[Reihenrezension] „Mythos Acedemy 1-6“ von Jennifer Estep

Reiheninfo:

  1. „Frostkuss“
  2. „Frostfluch“
  3. „Frostherz“
  4. „Frostglut“
  5. „Frostnacht“
  6. „Frostkiller“

Meine Meinung:

Nachdem Gwens Mutter verstirbt, muss Gwen auf ein Internat gehen. Doch die Mythos Acedemy ist kein normales Internat, sondern eine Schule, in der Kriegerinnen und Krieger ausbildet werden, die irgendwann gegen den bösen Gott Loki kämpfen sollen. Und so sitzt Gwen nun Seite an Seite mit Spartanern, Wallküren und Kelten, die alle perfekt im Kämpfen ausgebildet sind. Neben ihnen fühlt sich Gwen eher fehl am Platze, denn ihre Gypsy-Gabe scheint eher unspektakulär: Sie kann beim Berühren eines Gegenstandes oder einer Person Erinnerungen, Gefühle und Gedanken wahrnehmen. Und doch wird Gwens Rolle im Kampf gegen Loki und seine Gefolgschaft eine sehr bedeutende werden …

Nachdem ich von Jennifer Estep die „Black Blade“-Reihe gelesen habe, wollte ich unbedingt mehr leichtlesige Jugendfantasy und die habe ich bekommen. Gwen ist (zumindest in den ersten Bänden) eine ähnlich sympathische Hauptfigur wie Lila. Stur, selbstbewusst und mit einem starken Willen versehen. Das Setting fand ich zunächst etwas ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig, habe mich dann aber schnell an die Vorstellung gewöhnt, dass es viele Wesen, Menschen und Götter der Mythologie in dieser Geschichte wirklich gibt.

Dass mich die Reihe gefesselt hat, kann man schon daran erkennen, dass ich alle sechs Bände innerhalb kürzester Zeit nacheinander gelesen habe. Trotzdem muss ich sagen: Wenn die Geschichte nur in vier Büchern erzählt worden wäre, hätte ich das auch nicht schlimm gefunden. Manche Themen wiederholen sich einfach etwas zu häufig. Trotzdem habe ich gerne Zeit mit Gwen und ihren Freunden verbracht und kann die Reihe durchaus weiterempfehlen. Vielleicht sollte man aber etwas zwischendurch noch das ein oder andere Buch lesen. 🙂

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[Rezension] „Dante Walker – Seelensammler“ von Victoria Scott

Klappentext:

Dante Walker ist brillant in seinem Job als Seelensammler. Bis er vor einer echten Herausforderung steht – nämlich vor Charlie Cooper, einem total abgedrehten Mädel, dessen Seele er seinem Boss binnen zehn Tagen in die Hölle liefern soll. Eigentlich ein Klacks für jemanden mit Dantes Qualitäten. Doch die werden auf eine harte Probe gestellt, als Nerd Charlie Dantes Gefühlswelt teuflisch durcheinander bringt … (Quelle)

Meine Meinung:

Victoria Scott kenne ich schon durch „Feuer & Flut“, das mich damals sehr gut unterhalten hat. Als ich von „Dante Walker“ gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich auch diees Werk der Autorin lesen wollte.

Dante ist als Ich-Erzähler und absoluter Bad Boy nicht uninteressant. Nach seinem Tod wurde er zum Seelenfänger und arbeitet nun für den Teufel. Indem er Menschen dabei erwischt, wie sie größere und kleinere Sünden begehen, kann er einen Schatten auf ihr Seelenlicht werfen und so dafür sorgen, dass sie nach ihrem Tod in der Hölle landen. Eines Tages erhält er einen Spezialauftrag: Er soll die Seele von Charlie Cooper fangen. Doch das scheint aus mehreren Gründen nicht ganz einfach: Zum einen ist Charlies Seele strahlend weiß: Sie ist einfach ein guter Mensch, der Gutes tut. Zum anderen ist Dante mehr und mehr fasziniert von diesem Mädchen – und das, obwohl sie so gar nicht in sein übliches Beuteschema passt.

„In meinem ganzen Leben habe ich noch nie jemanden so lächeln sehen, wie Charlie mich jetzt anlächelt. Eine Sekunde lang habe ich tatsächlich ein schlechtes Gewissen.“ (S. 52)

Charlie ist für mich das wahre Highlight an diesem Buch. Genauso wie Dante konnte ich mich ihrem Charme nicht entziehen. Ihre positive, wenn auch manchmal etwas naive Art, ist wirklich ansteckend. Menschen wie Charlie sind wertvoll.

Wenn Mädchen wie Charlie auf jemanden wie Dante stoßen, muss es unweigerlich zu komischen Situationen kommen. Eine meiner liebsten Szenen ist die, in der Dante versucht, Charlie zu verführen, und sie komplett anders reagiert, als er es geplant hat. Insgesamt erzählt Victoria Scott die Geschichte mit viel Humor, so dass ich beim Lesen immer mal wieder in mich hinein kichern musste.

„Dante Walker – Seelensammler“ ist der Auftaktband zu einer Trilogie, die im englischen schon komplett erschienen ist. Dieser erste Band überzeugt durch sympathische Charaktere, einer netten – wenn auch etwas vorhersehbaren – Story und viel Humor. Vollkommen und restlos begeistern konnte mich die Geschichte nicht, denn ich habe das Gefühl, Geschichten solcher Art (also zumindest von der Grundidee her) schon zu oft gelesen zu haben. Und trotzdem bietet das Buch gute Leseunterhaltung! 7 von 10 Sternen!

stern 7

Dante Walker – Seelensammler – Victoria Scott – Taschenbuch – 480 Seiten – 9,99 € – ISBN: 978-3-570-31010-6 – erschienen: November 2015 (cbt) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren – Übersetzung: Michaela Link

[Rezension] „Der Rat der Wächter“ von A. J. Hartley

Reiheninfo:

  1. „Mr. Peregrines Geheimnis“
  2. „Der Rat der Wächter“
  3. engl.: „Darwen Arkwright and the School of Shadows“

Vielleicht enthält diese Rezension leichte Spoiler zum ersten Band!

Klappentext:

Der elfjährige Darwen Arkwright, der seinen ersten Winter in Atlanta erlebt, ist nicht wie die anderen: Er ist Vollwaise, er kommt eigentlich aus England – und durch einen Spiegel gelangt er jederzeit in das geheimnisvolle Silbrica, eine Welt voll magischer Kreaturen. Als der Torwächter Mr. Peregrine, der ihm den Weg durch den Spiegel gewiesen hat, plötzlich als Lehrer an Darwens Schule auftaucht, ahnt er, dass das nächste Abenteuer bevorsteht. Und tatsächlich: Bei einer Klassenfahrt nach Costa Rica eröffnet Mr. Peregrine Darwen, dass in den undurchdringlichen Regenwäldern eine unheimliche Kreatur ihr Unwesen treibt. Sie scheint nicht von dieser Welt zu sein, und Darwen soll herausfinden, durch welche Pforte sie in die Menschenwelt eindringt – und sie für immer vertreiben. Darwen ahnt, dass er sich auf eine gefährliche Mission einlässt. Ein Glück, dass ihm seine Freunde Rich und Alexandra treu zur Seite stehen … (Quelle)

Meine Meinung:

Bevor ich hier konkreter auf das Buch und meine Meinung zu der Geschichte eingehe, muss ich auf jeden Fall sagen, dass ich den ersten Band dieser Jugendfantasyreihe nicht gelesen habe. Mir war leider vor dem Lesen gar nicht bewusst, dass dies nicht der erste Band ist. Liebe Verlage, es wäre schön, wenn ihr das schon auf dem Cover oder dem Buchrücken deutlich machen würdet.

Nichtsdestotrotz habe ich relativ zügig in die Geschichte hineingefunden. Die Story an sich ist auch recht simpel: Hauptfigur ist Darwen, ein elfjähriger Junge, der die Fähigkeit hat, durch Spiegel in eine Parallelwelt zu reisen. Bei einem seiner Besuche in dieser Welt, Silbrica, muss Darwen mitansehen, wie ein Junge in seinem Alter von einem furchterregendem Monster verschleppt wird. Gemeinsam mit seinen Freunden Alex und Rich setzt Darwen alles daran, den Jungen in Silbrica zu finden und zu retten.

Ich finde es ja immer etwas schwierig, Vergleiche zwischen Büchern zu ziehen. Zum einen werden falsche Erwartungen geweckt und zum anderen ist eben doch jedes Buch einzigartig und individuell. Und trotzdem liest sich „Der Rat der Wächter“ ein bisschen wie eine Mischung aus Harry Potter, Percy Jackson und Narnia. Von der Qualität her kommt es aber nicht ganz an diese Werke heran.

Mich hat es etwas gestört, dass sich Darwen und seine Freunde so gar nicht wie Elfjährige, sondern deutlich älter verhalten. Außerdem wirkt die Geschichte an manchen Stellen etwas konstruiert und vorhersehbar. Und trotzdem: Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen. Es gibt eben Bücher, die zwar deutliche Schwächen haben, aber einfach trotzdem enorm unterhaltsam sind. Und zu dieser Art gehört „Der Rat der Wächter“ auf jeden Fall. Insbesondere jüngere Leser werden sicherlich ihren Spaß an der Geschichte haben!

„Der Rat der Wächter“ erinnert ein wenig an Harry Potter, Percy Jackson und Narnia.  Das Buch hat zwar gerade im Vergleich damit einige deutliche Schwächen, überzeugt aber durch absolute Leichtlesigkeit. Ich habe das Buch quasi ohne Pause inhaliert und mich wunderbar unterhalten gefühlt, so dass ich insgesamt 7 von 10 Sternen vergebe.

stern 7

Der Rat der Wächter – A. J. Hartley – Hardcover mit SU – 480 Seiten – 17,99 € – ISBN: 978-3-453-26765-7  – erschienen: Oktober 2014 (Heyne fliegt) – Übersetzung: Kirsten Borchardt – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

[Rezension] „Königsjäger“ von Joe Abercrombie

Reiheninfo:

  1. „Königsschwur“
  2. „Königsjäger“
  3. „Königskrone“ (Mai 2016)

Achtung, diese Rezension enthält leichte Spoiler  zum ersten Band.

Klappentext:

In den kalten Nordländern rund um das Splittermeer werden Krieger entweder aus Legenden geboren oder aus Verzweiflung. Das gilt erst recht für eine Kriegerin wie die junge Dorn, deren einziger Wunsch es ist, Rache für den heimtückischen Mord an ihrem Vater zu nehmen. Als ihr Weg sich mit dem von Prinz Yarvi kreuzt, wird Dorn in eine Welt der Kämpfe und Intrigen gegen den grausamen Hochkönig hineingezogen. Eine Welt, für die sie geboren zu sein scheint …

Meine Meinung:

„Königsschwur“, der Vorgänger zu diesem Buch, war das erste Werk aus der Feder von Joe Abercrombie, das ich gelesen habe. Besonders gefallen hatten mir die Charaktere, die der Autor geschaffen hat. Das Buch endete in sich ziemlich abgeschlossen, so dass man als Leser gar nicht so recht wusste, worum es im zweiten Band gehen würde.

Abercrombie macht in dem zweiten Band seiner Reihe etwas, das ich bisher selten so erlebt habe: Er führt einen komplett neuen Hauptcharakter ein – eigentlich sogar zwei: Dorn ist eine junge Kämpferin, besser und stärkere als ihre männlichen Gegner. Und doch wird ihr der Weg zur Soldatin verwehrt, eben weil sie eine Frau ist. Ihr Ausbilder geht sogar so weit, ihr den Tod eines Mitkämpfers anzulasten, nur um sie aus dem Weg zu räumen. Und so wird Dorn zum Tode verurteilt und nur in letzter Minute von Yarvi, der mittlerweile Vater Yarvi ist, gerettet.

So wild und voller Zorn und Ungestüm Dorn ist, so voller Herzensgüte und dem unbändigen Willen Gutes zu tun ist Brand, die zweite neue Hauptfigur. Beide haben mir unheimlich gut gefallen, ihr Zusammenspiel fand ich durchweg gelungen. Zum Glück tauchen aber auch einige der liebgewonnenen Charaktere aus dem ersten Band wieder auf; allen voran natürlich Yarvi und Rulf, den ich besonders ins Herz geschlossen habe.

„Königsjäger“ ist ein Heldenepos, wie er sehr viel besser nicht geschrieben werden konnte: Spannende Kämpfe, gemeine Intrigen, interessante Charaktere und vielen Gänsehautmomente. Ich habe gemeinsam mit Dorn Bathu bei ihren zahlreichen Übungskämpfen gelitten, wurde aber immer wieder durch ihre tolle Entwicklung (kämpferisch, aber auch charakterlich) belohnt. Ich hoffe sehr, dass ich im nächsten Band wieder mehr von ihr und den anderen liebgewonnenen Figuren lesen darf.

In „Königsjäger“ begleiten wir die beiden jungen Helden Dorn und Brand an der Seite von Vater Yarvi zu neuen Abenteuern. Ich konnte während des Lesens wunderbar in der Geschichte versinken und habe beschlossen, dass Abercrombie ein Autor ist, den ich unbedingt weiter verfolgen möchte. 9 von 10 Sternen.

stern 9

Königsjäger – Joe Abercrombie – Klappbroschur – 480 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-453-31600-3  – erschienen: August 2015 (Heyne) – Übersetzung: Kirsten Borchard

[Rezension] „Firefight“ von Brandon Sanderson

Reiheninfo:

  1. „Steelheart“
  2. „Firefight“
  3. „Calamity“ (noch nicht erschienen)

Achtung: Die Rezension enthält Spoiler zum ersten Band!

Klappentext:

Steelheart, der scheinbar unbesiegbare Tyrann des ehemaligen Chicago, ist tot – besiegt von David und den Rächern. Nun klafft dort, wo in David jahrelang der Wunsch nach Rache gebrannt hat, ein Loch, und er braucht endlich Antworten auf seine Fragen: Wo kommen diese sogenannten Epics her, Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten? Was macht sie so grausam? Und gibt es eine Zukunft für Davids Liebe zu einer von ihnen – zu Firefight? Eine abenteuerliche Reise quer durch Amerika beginnt … (Quelle)

Meine Meinung:

„Steelheart“ war im letzten Jahr eines meiner absoluten Lesehighlights. Ich hab dem Erscheinen des zweiten Bandes sehr entgegen gefiebert. Kurz vor dem Lesen hatte ich allerdings ein bisschen Angst: Was ist, wenn mich „Firefight“ nicht so begeistern kann wie sein Vorgänger?

„Wer war ich, wenn ich nicht mehr in Newcago war? Eine ähnliche Leere empfand ich in manchen Nächten, wenn ich mich fragte, was ich mit meinem Leben anfangen sollte, nachdem er fort war. Ich hatte gesiegt, und mein Vater war gerächt.“ (S. 56)

Er, Steelheart, ist also tot. Damit hat David sein Ziel erreicht – oder nicht? Doch Steelheart ist bis weitem nicht der einzige grausame Epic, der Menschen tyrannisiert und droht, ganze Städte zu vernichten. Gemeinsam mit dem Prof und Tia macht sich David auf den Weg nach Babilar, wo die herrschende Epic Regalia immer mehr von ihresgleichen um sich scharrt. Sie scheint einen Plan zu haben, nur welchen?

Schon nach wenigen Seiten war klar, ich brauchte keine Angst vor zu hohen Erwartungen haben. „Firefight“ liest sich genauso spannend und mitreißend wie „Steelheart“ und kann meine Erwartungen mit Leichtigkeit erfüllen. Ich bin immer noch von Sandersons Idee der Epics mit ihren Superkräften und geheimen Schwächen total begeistert. Ich habe etwas Derartiges in der Fantasy noch nie gelesen. Sanderson kann sich hier also vollkommen austoben und ist nicht an schon bestehende Regeln des Genres gebunden.

Ich bin von den Epics genauso fasziniert wie David, der sie immer noch studiert und versucht, mehr über die Zusammenhänge herauszufinden: Gibt es einen besonderen Grund für die Schwächen der Epics? Und warum gelingt es manchen wenigen von ihnen, sich von ihren Kräften nicht verderben zu lassen, während die meisten zu wahren Monstern mutieren? Und vor allem: Wie geht es Megan aka Firefight?

Meine Sorge, ob „Firefight“ mit dem grandiosen Auftaktband „Steelheart“ mithalten kann, war vollkommen unbegründet. Auch der zweite Teil dieser tollen Trilogie ist absolut spannend und voller Action. Gemeinsam mit David, der vor allem durch sein Faible für schlechte Metaphern so sympathisch wird, erhalten wir neue Einblicke in die faszinierende Welt der Epics. Und dann – wow – der Höhepunkt der Geschichte: Hier ändert sich nochmal alles. Ich freue mich sehr (sehr, sehr) auf den letzten Band. 10 von 10 Sternen!

stern 10

Firefight – Brandon Sanderson – Hardcover mit SU – 464 Seiten – 17,99 € – ISBN: 978-3-453-26900-2 – erschienen: Oktober 2015 (Heyne fliegt) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren – Übersetzung: Jürgen Langowski

[Rezension] „Black Blade: Das eisige Feuer der Magie“ von Jennifer Estep

Reiheninfo:

  1. „Black Blade: Das eisige Feuer der Magie“
  2. „Black Blade: Das dunkle Herz der Magie“ (noch nicht erschienen)
  3. – Titel und Erscheinungsdatum noch unbekannt –

Klappentext:

Die 17-jährige Lila Merriweather verfügt über außergewöhnliche Talente. Sobald sie einem Menschen in die Augen blickt, kann sie in dessen Seele lesen. Zudem beherrscht die Waise sogenannte Übertragungsmagie – jede auf sie gerichtete Magie macht sie stärker. Doch Lila hält ihre magischen Fähigkeiten geheim, denn sie hat einen nicht ganz ungefährlichen Nebenjob: Sie ist eine begnadete Auftragsdiebin. Das Leben der freiheitsliebenden jungen Frau gerät allerdings aus den Fugen, als sie eines Tages den Sohn eines mächtigen magischen Familienclans vor einem Anschlag rettet und prompt als dessen neue Leibwächterin engagiert wird. Plötzlich muss sich Lila in der magischen Schickeria der Stadt zurechtfinden, wo Geheimnisse und Gefahren an jeder Ecke auf sie warten – ebenso wie ihre große Liebe. (Quelle)

Meine Meinung:

Jennifer Estep ist durch ihre beiden Reihen „Mythos Academy“ und „Elemental Assassin“ sicherlich schon einigen Lesern bekannt. Für mich persönlich war der erste Band ihrer neuen Reihe „Black Blade“ auch mein allererstes Buch überhaupt von ihr. Und so viel kann ich schon verraten: Es wird definitiv nicht das letzte Buch der Autorin gewesen sein, das seinen Weg in meine Regale findet.

Hauptperson ist Lila Merriweather, die sich als magisch begabte Auftragsdiebin durchs Leben schlägt. Ihre Mutter wurde vor einigen Jahren ermordet, die genaueren Umstände erfahren wir im Laufe der Geschichte. Lila ist seitdem ziemlich verschlossen und lässt kaum jemanden an sich heran. Denn wenn man keine Gefühle zulässt, kann man auch nicht verletzt werden.

Genau das war der Grund, warum ich Lila anfangs etwas unsympathisch fand. Sie wirkte auf mich sehr abgebrüht und kaltherzig. Und trotzdem konnte ich mich schon gleich zu Beginn des Buches nicht von den Seiten lösen, denn abgesehen von ihrer Verschlossenheit ist Lila eine tolle Protagonistin: Sie besitzt nicht nur einige ganz besondere und streng geheime magische Talente, sie ist auch ansonsten eine echte Kämpferin. Weibliche, toughe Fantasy-Heldinnen kann es meiner Meinung nach nicht genug geben.

Die Geschichte an sich ist im Bereich der Urban-Fantasy angesiedelt: Mitten in der normalen Welt gibt es die verschiedensten Monster und magiebegabte Menschen. Die Monster stellen für Lila allerdings das kleinste Problem dar. Viel schwieriger ist es, in ihrer Heimatstadt niemanden auf die Füße zu treten. Cloudburst Fall wird nämlich von verschiedenen Familien regiert und die kann man sich schon recht mafiaähnlich vorstellen …

Ich liebe Geschichten, in denen ich versinken kann. „Black Blade: Das eisige Feuer der Magie“ ist genauso eine Geschichte. Die Handlung, die Charaktere, die Schreibweise der Autorin: Hier hat einfach alles gepasst, ohne dass ich genau sagen kann, warum mich dieses Buch so gefesselt hat.

„Black Blade: Das eisige Feuer der Magie“ stellt für mich die perfekte Urban-Fantasy dar: eine toughe Heldin, ein Hauch von Romantik, erbarmungslose Kämpfe und – vor allem – gute Unterhaltung! Jennifer Estep hat einen neuen Fan! 9 von 10 Sternen!

stern 9

Black Blade: Das eisige Feuer der Magie – Jennifer Estep – Klappbroschur – 368 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-492-70328-4 – erschienen: Oktober 2015 (ivi) – Übersetzung: Vanessa Lamatsch  – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Rezension] „Lockwood & Co: Die raunende Maske“ von Jonathan Stroud

Reiheninfo:

  1. „Lockwood & Co: Die seufzende Wendeltreppe“
  2. „Lockwood & Co: Der wispernde Schädel“
  3. „Lockwood & Co: Die raunende Maske“
  4. – Titel noch unbekannt –

Klappentext:

Die Agenten von Lockwood & Co.: Anthony Lockwood, Lucy und George, führt ihr jüngster Fall mitten ins Zentrum der Geistererscheinungen, die London unerbittlich heimsuchen. Ein traditionsreiches Londoner Kaufh aus scheint Brutstätte des grausigen Phänomens zu sein. Wurde es doch auf den Überresten einer Pestopferruhestätte und über den Ruinen eines mittelalterlichen Kerkers errichtet. Gemeinsam mit Geisterjägern aus anderen Agenturen wagen sich Lockwood und seine Freunde bei Nacht in das Gebäude. Wer hier überleben will, braucht Mut und einen kühlen Kopf. Doch Lucy und ihre neue Kollegin Holly belauern sich eifersüchtig, Lockwood kommt von einem dunklen Geheimnis in seiner Vergangenheit nicht los und die düsteren Warnungen des wispernden Schädels verheißen Fürchterliches. (Quelle)

Meine Meinung:

Juhu, endlich ist er erschienen, der dritte Teil dieser wirklich tollen Jugendfantasy-Reihe, und mit ihm die gute Nachricht, dass es noch einen vierten Band geben wird. Noch ein Mal: Juhu!
Die Bücher von Jonathan Stroud sind für mich immer ein absolutes Must-Read im Herbst, wo sie passend zu dunklen Jahreszeit erscheinen und perfekt bei Kerzenlicht gelesen werden können.

An den beiden Vorgängern hat mir besonders gut gefallen, dass die Geschichten einfach so leichtlesig und unterhaltsam sind: Die Chakatere sind toll, die Handlung spannend und ein gewisser Humor schwingt auch jedes Mal mit. Ich frage mich, ob es gereicht hätte, wenn dieses Buch wieder nach dem gleichen erfolgreichen Muster geschrieben worden wäre. Vermutlich schon, denn Jugendbücher wie diese braucht die (Leser-)Welt einfach!

Doch dieses Buch ist im Vergleich zu den ersten beiden Bänden etwas anders: Lucy muss nicht nur mit neuen Geistern und problematischen Fällen kämpfen. Nein, dieses Mal machen ihr auch die Lebenden Probleme: Die Agentur bekommt ständig neue Aufträge: Lockwood, Lucy und George sind Nacht für Nacht ohne Pause unterwegs und ständig erschöpft. Das Elternhaus von Lockwood versinkt im Chaos. Um dem entgegen zu wirken, stellt Lockwood eine weitere Mitarbeiterin ein; und das, ohne Lucy zu fragen. Dass die Neue, Holly, dann auch noch ganz bezaubernd aussieht und den Jungs den Kopf verdreht, gefällt Lucy natürlich überhaupt nicht.

Diese kleine Eifersüchtelei bringt frischen Wind in die Geschichte und nimmt, zumindest in meinen Augen, auch nicht zu viel Raum ein. Dafür hat Lucy auch gar keine Zeit, denn ihre immer stärker werdende einzigartige Gabe beschäftigt sie sehr – und bringt dabei nicht nur sie, sondern das ganze Team in Gefahr …

Auch der dritte Band der Lockwood & Co – Reihe hat mich wundervoll unterhalten. Ein spannender neuer Fall, alte Bekannte und neue Figuren und die Entwicklung von Lucys Gabe sorgen dafür, dass dem Leser nicht langweilig wird. Für mich gehört diese Reihe zu dem Besten, was es derzeit auf dem Jugendfantasymarkt gibt. Und: Bei dem Ende möchte ich natürlich sofort weiterlesen!!! 9 von 10 Sternen!

stern 9

Lockwood & Co: Die raunende Maske – Jonathan Stroud – Hardcover mit SU – 464 Seiten – 18,99 € – ISBN: 978-3-570-15963-7 – erschienen: Oktober 2015 (cbj) – Übersetzung: Katharina Orgaß & Gerald Jung – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

[Rezension] „Der Rithmatist“ von Brandon Sanderson

Reiheninfo:

  1. „Der Rithamtist“
  2. engl.: „The Aztlanian“ (erscheint vorauss. 2016)

Klappentext:

Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht … (Quelle)

Meine Meinung:

„Kreidlinge. Sie wurden aus Formlinien entwickelt und bildeten den Kern eines jeden rithmatischen Angriffs. Nalizar zeichnete schnell und zielstrebig und erschuf Kreidlinge, die an kleine Drachen erinnerten. Sie besaßen Flügel und hatten biegsame Hälse. Sobald er den ersten vollendet hatte, erwacht er bebend zum Leben und flog über den Boden zu Professor Fitch.“ (S. 24)

Etwas komplett Neues zu schreiben, ein Thema zum Mittelpunkt einer Geschichte zu machen, das es so vorher noch nie gegeben hat – sowas scheint nicht einfach zu sein. Dazu gibt es einfach schon viele Ideen und Geschichten. Und doch hat Brandon Sanderson es mit diesem Buch geschafft.

Rithmatisten duellieren sich mt Kreide, in dem sie komplizierte Verteidigungskreise, Wirklinien, Kreidlinge und vieles mehr auf den Boden zeichnen. Joel ist von den einzelnen Strategien sehr fasziniert. Interessiert nimmt er alles an Wissen auf, das er bekommen kann. Auch zeichnerisch ist er nicht unbegabt. Nur erwachen seine Kreidlinge einfach nicht zum Leben – Joel ist nämlich leider kein Rithmatist, sondern wird nur an der gleichen Schule wie diese unterrichtet.

Doch als mit einem Mal einer der Rithmatistenschüler spurlos verschwindet und alles darauf hindeutet, dass rithmatische Zeichnungen und wilde Kreidlinge im Spiel waren, steckt Joel mittendrin…

Wie schon in „Steelheart“ konnte mich der Autor auch hier mit der Grundidee, seiner kurzweiligen Schreibweise und den Charakteren begeistern. Joel ist kein typischer Held: Er ist eben kein Rithmatist, kommt anders als seine Mitschüler aus schlichten Verhältnissen und wird auch nicht im Laufe der Geschichte urplötzlich total beliebt. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Die Handlung an sich ist nicht unbedingt besonders: Schüler verschwinden, das Verbrechen muss aufgeklärt werden und Joel befindet sich plötzlich im Mittelpunkt der Ermittlungen. Das Ende hingegen ist ziemlich komplex und ich fand es stellenweise etwas verwirrend. Ich denke, dass ich den Schluss, bevor ich den zweiten Teil lesen werde (und das werde ich), noch ein Mal lesen muss, um wirklich alle Informationen parat zu haben.

„Der Rithmatist“ ist ein mehr als gelungener Auftaktband zu einer neuen Jugendfantasyreihe von Brandon Sanderson. Mich hat vor allem die originelle Idee der Rithmatie, also der Kreidemagie, begeistert. Die Geschichte liest sich leicht und wird nicht langweilig. Einzig und allein der Schluss war mir etwas zu verwirrend und komplex – vielleicht hätte ich ihn aber einfach auch langsamer lesen sollen. Ich freue mich auf das Erscheinen des Folgebands und vergebe 8 von 10 Sternen.

stern 8

Der Rithmatist – Brandon Sanderson – Hardcover mit SU – 432 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-453-26986-6 – erschienen: Juli 2015 (Heyne fliegt) – Übersetzung: Jürgen Langowski – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

[Rezension] „Jamies Quest: Aufgabe gesucht“ von Dominic & Cornelia Franke

Klappentext:

Von Merlin gesandt, erblüht unser Land durch des Wanderers helfende Hand.
Jamie kann nicht glauben, dass gerade er ein sagenumwobener Wanderer sein soll. Eigentlich wollte er nur sein neues Computerspiel starten, als er sich plötzlich in Brior wiederfindet. Von monströsen Spinnen verfolgt, fordert sein Abenteuer all seinen Mut, doch lauert auf Jamie ein weitaus größerer Feind … (Quelle)

Meine Meinung:

Ich lese selten Büchern von Self Publishern. Es kann gut sein, dass mir dadurch so manches Schätzchen durch die Finger geht, aber es gibt einfach auch sehr viel Mist auf dem Self Publisher Markt und vielen Büchern merkt man einfach an, dass sie nicht richtig lektoriert wurden. „Jamies Quest: Aufgabe gesucht“ klang allerdings ziemlich gut und hatte vor allem fast nur gute Rezensionen. Ich war also sehr gespannt, ob ich mich den positiven Stimmen nach dem Lesen anschließen würde.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir angenehm leicht: Als Leser beginnt man erst gemeinsam mit Jamie in der realen Welt, bis man sich dann schon nach kurzer Zeit mit ihm in Brior, einer mittelalterlich anmutenden Stadt voller fantastischer Wesen wiederfindet. In der Realität wird Jamie oft von seinen Mitschülern geärgert, sogar verprügelt und ist alles andere als ein Held. Hier in Brior wird er als der neue Wanderer gefeiert und mit Respekt behandelt, Wanderer bringen schließlich immer etwas Gutes mit sich. Diese Idee hat mir gut gefallen. Ich habe es Jamie sehr gegönnt, aus seinem Schattendasein der realen Welt heraustreten zu können und zu zeigen, was in ihm steckt.

Insgesamt finde ich den ganzen Plot ziemlich gut: Jamie landet in Brior und soll eine dort eine Aufgabe erledigen. Leider ist ihm nicht mitgeteilt worden, welche das ist. Während er nun also versucht herauszufinden, was eigentlich seine Aufgabe ist, um dann endlich in die Realität zurückkehren zu können, wird dem Leser schon bald klar, dass Jamie große Gefahren drohen: nicht nur durch die monsterhaft großen Spinnen, sondern auch durch seine engsten Vertrauten.

Manch einer mag es schon geahnt haben: Es kommt ein Aber. Ein großes Aber! So sehr mir die Grundidee und die einzelnen Charaktere (nicht nur Jamie, sondern vor allem auch Hannes) gefallen haben, so sehr fehlt leider auch ein vernünftiges Lektorat. Ich kann gar nicht genau den Finger darauf legen, was mich besonders gestört hat, aber die Geschichte und die Erzählweise sind einfach nicht rund. Manche Erzählstränge sind in meinen Augen zumindest in diesem Band noch unnötig, andere hätten mehr Erklärung benötigt. Der Schreibstil war manchmal recht holprig, ich bin insbesondere über die Einbindung der Gedanken von Jamie gestolpert.

Mein Fazit: Ich wünsche Dominic und Cornelia Franke (einer noch sehr jungen Autorin und ihrem Mann) von Herzen, dass sich ein Verlag für „Jamies Quest: Aufgabe gesucht“ interessiert, denn die Idee für die Handlung und die Welt in Brior und auch das Setting sind wirklich gut. Für meinen Geschmack war aber vieles noch zu unrund, sowohl inhaltlich als auch schreiberisch. Deswegen kann ich nur 5 von 10 Sternen geben.

stern 5

Hier gelangt ihr zu einer ausführlichen Leseprobe, um euch selbst eine Meinung zu machen.

Jamies Quest: Aufgabe gesucht – Dominic und Cornelia Franke – Taschenbuch – 374 Seiten – 13,99 € – ISBN: 978-3000469350 – erschienen: Oktober 2014 – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Rezension] „Lockwood & Co 2: Der wispernde Schädel“ von Jonathan Strout

Reiheninfo:

  1. „Die seufzende Wendeltreppe“
  2. „Der wispernde Schädel“
  3. – Titel unbekannt –

Klappentext:

Dank des spektakulären Erfolgs im Fall der seufzenden Wendeltreppe ist Lockwood & Co. nun eine der angesagtesten Geisteragenturen Londons. Doch inzwischen wird die Metropole bereits von einer Reihe neuer grausiger Ereignisse erschüttert: In einer beispiellosen Diebstahlserie werden mächtige magische Artefakte entwendet und deren Hüter grausam ermordet. Als dann auch noch auf einem Friedhof ein schauerlich eiserner Sarg geborgen wird, dessen Inhalt unter mysteriösen Umständen verschwindet, steht fest: Ein klarer Fall für Lockwood & Co.! Nur wenn das Team um Anthony Lockwood, Lucy und George ihre ganze Genialität im Umgang mit übernatürlichen Ereignissen in die Wagschale wirft, kann es ihnen gelingen, die Verschwörung, die hinter all dem steckt, aufzudecken. (Quelle)

Meine Meinung:

Geisterjagd, Abenteuer, geniale Identifikationsfiguren und ein gefangener Schädel, der versucht Unfrieden zu stiften – was will man mehr? Dazu kommt ein toller Humor und eine wirklich unterhaltsame Schreibweise des Autors. Schon hat man das vielleicht perfekte Kinder- und Jugendbuch gefunden!

Ich glaube, ein ganz besonderer Reiz dieser Bücher entsteht auch durch die Tatsache, dass in der Welt von Lockwood & Co Kinder und Jugendliche mehr können als Erwachsene. Denn nur sie sind fähig, die Geister zu sehen, spüren und zu hören. Das heißt: Immer wieder kommen Erwachsene zu den jugendlichen Agenten und bitten sie um Hilfe. Welcher jugendliche Leser findet das nicht toll?

Was mir persönlich an diesen Büchern ganz besonders gefällt, ist, dass sie einfach zum Schmökern gedacht sind. Es versteckt sich nirgendwo eine kleine Moral, es wird kein ernstes Thema behandelt. Die Lockwood & Co-Reihe scheint einzig und allein deswegen geschrieben zu sein, um Kinder und Jugendliche zu unterhalten. Toll! Von solchen Büchern gibt es leider viel zu wenige.

Ich mache es ganz kurz, denn meine Botschaft ist es eigentlich auch: Kauft dieses Buch! Schenkt es einem jugendlichen Leser, ob Junge oder Mädchen! Lest die Geschichte selbst! Verschwindet für einige Zeit in der von Geistern heimgesuchten Welt und verbringt dort einige aufregende Stunden! Nicht mehr, aber ganz bestimmt auch nicht weniger! 9 von 10 Sternen!

stern 9

Lockwood & Co 2: Der wispernde Schädel – Jonathan Strout – Hardcover mit SU – 512 Seiten – 18,99 € – ISBN: 978-3-570-15710-7 – erschienen: Oktober 2014 (cbj) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren