit, allerdings hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, etwas schneller in der Geschichte voranschreiten zu können. Insgesamt vergebe ich gute 7 von 10 Sternen und kann „Das Weihnachtsgeheimnis“ als Buch für die Adventszeit nur empfehlen.

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Neue Ausgabe:
Das Weihnachtsgeheimnis – Jostein Gaarder – Hardcover – 288 Seiten – 14,99 € – ISBN-13: 978-3446243194 – erschienen: September 2013 (Hanser) – Altersempfehlung: ab 10 Jahren

[Rezension] „Das Orangenmädchen“ von Jostein Gaarder

IDas Orangenmädchennhalt:

„Ich riss den Umschlag auf und zog einen dicken Stapel Blätter heraus. Und fuhr heftig zusammen, denn auf dem obersten Blatt stand:

Sitzt du gut, Georg? Auf jeden Fall musst du fest sitzen, denn ich werde dir eine nervenaufreibende Geschichte erzählen…“ (S. 13)

Georg ist fünfzehn Jahre alt, als er von seinem seit elf Jahren verstorbenen Vater einen Brief bekommt, den dieser für ihn in seiner alten Babykarre versteckt hat. Um den neugierigen Blicken seiner Mutter, seinem Stiefvater und den Großeltern zu entgehen, schließt sich Georg in seinem Zimmer ein und beginnt, zu lesen. In dem Brief möchte sein Vater ihm eine wichtige Frage stellen, zunächst aber erzählt er seinem Sohn die Geschichte des Orangenmädchens…

Meine Meinung:

Während des Lesens von diesem Buch habe ich mir so viele Notizen gemacht, wie schon langte nicht mehr. Ich habe Zitate rausgeschrieben, Eindrücke notiert und Gedanken festgehalten und doch weiß ich jetzt nicht, wie und vor allem wo ich anfangen soll, denn dieses Buch ist einfach unglaublich vielschichtig.

Stellt euch zunächst die Situation von Georgs Vater vor: Er sitzt in noch gar nicht so hohem Alter zuhause vor dem Computer. Er weiß, dass er bald sterben wird und schreibt einen Brief an seinen jugendlichen Sohn, den er niemals kennenlernen wird, während sein Sohn – im tatsächlichen Alter von vier Jahren – neben ihm mit der Eisenbahn spielt.

„Ich kann mich hören, ich plappere hier ungefähr so herum, wie alte Tanten auf kleine Kinder einreden. Und das ist dumm, denn ich suche doch jetzt den großen Georg – den ich niemals gesehen habe, mit dem ich niemals richtig sprechen konnte.“ (S. 20)

Ich würde gerne all meine Gedanken zur Geschichte des Orangenmädchens aufschreiben und euch daran teilhaben lassen, aber dann würde ich euch die Möglichkeit nehmen, diese wundervolle und märchenhafte Geschichte selbst zu entdecken. Eine Geschichte, die so schön und so traurig ist, dass in ihrer ein wahrer Zauber inne wohnt:

„Als sie aufschaute und mir sozusagen zunickte, ohne auch nur die kleinste Kopfbewegung zu machen, lächelte sie frech und verschmitzt, fast als wären wir alte Bekannte oder – das sage ich jetzt ganz offen – als hätten wir vor langer, langer Zeit ein ganzes Leben zusammen gelebt, sie und ich.“ (S. 29)

„Das Orangenmädchen“ ist so vieles: eine Liebesgeschichte, von der man nur träumen kann; ein Buch über den Tod und das Wissen darum, die Liebsten bald verlassen zu müssen; die Geschichte zwischen einem Vater und seinem Sohn; ein philosophisches Buch voller Weisheit. In erster Linie aber ist „Das Orangenmädchen“ eine kleine Welt zwischen zwei Buchdeckeln, die jeder für sich entdecken sollte. Ich vergebe 10 von 10 Sternen.

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„Das Orangenmädchen“ wurde 2004 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Das Orangenmädchen – Jostein Gaarder – Taschenbuch – 192 Seiten – 8,90 € – ISBN-13: 978-3423133968 – erschienen: Oktober 2005 (dtv)

[Gemeinsam lesen] 28.8.2013

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1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Das Orangenmädchen“, Seite 137

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Großartig!“ (S. 137)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)

Ich kann mich dem ersten Satz auf meiner aktuellen Seite anschließen, das Buch ist wirklich großartig und vor allem zauberhaft. Es geht darum, dass der 15jährige Georg elf Jahre nach dem Tod seines Vaters einen Brief von ihm erhält, den dieser kurz vor seinem Tod für seinen Sohn versteckt hat. In dem Brief möchte der verstorbene Vater seinem Sohn eine wichtige Frage stellen, ihm vorher aber vom Orangenmädchen erzählen. Und so liest man den Brief des Vaters, ab und an unterbrochen von Erzählungen, Erklärungen und Emotionen von Georg.

4. Was weißt du über die/den Autor/in deines aktuellen Buches? Kennst du weitere Bücher von ihm/ihr? Kannst du sie empfehlen oder willst du sie noch lesen?

Ich glaube Jostein Gaarder ist allen bekannt, vor allem durch „Sofies Welt“, ein Buch über die Philosophie und Philosophen (glaube ich zumindest). Das interessiert mich eher weniger, muss ich ganz ehrlich sagen. Ich habe allerdings vor Jahren „Das Kartengeheimnis“ von Gaarder gelesen, was mich sehr fasziniert hat, denn die Geschichten darin sind sehr verschachtelt, spielen auf verschiedenen Ebenen, vermischen sich… Sehr wirr, aber auch sehr faszinierend. Ich denke, das ist ein Buch, das ich definitiv noch ein zweites Mal lesen sollte. Beim ersten Lesen war ich auch erst 15 oder 16 Jahre alt, glaube ich.