[Aktion] Fantastisch-träumerische Lesemomente – Wir lesen die SERAPH-Longlist: Unser Fazit

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Sooo, es ist soweit, gestern erschien die Shortlist des SERAPH, Nanni und ich haben viele Bücher der Longlist gelesen (eines muss ich dringend noch rezensieren) und gestern haben wir telefonisch Fazit gezogen. Wie wir die Longlist finden, was für uns Fantasy ausmacht und warum es sich vielleicht lohnt, JUror zu werden, könnt ihr in unserem Gespräch nachlesen. 🙂

N: Welches Buch deiner Liste hat dir am besten gefallen?
T: Ich habe noch nicht alle gelesen, aber am besten gefallen haben mir „Taberna Libraria“ oder „Die Säulen der Macht“. Wobei „Die Säulen der Macht“ sehr viel fantastischer ist und deshalb für mich passender. Und welches hat dir am besten gefallen?
N: „Klingenfieber“ – ich komme mit dem Namen durcheinander wegen „Kriegsklingen“ von Abercrombie.
T: Du liest zuviel.
N: “Klingenfieber” ist von sehr hoher schriftstellerischer Qualität, sehr gut durchdacht und für mich ist das einfach richtige Fantasy. Weil Schwerter, Kopf abhauen usw.

T: Wir machen einfach nächstes Jahr unseren eigenen SERAPH.
N: Gute Idee. Gib’ts halt keine Prämie, aber wir machen unsere eigene Liste. Welches Buch hat dir am wenigsten gefallen?
T: Ganz klar „Siran“, da es unausgereift und noch nicht gut genug überarbeitet ist.
N: Die Bücher, die ich gelesen habe waren alle gut, aber einige davon nicht genug Fantasy.
T: Z.B. „Faye Archer“, das aber auf der Shortlist gelandet ist?
N: Und vor allem „Das Fremde Meer“. Beides sehr gute Bücher, aber das ist nicht Fantasy, das ist Psychologie. Man sollte Fantasie und FANTASY unterscheiden.
T: Das hast du schön gesagt.
N: Unsere Meinung ist natürlich viel besser als die einer ganzen Jury ….

T: Was erwartest du von einem Fantasybuch?
N: Schwerter, Kopf abhauen usw. In Zeiten wo Toleranz ganz groß geschrieben wird, kann man ruhig die Grenzen für Fantasy erweitern, aber irgendwo hört’s auch auf.
T: Für mich gehört beim Lesen auch einfach ein spannendes Fantasy-Feeling dazu. „Taberna Libraria“ liest sich ein bisschen wie Chick Lit oder Belletristik voller fantastischer Wesen, das ist für mich nicht Fantasy.
N: Also gehört für dich Atmosphäre auch ganz klar dazu?
T: Ja und es muss ein bisschen was episches haben.
N: Ja. Bei den Debüts war es zum Beispiel so, dass man „Herbstbringer“ anmerken konnte, dass es ein Debüt ist, aber Björn Springorum hat einfach eine Fantasy-Atmosphäre aufbauen können. “Das Fremde Meer” ist sehr hochwertig, was Sprache und Aufbau angeht, hat aber eben nicht diese Atmosphäre.

T: Diese Atmosphäre hatte ich ganz klar bei Plaschka und Winter, aber auch an denen gab’s was auszusetzen. Vor allem an Plaschka. Kurzes Statement zur Shortlist?
N: Da fehlen mir die Worte. Bei den Debüts für mich vorhersehbar. Bei „Bestes Buch“ fehlt ganz klar Meißner.
T: Mir fehlt Winter, denn obwohl es nicht perfekt ist, ist es einfach echte Fantasy. Mitreißend.
N: Marzi hatte ich erwartet, allein schon vom Bekanntheitsgrad.
T: Ich hab Plaschka erwartet.
N: Ich auch, ohne es gelesen zu haben.
N: Ich weiß gar nicht so richtig, was ich sagen soll, da ich sehr enttäuscht bin.
T: Das ist doch schön. Also klingt schön. Ich kann nur sagen, der SERAPH ist einfach nicht mein Fall. Letztes Jahr schon nicht und dieses Jahr auch nicht.
N: Wir sollten auf jeden Fall ein eigenes Fantasyprojekt für 2014 starten.

T: Welches Fantasybuch, das du 2013 gelesen hast, hättest du denn gerne auf der Liste gehabt?
N: Muss ich erst mal meine Leseliste anschauen …
T: Mir würde sofort „Die Könige: Orknacht“ von Peinkofer einfallen. Ansonsten noch ein paar englischsprachige Autoren, aber das ist ja nun mal das Tolle am SERAPH, das er sich auf deutschsprachige Autoren beschränkt.
N: Dann lieber Romantasy auf der Liste als Bücher, die eher in den belletristischen Bereich fallen.
T: Iiieh Romantasy, aber Recht haste ….
(Gemeinsame Überlegung, ob sich Fantasyautoren wohl hochschlafen können und ob es sich lohnt, Jurorin zu werden … ;-))
N: „Der Gottbettler“ von Michael M. Thurner, das einzige deutschsprachige Fantasybuch, das ich in 2013 gelesen habe, das sich aber auch in einer großen Menge behaupten kann.

FAZIT:

T: Fantastisch- Träumerische Lesemomente – unser eigener Preis 2015 – wir kommen!!
N: Das hast du so schön gesagt …
T: Da weißt du nichts mehr zu ergänzen.
N: Richtig! Außer …
T: Pepper [Nannis heißgeliebtes Pferd] ist der Beste.
N: Unsere Statue wird schöner. Mit Schwert …
T: und ab´em Kopf!!

[Rund um’s Buch] SERAPH 2013 – Shortlist

Auch in diesem Jahr wird wieder der SERAPH verliehen.

Der SERAPH ist ein Jurypreis, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die besten Romane des phantastischen Genres zu prämieren, vor allem aber den Nachwuchs mit einem dotierten Preis zu fördern.

Der Name SERAPH leitet sich von der judäo-christlichen Mythologie ab und bezeichnet die oberste Hierarchieebene unter den Engeln. Seraphim werden meist mit drei Flügelpaaren dargestellt, die in unserem Falle für die drei großen Untergenres der Phantastik, Science Fiction, Fantasy- und Horror-Literatur stehen. (Quelle)

Heute ist die Shortlist bekannt gegeben worden und ich trauere immer noch darum, dass „Splitterwelten“ nach der Nominierung für die Longlist nicht mehr mit dabei ist. Aber dann heißt es jetzt Daumen drücken für Antje Wagner. Der Preis wird übrigens auf der Leipziger Buchmesse am 14.3.2013 verliehen.

Hier nun die Shortlist:

Shortlist des SERAPH 2013 „Bestes Buch“ in alphabetischer Reihenfolge

  • Drvenkar, Zoran: Der letzte Engel (cbj)
  • Hoffmann, Markolf: Ines öffnet die Tür (Ueberreuter)
  • Meyer, Kai: Asche und Phönix (Carlsen)
  • Schreckenberg, Michael: Der wandernde Krieg – Sergej (Juhr)
  • Wagner, Antje: Vakuum (Bloomsbury) (meine Rezi)

Shortlist Bestes Buch

Shortlist des SERAPH 2013 „Bestes Debüt“ in alphabetischer Reihenfolge

  • Gläser, Mechthild: Stadt aus Trug und Schatten (Loewe)
  • Oldenburg, Jan: Fantastik AG – Ein Epos aus den Fernen Ländern (Piper)
  • Simon, Cordula: Der Potemkinsche Hund (Picus Verlag)

Shortlist Bestes Debüt

Welche der Bücher kennt ihr? Welche könnt ihr empfehlen? Welche interessieren euch?