[Rezension] „Total verrückte Wörter – Eine Sammlung unübersetzbarer Wörter aus der ganzen Welt“ von Nicola Edwards (Text) und Luisa Uribe (Illustration)

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Du möchtest wissen, wie die Isländer es nennen, wenn ein Wetter so ungemütlich ist, dass man es sich zwar gerne vom Fenster aus ansieht, aber nicht hinausgehen möchte? Du möchtest außerdem wissen, warum Island gerade für uns Buchliebhaber so ein attraktives Land ist? Es interessiert dich, warum ich Kawaakari mal so gerne mit meinem Freund erleben möchte und woher der Begriff Gobbledygook stammt? Du bist neugierig, was ein traditionelles Längenmaß der Finnen mit Rentieren zu tun hat?

Dann solltest du dir unbedingt „Total verrückte Wörter“ kaufen, denn dieses Buch ist ein wahrer Bücherschatz. Auf liebevoll gestalteteten und wundervoll illustrierten Doppelseiten wird jeweils ein Wort vorgestellt, das es in einer anderen Sprache gibt und das wir so nicht eins zu eins übersetzen können. Nebenbei gibt es noch ein paar kurze Informationen – mal zu dem Wort an sich, mal zu dem Land oder der Sprache, aus der es stammt.

In diesem Sinne: Für mehr Gökotta und Nakama und weniger Shlimazl auf der Welt!

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Total verrückte Wörter – Eine Sammlung unübersetzbarer Wörter aus aller Welt – Nicola Edwards (Text) und Luisa Uribe (Illustration) – Hardcover – 64 Seiten – 14,90 € – ISBN: 9783961850082 – erschienen: April 2018 (360 Grad) – Altersempfehlung: ab 8 Jahren – Übersetzung: Beatrix Rohrbacher

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[Rezension] „Good Night Stories for Rebel Girls: 100 außergewöhnliche Frauen“ von Elena Favilli und Francesca Cavallo

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„Niemand soll sich anmaßen, mir zu sagen, was ich kann und was nicht.“ (Amna al Haddad, S. 26)

Dieses Buch ist in der Buchwelt schon lange sehr bekannt. Viele haben es gelesen, alle haben es geliebt – so war zumindest mein Eindruck. Ich habe mich lange Zeit gescheut, es zu lesen. Zum Glück wanderte es zu Beginn der Woche dann doch in meine Einkaufstasche und dann zu mir nach Hause.

In „Good Night Stories for Rebel Girls“ geht es, wie auch der Untertitel schon sagt um die Geschichten von 100 außergewöhnlichen Frauen. Auf einer Doppelseite werden sie jeweils in Text und Bild porträtiert. Die Illustrationen stammen von über 60 Künstlerinnen. Da das Buch für junge Leser geschrieben wurde, sind die Texte leichtlesig und nicht überladen mit Fakten. Seite für Seite habe ich gelesen. Irgendwie konnte ich gar nicht aufhören. Und das, obwohl das Buch ein Sachbuch ist.

Die beschriebenen Frauen sind aus den unterschiedlichsten Gründen so außergewöhnlich: Manche aufgrund einer Sportlerkarriere, manche weil sie etwas erreicht haben, was noch nie eine Frau vor ihnen erreicht hat oder erreichen durfte. Es geht zum Beispiel um Naturwissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Politikerinnen oder Aktivistinnen.

„Wenn die ganze Welt schweigt, kann auch einzige Stimme mächtig sein.“ (Malala Yousafzai, S. 114)

Immer wieder habe ich während des Lesens meinem Freund von der ein oder anderen Frau erzählt. Besonders beeindruckt hat mich die Kenianerin Wangari Maathai, die durch ihre Initiative dafür sorgte, dass in Kenia über 40 Millionen neue Bäume gepflanzt wurden, um der Dürre entgegen zu wirken. Sie erhielt für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis.

Die Geschichte jeder einzelnen Frau ist auch gleichzeitig die Geschichte einer bestimmten Zeit, eines bestimmten Landes und einer bestimmten Kultur. Spannend, in diese so zumindest für einen kurzen Moment eintauchen zu können. Beim Lesen wird mir bewusst: Was habe ich für ein Glück im Leben. Glück genau das sein zu dürfen, was ich sein möchte. Ohne dabei aufgrund meines Geschlechts benachteiligt zu werden.

„Hab keine Angst, die einzige Mohnblume in einem Feld voller Nazissen zu sein.“ (Michaela Deprince, S. 150)

Und trotzdem – vermutlich lehne ich mich jetzt weit aus dem Fenster: Ich hätte mich auch über ein Buch gefreut, in dem es einfach um außergewöhnliche Personen geht, egal ob sie nun Männer oder Frauen waren. Denn verdient es nicht jeder, der etwas Herausragende bewirkt hat und der auf seine Art außergewöhnlich ist, in diesem Buch erwähnt zu werden?

„Schreib auf, was nicht in Vergessenheit geraten darf.“ (Isabel Allende, S. 82)

„Good Night Stories for Rebel Girls“ war beim Lesen ein Herzensbuch und wird es  sicherlich auch danach noch für lange Zeit bleiben. Es regt zum Nachdenken und zum Austausch an. Deswegen möchte ich auch unbedingt wissen: Habt ihr das Buch schon gelesen? Welche der vorgestellten Frauen hat euch besonders nachhaltig beeindruckt?

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Good Night Stories for Rebel Girls: 100 außergewöhnliche Frauen – Elena Favilli & Francesca Cavallo – Hardcover – 224 Seiten – 24,00 € – ISBN 978-3-446-25690-3 – erschienen: September 2017 (Hanser Verlag) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren – Übersetzung: Birgitt Kollmann

 

[Rezension] „Der Riese, der mit dem Regen kam“ von Stefan Boonen

Klappentext:

Albert und Kalinda teilen ein Geheimnis: Sie haben in der Nacht, in der es regnete, einen Riesen vor dem Fenster gesehen. Gleichzeitig. Albert im dritten Stock und Kalinda im siebten. Und dabei hatte Albert schon Angst, dass in seinen Sommerferien wieder nichts passiert. Aber dieses Mal kann er sich nicht beklagen: Das Hochhaus, in dem sie wohnen, wird verkauft und alle müssen ausziehen. (Quelle)

Meine Meinung:

– „Und? Wie war das Buch?“
– „Gut, aber irgendwie auch etwas schräg.“
– „Und das überrascht dich bei diesem Titel?“

Ja, ein bisschen überrascht hat es mich wirklich, denn dieses Buch hat meiner Meinung nach mehrere Erzählebenen. Ob ich wirklich alle durchschaut habe oder vielleicht sogar zu viel in die Geschichte hinein interpretiere? Ich weiß es nicht.

„Du bekommst nur eine einzige Chance im Leben; wenn die kommt, darfst du nicht zögern.“ (S. 12)

Ort des Geschehens und irgendwie schon fast ein eigener Charakter ist das Sommerhochhaus: ein Hochhaus, wie es am Rande jedes kleinen Ortes stehen könnte – ein wenig trostlos und verfallen, grau und kalt. Im Sommerhochhaus wohnen die verschiedensten Leute: Zum Beispiel Rosie, die in ihrer Wohnung einen ganzen Gemischtwarenladen hat. Oder Doktor Korzy, der alle benhandelt, außer man fragt ihn, ob er wirklich Arzt ist.

Und dann ist da Albert, der gemeinsam mit seiner Mutter und seinen fünf Schwestern im Sommerhochhaus wohnt. Aber eigentlich ist es auch egal, ob Albert dort wohnt oder nicht. Seine Mutter und seine Schwestern, die alle gleich aussehen, beachten ihn sowieso nicht. Für sie ist nur eine Sache wichtig: den Durchbruch als Fotomodell zu schaffen. Und so streiftAlbert alleine durch das Sommerhochhaus, das für ihn so viel mehr ist als nur ein baufälliges Gebäude.

Eines Tages zieht dann Kalinda ins Sommerhochhaus. Und in ihrer ersten Nacht in der neuen Wohnung passiert etwas, das das Leben von Albert und Kalinda von Grund auf verändert: Beide beobachten das Erscheinen von Pjiep, dem Riesen.

„Ein großes Loch wurde sichtbar, tief und dunkel, und aus der Dunkelheit tauchten zwei mächtig große Hände auf.
‚Uiuiui, da bin ich also‘, murmelte eine Stimme, die klang wie ein Gewitter aus der Ferne.“ (S. 7)

„Der Riese, der mit dem Regen kam“ ist kein fröhliches Kinderbuch. Für mich strahlt es auf eine märchenhafte Weise sehr viel Melancholie aus. Es thematisiert den Wunsch von Kindern, geliebt zu werden und etwas Besonderes zu sein. Es bietet aber auch leise Hoffnung in Form von Freundschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl. Es ist ein Buch, das ich immer noch nicht ganz greifen kann. Und das finde ich in diesem Fall äußerst positiv. Ich vergebe nachdenkliche 7 von 10 Sternen!

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Der Riese, der mit dem Regen kam – Stefan Boonen & Tom Schoonoooghe (Illustration) – Hardcover, 256 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-7373-5178-2 – erschienen: März 2016 (Fischer) – Altersempfehlung: ab 8 Jahren – Übersetzung: Andrea Kluitmann

[Rezension] „Funklerwald“ von Stefanie Taschinski

Klappentext:

Du kannst alles schaffen, wenn ein Freund dir die Pfote reicht!

Das Luchsmädchen Lumi lebt schon immer im Funklerwald und kennt jeden Baum und jedes Tier rund um ihren Bau. Der Waschbärenjunge Rus kommt ganz neu in den Wald und sucht dort mit seiner Familie eine Heimat. Als Lumi in eine Felsspalte fällt, hilft Rus ihr aus der Patsche. Aber die anderen Funklerwald-Tiere mögen keine Neulinge. Und sie beschließen: Die Waschbären sollen verschwinden! Lumi und Rus müssen ganz schnell einen Weg finden, damit die Waschbären bleiben dürfen. Und dieser Weg führt sie in die gefährlichsten Regionen des Waldes, zu der weisen Fledermaus Maushardt und dem geheimen Wandelbaum … (Quelle)

Meine Meinung:

Stellt euch vor, ihr kauft ein Buch, dessen Klappentext euch vollkommen überzeugt.
Stellt euch vor, ihr nehmt das Buch an einem regnerischen Tag mit ins Bett.
Stellt euch vor, ihr schlagt das Buch auf und seht die zauberhaftesten Zeichnungen überhaupt! ❤

„Funklerwald“ ist einfach ein richtig tolles Kinderbuch. Mal sehen, ob ich meine Meinung auch überzeugend begründen kann. 😉 (Hatte ich schon die liebevollen Zeichnungen erwähnt?)

Lumi ist ein aufgewecktes und fröhliches Luchsmädchen, das gerne mit ihren beiden besten Freunden dem Wildschwein Borste und dem Fuchsmädchen Rissa spielt. Als plötzlich eine Waschbärenfamilie in den Funklerwald zieht, ist die Sorge bei vielen groß. Waschbären gehören doch gar nicht in ihren Wald. Sie haben noch nicht mal einen eigenen Baum. Außerdem riechen sie anders und stellen bestimmt eine Bedrohung dar. Vor allem Lumis Freundin Rissa lässt sich von dieser Stimmung anstecken und schon bald droht den Waschbären große Gefahr. Lumi und Rus, der Waschbärenjunge, machen sich auf eine gefährliche Reise, um die Waschbärenfamilie zu rettten.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist wichtig. Auf kindgerechter Ebene geht es nämlich darum, wie man miteinander umgeht. Es geht um die Angst vor dem Unbekannten, vor Veränderungen und vor Fremden. Es geht darum, wie schnell Gerüchte und Vorurteile entstehen. Und es geht um Freundschaft, die es ermöglicht, hinter all diese Vorurteile zu sehen und das Tier den Menschen selbst zu sehen.

Meine Begeisterung für „Funklerwald“ ist riesig. Die Geschichte ist toll, die Charaktere absolut überzeugend und die Illustration hervorragend. Ich bin mir sicher, dass „Funklerwald“ zu meinem persönlichen Wohlfühlbuch werden könnte, das ich immer mal wieder hervor hole und in das ich immer wieder hineinblättere. Wer Kinder hat, braucht dieses Buch unbedingt. Kinder werden die Figuren und Bilder lieben. Wer keine Kinder hat, braucht dieses Buch meiner Meinung nach trotzdem, denn auch Erwachsene werden die Figuren und Bilder lieben.
Liebe Stefanie Taschinski, vielen Dank für „Funklerwald“, liebe Verena Körting, vielen Dank für die wundervollen Zeichnungen! 9 von 10 Sternen!

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Funklerwald – Stefanie Taschinski – Hardcover – 256 Seiten – 14,99 € – ISBN-13: 978-3-7891-4807-1 – erschienen: Januar 2015 (Oetinger) – Illustratorin: Verena Körting – Altersempfehlung: ab 8 Jahren

[Rezension] „Ein Mädchen, sieben Pfannkuchen und ein roter Koffer“ von Stefan Boonen

Klappentext:

Die Schifferin und allerbeste Pfannkuchenbäckerin des kleinen Dorfes findet am Morgen ein Mädchen am Strand, das der Fluss angespült hat. Mutterseelenallein!
Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht. Alle sind besorgt. Es wird beschlossen, dass das Mädchen bei drei Familien zur Probe wohnen und dort bleiben soll, wo es ihr am besten gefällt. Richtig spannend wird es, als das Mädchen erfährt, dass der von der Försterin gefangene Bär an den Zoo verkauft werden soll … (Quelle)

Meine Meinung:

Und plötzlich ist es da: das kleine Mädchen mit seinem roten Koffer! Als Frau Karbus, die Schifferin von Wammerswald, das Mädchen am Strand findet, nimmt sie es erst ein Mal mit und backt ihm Pfannkuchen. Das ist nämlich ihre Spezialität.
Danach richtet sich Findling, wie das Mädchen von allen genannt wird, am Strand häuslich ein und fühlt sich dabei pudelwohl. Doch dort kann sie nicht bleiben, darin sind sich alle einig. Schnell finden sich drei Familien, bzw. Personen, die bereit sind, Findling bei sich aufzunehmen.

Bis zu diesem Zeitpunkt las sich das Buch „nur“ nett und lustig. Die Charaktere waren toll und humorvoll beschrieben, so dass nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene beim Lesen in sich hineinkichern. Und dann kam der Moment, ab dem Findling jeweils einen Tag und eine Nacht bei einer der drei Familien wohnt, um zu testen, wo sie später lebenmöchte. Und die Geschichte wurde herzerwärmend, denn die Beweggründe der einzelnen Familien und ihre Versuche, Findling ein Heim zu geben, sind unheimlich liebevoll. Mein heimlicher Lienling ist ganz klar der Große Jos, der – so denkt er zumindest – gar nicht so viel von Kindern versteht, dabei aber ein Herz hat, das fast so riesig ist wie er selbst.

„Ich weiß aber nicht, ob ich gut vorlesen kann“, sagte er zögernd, als er wieder nach unten kam. „Das habe ich noch nie gemacht.“
Findling lachte. „Und ich weiß nicht, ob ich gut zuhören kann. Es ist das erste Mal, dass mir jemand eine Geschichte vorliest.“ (S. 151/152)

Stefan Boonen ist ein wunderbares Buch gelungen, das meiner Meinung nach alles bietet, was das Herz begehrt: Tolle, detailliert beschriebene Charaktere, nette Bilder (von Illustrator Tom Schoonooghe), viel Gefühl und mit der Rettungsaktion für den Bären auch noch die nötige Portion Abenteuer. Ich vergebe insgesamt 8 von 10 Sternen und empfehle das Buch auch erwachsenen (Vor-)Lesern.

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Ein Mädchen, sieben Pfannkuchen und ein roter Koffer – Stefan Boonen – Hardcover – 272 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-7373-5172-0 – erschienen: Februar 2015 (Fischer) – Altersempfehlung: ab 8 Jahen

[Kurzer Leseeindruck] „Das Blubbern von Glück“ von Barry Jonsberg

Klappentext:

Hier kommt Candice Phee! 12 Jahre alt, wunderbar ehrlich und ein bisschen … anders. Und auch wenn viele sie nicht auf Anhieb verstehen – Candice hat ein riesiges Herz. Sie ist entschlossen, die Welt glücklich zu machen. Nur leider ist das gar nicht so einfach …

Denn wohin Candice auch sieht – an jeder Ecke lauert das Unglück. In ihrer Familie, die früher vor Glück geblubbert hat, spinnt sich neuerdings jeder in seinem eigenen Leid ein. Ihr superkluger Freund Douglas Benson versucht seit Langem vergeblich, in eine andere Dimension zu reisen. Und ihr Haustier, Erdferkel Fisch, hat womöglich eine ernsthafte Identitätskrise. Candice macht sich ans Wunderwerk, um jedem Einzelnen von ihnen zu helfen. Und wie sie das schafft und zum Schluss wirklich jeder um sie herum ein dickes Stück glücklicher ist, das ist das Allerwunderbarste an ihrer Geschichte. (Quelle)

Mein Eindruck:

Candice ist anders. In der Schule wird sie nur Ile genannt, was für I.LE. und das wiederum für Individuelle Lernförderung steht. Allerdings ist Candice ziemlich klug, sie braucht nur lange, um mit fremden Menschen sprechen zu können, und die Stifte in ihrem Federmäppchen müssen immer geordnet sein. Manche sagen, sie habe Autismus, das glaubt sie selbst allerdings nicht. Am schönsten drückt ihr reicher Onkel Brian ihre Andersartigkeit aus:

„Du singst dein eigenes Lied, Pumpkin, und du tanzt nach deiner eigenen Melodie. Du siehst die Welt mit anderen Augen als wir. Und weißt du, was? Manchmal wünschte ich, jeder sähe sie mit deinen Augen. Ich weiß, dass die Welt dann ein besserer Ort wäre.“ (S. 39)

Das große Ziel von Candice ist es, ihre Familie wieder glücklich zu machen, denn die ist ziemlich zerrüttet, Liebe ist kaum mehr spürbar. Und so schmiedet sie Pläne, wie sie das Glück zurück in ihre Familie holen kann (und ihren Fisch davon überzeugen kann, Atheist zu werden, aber das ist eine andere Geschichte).

„Das Blubbern von Glück“ ist perfekt. Warmherzig und klug, voller liebenswerter, aber auch skuriller Figuren. Das Lesen der Geschichte macht tatsächlich glücklich! Für mich ein absolutes Lesehighlight: 10 Sterne!

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Das Blubbern von Glück – Barry Jonsberg – Hardcover mit SU – 256 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-570-16286-6 – erschienen: September 2014 (cbt) – Altersempfehlung: ab 10 Jahren

[Rezension] „Der Wald der träumenden Geschichten“ von Malcom McNeill

Der Wald der träumenden GeschichtenKlappentext:

Wo Max herkommt und wer er ist, können ihm nicht einmal seine Adoptiveltern sagen. Doch das ist nicht das einzige Rätsel im Leben des kleinen Waisenjungen: Er besitze die Gabe, Menschen verschwinden zu lassen, erfährt er von zwei unheimlichen Fremden, dem eigenbrötlerischen Wissenschaftler Boris und der phantastischen Mrs Jeffers. Ob das Verschwinden seiner Eltern mit seinem Fluch zu tun hat?
Die Lösung beider Rätsel liegt tief verborgen im »Wald des Anfangs«, dem Ursprung aller Geschichten bevölkert mit phantastischen und magischen Wesen, die Max bei seiner Suche helfen und ihn begleiten. (Quelle)

Meine Meinung:

Uff, diese Rezension fällt mir richtig schwer. Normalerweise weiß ich, bevor ich eine Rezension beginne, ob mir das Buch gefallen hat oder nicht. Im besten Falle habe ich schon eine Bewertung im Kopf und weiß auch, woran ich diese festmache. Nicht so bei diesem Buch…

Um es kurz und knapp zu sagen: Ich bin mir mit mir selbst nicht einig, wie ich „Der Wald der träumenden Geschichten“ finde. Es gab Stellen, die ich langweilig fand, und welche, die spannend waren. Manchmal habe ich die Fantasie des Autors bewundert und mich an seinen Kreationen erfreut, andere Male waren mir kleine Teilgeschichten zu abgehoben und komisch.

Einerseits finde ich, dass das Buch stellenweise, vor allem sprachlich, nicht für Kinder geeignet ist, andererseits ist die Geschichte eindeutig für ältere Kinder geschrieben und spricht sie sicherlich auch an.

Auf der Verlagsseite wird der philosophische Tiefgang des Buches hervorgehoben und auch hier ist meine Meinung zwiespältig: Manchmal war es mir zu philosophisch, dann wieder zu wenig. Es gab aber auch Stellen, die in dieser Hinsicht wirklich perfekt waren und zum Nachdenken angeregt haben.

„Tausende von Jahren haben die Menschen gelebt, ohne sich zu fragen, wie sie leben sollten. Ich denke, sie wussten es intuitiv. Man brauchte keine besonderen Antworten, weil es keine besonderen Fragen gab. Die Menschen lebten so wie die Bäume – sie schlugen Wurzeln, trieben Äste und wuchsen.“ (S. 331)

Eine Sache war aber uneingeschränkt schön und zwar die Sprache, insbesondere die Beschreibung der Bücher und Geschichten dort.

„Das Buch hatte Max als Erstes gesehen. Es lag im Sessel, als habe es auf ihn gewartet, und zog ihn sofort in Bann – nicht nur durch seine Größe und Schönheit, sondern auch durch ein seltsames Gefühl von Vertrautheit. Es kam ihm vor, als kennten sie beide sich schon seit langer Zeit und kämen nun endlich wieder zusammen.“ (S. 88)

Also: Es gab vieles, was ich an diesem Buch mochte, so beispielsweise die Sprache, meist die Fantasie des Autors und die Charaktere. Andere Dinge haben mir nicht so gut gefallen: So hatte die Geschichte manchmal gewisse Längen und ich habe den roten Faden nicht immer ganz gesehen. Insgesamt vergebe ich noch 6 von 10 Sternen.

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Der Wald der träumenden Geschichten – Malcom McNeill – Hardcover – 544 Seiten – 16,99 € – ISBN 978-3-596-85670-1 – erschienen: August 2014 (Fischer)

[Rezension] „Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte“ von Crystal Chan

Bird und ich und der SommerInhalt:

„Großvater hörte an dem Tag auf zu sprechen, an dem er meinen Bruder John tötete.“ (S. 5, erster Satz des Buches)

Natürlich tötete Jewels Großvater ihren Bruder nicht wirklich, aber alle glauben, dass es seine Schuld ist. Schließlich hatte er John immer Bird genannt und ihn – so glauben es zumindest Jewels Eltern – dazu gebracht, von einer Klippe hinunter zu springen, um zu fliegen.

Der Tag, an dem Bird stirbt, ist gleichzeitig der Tag von Jewels Geburt. Allerdings hat sie oft das Gefühl, gar kein richtiges Leben zu haben. Alle denken nur noch an Bird: Ihr Großvater spricht nicht mehr und beachtet Jewel auch sonst nicht, ihre Mutter redet immer nur dann mit ihr, wenn sie mit ihr schimpft, und Jewels Vater ist in seiner Freizeit damit beschäftigt, Rosmarinsträucher zu pflanzen, um die bösen Geister – Duppies – von der Familie fernzuhalten.

Erst als Jewel eines Sommer einen Jungen kennenlernt, der zufälligerweise auch John heißt, hat sie das Gefühl, dass ihr endlich mal jemand zuhört. Ihr Leben beginnt sich zu verändern…

„Er streckte mir die Hand hin, und ich ergriff und schüttelte sie wie die Erwachsene, die ich bald sein würde. Ich war erstaunt, wie fest er meine Hand drückte, so als planten wir, gemeinsam die Welt zu erobern.
Es war der beste Händedruck, den man sich vorstellen kann.“ (S. 14)

Meine Meinung:

Dieses Buch ist ein Schatz: äußerlich wie innerlich. Fangen wir mit der Gestaltung des Buches an. Die ist nämlich so schön, dass ich sie ganz entgegen meiner sonstigen Art unbedingt hervorheben muss. Das Cover ist bezaubernd designt und auch an den kleinen Zeichnungen zu Beginn und zum Ende der einzelnen Kapitel kann man die liebevolle Arbeit des Verlags erkennen.

Viel wichtiger ist aber das Innere an sich. Vielleicht bekommt ihr ein Gespür dafür, wie toll dieses Buch geschrieben ist, wenn ich euch erzähle, dass ich beinahe in jedem Kapitel einige Sätze gefunden habe, die mir durch und durch gingen. Ich hatte bisher selten beim Lesen ein so magisches Gefühl. Der Autorin ist wirklich eine Meisterleistung gelungen, das kann man nicht anders sagen. Wie sie mit Worten umgeht, Gefühle und Stimmungen kreiert: unglaublich!

„Ich hatte noch nie gemeinsam mit jemandem geschwiegen. In unserem Haus wurde Schweigen eingesetzt wie ein Schild und ein Schwert: Wir hielten damit andere auf Abstand oder verletzten sie.“ (S. 216)

Die Geschichte, die Crystal Chan erzählt, ist ebenso traurig wie schön. Die Einsamkeit von Jewel ist von den allerersten Seiten an greifbar, genauso wie die Freude und das überwältigende Gefühl, plötzlich jemanden kennenzulernen, der einem zuhört und einen versteht. Doch auch die Freundschaft zwischen Jewel und John ist nicht immer ganz einfach und erlebt ihre Höhen und Tiefen. Für meinen Geschmack gab es hier die ein oder andere Wendung zu viel, aber das ist auch nur ein klitzekleiner Kritikpunkt.

„Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte“ ist ein wundervolles Buch für ältere Kinder, aber auch für Erwachsene. Es ist sensibel und vor allem sprachgewaltig. So sprachgewaltig, dass ich trotz ganz kleiner Kritik am eigentlich bewegenden und sehr gelungenen Inhalt sehr gerne 9 von 10 Sternen vergebe.

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Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte – Crystal Chan – Hardcover – 304 Seiten – 14,95 € – ISBN 978-3-7348-4703-5  – erschienen: Juli 2014 (Magellan) – Altersempfehlung: ab 11 Jahren

[Rezension] „Vilja und der Räuberschatz“ von Siri Kolu

Vilja und der RäuberschatzReiheninfo:

  1. „Vilja und die Räuber“
  2. „Vilja und das Räuberfest“
  3. „Vilja und der Räuberschatz“

Inhalt:

„Dass Vanamo in die Klauen einer fremden Räuberbande geriet, war einzig und allein meine Schuld.“ (S. 11)

Auf dem letzten Räuberfest im Sommer hat Vilja den Räuberpokal fürs SCHWINDELN bekommen: die Königsdisziplin aller Räuberwettkämpfe. Durch Zufall findet sie darin eine Schatzkarte und zwar nicht nur irgendeine, sondern die zum Ratgeber aller Ratgeber: das Räuberhandbuch, das seit seinem Verschwinden alle Räuberbanden in die Hände bekommen wollen. Um den anderen Sippen zuvor zu kommen, planen Vilja und die Räuberbergs sofort ihre nächsten Schritte. Dass am Ende sogar Viljas große Schwester Vanamo in Gefahr gerät, ahnt zu diesem Zeitpunkt noch keiner.

Meine Meinung:

Als ich das Buch das erste Mal in den Händen hielt, war mir ganz klar, dass ich es unbedingt bei strahlendem Sonnenschein auf dem Balkon lesen wollte, denn die ersten Bände waren ganz klare „Sommerbücher“. Ich war dann etwas verwundert, als ich feststellte, dass die Handlung kurz vor Weihnachten spielt.

Was zunächst ungewohnt war, hatte dann ganz klare und deutliche Vorteile: Die Handlung war eine ganz andere als in den ersten beiden Bänden. Es ging nicht mehr um das große Räuberfest, sondern wirklich nur um die Suche nach dem Räuberschatz: dem von allen gesuchten und begehrten „Ratgeber aller Ratgeber“ (das große Räuberhandbuch). Denn so nett und unterhaltsam das Räuberfest mit den einzelnen Wettkämpfen auch ist, ein bisschen Abwechslung schadet nie.

Was natürlich bleibt, ist der liebevolle und kreative Erzählstil der Autorin, der auch dieses Buch zum puren Lesevergnügen gemacht hat. Vilja ist wieder ein bisschen erwachsener geworden und muss sich – manchmal auch ganz alleine ohne die Hilfe der Räuberbergs – Herausforderungen stellen, die sie vor ein paar Jahren noch nicht gemeistert hätte: Sie ist drum und dran eine echte Räuberin zu werden.

Insgesamt ist es schön, dass Siri Kolu ihren Charakteren Platz lässt, sich zu entwickeln, denn nicht nur Vilja ist älter geworden, auch Kalle emanzipiert sich und Hele wird noch eigenständiger und selbstbewusster. Ich bin gespannt, wann sie ihre eigene Räuberbande eröffnet.

Das einige, was mich ein klitzekleines bisschen stört, ist die Tatsache, dass nicht alle Räuberbergs eine wichtige Rolle in diesem Buch spielen. So genervt ich manchmal auch von den ellenlangen Reden vom Wilden Karlo war, dieses Mal hat er mir manchmal doch gefehlt.

„Vilja und der Räuberschatz“ fand ich wieder genauso toll, lustig und unterhaltsam wie den ersten Band. Das Ende des Buches gefiel mir sehr, insbesondere weil klar ist: Da kommt noch was, es geht weiter mit Vilja und den Räuberbergs. Die Vilja-Bücher bilden eine wundervolle Kinderbuchreihe, die auch mich als Erwachsene begeistert. Räuberische 9 von 10 Sternen!

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Vilja und der Räuberschatz – Siri Kolu – Hardcover – 336 Seiten – 12,99 € – ISBN: 978-3-453-26920-0 – erschienen: Februar 2012 (Heyne) – Altersempfehlung: ab 10 Jahren

[Rezension] „Das Weihnachtsgeheimnis“ von Jostein Gaarder

Das WeihnachtsgeheimnisInhalt:

Es ist Advent in Norwegen und Joachim und seine Eltern entdecken in einem alten Buchladen einen ganz besonderen Adventskalender – wie besonders er ist, soll Joachim aber erst nach und nach herausfinden. Denn hinter jedem Türchen warten nicht nur Bilder auf den Jungen, sondern auch ein kleine handgeschriebene Zettel, auf denen eine unglaubliche Geschichte erzählt wird: die Weihnachtsgeschichte, um es genau zu sagen, aber ganz anders, als Joachim sie bisher kannte.

Meine Meinung:

Jostein Gaarder ist den meisten Menschen vor allem durch „Sofies Welt“ ein Begriff: ein Buch, in dem es um die Geschichte der Philosophie geht. Der gleiche Autor schreibt hier nun ein Adventskalenderbuch (24 Kapitel für die ersten 24 Tage im Advent), in dem es selbstverständlich um Weihnachten geht. Wer hier kurz stockt, dem sei gesagt: Weihnachten, christlicher Glaube und Philosophie zusammen – das geht wunderbar!

„Doch es ist wichtig, sich über das bisschen zu freuen, was man hat. Egal, wie wenig, es ist immer noch unendlich viel mehr als nichts.“ (S. 73)

Die Art und Weise wie Jostein Gaarder hier eine Geschichte innerhalb einer Geschichte erzählt und wie sich die Geschichten immer mehr miteinander vermischen, ist wirklich besonders und hat auf mich eine gewisse Faszination ausgeübt.

Ich selber bin nicht besonders religiös, doch viele Sätze und Gedanken haben mich während des Lesens berührt.

„ […] Einige Priester sind so sehr darauf versessen, herauszufinden, was der einzig wahre Glaube ist, dass sie in der Eile das Allerwichtigste vergessen.“
Jetzt machte Elisabeth große Augen:
„Was ist denn das Allerwichtigste?“
„Dass Jesus auf die Welt gekommen ist, um die Menschen zu lehren, gut zueinander zu sein. Keine andere Lektion fällt den Menschen schwerer, und keine andere ist wichtiger […].“
(S. 189/190)

Und auch wenn ich das Buch nicht immer wie ein Adventskalenderbuch jeden Tag ein Kapitel) gelesen habe, war es mir doch ein schöner Begleiter in der (Vor-)Weihnachtszeit, allerdings hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, etwas schneller in der Geschichte voranschreiten zu können. Insgesamt vergebe ich gute 7 von 10 Sternen und kann „Das Weihnachtsgeheimnis“ als Buch für die Adventszeit nur empfehlen.

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Neue Ausgabe:
Das Weihnachtsgeheimnis – Jostein Gaarder – Hardcover – 288 Seiten – 14,99 € – ISBN-13: 978-3446243194 – erschienen: September 2013 (Hanser) – Altersempfehlung: ab 10 Jahren