[Rezension] „Die Magie der tausend Welten. Die Begabte“ – Trudi Canavan

Die BegabteReiheninfo:

  1. „Die Begabte“
  2. engl.: „Angel of Storms“ (erscheint 2015)
  3. engl.: „Successor’s Son“ (erscheint 2016

Klappentext:

Der junge Archäologe Tyen entdeckt ein magisches Buch, in dem seit vielen Jahrhunderten das Bewusstsein einer Frau gefangen ist: Pergama war einst eine talentierte Buchbinderin, bis ein mächtiger Magier sie mit einem Zauber belegte und dazu verfluchte, für alle Zeit das Wissen der Welt in sich aufzunehmen. Und so weiß Pergama, dass Tyens Heimat und allen, die ihm am Herzen liegen, eine schreckliche Katastrophe droht. Allerdings kann sie Tyen nur helfen, wenn es ihm gelingt, den Fluch des Buches zu brechen. […] (Quelle)

Meine Meinung:

Trudi Canavan ist sicherlich fast allen Fantasylesern ein Begriff. Insbesondere ihre Trilogien „Die Gilde der Schwarzen Magier“ und „Sonea“ waren nicht nur in Deutschland sehr erfolgreich. Die „Das Zeitalter der Fünf“-Trilogie ist übrigens auch super, nur leider nicht so bekannt.

Nun hat die Autorin mit „Die Begabte“ endlich den Auftakt einer neuen Trilogie geschrieben, die in einer ganz anderen Welt, bzw. in anderen Welten spielt. Zunächst lernt man als Leser Tyen kennen, der ein magisches Buch names Pergama entdeckt. Pergama war früher Buchbinderin und Zauberin, bis sie von einem der mächtigsten Zauberer, der je gelebt hat, in ein Buch verwandelt wurde. Ich gebe zu, dass ich diese Vorstellung merkwürdig und gewöhnungsbedürftig fand. Pergama wird schnell von Tyen nicht mehr nur als Buch, sondern auch als Mensch gesehen. Er führt mit ihr regelmäßige Unterhaltungen, entwickelt langsam Gefühle für sie möchte sie davor schützen, einfach nur irgendwo weggesperrt zu leben. Ich konnte leider gar keine Beziehung zu Pergama aufbauen und auch Tyen, ein recht begabter Magier und Archälogiestudent, war mir oft sehr fremd, blieb konturlos und uninteressant.

Ganz anders verhielt es sich mit Rielle, der zweiten Hauptperson in diesem Buch. Wie: der zweiten Hauptperson? Davon ist im Klappentext doch gar nicht die Rede? Richtig! Ich war auch erst irritiert, als mit einem Mal die Geschichte um Tyen und Pergama unterbrochen und plötzlich eine ganz neue Story aus der Sicht von Rielle erzählt wurde. Rielle scheint in einer etwas weniger fortschrittlichen Welt als Tyen zu leben. Magie ist dort nur den Priestern vorbehalten. Es herrscht die klare Meinung, dass sich alle anderen, wenn sie denn Magie benutzen würden, damit beschmutzen und nicht mehr vor die Engel treten können.
Und genau das ist für Rielle ein Riesenproblem, denn sie kann Magie sehen. Und wer Magie sehen kann, kann sie auch ausüben. Um die Engel nicht zu erzürnen, ist sie sehr darauf bedacht, keine Magie zu benutzen, doch das nicht so einfach wie gedacht. Vor allem nicht, als sie den aufstrebenden Künstler Izare kennenlernt….

Die beiden Geschichten um Tyen und Rielle werden immer abwechselnd erzählt. Mir ging es leider so, dass immer dann, wenn ich gerade  in der Geschichte drin war, die Perspektive gewechselt wurde. Perspektive ist hier allerdings gar nicht der richtige Begriff, denn das würde bedeuten, dass es sich um eine Geschichte mit mehreren Perspektiven handelt. Allerdings haben die beiden Handlungen wirklich gar nichts miteinander zu tun und ich kann noch nicht vermuten, wie sie zusammenhängen. Spielen sie überhaupt zur gleichen Zeit? Werden sich Tyen und Rielle jemals begegnen?

„Die Begabte“ ist die langersehnte Neuerscheinung aus der Feder von Trudi Canavan. Wie alle ihre Bücher ist auch diese Geschichte gut zu lesen und spannend. Allerdings war ich durch die merkwürdige Zweiteilung der Handlung etwas irritiert und konnte mich mit Tyen und Pergama nicht so richtig identifizieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das aber im zweiten Band noch ändert, wenn die beiden Geschichten hoffentlich noch auf irgendeine Art und Weise zusammengeführt werden. Das erste Buch dieser neuen Trilogie hat auf jeden Fall noch Entwicklungspotenzial, allerdings bin ich mir sehr sicher, dass die Autorin dieses im Folgeband auch nutzen wird. 7 von 10 Sternen!

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Die Magie der tausend Welten. Die Begabte – Trudi Canavan – Hardcover mit SU – 672 Seiten – 19,99 € – ISBN: 978-3-7645-3105-8 – erschienen: NOvember 2014 (Penhaligon)

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[Rezension] „Die Auslese: Nur die Besten überleben“ von Joelle Charbonneau

Die AusleseReiheninfo:

  1. „Die Auslese: Nur die Besten überleben“
  2. engl. Titel: „Independent Study“ (auf dt. vorauss.: Oktober 2014)
  3. engl. Titel: „Graduation Day“ (auf dt. vorauss.: Oktober 2015)

Klappentext:

Nach den verheerenden Fehlern der Vergangenheit war sich die Gesellschaft einig, dass nur noch die Besten politische Macht ausüben dürfen. Von nun an sollten die Psychologen darüber urteilen, in wessen Händen die Zukunft des Landes liegen sollte. So entstand die Auslese.

Cia ist sechzehn und damit eine der Jüngsten, die zu den Prüfungen antreten, die darüber entscheiden, ob man für ein Amt geeignet ist. Zunächst ist sie von Stolz erfüllt – bis die erste Kandidatin stirbt! Jetzt breitet sich Angst aus, und Cia erkennt: Nur die Besten überleben … (Quelle)

Meine Meinung:

Wer den Klappentext liest und eine weitere Dystopie à la „Die Tribute von Panem“ oder „Die Auswahl“ erwartet, liegt richtig. Wer denkt, dass man dieses Buch deswegen nicht mehr lesen braucht, sollte sich schleunigst eines besseren belehren lassen.

Nur wenige Stunden nachdem Cia erfahren hat, dass auch sie zu den Prüfungen antreten darf, nimmt ihr Vater sie beiseite. Auch er hat vor Jahren die Auslese bestanden und durfte an der Universität studieren. Doch seine Ratschläge sind viel mehr Warnungen und machen Cia zu Recht Angst: „Trau niemandem!“

Klar, neu sind die Idee und die Geschichte nicht; und trotzdem weiß die Autorin den Leser an die Seiten zu fesseln. Ich habe das Buch beinahe inhaliert, war gespannt auf den Ausgang und erste kleine Auflösungen – denn es ist ja schon fast selbstverständlich, dass dies erst der erste Band einer Trilogie ist.

„Die Auslese“ ist in meinen Augen vor allem mit den Panem-Büchern zu vergleichen: eine rasante Prüfung, bei der es um Leben und Tod geht. Und obwohl der Inhalt nicht viel neues birgt, zeit Joelle Charbonneau, dass man das Rad nicht ständig neu erfinden muss, um eine spannende und fesselnde Geschichte zu verfassen. Solide 8 von 10 Sternen!

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Hier kommt ihr zur deutschen Website der neuen Reihe mit einigen Hintergrundinformationen und einer Leseprobe.

Die Auslese: Nur die Besten überleben – Joelle Charbonneau – Hardcover mit SU – 416 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-7645-3117-1 – erschienen: August 2013 (Penhaligon)