[Rund um’s Buch] A Tribute to: Kevin Hearne

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Es ist soweit: Der finale Band um den Eisernen Druiden Atticus O’Sullivan ist erschienen. Die abgebildeten neun Bücher um den sympathischen Druiden und seine Freunde habe ich alle gelesen. Es gibt noch zwei Zwischenbände („Überfallen“ und „Oberons blutige Fälle“), die ich allerdings nicht kenne.

Inhaltlich möchte und kann ich gar nicht so viel zu den Büchern sagen, denn ich würde viel zu viel verraten. Außerdem ist die Handlung unglaublich komplex und bringt im Laufe der Reihe viel Neues. Grob geht es um Folgendes:

Atticus O’Sullivan ist ein zweitausend Jahre alter Druide, der zu Beginn der Handlung eine kleine Buchhandlung betreibt und ein bisschen magischen Kleinkram verkauft. Hier in Arizona hofft er, sich vor Göttern und Feen verstecken zu können, denn mit den meisten von ihnen steht er auf Kriegsfuß. Dass das nicht klappen wird, ist schnell klar. Und so begegnet Atticus gemeinsam mit seinem Wolfshund Oberon in den folgenden Bänden nicht nur allen möglichen Gottheiten der verschiedensten Religionen, sondern auch Vampiren, Werwölfen, Feen und Eibenmännchen. Und obwohl der sympathische Druide eigentlich darum bemüht ist, alles richtig zu machen und vor allem GAIA (der personifizierten Erde) zu dienen, macht er sich mehr Feinde als Freunde …

Kevin Hearne hat meiner Meinung nach mit dieser Reihe Großes geschaffen. Die Bücher sind Urban Fantasy vom Feinsten! Humorvoll, kämpferisch und gelungen abseits vom Mainstream!

[Rezension] „Das Eherne Buch“ von Christian von Aster

Klappentext:

Aus den Händen seines Vaters empfängt Jaarn, der letzte Nachkomme des Hauses von Stahl, ein sagenumwobenes Schwert, mit dessen Hilfe er dem Reich Frieden bringen soll. Es trägt den Namen »Das Eherne Buch« und ist aus Geschichten geschmiedet. Fürsten und Räuber trachten nach dem Legendeneisen und bald heften sich die gefürchtetsten Meuchelmörder des Reiches an seine Fersen. Seiner Jugend und Unerfahrenheit zum Trotz liegt das Schicksal des Reiches allein in Jaarns Händen. Zwischen Gaunern und Gelehrten ist es ihm bestimmt, zum Helden zu werden. (Quelle)

Meine Meinung:

Als Jaarn, ein junger Bibliothekar, eines Nachts aufgeweckt wird, ahnt er noch nicht, dass sich sein Leben von Grund auf verändern wird: Er selbst soll der letzte Erbe des Hauses von Stahl sein, der Sohn des Fürsten. Und nur ihm kann es gelingen, mit Hilfe des Ehernen Buches der Welt Frieden zu bringen.

„Du wirst vorsichtig sein müssen, Freund und Feind werden schwer zu unterscheiden sein. Doch wenn es dir gelingt zu finden, was verlorenging, und das Eherne Buch dem Kriegsbringer zu Füßen zu legen, dann wird jener Gott zu dem Wort stehen, das er einst gab.“ (S. 28)

Das Eherne Buch: ein Schwert, ein Legendeneisen. Die Legende besagt, dass das Eherne Buch aus den verschiedenen Geschichten des Reiches geschmiedet wurde und der Welt Frieden bringen kann, wenn es dem Kriegsbringer zu Füßen gelegt wird. Bevor dies allerdings möglich ist, müssen zunächst die verloren gegangenen Geschichten gefunden werden.

Bevor Jaarn diese Neuigkeiten so richtig verdauen kann, wird er allerdings schon mitten in der Nacht entführt. Der Mann, der ihn mitnimmt, ist voller Narben, trägt keinen oder ganz viele Namen und behauptet Jaarns einziger Freund zu sein. Da Jaarn nichts anderes übrig bleibt, muss er dem Narbigen zunächst vertrauen. Ob das ein Fehler ist?

Ein Schwert, geschmiedet aus den Geschichten des Reiches: Die Idee, dass Wörter und Legenden den Frieden bringen können, gefällt mir gut. Die Umsetzung allerdings weniger. Christian von Aster entwirft zwar einige interessante Charaktere und Konflikte innerhalb der Geschichte, doch ist es ihm nicht gelungen, wirkliche Spannung aufzubauen. Der Verlauf der Geschichte interessierte mich zu wenig. Das einzige, was mich fesseln konnte, war das Geheimnis des Narbigen. Was oder wer steckt hinter diesem mysteriösen Mann? Um das zu erfahren, habe ich immer weiter gelesen.

„Das Eherne Buch ist kein schlechtes Buch. Allerdings konnte mich der Autor trotz spannender Nebencharaktere und einigem an Potenzial innerhalb der Handlung einfach nicht fesseln. Leider kann ich mich schon jetzt, wenige Wochen nach dem Lesen, nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern. Man kann die Geschichte gut lesen – muss es aber nicht! Gute 5 von 10 Sternen!

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Das Eherne Buch – Christian von Aster – Klappbroschur – 347 Seiten – 17,95 € – ISBN: 978-3-608-93934-7 – erschienen: August 2015 (Klett-Cotta)

[Rezension] „Das Lied des Blutes. Rabenschatten 1“ von Anthony Ryan

Reiheninfo:

  1. „Das Lied des Blutes“
  2. „Der Herr des Turmes“ (erscheint im September 2015)
  3.  – Titel noch unbekannt –

Klappentext:

»Bei meinem Volk war er nur unter einem Namen bekannt, und dieser hallte an jenem Morgen unablässig in meinem Kopf wider: ›Hoffnungstöter‹. Bald wirst du sterben, und ich werde Zeuge sein, ›Hoffnungstöter‹.«

Vaelin Al Sorna, der berühmteste Gefangene des Reichs und sein größter Kämpfer, erzählt die atemberaubende Geschichte seines Lebens. Er ist auf einem Schiff unterwegs, das ihn zu dem Ort bringen soll, an dem es für ihn um Leben und Tod geht. (Quelle)

Meine Meinung:

„Er besaß viele Namen. Das dreißigste Lebensjahr hatte er noch nicht erreicht, und doch war er im Laufe der Geschichte mit Titel reich beschenkt worden: Das Schwert des Königs hieß er für den wahnsinnigen Herrscher, der ihn als Geißel zu uns sandte; der junge Falke für die Männer, die ihm in die Wirrnisse des Krieges folgten; Dunkelklinge für seine cumbraelischen Feinde und, wie ich später herausfinden sollte, Beral Shak Ur für die geheimnisvollen Stämmde des großen Nordwaldes – Rabenschatten.“ (S. 11)

Hoffnungstöter ist noch ein weiterer Name, den die Menschen Vaelin al Sorna geben.  In diesem ersten Teil der neuen Fantasy-Trilogie wird vor allem der Werdegang von Vaelin geschildert: Wie konnte aus dem kleinen Jungen, der kurz nach dem Tod seiner Mutter von seinem Vater in den sechsten Orden gebracht wurde, ein so sagenumwobener und gefürchteter Kämpfer werden? Welche Geheimnisse umgeben ihn und was treibt ihn an?

Auf vielen anderen Blogs wurde dieses Buch schon vor einigen Monaten besprochen – überall voller Begeisterung. Ich habe mich lange Zeit gesträubt, es zu lesen. Die Geschichte klang mir zunächst zu wenig fantastisch und zu historisch. Mein erster Eindruck triffft zwar zu großen Teil zu und dennoch bin ich froh, „Das Lied des Blutes“ gelesen zu haben. Obwohl die fantastischen Elemente tatsächlich sehr spärlich gesät sind und vor allem gegen Ende auftauchen, konnte mich die Geschichte schon von Beginn an fesseln.

Das lag vor allem daran, dass Anthony Ryan unglaublich unterhaltsam schreibt – und das auch über knapp 800 Seiten: mir war nie langweilig, der Aufbau der Geschichte ist immer intelligent gemacht und lässt den Leser neugierig auf den weiteren Verlauf der Dinge warten.
Außerdem wird die Ausbildung der jungen Menschen im sechsten Orden ziemlich ausführlich erzählt. Ich lese einfach unheimlich gerne von solchen Gruppenprozessen, von dem Gemeinschaftsgefühl und der Entwicklung der einzelnen Charaktere.

„Das Lied des Blutes“ ist ein mehr als gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe, die mit nur wenigen fantastischen Elementen auskommt und mit einer spannenden Geschichte, interessanten Charakteren und einem beeindruckenden Schreibstil des Autors überzeugen kann. 9 von 10 Sterne!

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Das Lied des Blutes: Rabenschatten 1 – Anthony Ryan – Hardcover mit SU – 775 Seiten – 24,95 € – ISBN: 978-3-608-93925-5 – erschienen: September 2014 (Klett-Cotta)

[Rezension] „Die Musik der Stille“ von Patrick Rothfuss

Klappentext:

Die Universität von Imre ist weithin bekannt für ihre Gelehrsamkeit. Die besten Köpfe zieht sie an, die Rätsel der Wissenschaft, des Handwerks und der Alchemie zu entschlüsseln. Aber tief unter dem lebendigen Treiben in ihren Hallen erstreckt sich ein Netz verlassener Räume und alter Gänge. Im Herzen dieses höhlenartigen Labyrinths lebt das Mädchen Auri. Das »Unterding« ist ihr Zuhause.

Die kalte, trügerische Rationalität der Menschen, die über ihr leben, hat sie hinter sich gelassen und sie dringt tief in das Geheimnis der Dinge ein. Eine Geschichte voll betörender Bilder und magischer Spuren, wie sie nur Patrick Rothfuss erzählen kann. (Quelle)

Meine Meinung:

Lange haben viele Fantasy-Fans auf Neues aus der Feder von Patrick Rothfuss gewartet. „Die Musik der Stille“ ist aber nicht der lang ersehnte dritte Band der Königsmörder-Chronik, sondern eine kleine relativ isoliert erzählte Geschichte um Auri, die mysteriöse Freundin von Kvothe. Herr Rothfuss selbst schreibt zu Beginn des Buches, dass man die „Die Musik der Stille“ nicht lesen sollte, wenn man die ersten beiden Bände der Königsmörder-Chronik noch nicht kennt. Das sehe ich nicht ganz so. Meiner Meinung nach macht die Geschichte ohne die Vorgänger genauso viel (oder auch wenig) Sinn wie mit den Vorgängern.

„Die Musik der Stille“ ist ein besonderes Buch. Das hat Patrick Rothfuss auch selbst erkannt. Er schreibt in seiner Vorbemerkung: „Du solltest dir dieses Buch vielleicht nicht kaufen.“
Ehrlich gesagt: Ich kann diesen Hinweis nur doppelt unterstreichen. Das Buch ist definitiv seltsam. Es passiert kaum etwas, es gibt keine richtige Handlung und auch kein Ziel. Da Auri die ganze Zeit in ihrer eigenen Welt agiert, gibt es auch keine Interaktion und Kommunikation (eine kleine Ausnahme ist kaum erwähnenswert). Es gibt keinen Spannungsbogen – stattdessen viele Merkwürdigkeiten.

„Die Musik der Stille“ fasziniert trotzdem stellenweise durch schöne Sprache und sehr atmosphärische Beschreibungen. Mir persönlich hat das aber nicht ausgereicht. Ich habe die etwa 170 Seiten relativ zügig gelesen, aber habe daraus nichts mitgenommen. Mir lag Auri vorher nicht sonderlich am Herzen und die wenigen Tage, die ich jetzt gemeinsam mit ihr verbracht habe, haben mich ihr auch nicht näher gebracht.

Ich bin mir sicher, dass „Die Musik der Stille“ seine Leser finden wird. Es gibt sicherlich viele Fans von Rothfuss, die darauf warten, irgendetwas Neues von ihm zu lesen. Und einige dieser Leser werden sicherlich von Auri und ihrer ganz eigenen Welt oder aber von der poetischen Schreibe Rothfuss‘ begeistert sein. Ich persönlich konnte gar nichts mit der (nicht vorhandenen) Geschichte anfangen. Hier eine angemessene Anzahl an Sternen zu vergeben, finde ich sehr schwer. Ich entscheide mich letztendlich für 5 von 10, weil mein Eindruck sicherlich sehr subjektiv ist.

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Die Musik der Stille – Patrick Rothfuss – Hardcover mit SU – 173 Seiten – 17,95 € – ISBN: 978-3-608-96020-4 – erschienen: Februar 2015 (Klett-Cotta)

[Rezension] „Das Licht hinter den Wolken“ von Oliver Plaschka

Das Licht hinter den WolkenInhalt:

April hat es in ihrer Kindheit nicht einfach: Ihr Vater ist nach dem Tod ihrer Mutter nur schwer zu ertragen und brutal, sie hat kaum einen richtigen Freund und fühlt außerdem ständig eine Leere in sich und das Streben nach einem Licht, das nur sie sehen kann. Als sie es endlich schafft, sich von ihrem Vater und dem einsamen Leben im Dorf loszusagen, trifft sie zunächst auf Janner, einem Fealv, und später dann auf Sarik, einem Zauberer.

Was sie nicht ahnen kann: Das Schicksal hat ihr eine ganz besondere Rolle im Kampf zwischen Mächten zugeteilt, von denen April vermutlich noch nicht mal geahnt hat, dass sie existieren.

Meine Meinung:

Schon lange bevor „Das Licht hinter den Wolken“ auf der Longlist des SERAPH landete, wurde ich durch eine sehr begeisterte Rezi auf dieses Buch aufmerksam. Und so war ich mehr als gespannt, auf die Geschichte, die sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt.

Mein erster Eindruck war allerdings nicht so positiv wie erwartet: Ich habe mich lange Zeit mit dem Schreibstil von Plaschka sehr schwer getan. Das lag vor allem daran, dass er die Vorgeschichte von April im Präsens erzählt: sehr ungewohnt und für mich auch nicht passend. Das änderte sich dann zum Glück relativ schnell, aber trotzdem konnte ich mich mit der Erzählweise des Buches nicht wirklich anfreunden. Manche Geschichten, Hintergründe und Nebenerzählungen werden extrem detailliert erzählt. Das erinnert mich ein wenig an „Herr der Ringe“, ein Buch, das mir auch zu viele Hintergrundinformationen bereit hielt. An anderer Stelle waren mir manche Beschreibungen wiederum etwas zu wenig. Ich weiß zum Beispiel immer noch nicht genau, wie ein Fealv aussieht und was genau er ist.

Die Geschichte, die Plaschka erzählt, ist durchdacht und nicht uninteressant. Allerdings ist auch sie mir wieder komplex. Außerdem hat es wirklich lange gedauert, bis ich als Leser wusste, worauf die Handlung insgesamt hinauslaufen würde. Ich habe beim Lesen gerne ein gewisses Ziel vor Augen.

Und obwohl dies jetzt vor allem Kritikpunkte sind, habe ich „Das Licht hinter den Wolken“ nicht total ungern gelesen. Plaschka hat vor allem eines geschafft: Er hat viele neuartige (oder zumindest mir noch nicht bekannte) fantastische Wesen und eine ganz neue Welt erschaffen. Er kann definitiv mit Worten umgehen, auch wenn die Art und Weise eben nicht immer meinen Geschmack getroffen hat. Ich kann mir aber vorstellen, dass es vielen ganz anders geht. (Mit meiner Meinung zu „Herr der Ringe“ stehe ich ja auch relativ allein da.)

„Das Licht hinter den Wolken“ ist ein sehr komplexer, durchdachter Fantasyroman der anderen Art: voller unbekannter Wesen, noch nicht tausendmal gelesener Handlungselemente und sympathischen Charakteren. Trotzdem konnte mich das Buch aus den oben genannten Gründen nicht durchweg überzeugen, ich hätte mehr erwartet. Ich vergebe 6 von 10 Sternen.

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Das Licht hinter den Wolken – Oliver Plaschka – Hardcover mit SU – 686 Seiten – 24,95 € – ISBN: 978-3-608-93916-3 – erschienen: März 2013 (Klett-Cotta)

[Rezension] „Die Furcht des Weisen 1“ von Patrick Rothfuss

938166_rothfuss_band01.inddReiheninfo:

  1. „Der Name des Windes“
  2. „Die Furcht des Weisen 1“
  3. „Die Furcht des Weisen 2“
  4. engl. Arbeitstitel: „The Doors of Stone“

Achtung: Die Inhaltsangabe kann möglichweise leichte Spoiler zum ersten Teil enthalten!

Inhalt:

Für Kvothe bricht ein neues Trimester an der Universität an und vieles ist beim alten geblieben: Kvothe leidet unter chronischem Geldmangel, seine Streitigkeiten mit Ambrose nehmen kein Ende und er schwärmt immer noch heimlich für Denna. Dazu kommt, dass er nun endlich ein Seminar bei Elodin, dem Meister der Namenskunde, belegt hat. Und immer noch ist Kvothe auf der Suche nach Hinweisen zu den Chandrian, den Mördern seiner Eltern.

Eine Intrige bringt dann neue Entwicklungen. Ob diese ihm bei der Suche weiterhelfen?

Meine Meinung:

Wie habe ich auf dieses Buch gewartet, wie oft hatte ich schon die englische Ausgabe davon in der Hand, habe sie dann aber doch aus den verschiedensten Gründen doch nicht gekauft. Und nun halte ich es endlich in den Händen: „Die Furcht des Weisen 1“, der langersehnte Folgeband zu „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss.

Mit seinem Auftakt zur „Königsmörder“-Reihe um Kvothe, dem begabten Zauberer und Geschichtenerzähler, hat Rothfuss einen Fantasyroman geschrieben, der mich begeistert hat.

Trotzdem habe ich lange gezögert und mich erst nach einigen Tagen an den zweiten Teil gewagt. Warum? Ich hatte Angst, dass ich schlecht in die Geschichte kommen würde, schließlich ist es fast zwei Jahre her, dass ich „Der Name des Windes“ gelesen habe.

Doch ich wurde sehr positiv überrascht: einmal angefangen, war ich wieder mitten in der Handlung drin, obwohl wenig erklärt und nochmal aufgegriffen wurde. Die Geschichte geht nahtlos weiter und ich hatte das Gefühl, gar keine Pause zwischen dem ersten und dem zweiten Band gehabt zu haben.

Und dann habe ich gelesen und gelesen und gelesen. Schon lange nicht mehr konnte mich ein Buch so fesseln. Erstmals seit langer Zeit habe ich wieder bis spät in die Nacht hinein gelesen und wirklich jede freie Minute genutzt, um das Buch zur Hand zu nehmen.

Und das lag vor allem an Rothfuss‘ fesselnden Schreibstil. Mit einer eleganten Sicherheit trägt der Autor den Leser durch seine Geschichte, macht hier ein paar Andeutungen, erhöht da mal die Spannung und schon liegt man mitten in der Nacht und liest und liest.

Besonders gelungen finde ich auch die Charakterbeschreibungen der Geschichte. Nicht nur Kvothe selber ist ein sehr sympathischer Held mit Fehlern. Auch die Nebenfiguren sind toll konzipiert, so dass man sie sich selbst als Freunde wünscht.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings doch: Ich weiß bisher kaum, in welche Richtung sich die Geschichte drehen soll. Ich bin mir über zu viele Zusammenhänge noch zu unklar. Mir wäre es lieber, wenn der Autor mir einen roten Faden gesponnen hätte, von dem ich schon etwas mehr des Endes sehen könnte. So wüsste ich beim Lesen: „Ach, da will ich irgendwann noch hin!“

Im Großen und Ganzen ist das aber Meckern auf sehr hohem Niveau. Rothfuss hat mit seinem Folgeband bewiesen, dass sich die jahrelange Wartezeit gelohnt hat und er ein Meister der Unterhaltung ist. Von mir gibt es dafür 9 von 10 Sternen!

stern 9

Die Furcht des Weisen 1 – Patrick Rothfuss – Hardcover mit SU – 860 Seiten – 24,95 € – ISBN-13: 978-3608938166 – erschienen: Oktober 2011 (Klett-Cotta)