[Rezension] „Layers“ von Ursula Poznanski

Klappentext:

Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun?
In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf – denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält.
Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke – sehr aufwendig versiegelt. Und als Dorian ein solches Geschenk nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt. (Quelle)

Meine Meinung:

Ich bin ein großer Fan von Ursula Poznanski. Ja, sogar ein Fan der ersten Stunde, würde ich sagen. Bisher gab es kein Buch, das ich nicht gerne gelesen hätte. Und so habe ich mich natürlich total darüber gefreut, dass es mit „Layers“ neuen Lesestoff für mich geben sollte. Die teilweise nicht ganz so begeisterten Stimmen zu dem Buch habe ich ignoriert und mich wie ein Schneekönig gefreut, dass Buch auch endlich in den Händen zu halten.

Die Story an sich klingt nicht uninteressant: Dorian verbringt sein Leben auf der Straße, nachdem er vor seinem gewalttätigen Vater geflohen ist. Er hat jedoch einige Prinzipien: er klaut nicht und scheut die Gewalt. Umso geschockter ist er, als er eines Nachts aufwacht, sein blutiges Messer in der Hand, neben ihm Emil, ein anderer Obdachloser, mit dem er schon des Öfteren Streit hatte. Tot.

An dieser Stelle kommt Nico ins Spiel: Er ist Dorian komplett fremd und doch bietet er ihm Hilfe an, nimmt ihn mit in eine große Villa, in der ein Mann namens Bornheim obdachlose Jugendliche aufnimmt und versorgt. Dorian nimmt die Hilfe dankbar an, denn er hat keine andere Wahl.

Dies ist für mich der erste große Kritkpunkt: Ich finde Dorian an dieser Stelle viel zu blauäugig und leichtgläubig. Ja, er befindet sich im Schock, und ja, er hinterfragt die Organisation auch zunächst. Aber dennoch zweifelt er in meinen Augen viel zu wenig. Leider wird dadurch die komplette restliche Geschichte unglaubwürdig. Auch sonst konnte mich die Handlung nicht wirklich packen. Sie ist an vielen Stellen unrund und kleine Plottwists erschienen mir viel zu gewollt und konstruiert.

„Layers“ ist mit Abstand das schwächste Buch von Ursula Poznanksi. Die Handlung konnte mich nicht mitreißen, war stellenweise unglaubwürdig und wirkte zu konstruiert. Leider bin ich nicht wie gewohnt über die Seiten geflogen und habe Kapitel für Kapitel genossen. Dass ich dem Buch dennoch 6 von 10 Sternen gebe, liegt vor allem daran, dass Ursula Poznanksi bei mir einen großen Bonus gebunkert hat und ich es einfach nicht über’s Herz bringe, in der Wertung noch weiter runter zu gehen.

stern 6

Layers – Ursula Poznanski – Klappbroschur – 448 Seiten – 14,95 € – ISBN 978-3-7855-8230-5 – erschienen: August 2015 (Loewe) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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[Rezension] „WARP – Der Quantenzauberer“ von Eoin Colfer

WARP Der QuantenzaubererKlappentext:

Was soll es anderes sein als eine Strafversetzung? FBI-Junior-Agentin Chevie Savano wurde nach London geschickt, um im Auftrag von WARP eine merkwürdige alte Metallkapsel zu bewachen. Das war vor neun Monaten. Und seitdem sitzt sie vor dem Ding und wartet darauf, dass irgendjemand oder etwas da rauskommt.
Als ein Wandspiegel mit einem Knall zerplatzt, die Deckenleuchten anfangen zu flackern und draußen eine Straßenlaterne nach der anderen explodiert, ist Chevie sofort klar, dass die Kapsel im Keller aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist. Mit vorgehaltener Waffe stürmt sie die Treppe herunter und findet … einen 14-jährigen Jungen, der aussieht, als wäre er soeben aus einem Buch von Charles Dickens gefallen. (Quelle)

Meine Meinung:

Eoin Colfer dürfte vielen vor allem durch seine Jugendfantasyreihe „Artemis Fowl“ bekannt sein. Diese Bücher habe ich alle verschlungen und war begeistert von der Andersartigkeit der Bücher, von den tollen Charakteren und dem Humor.

Anders ist dieser Reihenauftakt auch auf jeden Fall: Es geht um Zeitreisen, einen grausamen und mit allen Wassern gewaschenen Auftragsmörder, seinen Gehilfen, der gar nicht so werden möchte wie sein Meister, und um die junge und rebellische Chevie. Klingt erstmal gut? Fand ich auch, allerdings ist die Umsetzung weniger gut gelungen. Chevie ist viel zu typisch gezeichnet, was der Autor ironischerweise auch selbst erkennt:

„Ich habe mir ihre Akte durchgelesen. Sehr aufschlussreich: Beste Ihrer Spezialeinheit. Hervorragende Testergebnisse trotz ihres jungen Alters. Probleme mit Autoritätspersonen und so weiter, und so fort. Die klassische Kinoheldin.“ (S. 23)

Außerdem wollte der Autor meiner Meinung nach etwas zu viel: Er konzipiert nicht nur eine komplexe neue Situation, schafft durch die Reise durch Wurmlöcher neue Möglichkeiten und gibt seinem Bösewicht dadurch noch mehr Fähigkeiten, sondern versucht auch noch wirklich alle Fäden zusammenlaufen zu lassen. Am Ende passte einfach alles zu perfekt.

Man kann sicherlich schon heraushören: Ich bin eher enttäuscht, beim ersten Leseversuch habe ich das Buch sogar beiseite gelegt, weil es mich einfach nicht packen konnte. Beim zweiten Anlauf habe ich es zwar sehr zügig durchgelesen, aber von Colfer habe ich einfach viel mehr erwartet. Dem Folgeband werde ich zwar trotzdem noch eine Chance geben, denn vielleicht entfaltet sich da dann das ganze Potenzial der Geschichte, aber diesem ersten Band kann ich nur 5 von 10 Sternen geben.

stern 5

WARP – Der Quantenzauberer – Eoin Colfer – Hardcover mit SU – 352 Seiten – 16,95 € – ISBN 978-3-7855-7909-1 – erschienen: Februar 2014 (Loewe) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Rezension] „Die Verschworenen“ von Ursula Poznanksi

Die VerschworenenReiheninfo:

  1. „Die Verratenen“
  2. „Die Verschworenen“
  3. Titel noch unbekannt

Achtung, die Rezension enthält Spoiler zum ersten Band!

Klappentext:

In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann.
Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet.
Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen. (Quelle)

Meine Meinung:

Es ist immer wieder so: Kaum habe ich ein Buch von Ursula Poznanksi beendet, warte ich sehnsüchtig auf das nächste. So war es nach „Die Verratenen“ und so ist es selbstverständlich auch nach „Die Verschworenen“.

Sehr schnell findet man sich wieder in Rias Welt ein: nicht nur in die Sphären-Welt, aus der Ria und ihre Freunde fliehen mussten, sondern auch in die Welt der Außenbewohner. Doch auch dort müssen sich die angeblichen Verräter verstecken, denn nicht alle sind ihnen wohl gesonnen und die Sentinels sind ihnen immer noch auf der Spur. Und so ist Ria bei ihrer Suche nach der Wahrheit sehr eingeschränkt…

Ich habe eigentlich von Anfang an wieder an den Seiten geklebt und konnte das Buch nicht aus den Händen legen. Jeder sollte diese tolle Trilogie lesen!

„Die Verschworenen“ ist ein wunderbares Buch, fesselnd, spannend und unterhaltsam geschrieben. Unglaublich gut! Poznanski-gut eben! Volle Punktzahl!

stern 10

Die Verschworenen – Ursula Poznanksi – Hardcover mit SU – 464 Seiten – 18,95 € – ISBN 978-3-7855-7547-5 – erschienen: Oktober 2013 (Loewe)

[Rezension] „Die Verratenen“ von Ursula Poznanski

7546_8_POZNANSKI_.inddReiheninfo:

  1. „Die Verratenen“
  2. „Die Verschworenen“

Klappentext:

Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein.

Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.

Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt. (Quelle)

Meine Meinung:

Ich war ja ein wenig skeptisch, als ich hörte, dass Ursula Poznanski mit ihrem neuen Buch gleich zwei Trends der Jugendbuchszene folgen würde: Zum einen ist „Die Verratenen“ der erste Band einer Trilogie, zum anderen handelt es sich bei dieser Reihe um eine Dystopie.

Ich hatte ein wenig Angst, dass das Buch nicht mehr so grandios wie z.B. „Erebos“ sein würde. Ehrlich gesagt hätte ich es besser wissen müssen: Natürlich war auch dieses Buch wirklich richtig gut.

Zwar birgt der Dystopie-Anteil jetzt nichts bahnbrechend Neues, aber die Gewinnerin des DJLP 2011 hat es durch ihren spannenden Schreibstil, eine gut konstruierte Story und vor allem durch ihre genial konzipierten Charaktere geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann zu ziehen.

Hauptperson der Geschichte ist Ria, eine der Elitstudenten innerhalb des Systems. Rias Schwerpunkt ist die Rhetorik und Überzeugungsarbeit. Eine Heldin mit einer solch ungewöhnlichen Eigenschaft kannte ich bisher noch nicht, doch gefiel sie mir außerordentlich gut. Ria hat einen scharfen Verstand und weiß diesen einzusetzen. Nebenher ist sie nicht nur selber im Bereich der Überzeugungsarbeit ein Genie, sondern weiß auch die Körpersprache anderer zu lesen. Alles deutet darauf hin, dass sie später als Beraterin einer hohen Persönlichkeit tätig werden könnte. Doch dann belauscht Ria ein Gespräch, in dem nicht nur sie, sondern noch fünf andere Jugendliche des Verrates bezichtigt werden…

Ein Vorfall zwingt die sechs ganz unterschiedlichen Charaktere zur gemeinsamen Flucht, auf die der Leser sie begleitet. Schnell wurde nicht nur mir, sondern auch Ria klar, dass es einen Verräter geben muss. Möglicherweise weilt dieser sogar unter den sechs Fliehenden. Sehr geschickt streut die Autorin hier und da ein paar Zweifel, so dass ich mir beim Lesen nie sicher war, wem ich trauen konnte und wem nicht.

Ich liebe die Bücher von Ursula Poznanski. Sie schafft es einfach immer wieder aufs Neue mich zu fesseln und an den Seiten kleben zu lassen. Mit „Die Verratenen“ – dem ersten Teil einer Dystopie-Reihe – ist ihr ein weiterer Geniestreich gelungen. Zwar ist das dystopische Setting jetzt nicht gänzlich unbekannt und neu, aber die Geschichte ist wirklich spannend und die Charaktere interessant und vielfältig. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil, der voraussichtlich im Herbst 2013 erscheinen wird. 9 von 10 Sternen für ein tolles Jugendbuch!

stern 9

Hier findet ihr eine Hörprobe des Hörbuchs und hier geht es zur Leseprobe.

Die Verratenen – Ursula Poznanski – Hardcover mit SU – 460 Seiten – 18,95 € – ISBN-13: 978-3785575468 – erschienen: Oktober 2012 (Loewe) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Rezension] „Saeculum“ von Ursula Poznanksi

7028_JUB_U.Poznanski.inddInhalt:

„Oh mein Gott, so viel Blut!“

„Er stirbt. Ich glaube, er stirbt.“

„Wo ist das Schwert?“

„Liegt auf den Treppen.“

„Da kann es nicht bleiben.“

„Oh Gott, ich will endlich raus hier.“

„Wir verlieren kein Wort über das, was hier passiert ist, klar?“

„Aber was, wenn er… ich meine, wenn…“

„Darum kümmere ich mich. Keine Sorge.“ (S. 5)

Als Bastian die hübsche Sandra kennen lernt, lernt er mit ihr auch eine ganz neue, eigene Welt kennen: die Welt des Mittelalters und der Rollenspiele.

Als Sandra vorschlägt, er solle sie und ihre Freunde zu einem mehrtägigen Rollenspiel in den Wald begleiten, stimmt Bastian nach einigem Zögern zu. Doch kurz vor Aufbruch erhält er einen mysteriösen Anruf, der ihn vergeblich vor dieser Fahrt warnt.

Und tatsächlich geschehen schon bald merkwürdige Dinge: Anders als einige der Teilnehmer glaubt Bastian nicht daran, dass die Geschehnisse mit dem jahrhundertealten Fluch zusammenhängen, der auf ihrem Spielgebiet lastet. Doch welche Erklärungen gibt es sonst?

Meine Meinung:

Lange habe ich auf dieses Buch gewartet. Nachdem ein Onlinebuchversand und auch eine große Buchhandlung bei mir in der Stadt das Buch tagelang nicht vorrätig hatten, brachte mich ein Anruf bei einer kleinen privaten Buchhandlung ganz in meiner Nähe zum hysterischen Quietschen. Der leider etwas humorlose Buchhändler drückte mir fünf Minuten nach unserem Telefonat das Buch in die Hände und konnte sich von meiner Begeisterung so gar nicht mitreißen lassen: „Saeculum“, das neue Buch der preisgekrönten Autorin von „Erebos“.

Schon allein der Anblick ist ein wahrer Augenschmaus. Die Covergestaltung gefällt mir sehr gut und die Seitenränder sind schwarz bedruckt, so dass das Buch sehr mysteriös und einfach besonders wirkt.

Die Thematik dieser Geschichte ist genauso spannend und aktuell wie die seines Vorgängers: mittelalterliche Rollenspiele sind immer mehr im Kommen und haben auf mich eine faszinierende Wirkung. Das Setting, das sich automatisch dadurch ergibt, ist natürlich wie gemacht für einen Jugendthriller: mitten im Wald, abgeschieden von der Menschheit und allen neuzeitlichen Medien baut Poznanski eine Geschichte auf, die den Leser neugierig auf die Auflösung über die Seiten fliegen lässt.

Meiner Meinung nach ist es ihr besonders gelungen, ihre Charaktere so zu konzipieren, dass ich mir genauso wie Bastian nicht ganz klar war, wem ich trauen kann und wem nicht. Mitten in der Geschichte muss man seine Meinung über gewisse Personen nochmals revidieren, um doch weiterhin leise Zweifel zu haben.

Trotz der guten Handlung, der gelungenen Personen und der mal wieder guten Schreibe der Autorin hat mich das Buch lange Zeit nicht vollends in seinen Bann gezogen. Im Nachhinein glaube ich aber, dass das auch an einem zwischenzeitlichen Lesetief gelegen haben könnte.

Trotzdem hätte ich mir mehr von dem heißt geliebten Erebos-Gefühl gewünscht, das mich sogar in den Lesepausen von dem Buch hat träumen lassen.

Selbstverständlich vergebe ich trotzdem 7 von 10 Sternen, denn „Saeculum“ zu lesen ist natürlich ein Hochgenuss. Ursula Poznanski hat einen Jugendthriller geschaffen, der genauso von Erwachsenen gelesen werden kann und mit seinen Charakteren im Alter von etwa 20 Jahren auch mal ältere Jugendliche ansprechen dürfte.

stern 7

Saeculum – Ursula Poznanski – Klappbroschur – 496 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3785570289 – erschienen: November 2011 (Loewe) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Rezension] „Flames’n’Roses: Lebe lieber übersinnlich“ von Kiersten White

7238_flames_rose_01.inddReiheninfo:

  1. „Flames’n’Roses“
  2. „Dreams’n’Whispers“
  3. „Tears’n’Kisses“

Inhalt:

Evie hat eine besondere Gabe: Sie kann unter die Cover jedes Paranormalen sehen und diese so identifizieren. Seit sie als Kind zur IBKP (Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler) kam, arbeitet sie immer wieder an Verhaftungen von gesetzesuntreuen Paranormalen, dabei würde sie manchmal viel lieber das Leben einer ganz normalen Jugendlichen führen:

Sie mag rosa, hat eine beste Freundin (auch wenn diese eine Meerjungfrau ist) und träumt davon, sich endlich mal zu verlieben.

Als Lend, ein Junge einer bisher unbekannten paranormalen Art, ins Institut einbricht und gefasst wird, scheint zumindest ein Wunsch wahr zu werden:

„’Tja, gewöhn dich lieber dran, ich kann eine ziemliche Plage sein’, erwiderte ich lächelnd. Okay, ich flirtete ein kleines bisschen mit ihm. Aber war das ein Wunder? Die einzigen männlichen Wesen, die mir sonst begegneten, waren entweder zu alt oder halbe Monster, lebende Leichen oder unsterbliche Fieslinge. Was auch immer Lend sein mochte, wenigstens war er in meinem Alter.“ (S. 48)

Doch mit dem Auftauchen von Lend scheint sich einiges zu verändern. Allerdings ist noch nicht klar, aus welcher Richtung die drohende Gefahr kommen wird.

Meine Meinung:

Wenn man es kurz und knapp machen möchte, könnte man sagen: Das Buch ist genauso wie das Cover: rosa, lustig, unterhaltsam, aber nicht tiefgehend.

An dem Tag, als ich dieses Buch begonnen (und übrigens in einem Rutsch durchgelesen habe) wollte ich eine nette, anspruchslose Geschichte lesen. Der Griff zu „Flames’n’Roses“ war da genau richtig.

Ich musste mich zwar anfangs sehr an die Sprache und den Schreibstil der Autorin gewöhnen, doch als ich über das betont Jugendliche (es erinnerte mich ein wenig an „House of Night“) hinweglesen konnte, war ich mittendrin in einer fesselnden, humorvollen Geschichte über die jüngste mir bekannte Vampir-, Moorhexen und Werwolfjägerin.

Obwohl Evie wirklich sehr mädchenhaft ist, war sie mir schnell sympathisch: quirlig, frech und aufgedreht leitet sie den Leser federleicht durch die Geschichte, die durchaus richtig spannend wird. Ich denke, dass gerade Leserinnen im Alter von 14-17 Jahren ihre Freude an den Charakteren haben werden.

Das Buch gehört zu einer Trilogie, doch merkt man das am Ende des ersten Bandes nicht. Es lässt sich sehr gut auch als Einzelbuch lesen. Eine nette Abwechslung zu den unzähligen Cliffhangern in der heutigen Fantasy- und Jugendliteratur.

Insgesamt war „Flames’n’Roses“ ein nettes Buch, das mir einen sehr unterhaltsamen Nachmittag beschert hat. Ich vergebe insgesamt 7 von 10 Sternen und empfehle es vor allem jungen Mädchen oder junggebliebenen jungen Frauen.

stern 7

Flames’n’Roses: Leben lieber übersinnlich – Kiersten White – Hardcover mit SU – 380 Seiten – 17,95 € – ISBN-13: 978-3785572382 – erschienen: Juni 2011 (Loewe) – Altersempfehlung: 12-15 Jahre

[Rezension] „Erebos“ von Ursula Poznanski

ErebosInhalt:

Das erste Mal kommt Nick mit dem Computerspiel „Erebos“ in Kontakt als er merkt, wie einer seiner besten Freunde kaum noch zu erreichen ist, übernächtigt in die Schule kommt und jegliche Fragen zu dem Spiel unbeantwortet lässt.

Für das Spielen des Spiels gibt es nämlich drei Regeln:

  1. Jeder hat nur eine Chance „Erebos“ zu spielen.
  2. Man muss beim Spielen immer alleine sein.
  3. Man darf mit niemanden über „Erebos“ reden.

Immer mehr Schüler an der Schule fehlen und Nick befürchtet, dass „Erebos“ gefährlich sein könnte. Doch dann erhält auch er Kopie des Spiels… und ist total hingerissen. Das besondere: „Erebos“ verknüpft die Spielwelt mit der Realität. Nick wird absolut süchtig nach dem Spiel, seine Gedanken kreisen nur noch um seine Spielfigur und das Geschehen in der virtuellen Welt. Doch dann fordert das Spiel Nick dazu auf, einen Menschen zu töten…

Meine Meinung:

„Erebos“ ist eine packende Geschichte, die genauso süchtig macht wie das Spiel innerhalb des Buches. Wenn ich mal ein Computerspiel über einen längeren Zeitraum gespielt habe, hat mich das auch immer sehr in den Bann gezogen. Ich kann das Gefühl von Nick also sehr gut nachempfinden. Sehr gekonnt baut die Autorin für den Leser eben diese Spannung auf und verknüpft das Spielgeschehen mit der Realität. Bis zum Ende hin wartet der Leser auf eine Auflösung und eine Erklärung für das, was er bisher gemeinsam mit Nick durchgemacht hat.

An dieser Stelle gibt es dann auch den einzigen klitzekleinen Kritikpunkt meinerseits, denn die Erklärung greift ein wenig in die Zukunft. Trotzdem hat mich das Ende des Buches durchaus zufrieden gestellt. Viele lose Fäden werden gekonnt verknüpft.

Ich habe das Buch ab etwa der Hälfte in einem Rutsch durchgelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es endet. Ich denke, diese Tatsache spricht absolut für ein grandioses Buch. Dass ich, als ich zwischendrin kurz geschlafen habe, sofort von dem Buch geträumt habe, auch! Selbstverständlich gibt es die volle Punktzahl!

stern 10