[Rezension] „Café Morelli“ von G. R. Gemin

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Vor wenigen Minuten habe ich die letzten Seiten von „Café Morelli“ gelesen – und zwar mit Tränen der Rührung in den Augen. Hinter diesem wunderschönen Cover verbirgt sich ein echtes Herzensbuch.

Das Café Morelli ist schon seit vielen Generationen in Joes Familie. Schon seit sein Urgroßvater vor Jahren aus Italien nach Wales gekommen ist, um dort Arbeit zu finden. Doch mittlerweile läuft das Café nicht mehr richtig. Und so überlegt Joes Mutter, das Café zu verkaufen. Doch Joe liebt das Café und lässt nichts unversucht, um das Erbe seiner Familie zu retten …

Ich kann gar nicht ganz in Worte fassen, was dieses Buch so wundervoll macht. Ich glaube, es ist die Hoffnung, die die Geschichte vermittelt. Du musst nur fest genug an etwas glauben, dann wird es dir auch gelingen. Es ist aber auch das Gefühl von einem schönen Miteinander, davon, dass man sich gegenseitig helfen muss, um wirklich glücklich zu sein. Es ist die Tatsache, dass in diesem Buch, die heutige Geschichte so gekonnt mit der Geschichte von Joes Urgroßvater verknüpft wird, der im zweiten Weltkrieg plötzlich inhaftiert wird, nur weil er Italiener ist. Und nicht zuletzt ist dieses Buch vermutlich so berührend, weil man das Herzblut spürt, das G. R. Gemin in die Geschichte gesteckt hat.

Herzensbücher bekommen selbstverständlich 10 von 10 Sternen!

stern 10

Café Morelli – G. R. Gemin – Hardcover mit SU – 272 Seiten – 17,50 € – ISBN: 978-3-551-56043-8 – erschienen: September 2017 (Königskinder) – Übersetzung: Gabriele Haefs

 

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[Rezension] „Phönix“ von Michael Peinkofer

produkt-12048DAS GESETZ DES PHÖNIX

1
Der Phönix beobachtet dich.
Er weiß alles.

2
Maschinen bringen Tod und Leid.
Niemals darfst du sie bauen.

3
Dunkelheit ist dein Feind.
Niemals darfst du dein Dorf bei Nacht verlassen.

Niemals darfst du dein Dorf bei Nacht verlassen. Das wurde Callista und den anderen Bewohnern schon früh eingetrichert. Das Gesetz des Phönix ist nicht diskutierbar und wird mit aller Härte durchgesetzt. Denn nur durch die Gnade des Phönix können die Menschen nach dem großen Zusammenbruch überhaupt wieder leben.

Doch die 15-jährige Callista ist anders als die anderen Dorfbewohner. Sie will sich nicht einfach mit ihrem Schicksal anfreunden. Warum darf sie nicht jagen, nur weil sie eine Frau ist? Gibt es wirklich nichts mehr jenseits des Waldes? Und was liegt hinter den Sternen?

Als Callistas kleiner Bruder eines Tages im Wald verschwindet, hat Callista plötzlich einen merkwürdigen Traum und macht sich mit ihrem Freund Lukan auf, ihren Bruder zu finden. Doch bisher ist noch niemals jemand lebend zurrückgekehrt, der die Nacht im Wald verbracht hat …

Die Bücher von Michael Peinkofer sind für mich in der Regel absolute Must-Reads: Das war mit „Phönix“ nicht anders. Als ich das Buch endlich vor mir liegen hatte, wurde mir bewusst, dass ich es gekauft habe, ohne auch nur ein kleines Bisschen vom Inhalt zu wissen.

Dieser ist nicht komplett neu – eine typische Jugendbuchdystopie mit leichtem Fantasyeinschlag. Das hat meinem Lesevergnügen aber gar keinen Abbruch getan. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen und bin wirklich traurig, dass ich nicht direkt weiterlesen kann. „Phönix“ ist nämlich der Auftakt zu einer Trilogie.

Was mich jetzt so begeistert hat? Ich kann es gar nicht so genau sagen, aber ich denke, dass es zum einen das Setting der Geschichte war, zum anderen die leichte Schreibweise des Autors. Kaum jemand anders schafft es, dass ich so über die Seiten fliege. Die Bücher des Autors sind also nicht ohne Grund absolute Must-Reads – und sollten es für alle Fans von unterhaltsamer (Jugend-)Fantasy und Dystopien auch sein. 🙂 8 von 10 Sternen!

stern 8

Phönix – Michael Peinkofer – Klappbroschur – 352 Seiten – 15,00 € – ISBN: 978-3-492-70377-2 – erschienen: Oktober 2017

[Rezension] „Winger“ von Andrew Smith

9783551560278Ryan Dean West ist klug. So klug, dass er zwei Schuljahre überspringen konnte und nun jünger ist als alle seine Klassenkameraden. Das ist nicht gerade hilfreich, wenn man unsterblich verliebt ist, denn Annie, seine beste Freundin, sieht in Ryan Dean scheinbar nur für einen kleinen, süßen Jungen. Außerdem macht die Tatsache, dass er jünger und kleiner ist als alle aus seinem Jahrgang, es Winger – wie er aufgrund seiner Position im Rugby-Team genannt wird – auch nicht leichter, sich gegen seine Mitschüler durchzusetzen. Und einige von ihnen scheinen es ganz schön auf Winger abzugesehen zu haben.

Freundschaft, Liebe, Sex – Darum dreht es sich nicht nur in Ryan Deans Leben, sondern auch in diesem Buch. Sein Leben ist mal alltäglich, mal spektakulär. Mal läuft alles ganz wunderbar und dann steckt er wieder mittendrin in der Patsche.

Diese Höhen und Tiefen gibt es vermutlich in dem Leben eines jeden Jugendlichen. Man muss lernen, sich zu behaupten. Man verliebt sich und wird enttäuscht. Man muss herausfinden, wer seine wahren Freunde sind.

„Winger“ kommt mitten aus dem Leben. Und genauso ist es geschrieben. Die Sprache ist unmittelbar, eindringlich und manchmal ungewohnt derb. Voller Schimpfwörter, obwohl Ryan Dean im wahren Leben eigentlich nicht flucht. Das tut er nur, wenn er seine Geschichte aufschreibt. Und ich liebe es. 10 von 10 Sternen – mal wieder ein echtes Highlight!

stern 10

Winger – Andrew Smith – Hardcover – 464 Seiten – 19,99 € –  978-3-551-56027-8 – erschienen: September 2016 (Königskinder) – Übersetzung: Hans-Ullrich Möhring

 

[Rezension] „We could be heroes“ von Laura Kuhn

9783551316912Klappentext:

Der Umzug aufs Land kommt für Lou gerade recht. Denn seit sie ihre beste Freundin geküsst hat und von ihr zurückgewiesen wurde, weiß Lou gar nicht mehr, was los ist. Doch dann trifft sie in ihrer neuen Schule die schöne und geheimnisvolle Elia und es ist, als hätte ein Blitz in ihrem Leben eingeschlagen. Lou fällt es nicht leicht, mit ihren Gefühlen umzugehen, doch sie will zu ihnen stehen – egal, was passiert. (Quelle)

Meine Meinung:

Lou ist froh, als sie umziehen muss und einige Kilometer sie von ihrer besten Freundin in der alten Heimat trennen. Denn obwohl sie die furchtbar vermisst, kann sie ihr nur schwer in die Augen sehen. Warum? Lou empfindet mehr für Nathalie als nur Freundschaft. So viel mehr, dass sie sie neulich auf einer Party einfach geküsst hat.

Im neuen Haus auf dem Land meint Lou ihren Gefühlen erstmal aus dem Weg gehen zu können – bis sie plötzlich Elia an ihrer Schule sieht! Elia, die so wunderschön ist und Lou einfach nicht mehr aus dem Kopf geht.

„Was soll ich bloß tun? Seit Tagen und Wochen geht mir diese Frage nicht mehr aus dem Kopf. Es ist erstaunlich, dass sie da überhaupt noch ein bisschen Platz gefunden hat – neben Elias Lächeln, Elias Gesicht, Elias Stimme.“ (S. 121)

Lou muss nun an der neuen Schule nicht nur Freunde finden und herausfinden, ob und wie sie die Freundschaft zu ihrer besten Freundin Nathalie aufrecht erhalten möchte. Nun muss sie auch noch eine Möglichkeit finden, wie sie Elia näher kennenlernen kann. Und sie muss sich mit ihren eigenen Gefühlen auseinander setzen.

An manchen Stellen des Buches könnte man der Autorin sicherlich vorwerfen, dass sie etwas zu kitschig und gefühlsduselig geschrieben hat. Mich hat dies aber gar nicht gestört. Im Gegenteil: Während des Lesens war ich selbst auch sehr fasziniert von Elia – vielleicht sogar ein bisschen verliebt. Und trotzdem ist das Buch, zumindest in meinen Augen, keine klasse Liebesgeschichte, denn viel von der Handlung findet in Lous Innerem statt. Diese Entwicklung zu begleiten, hat mir wirklich viel Freude gemacht.

Die Geschichte, die sich zwischen den Buchdeckeln befindet, ist genauso schön wie das Cover: Man spürt Wärme, Lebensfreude und die Freiheit der Gefühle! 8 von 10 Sternen!

stern 8

We could be heroes – Laura Kuhn – Taschenbuch – 256 Seiten – 7,99 € – ISBN: 978-3-551-31691-2 – erschienen: März 2017 (Carlsen)

 

[Kurzer Leseeindruck] „Isla. Schwanenmädchen“ von Lucy Christopher

Isla SchwanenmädchenKlappentext:

Jedes Jahr warten wir auf sie. Sie kommen, wenn es kalt wird. Papa sagt, sie kündigen Wundervolles an. Wir stehen ganz früh auf und beobachten, wie sie über dem See kreisen, im Wasser landen und dann weiterziehen. Sie sind so schön und stolz – und auch ein bisschen unheimlich. Aber in diesem Jahr ist gar nichts wundervoll. Papa muss ins Krankenhaus, weil er was Schlimmes am Herzen hat. Und ein einzelner Schwan bleibt einfach auf dem See zurück, ganz allein. Irgendwas stimmt nicht mit ihm, so wie bei Papa. Wenn ich es schaffe, dass der Schwan wieder fliegt und seine Familie findet, vielleicht wird Papa dann ja wieder gesund. (Quelle)

Mein Eindruck:

Lucy Christopher konnte mich bisher mit und „Stolen“ und „Kiss me, kill me“ voll und ganz überzeugen. Während sich diese beiden Bücher eher an ältere Jugendliche richten, ist „Isla. Schwanenmädchen“ sicherlich vor allem etwas für Leser im Alter von 11-14 Jahre. Die Geschichte, die Lucy Christopher hier erzählt, ist so vieles: Traurig und mutmachend. Sanft und aufregend. Und vor allem: magisch! Ich mag ihren einnehmenden Schreibstil. Beim Lesen fühle ich mich immer so, als stände ich unmittelbar neben der Hauptperson und würde das selbe fühlen, sehen und riechen wie sie. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

stern 9

Das Buch ist aktuell nur gebraucht zu erstehen.

Isla. Schwanenmädchen – Lucy Christopher – Hardcover – 336 Seiten – 12,95 € – ISBN: 9783551520173 – erschienen: August 2011 (Carlsen)

[Rezension] „Blutrosen“ von Monika Feth

Blutrosen von Monika FethReiheninfo:

  1. „Teufelsengel“
  2. „Spiegelschatten“
  3. „Blutrosen“

„Blutrosen?“
„Oft schenken Männer einer Frau rote Rosen, nachdem sie sie misshandelt haben. Und manchmal auch, bevor sie sie töten.“ (S. 441)

Bei ihren Recherchen zum Thema Frauenhäuser lernt Romy die junge Fleur kennen. Fleur heißt eigentlich Bea, doch niemand soll sie hier erkennen. Fleur ist nämlich auf der Flucht. Auf der Flucht vor ihrem Freund – ihrer großen Liebe.

Mit fünfzehn Jahren flieht Bea das erste Mal – damals noch vor dem sexuell übergriffigen Stiefvater und ihrer lieblosen Mutter. Das Leben auf der Straße ist hart. Umso wohler fühlt sie sich zunächst bei Mikael, der sie aufnimmt, für sie sorgt und schwört, sie immer zu liebe. Eine Liebe, die in Eifersucht und Hass umschlägt. Eine Liebe, die einengt und Schmerzen zufügt. Eine Liebe, die Bea dazu zwingt, zu fliehen. Zu Fleur zu werden.

Monika Feth geligt es jedes Mal auf’s Neue, mich mit ihren Büchern zu berühren. Dafür sorgen ihre starken Charaktere und die einnehmenden Themen. Dass die Geschichten nebenher noch spannend sind, ist eigentlich nebensächlich. Ich mag es, auf Themen gestoßen zu werden, die mir nicht alltäglich präsent sind: Frauenhäuser. Häusliche Gewalt. Die Angst vor jedem Schatten. Das Gefühl, verfolgt zu werden. Nie entkommen zu können, egal wohin man flieht.

Vielen Dank, Frau Feth, für ein Buch, das mich  sehr eingenommen hat. Wie immer.
10 von 10 Sternen!

stern 9

Blutrosen – Monika Feth – Hardcover mit SU – 512 Seiten – 17,99 € – ISBN: 978-3-570-16315-3  – erschienen: April 2017 (cbt)

[Rezension] „Daniel is different“ von Wesley King

„Es war an einem Dienstag, als mir zum ersten Mal klar wurde, dass ich verrückt war. Na ja, die Vermutung war mir schon früher gekommen, war ja unvermeidlich, aber ich hatte gehofft, es wäre nur eine Phase, so wie damals mit drei, als ich ein Feuerwehrauto sein wollte.“ (S. 5)

Ja, Daniel ist wirklich anders. Er hasst es, Football zu spielen. Viel lieber sitzt er auf der Reservebank und arrangiert die Getränke für seine Teamkollegen in akkuraten geometrischen Mustern. Daniel hat eigentlich nur einen besten Freund, im Kontakt mit anderen Mitschülern ist er sehr unsicher. Obwohl Daniel hochbegabt ist, ist der Matheunterricht für ihn der pure Stress. Denn die meisten Zahlen sind in seinen Augen schlechte Zahlen. Sie führen dazu, dass er das Gefühl bekommt, sterben zu müssen. Die Neun ist übrigens die schlimmste Zahl.

Schnell wird dem Leser das klar, was Daniel noch nicht weiß: Er leidet an einer Zwangsstörung. Jeden Abend muss Daniel ein gewisses Programm ausführen, bis er einschlafen kann. Dies kann manchmal mehrere Stunden Zeit in Anspruch nehmen und auch dann weint er sich häufig in den Schlaf. Doch mit einem einzigen, unerwarteten „Hallo“ beginnt sich seine Welt zu verändern.

Die Geschichte um Daniel ist unglaublich berührend und schön. Aber auch unglaublich traurig. Denn das Nachwort des Autors macht deutlich: Dies ist nicht einfach nur eine Geschichte. Für viele Menschen ist das, was Daniel Tag für Tag mitmachen muss, Realität:

„Der Daniel dieser Geschichte ist in vieler Hinsicht ein recht exaktes Abbild von mir selbst, als ich in diesem Alter war. Auch ich habe bis zu fünf Stunden jede Nacht gebraucht, um ins Bett zu gehen. […] Mehrmals am Tag hatte ich das Gefühl zu sterben – was, wie ich später erfuhr, durch die Angstzustände und Panikattacken ausgelöst wurde – und ich begann mit ritualisierten Zwangshandlungen, um mit der grauenvollen Angst klarzukommen.“ (S. 301)

Und trotzdem macht dieses Buch Hoffnung. Es sagt: Du bist nicht allein. Ja, du bist anders, aber das bedeutet auch, dass du einzigartig bist. Es erzählt nicht nur die Geschichte einer Freundschaft und einer ersten, zarten Liebe. Es macht auch Mut, zu sich selbst zu stehen. 9 von 10 Sternen!

stern 9

Daniel is different – Wesley King – Hardcover – 304 Seiten – 17,00 € – ISBN 978-3-7348-4710-3 – erschienen: Januar 2017 (Magellan) – Übersetzung: Claudia Max

[Kurzer Leseeindruck] „Schwarzer Dolch. Chroniken der Seelenfänger 1“ von Alexey Pehoy

Reiheninfo:

  1. „Schwarzer Dolch“
  2. „Dunkler Orden“
  3. – weitere Titel noch unbekannt –

Klappentext:

Ludwig van Normayenn wird geachtet und doch gefürchtet. Als Seelenfänger verfügt er über die Gabe, dunkle Seelen zu erkennen, die noch nicht bereit sind, das Reich der Sterblichen zu verlassen. Oft ist er die letzte Hoffnung der Menschen, die von den Ausgeburten des Dunkels heimgesucht werden. Auf der Jagd nach den ruhelosen Seelen zieht er von Fürstentum zu Fürstentum – doch auf seiner Reise erwarten ihn Feinde, die noch schrecklicher und gefährlicher sind, als er sich vorzustellen vermag … (Quelle)

Mein Eindruck:

„Huch, das kenn ich doch?!“, war das erste, was ich beim Lesen dachte.

Alexey Pehov hat mit „Schwarzer Dolch“ den Auftakt zu einer neuen Fantasy-Reihe geschrieben und da der Autor zu meinen absoluten Favoriten im Fantasybereich zählt, war klar, dass ich das Buch möglichst schnell lesen würde. Dass ich darin eine schon bekannte Geschichte entdecken würde – damit hatte ich nicht gerechnet.

Gelesen hatte ich das erste Kapitel bereits in der Novellensammlung „Schattendieb“. Das hätte mir direkt deutlich machen müssen, worauf ich dann tatsächlich erst nach 300 Seiten gekommen bin: „Schwarzer Dolch“ ist kein Fantasyroman im herkömmlichen Sinne, sondern mehr eine Novellensammlung. Es gibt zwar einen durchgängigen Hauptcharakter und die Handlung läuft auch chronologisch ab und die einzelnen Kapitel nehmen im weitesten Sinne auch Bezug aufeinander, aber es gibt keinen erkennbaren roten Faden bzw. ein übergeordnetes Ziel, auf das die Geschichte hinausläuft.

Grundsätzlich ist gegen eine weitere Novellensammlung von Pehov ja nichts einzuwenden, doch lese ich einfach lieber Romane und fiebere mit den Charakteren einem gewissen Ziel entgegen. Das Wichtigste ist aber: Ich möchte vor dem Kauf eines Buches wissen, ob mich ein Roman oder eine Novellensammlung erwartet. Das ist hier in meinen Augen nicht transparent genug gemacht worden. Und so habe ich leider das neueste Buch von Pehov nach 300 Seiten enttäuscht abgebrochen. Müsste ich es bewerten, würde ich 4 von 10 Sternen geben.

stern 4

Schwarzer Dolch. Chroniken der Seelenfänger 1 – Alexey Pehov – Klappbroschur – 480 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70396-3 – erschienen: Mai 2016 (Piper) – Übersetzung: Christiane Pöhlmann

[Rezension] „Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ von Nicola Yoon

Klappentext:

Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein – und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren. (Quelle)

Meine Meinung:

„Wenn mein Leben ein Buch wäre, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern. Heute ist genauso wie gestern. Morgen wird genauso sein wie heute. Im Buch von Maddy sind alle Kapitel gleich.“ (S. 178)

Madeline ist krank. Sie leidet an einem Immundefekt und darf deswegen das Haus nicht verlassen. Die meiste Zeit geht es ihr aber gut: Sie liebt ihre Mutter und Carla, ihre Krankenpflegerin. Sie liest unheimlich gerne und arbeitet mit Eifer an ihren Onlinekursen.
Doch dann zieht Olly gegenüber ein. Olly, der einfach so die Wand hochklettert. Olly, der immer schwarz trägt. Olly, der plötzlich vom gegenüberliegenden Zimmer mit ihr zu kommunizieren beginnt. Olly mit den meeresblauen Augen.

„Kribbeln meine Fingerspitzen? Tun sie das sonst auch? Wieso bin ich so atemlos? Wie viele Saltos kann ein Magen machen, bevor er sich hoffnungslos verknotet?“ (S. 93)

Anfangs wehrt sich Madeline noch gegen ihre Gefühle, denn sie hat Angst, sich zu verlieben. Hat Angst, verletzt zu werden. Doch genauso wie der Leser ahnt auch Maddy, dass sie sich nicht lange schützen kann. Denn jeder von uns würde sich in Olly verlieben. Wie sich die Beziehung der beiden entwickelt, hat mir wirklich gut gefallen. Selten habe ich so viele Zitate aus einem Buch geschrieben, wie aus diesem hier. Die Liebe zwischen den beiden hat etwas sehr Anrührendes und Zartes.

„Ich war glücklich, bevor ich ihm begegnet bin. Aber jetzt bin ich lebendig und das ist etwas ganz anderes.“ (S. 199)

Bis kurz vor Schluss war ich also wirklich verliebt. Nicht nur in Olly, sondern in die ganze Geschichte. In das Buch. In die Worte.

Aber – ja, es muss leider ein Aber folgen – der Schluss hat mir das Buch leider ein wenig kaputt gemacht. Die Autorin macht es sich mit dem Ende ziemlich leicht, finde ich. Außerdem gibt es eine interessante Nebenhandlung, die Olly betrifft, doch an dieser Stelle bleibt Nicola Yoon viel zu oberflächlich. Es scheint so, als wollte sie Olly etwas Tiefgang verleihen, indem auch er seine eigene Geschichte bekommt. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass diese dann auch mehr Raum bekommt.

„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ konnte mich in vielen Aspekten überzeugen. Ich mochte Maddy und Olly. Die Liebesgeschichte, die sich langsam und vorsichtig zwischen den beiden entspannt, konnte mich sehr berühren, was vor allem daran lag, dass die Autorin sie wundervoll bildhaft beschrieben hat. Doch das Ende und auch die Geschichte um Olly und seine Familie haben mich nicht wirklich zufriedengestellt. Deswegen vergebe ich trotz großer Begeisterung über weite Teile des Buches hinweg nur 7 von 10 Sternen.

stern 7

„Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt“ war 2016 für den DJLP nominiert.

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt – Nicola Yoon – Hardcover – 336 Seiten – 16,99 € – ISBN-13: 978-3-7915-2540-2 – erschienen: September 2015 (Dressler) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Rezension] „Heute sind wir Freunde“ von Patrycja Spychalski

Klappentext:

Nell, Leo, Chris, Anton und Valeska sind so verschieden wie Tag und Nacht. Da werden sie versehentlich in der Schule eingesperrt. Gar nicht so schlimm denkt sich Nell, ist sie doch schon lange in Leo verknallt. Super, findet Chris, ist er doch schon ewig in Nell verknallt. Kein Bock hier den Aufpasser zu spielen, denkt sich Streber Anton. Die haben doch keine Ahnung, wer ich wirklich bin, denkt sich Schulschönheit Valeska. Und Leo? Der ist einfach zu cool für diese Welt. Oder doch nicht? Am nächsten Morgen ist nicht nur ein Liebespaar aus der Nacht hervorgegangen, sondern auch fünf Freunde, die es gestern noch nicht waren, aber heute sind … und es vielleicht sogar bleiben. (Quelle)

Meine Meinung:

Fünf Jugendliche, die sich alle eigentlich gar nicht wirklich kennen, die alle sehr verschieden sind, müssen aufgrund eines Unwetters zusammen eine Nacht in der Schule verbringen. Das Szenario an sich bietet schon sehr viel Potential für gute Unterhaltung. Die Charakterkonzeption von Patrycja Spychalski tut dann ihr übriges: Nell, Leo, Chris, Anton und Valeska sind alle so liebevoll und feinsinnig gezeichnet, dass man am Ende das Gefühl hat, selbst ein Teil der Gruppe zu sein und fünf neue Freunde gewonnen zu haben.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Jugendlichen erzählt. Jeder kommt zu Wort. Das sorgt dafür, dass man als Leser nach und nach alle besser kennenlernt, ihre Beweggründe erfährt und auch hinter so manche Fassade gucken kann. Insbesondere Valeska versteckt sich hinter einer Maske. Nach außen hin ist sie die fleißige, brave, aber bei allen beliebte Schülerin, die zu jeder Party eingeladen wird. In ihr drinnen sieht es aber ganz anders aus:

„Stattdessen lächele ich brav, betreibe Konersation, erzähle von meinen tausend Freizeitaktivitäten und fühle mich innerlich leer. Ich gebe niemandem die Schuld daran. Höchstens der Maske, die ich täglich aufsetze, und daran bin ich alleine schuld. Ich weiß trotzdem nicht, was ich anders machen könnte, um die Leute, die mir gegenüberstehen und genauso brav lächeln wie ich, darauf zu bringen, dass es in mir drin ganz anders aussieht.“ (S. 42)

Doch nach und nach lassen die einzelnen Figuren nicht nur dem Leser, sondern auch den anderen Charakteren gegenüber ihre Masken fallen. Sie werden so sehr viel verletzlicher – aber auch liebenswert. Und am Ende lautet das Fazit: Heute sind wir Freunde!

„Heute sind wir Freunde“ ist ein neues Herzensbuch von mir. Die Autorin hat wundervolle Charaktere geschaffen, mit denen man gerne eine Nacht eingeschlossen in einer Schule verbringt. 10 von 10 Sternen!

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Heute sind wir Freunde – Patrycja Spychalski – Klappbroschur – 320 Seiten – 14,99 € – ISBN: 978-3-570-16410-5  – erschienen: März 2016 (cbt) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren