[Momentaufnahme] Von Büchern, vor denen man etwas Angst hat

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Ich bin schon seit dem ersten Band des Dämonen-Zyklus von Peter V. Brett ein großer Fan der Reihe – insbesondere natürlich von Arlen Strohballen. 😉 Seit dem Erscheinen des vierten Bandes ist aber ziemlich viel Zeit vergangen und als ich nun den fünften Band „Das Leuchten der Magie“ im Regal hatte, bekam ich ein wenig Angst. Die Welt und die Figuren der Geschichte sind so unglaublich komplex. Was, wenn ich gar nicht in die Geschichte hineinfinden würde? Und so dauerte es ziemlich lange, bis ich mich dann letztendlich doch getraut habe, das Buch zu beginnen. Und siehe da: Es ist genauso toll wie seine Vorgänger!

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[Rezension] „Der Thron der Finsternis“ von Peter V. Brett

Reiheninfo:

  1. „Das Lied der Dunkelheit“
  2. „Das Flüstern der Nacht“
  3. „Die Flammen der Dämmerung“
  4. „Der Thron der Finsternis“
  5. „The Core“ (engl. Arbeitstitel)

Achtung: Da es sich um den vierten Band einer Reihe handelt, enthält diese Rezension Spoiler zu den vorherigen Bänden!

Klappentext:

Die Welt der Menschen ist in Aufruhr. Nacht für Nacht steigen die Dämonen aus der Tiefe auf, um die Bewohner der Städte und Dörfer in Angst und Schrecken zu versetzen. Seit nicht nur ein, sondern zwei Männer aufgestanden sind, um gegen die finsteren Wesen zu kämpfen und die Völker der Menschen endlich zu befreien, herrscht allerdings Krieg – denn Arlen und Jardir könnten verschiedener nicht sein. Nicht einmal ein Zweikampf der beiden konnte den Zwist beenden, doch nun müssen sie sich ihrer größten Herausforderung stellen: dem Kampf gegen die Dämonenkönigin. Gemeinsam oder allein … (Quelle)

Meine Meinung:

Ich habe es in meinen Rezensionen zu den letzten beiden Bänden schon geschrieben und ich werde es auch jetzt noch ein Mal schreiben: Der Dämonen-Zyklus von Peter V. Brett ist meiner Meinung nach eine der besten Fantasyreihen, die jemals geschrieben wurden!

Seine Bücher haben treue Anhänger und Fans und doch gibt es auch immer wieder sehr kritische Stimmen. Ich kann einige Kritikpunkte nachvollziehen. Was mir aber unbegreiflich bleibt, ist die Tatsache, dass manche Leser dieses Buch abgebrochen haben. Hallo? Es ist total toll und spannend!

„‚Nein!‘ Inevera streckte die Arme aus und griff ins Leere, als der Par’chin sich und ihren Gemahl über die Klippe in die Tiefe stürzte. Und dabei die Hoffnung der gesamten Menschheit mit in den Abgrund riss.“ (S. 9)

Der letzte Band endete ja mit einem absoluten Cliffhanger: Die beiden ehemaligen Freunde und jetzigen Widersacher Arlen und Jadir stürzen gemeinsam eine tiefe Klippe herab. Wie sich diese Situation tatsächlich auflöst, möchte ich hier noch nicht vorweg nehmen. Es sei nur so viel gesagt: Für Arlen kam der Sturz alles andere als überraschend, er hatte ihn sogar geplant. Eins ist klar: Der Kampf gegen die Dämonen geht weiter, sowohl bei den Krasianern in der Wüste als auch im Tal des Erlösers im Norden.

Etwa 1000 Seiten umfasst „Der Thron der Finsternis“. Diese Seiten nutzt der Autor, um den einzelnen Charakteren eine Geschichte und Vergangenheit zu geben. Auch seine Nebencharaktere sind vielschichtig und komplex. Dies führt manchmal dazu, dass die Haupthandlung ins Stocken gerät. Und dennoch möchte ich die Hintergrundinformationen nicht missen, denn so kann man die Beweggründe der einzelnen Figuren viel besser nachvollziehen.

Einen Kritikpunkt habe ich an dieser Stelle aber: Die Geschichte liest sich stellenweise durch die vielen krasianischen Begriffe nicht ganz einfach. Dass dann auch noch die Namen von gefühlt jeder zweiten Person mit A anfangen müssen, macht es nicht leichter, Herr Brett!

Ansonsten läuft die Geschichte auf einen großen Showdown hin. Die letzten Seiten bringen noch ein mal ordentlich Trubel und Durcheinander und sorgen so dafür, dass meine Neugier auf den letzten Band unglaublich hoch ist. Außerdem eine Warnung an alle Leser: Haltet eure Taschentücher bereit, Peter V. Brett geht nicht gerade zimperlich mit seinen Charakteren um.

„Der Thron der Finsternis“ schließt sich seinen Vorgängern nahtlos an: Die Handlung bleibt spannend, die Entwicklung der Figuren auch. Peter V. Brett ist einfach ein grandioser Fantasyautor, der mich mit jeder einzelnen Seite seines Dämonen Zyklus unterhalten hat. Es ist einfach unglaublich, was für eine phantastische und komplexe Welt er geschaffen hat. 9 von 10 Sternen!

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Der Thron der Finsternis – Peter V. Brett – Klappbroschur – 1024 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-453-31573-0 – erschienen: September 2015 (Heyne) – Übersetzung: Ingrid Herrmann-Nytko

[Montagsfrage] Welcher Romanfigur möchtest du dringend etwas sagen?

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Lieber Arlen Strohballen,

jetzt kennen wir uns schon einige Jahre und ich habe all deine Entwicklungen mit angesehen. Ich mochte den eher ruhigen, zielstrebigen, aber doch schüchternen Arlen Strohballen. Ich liebe den tapfer im Labyrinth kämpfenden Arlen Strohballen und ich respektiere den Tätowierten Mann, der jedes Mittel nutzt, um die Welt von Dämonen zu befreien.
Ich liebe deine Tätowierungen und deine durchtrainierte Figur und vor allem auch dein Pferd, das selbstverständlich genauso aussieht wie das von Nanni! Apropos Nanni: Auch sie hat ihren Segen zu der Frage gegeben, die ich dir gleich stellen werde. Sie würde sich übrigens für uns freuen, auch wenn sie gerne durch dein nicht vorhandenes Haar streichen würde…

Lieber Arlen Strohballen, wollen wir nicht mal einen Kaffee trinken gehen? 😉

(Wer Arlen Strohballen ist, könnt ihr in der Dämonen-Reihe von Peter V. Brett nachlesen.)

[Rezension] „Die Flammen der Dämmerung“ von Peter V. Brett

Die Flammen der DämmerungReiheninfo:

  1. “Das Lied der Dunkelheit”
  2. “Das Flüstern der Nacht”
  3. “Die Flammen der Dämmerung”
  4. (engl. Arbeitstitel: “The Skull Throne”)
  5. (engl. Arbeitstitel: “The Core”)

Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler zu den vorherigen Bänden!

Inhalt:

Während Jadir und seine Gefolgschaft den Krieg gegen die Städte des Nordens vorbereiten, macht sich Leesha auf den Weg ins Tal des Erlösers, um vor dem bevorstehenden Angriff der Krasianer zu warnen. Auch Arlen befindet sich gemeinsam mit Renna auf dem Weg in die Stadt, um sich auf den großen Kampf gegen die Dämonen vorzubereiten. Er ist stärker denn je und auch Renna tut bald alles, um im Kampf gegen die Horclinge auf übernatürliche Kräfte zurückgreifen zu können. Bald wird sich zeigen, ob es den einen wahren Erlöser gibt…

Meine Meinung:

Die Dämonen-Reihe von Peter V. Brett gehört zu meinen allerliebsten Fantasyzyklen. Ich mag die Andersartigkeit der Geschichte, die komplexe Handlungsstruktur und das Gefühl, beim Lesen mittendrin zu sein im ewigen Kampf gegen die Dämonen.

Schon zu Beginn des zweiten Teils musste ich feststellen, dass Peter V. Brett seine Geschichte nicht immer linear und geordnet erzählt, sondern gerne in der Zeit und vor allem auch zwischen verschiedenen Orten hin und her springt – oder auch beides… Und das ist bei „Die Flammen der Dämmerung“ nicht anders, denn als Leser lernt man zunächst ein junges Mädchen namens Inevera kennen und begleitet sie auf ihrer Reise von der Tochter eines einfachen Korbflechters hin zur Anwärterin auf die Rolle der Damaji’ting, der obersten heiligen Frau in Krasia.

Ich bin ganz ehrlich: Es hat wirklich ein bisschen gedauert, bis ich die neunjährige, tapfere, kleine Inevera und die intrigante und verbissen kämpfende, erwachsene Inevera zusammenbringen konnte. Dann aber war ich fasziniert, denn Peter V. Brett vollbringt hier wirklich Großes: Obwohl Arlen, Jadir und Inevera Gegenspieler sind, die zwar das gleiche, dies aber auf ganz unterschiedlichen Wegen wollen, macht er es dem Leser nicht einfach und lässt die einen die Guten und die anderen die Schlechten sein. Durch geschickte Rückblenden beleuchtet er die Entwicklung und Beweggründe jedes einzelnen und lässt die Geschichte dadurch komplex und facettenreich erscheinen.

Ich weiß, dass einige Leser die besonderen Fähigkeiten von Arlen und Renna bemängeln. Ohne inhaltlich zu sehr darauf eingehen zu wollen, kann ich nur sagen, dass ich anfangs auch irritiert war, mich aber schnell damit anfreunden konnte und vor allem großes Potenzial für die nächsten Bücher darin sehe.

Ein wenig geschockt hat mich hingegen das Ende des Buches: Was für ein Schluss, was für ein Cliffhanger! Ich bin sehr gespannt, wie der nächste Teil weiter geht und ob der Autor das durchzieht, was er hier andeutet.

„Die Flammen der Dämmerung“ habe ich trotz seines Umfangs von mehr als tausend Seiten sehr zügig gelesen, was daran liegt, dass die Story einfach unheimlich fesselnd ist. Ich kann nachvollziehen, dass manche Leser etwas irritiert waren, statt des erwarteten Schlussteils einer Trilogie plötzlich nur den dritten Band einer Reihe vor sich zu haben. Ich wusste es zum Glück schon vorher und freue mich sehr darüber, auch noch mindestens zwei weitere Bücher lang in die Welt von Thesa eintauchen zu dürfen. (Ach und das Arlen Strohballen der heißeste aller Buchcharaktere überhaupt ist, muss ich nicht nochmal erwähnen, oder?) 9 von 10 Sternen!

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Flammen der Dämmerung – Peter V. Brett – Klappbroschur – 1056 Seiten – 15,99 € – ISBN: 978-3-453-52474-3 – erschienen: März 2013 (Heyne)

[Montagsfrage] Welches Buch sollte unbedingt verfilmt werden?

montagsfrage_bannerUhhh, eine schwierige Frage, denn oftmals entsprechen Filme nicht den Vorstellungen zu Büchern und vor allem Charakteren, wie ich sie im Kopf habe. So ist meine Lieblingsfigur in den Harry Potter Büchern zum Beispiel Sirius Black. Von der filmischen Umsetzung war ich dann total enttäuscht. Also finde ich es grundsätzlich fast immer schwierig, wenn Bücher, die mir am Herzen liegen, verfilmt werden.

„Die Tribute von Panem“ fand ich ganz gut und ich bin auch gespannt auf „City of Bones“, aber das ist ja eigentlich nicht die Frage. 🙂

Also, wenn es gut gemacht wäre, dann würde ich natürlich eine Verfilmung der Dämonen-Reihe von Peter V. Brett gut finden („Das Lied der Dunkelheit“ usw.), denn der Tätowierte Mann aka Arlen Strohballen… hrrr! 😀 (Ich glaube, zu diesem Thema gibt es jetzt schon zig Einträge auf meinem Blog. 😀 )

Ansonsten: „Gut gegen Nordwind“, so lange immer nur die Laptops mit den Mails und dem Originaltext gezeigt werden. 😀

[Gemeinsam lesen] 9.7.2013

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1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese „Die Flammen der Dämmerung“ und bin auf Seite 133.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Niemand ist unsterblich, nicht einmal die Horclinge.“ (S. 133)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich liebe die Reihe von Peter V. Brett. Zwar vergeht mir etwas viel Zeit zwischen dem Erscheinen der einzelnen Bände, aber ich bin doch erstaunlich gut wieder drin. Ich brauchte ein bisschen Zeit, bis ich mich an dieses dicke Buch herangewagt habe. Nanni sagte es bereits neulich: Die Dicke schreckt ein bisschen ab. Man denkt sich, in der Zeit könne man ja auch erst noch 1-2 dünne Bücher lesen. Aber ich glaube, dass ich jetzt richtig in der Geschichte drin bin, nun kann es weiter gehen.

4. In welchem Land spielt deine aktuelle Lektüre? Möchtest du es gerne einmal bereisen (gilt natürlich auch für Fantasywelten, auch wenn die Frage dann hypothetisch ist 😉 )

Die Geschichte spielt zum einen in Thesa – einem Land das eher westlich gehalten ist; sowohl landschaftlich, als auch kulturell – und in Krasia, das eher fernöstlich wirkt. In beiden Ländern würde ich nur leben wollen, um Arlen Strohballen (den Tätowierten Mann) zu treffen, denn ansonsten wäre es mir mit den Dämonen viel zu gefährlich.

Hier kommt ihr übrigens zu einer interaktiven Karte von Thesa. Aber Achtung, es wird ein wenig gespoilert. Ihr solltet sie euch also nur ansehen, wenn ihr zumindest die ersten beiden Bände schon gelesen habt.

[Rezension] „Das Flüstern der Nacht“ von Peter V. Brett

Das Flüstern der NachtReiheninfo:

  1. „Das Lied der Dunkelheit“
  2. „Das Flüstern der Nacht“
  3. „Die Flammen der Dämmerung“
  4. (engl. Arbeitstitel: „The Skull Throne“)
  5. (engl. Arbeitstitel: „The Core“)

Inhalt:

Endlich hab ich ihn gelesen, den zweiten Teil des großen Fantasyepos um Arlen, Leesha und Rojer. Im Gegensatz zu dem ersten Teil „Das Lied der Dunkelheit“ wird hier nicht nur die Seite der Menschen aus dem grünen Land beleuchtet. Der Autor widmet sich vor allem auf den ersten 200 Seiten des Buches dem Oberhaupt des Wüstenvolks Jadir. Ausführlich wird beschrieben, wie Jadir zu dem Mann wurde, der er jetzt ist. Auch die Begegnung zwischen Jadir und Arlen, die schon im ersten Band aus Arlens Sicht dargestellt wird, wird nochmals aufgegriffen.

Jadirs Plan ist es, die Bewohner des grünen Lands zu beherrschen und aus ihnen eine riesige Armee im Kampf gegen die Dämonen zu formen. Anfangs ist das Tal der Holzfäller, das nun das Tal des Erlösers genannt wird, nur damit beschäftigt den Flüchtlingen Unterschlupf zu bieten. Doch dann müssen sich die Bewohner, allen voran Arlen, Leesha und Rojer, immer mehr mit dem drohenden Krieg beschäftigen.

Meine Meinung:

Die Fantasyreihe von Peter V. Brett gehört meiner Meinung nach zu den besten Fantasywerken überhaupt. Frei von Elfen, Zwergen und Drachen schließt sich der Autor nicht dem allgemeinen Trend an, Tolkiens Figuren auch in anderen Werken zum Leben zu erwecken. Er schafft durch die Dämonen, die bei Sonnenuntergang aus dem Boden steigen eine ganz neue Gefahr, die mit ganz neuen Mitteln, nämlich den verschiedensten Siegeln, bekämpft werden.

Auch der zweite Teil dieses Epos hat mich begeistert. Im Gegensatz zu vielen anderen Lesern haben mich auch die ersten Seiten in den Bann gezogen, obwohl es schon irritiert, erst ab Seite 200 bekannten Hauptfiguren wieder zu begegnen. Insbesondere ab der Hälfte des Buches (also etwa ab Seite 500 wohlgemerkt) hatte mich das Buch wieder voll und ganz in seinen Bann gezogen, so dass ich die Seiten nur verschlungen habe.

Voller Ungeduld auf den dritten Band, wann auch immer der erscheinen wird, gebe ich 10 von 10 möglichen Punkten.

stern 10