[Rund um’s Buch] Die Frankfurter Buchmesse 2015

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Und so war ich dieses Jahr statt geplanter zwei Tage nur am Samstag auf der Buchmesse. Gemeinsam mit meiner lieben Freundin Eva bin ich durch die Gänge geschlendert, habe Lesungen gehört und Eindrücke aufgenommen.

Das Piper Fantasy Event

Andreas Brandhorst

Andreas Brandhorst

Wie auch schon im letzten Jahr gehörte das Piper Fantasy-Event auf der Open Stage zu meinem absoluten Messehighlight. Dieses Jahr war neben den beiden Fantasy-Größen Markus Heitz und Michael Peinkofer (yeah!) auch der Science Fiction-Autor Andreas Brandhorst auf der Bühne. Wie auch schon im letzten Jahr moderierte Christian Handel absolut unterhaltsam durch die Veranstaltung.

Die drei Autoren lasen nicht nur aus ihren jeweiligen aktuellen Werken („Der Triumph der Zwerge“, „Sieg der Könige“ und „Das Schiff“), sondern plauderten auch ein bisschen aus dem Nähkästchen. So wissen wir nun beispielsweise, dass alle drei Autoren Plotter sind. Das bedeutet, alle drei konstruieren vor dem eigentlich Schreiben ihrer Bücher die komplette Handlung. Es wurde ganz offensichtlich, dass es ihnen davor grauen würde, „einfach so“ drauf los zu schreiben.
Andreas Brandhorst berichtete, dass er schon seit der Grundschule Geschichten schreiben würde. Die Science Fiction reizt ihn deswegen so, weil die Schauplätze, an denen er seine Geschichten ansiedeln kann, eben das komplette Universum umfassen und deswegen beinahe unbegrenzt groß sind.
Michael Peinkofer konnte mich (und sicherlich viele andere) mit der Nachricht begeistern, dass sein Fantasyroman „Splitterwelten“ endlich fortgesetzt wird (Doppel-Yeah!). Außerdem ist die Comic-Umsetzung von der Ork-Saga sehr weit, so dass er versprach zur Leipziger Buchmesse im nächsten Jahr mit den fertigen Comics anzureisen. Außerdem schreibt er gerade an einem finalen Band der Ork-Saga, um Balbok und Rammar einen würdigen Abschluss zu ermöglichen.

Michael Peinkofer - Lesung

Michael Peinkofer

Markus Heitz betonte, wie wichtig es ihm sei, beim Schreiben Abwechslung zu haben. Das sei auch der Grund, warum er nicht schon den 24. Band von „Die Zwerge“ geschrieben hätte, sondern immer mal wieder in anderen Genres wie Horror oder Science Fiction Bücher veröffentlicht. Außerdem ist es ihm wichtig, bekannte Klischees von Fantasywesen zu nutzen und abzuwandeln. Als Beispiel nannte er die vielen Volkssagen, die sich um Vampire drehen würden. Mit einem kleinen Augenzwinkern wies er aber darauf hin, dass es in keiner Volkssage Vampire geben würde, die im Sonnenlicht glitzern. 😉

Nach und vor der Lesung hatte ich noch die Möglichkeit, Fotos mit Markus Heitz und Michael Peinkofer zu machen. Ich glaube, man sieht mir an, wie sehr mich das gefreut hat. 😀

Markus Heitz und Michael Peinkofer klein

Markus Heitz // Michael Peinkofer

Pressetermin bei FJB

Nach der Veranstaltung musste ich mich leider ziemlich beeilen, denn wir hatten direkt einen Pressetermin bei Fischer FJB. All die interessanten Neuerscheinungen des kommenden Frühjahrs aufzuzählen, würde wahrscheinlich viel zu lange dauern. Man findet sie aber schon auf der Seite Neuerscheinungen mit den voraussichtlichen Erscheinungsdaten. Meine persönlichen Highlights sind “Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance” von Laure, die erscheinende Duologie von Gayle Forman („Nur ein Tag“ // „Und ein ganzes Jahr“) und das neue Werk von Annabel Pitcher „Schweigen ist Goldfisch“.

Gespräch und kurze Lesung mit Adnan Maral

Mehr durch Zufall und weil wir gerade Zeit hatten, kamen Eva und ich noch in den Genuss von Adnan Maral. Der Schauspieler, der vor allem durch „Türkisch für Anfänger“ bekannt geworden ist, hat gerade sein Jugendbuch „Super unkühl, Alter!“ rausgebracht. Das Buch liegt bei mir schon lesebereit im Regal.
Adnan Maral sprach von den Schwierigkeiten eines türkischen Schauspielers in Deutschland (Seine ersten Rollen waren die von einem Gemüsehändler und einem Dönerverkäufer namens Mehmet. Insgesamt spielte er etwa 12 verschiedene Mehmets. Sobald er ein Geschäftsmann darstellte, hing in seinem Büro das Bild eines Wasserfalls.) und dem Thema Identität.

Adnan Maral

Adnan Maral

Der Moderator Marc Langebeck hatte das Buch offensichtlich gelesen und leitete gut vorbereitet durch die Veranstaltung. So habe ich jetzt schon einen kleinen Eindruck davon, worum es in dem Buch geht, freue mich auf die Charaktere Douglas und Douglas und den Humor des Autors, der schon in dem kleinen Abschnitt, den er zum Schluss noch las, deutlich wurde.

TOPP-Kreativ und Frechverlag – MACH was!

Zum Abschluss hatte ich noch das große Glück, Eva zum Stand des TOPP Verlags begleitet zu haben. (Der Stand war übrigens wunderschön und ich hätte mir so ziemlich alle Bücher mitnehmen können.) Dort hatte sie bei einer Vorab-Aktionen einen DIY-Koffer gewonnen. Tja, und nun kam der Glücksmoment: Ich bekam direkt auch noch so einen Koffer zur Mitmach-Aktion „MACH was!“ in die Hand gedrückt. Da der Herbst und damit die gemütliche Sofa- und Bastelzeit ja direkt vor der Tür steht, freue ich mich sehr darüber und bin gespannt, was ich aus dem Inhalt so zaubern kann.

Mach was!

MACH was!-Aufkleber, Bastelanleitungen, Wolle, eine Häkelnadel, Schlüsselanhänger, Spraydosen und vieles mehr!

[Montagsfrage] Gehst du gerne auf Lesungen?

Montagsfrage neuer Banner

Joar, schon, das kommt aber auch ein bisschen darauf an. Es geht mir bei einer Lesung weniger darum, ein Teil des Buches vorgelesen zu bekommen, sondern etwas vom Autor oder der Autorin zu erfahren und im besten Fall gut unterhalten zu werden. Besonders positiv habe ich da eine eher kleinere, aber sehr lustige Lesung von Kerstin Gier und die Lesung von Josephine Angelini im letzten Jahr im Rahmen der lit.COLOGNE im Kopf. Beide waren total sympathisch und ich habe es einfach sehr genossen, Teil so einer Veranstaltung zu sein.

[Lesung] „Elefanten sieht man nicht“ von Susan Kreller

Lesung Kreller 1

Vor einigen Tagen habe ich schon meine Rezension zu diesem wirklich berührenden und authentischen Buch hier gepostet. Es geht in der Geschichte um die dreizehnjährige Mascha, die ihre Sommerferien wie jedes Jahr in dem öden, ruhigen Dorf ihrer Großeltern verbringt und dort die Geschwister Julia und Max kennenlernt. Leider muss Mascha schnell feststellen, dass die beiden ungewöhnliche Wunden und blaue Flecken und einen sehr brutalen Vater haben. Sie sucht Hilfe bei den Erwachsenen, bekommt diese aber nicht und findet deshalb selber eine sehr ungewöhnliche Lösung.

Elefanten sieht man nichtDie Lesung habe ich im Rahmen von Literaturprojekttagen an meiner Schule mit meiner siebten Klasse gehört. Obwohl die Schüler teilweise etwas unruhig waren – einige Zeit leise sein und zuhören ist eben für manche wirklich schwer – hat mir die Veranstaltung sehr gut gefallen. Susan Kreller war überaus sympathisch, hat passende Stellen ausgesucht und zwischendurch immer mal wieder kurz etwas erläutert oder die Schüler durch Fragen mit eingebunden.

Im Anschluss an die Lesung hatten die Schüler noch Zeit, Fragen zum Buch und zum Schriftstellerdasein an sich zu stellen. Ich fand es besonders interessant, dass die Autorin von Zeitungsartikeln zu diesem Buch inspiriert wurde. Vor Lesung Kreller 2einigen Jahren las sie viele Berichte über häusliche Gewalt und wollte den Opfern mit der dreizehnjährigen Mascha jemanden an die Seite stellen, der sie unterstützen würde. Als Intention nennt Frau Kreller außerdem die Sensibilisierung ihrer Leser, denn sie findet, dass dieses Thema kein Tabuthema bleiben, sondern darüber gesprochen werden soll.
Insgesamt schrieb sie etwa zwei Jahre an dem Buch, unterbrochen immer wieder von kleinen Pausen, da das Thema sie selbst sehr mitgenommen hat. Ich finde, dass man diese persönliche Note im Buch sehr gut spüren kann. Ein neues Buch von ihr wird im Herbst erscheinen und eines kann ich jetzt schon sagen: Ich werde es auf jeden Fall lesen!

[Lesung] Buchevent mit Kerstin Gier

Am Freitag, d. 16.12.2011 hatte ich einen wirklich wunderbaren Abend mit zwei Freundinnen und Kerstin Gier.

Es fand nämlich endlich das langersehnte Buchevent von RTL und Thalia statt, bei dem Kerstin Gier und der RTL Moderator Wolfram Kons gemeinsam einen sehr lustigen und unterhaltsamen Abend gestaltet haben. Wobei ich ehrlich gesagt auch kein Problem damit gehabt hätte, auf Herrn Kons zu verzichten.

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Abwechselnd wurden von der Autorin verschiedene Fragen zu ihren Büchern, ihrem Priavtleben und ihrem eigentlich nicht vorhandenen Hüftgold beantwortet (wer bitte stellt solche Fragen???). Und wieder einmal zeigte sich: Kerstin Gier ist genauso sympathisch und liebenswert wie ihre Bücher.

DSCN7239Zwischendurch kamen wir Zuhörer, die übrigens auf gemütlichen Sitzsäcken platznehmen durften, in den Genuss, Frau Gier beim Lesen ihres neuen Romans „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“ zuzuhören. Nicht nur durch ihre gelungene Darbietung der verschiedensten Personen (ich liebe die nuschelnde Frau Baronski) und unterschiedlichster Dialekte wurden die Lachmuskeln extrem strapaziert.

Ich kann hier nur jedem raten, das ungekürzte Hörbuch bei Audible runterzuladen, denn das wird von Frau Gier persönlich gelesen.

[Lesung] Vorstellung der Gewinner des Jugendliteratupreises 2011

Die Überschrift ist nicht ganz passend, denn bei dieser Veranstaltung auf der Frankfurter Buchmesse handelte es sich nicht unbedingt um eine Lesung, sondern mehr um eine Vorstellung eben der Gewinner des Deutschen Jugendliteraturpreises, die einen Tag vorher bekannt gegeben wurden. Zunächst mal ein freudiges „Juhu!!!“ zur Gewinnerin im Bereich der Jugendjury. 😉 Leider konnte Wolfang Herrndorf aus gesundheitlichen Gründen nicht an dieser Veranstaltung teilnehmen.

Im folgenden möchte ich gerne die Gewinner und ihre Werke anhand meiner Bilder und Eindrücke von Samstag vorstellen:

BBPreisträger in der Sparte „Bilderbuch“

Diesen Preis gewann der durchweg sympathische und anscheinend multi-talentierte Martin Baltscheit mit seinem Bilderbuch „Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“. Herr Baltscheit ist Autor, Sprecher und Zeichner. Sein Buch handelt von einem cleveren, listigen Fuchs, der irgendwann alt und vergesslich wird. Der Autor meinte während der Podiumsdiskussion, dass er hofft, den Preis nicht nur wegen des Themas „Demenz“ bekommen zu haben, sondern weil sein Werk zeigt, was ein Bilderbuch alles auszusagen vermag: es hat eine Botschaft an Kinder, Erwachsene und alte Menschen.

KBPreisträger in der Sparte „Kinderbuch“

Milena Baisch gewann in dieser Sparte mit ihrem Buch „Anton taucht ab“. So wie die Autorin von dem Buch erzählte und auch durch das kurze Reinblättern enthält das Buch eine wirklich schöne Geschichte von einem Jungen, der eigentlich besonders cool sein möchte, aber vor dem Baden in einem Badesee furchtbare Angst hat. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das Buch irgendwann mal zu lesen. Illustriert wurde das Buch von Elke Kusche, die leider während der Podiumsdiskussion nicht anwesend war.

JBPreisträger in der Sparte „Jugendbuch“

In dieser Kategorie hat Wolfgang Herrndorf den Preis für sein Buch „Tschick“ bekommen. Herr Herrndorf war bei der Podiumsdiskussion nicht dabei und sein Buch, das von zwei jugendlichen Außenseitern handelt, hatte ich bis dato leider auch noch nicht gelesen. Aber das werde ich ganz sicher bald nachholen.

Preisträger in der Sparte „Sachbuch“

SBIn dieser Sparte haben Alexandra Maxeiner (Text) und Anke Kuhl (Illustration) mit dem Buch „Alles Familie“ gewonnen. Laut den beiden jungen Preisträgerinnen wollten sie in ihrem Buch verschiedene Formen von Familie aufzeigen, ohne dabei wertend vorzugehen. Denn die vielleicht ehemals typische „Mutter-Vater-Kind“-Familie ist schon lange nicht mehr typisch. Die Ausschnitte aus dem Buch, sowohl textlich, als auch grafisch, waren sehr interessant und auch das Thema spricht mich total an. Ich glaube, dass es sich lohnt, dieses Buch mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

JugendjuryPreisträger in der Sparte „Jugendjury“

*Trommelwirbel* Tadaaaa: Juhu, juhu, juhu. Ich hatte mit meinen Überlegungen zu den Nominierten in dieser Sparte recht: Das in meinem Augen definitiv tollste Jugendbuch hat gewonnen: „Erebos“ von Ursula Poznanski. Meine Begeisterung für dieses Buch habe ich schon an allen möglichen Stellen kundgetan, an dieser Stelle nur nochmal eine klare Leseempfehlung!

TSSonderpreisträger

Den Sonderpreis hat dieses Jahr der Übersetzer Tobias Scheffel bekommen. Ein Mann, der zumindest der Podiumsdiskussion nach zu urteilen, ein sympathischer, bodenständiger und bescheidener Mensch ist. Während der Diskussion konnte man ganz gut Einlick in seine Tätigkeit gewinnen und ich bin mir noch mal etwas bewusster geworden, was die Arbeit eines Übersetzers eigentlich alles beinhaltet.