[Rezension] „Das Mädchen mit dem Flammenherz“ von Kady Cross

Das Mädchen mit dem FlammenherzReiheninfo:

  1. “Das Mädchen mit dem Stahlkorsett”
  2. “Das Mädchen mit dem Flammenherz”
  3. engl.: “The Girl with the Iron Touch”

Klappentext:

New York im Jahr 1897: Die 16-jährige Finley Jayne und ihre Gang erobern Manhattan. Ihre Mission: Jasper aus der Gewalt eines Mannes zu befreien, der vor nichts zurückschreckt. Ihre Waffen: übernatürliche Fähigkeiten, Freundschaft und Mut. Ihre Erfolgsaussichten: tendieren gegen null. Also genau die Art von Auftrag, bei der Finley Jaynes Herz höherschlägt. Dass es dies gelegentlich auch tut, wenn der geheimnisvolle Griffin sie nur lang genug anschaut, ignoriert sie geflissentlich. Dafür hat sie wahrlich keine Zeit … (Quelle)

Meine Meinung:

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nachdem ich „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ gelesen habe, habe ich nun den Folgeband gelesen:

Dieses Mal geht die Reise nach New York, denn Jasper ist von Reno Dalton, einem gewissenlosen Gangster und seinem früheren Boss, entführt worden. Gemeinsam mit Griffin, Sam und Emily versucht Finley, nicht nur die Gründe dafür herauszufinden und ihren Freund zu befreien, sondern auch ein gefährliches Verbrechen zu verhindern. Und das alles natürlich mit ihren besonderen, durch den Aether veränderten Fähigkeiten…

Ich muss gestehen, dass ich mich kaum noch an den ersten Band erinnern konnte. Abgespeichert war er bei mir unter „Steampunk“, „nett zu lesen“ und „ich mochte die Charaktere“. Tatsächlich war es so, dass mir zu Beginn von „Das Mädchen mit dem Flammenherz“ nicht mehr alle Namen der Hauptpersonen bekannt waren. Dies war aber gar nicht schlimm, denn die Geschichte versteht man auch gut, ohne die Inhalte des ersten Bandes noch genau zu kennen.

Ansonsten waren meine Erinnerungen an den ersten Band sehr passend: Die Charaktere sind sehr einfach, aber eben wirkungsvoll gestaltet, es gibt viele Identifikationsfiguren und durch ihre Verschiedenheit reichlich Potenzial für nette Dialoge und lustige Situationen. Die Story an sich ist keine besondere und auch relativ schnell zu durchschauen, was mich aber gar nicht gestört hat, denn sie lässt sich nett und in einem Rutsch lesen.

„Nett“ ist eigentlich eine Beschreibung, die mich persönlich in einer Rezension abschrecken würde. „Nett“ ist eben nicht „überragend“, „fesselnd“ oder „poetisch“. Aber manchmal gibt es einfach auch den perfekten Zeitpunkt für ein nettes Buch mit einer netten Geschichte. Und um genau so ein Buch handelt es sich hier. 7 von 10 Sternen!

stern 7

Das Mädchen mit dem Flammenherz – Kady Cross – Taschenbuch – 352 Seiten – 8,99 € – ISBN-13: 978-3453534322 – Mai 2013 (Heyne) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

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„Clockwork Spiders“ von Corina Bomann

Clockwork SpidersInhalt:

Violet ist Tochter eines hochrangigen Adelshauses in London, 1888. Doch ist sie ganz anders, als man es von ihr erwartet. Sie hat wenig Interesse an schönen Kleidern oder ihrem Debütantinnenball. Stattdessen schleicht sie sich lieber gemeinsam mit ihrem Butler Alfred nachts aus dem Haus, um an ihren mechanischen Erfindungen zu arbeiten.

Als auf einem Ball in ihrem Elternhaus ein Adliger ermordet wird, beginnt Violet auf eigene Faust zu ermitteln. Was hat es zu bedeuten, dass aus dem Leichnam des Toten eine seltene Spinnenart krabbelt? Und wer ist der gleichzeitig gefährlich und gut aussehende Mann mit der Augenklappe?

Meine Meinung:

Bisher habe ich von Corina Bomann nur ihre beiden historischen Fantasyromane gelesen, als sie allerdings auf der Frankfurter Buchmesse schon mit leuchtenden Augen und voller Begeisterung von ihrem Steampunk-Debüt erzählte, war klar, dass ich auch das lesen musste.

Frau Bomann entführt den Leser ins viktorianische England. Dort in einer Welt voller Mechanik und technischer Erfindungen findet dieser Genremix zwischen einem Mädchen-Detektiv-Buch und einem Steampunk-Roman seinen Handlungsort.

Die Hauptperson Violet ist meiner Meinung nach das Herzstück der Geschichte. Bomann hat – soweit ich es beurteilen kann – einen Hang zu starken Heldinnen. Und Violet ist genau so. Mit ihren 17 Jahren und ihrem Drang nach Unabhängigkeit wird sie sicherlich das Herz ihrer Leserinnen im Sturm erobern. Sie ist gar nicht mädchenhaft und entspricht dadurch nicht unbedingt den Erwartungen ihrer adligen Eltern. So schreckt Violet zum Beispiel in einer Situation nicht davor zurück, Brechmittel zu schlucken, um einem Einkaufstrip mit ihrer Mutter zu entgehen und weiter ermitteln zu können.

Die anderen Charaktere bleiben leider lange Zeit so, wie man sich Adlige im 19. Jahrhundert vorstellt: relativ unnahbar. Erst zum Schluss erhalten auch die Nebenfiguren etwas mehr Gefühle, Eigenschaften und Hintergrund-informationen. Diese Tatsache ist auch der einzige Kritikpunkt, den ich an das Buch habe.

Das Ende ließ mich ein bisschen mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück. Zum einen ist es schön, endlich mal wieder ein Buch zuzuklappen, ohne mitten in einem Cliffhanger zu stecken. Es scheint nämlich so, als würde dieses Buch ein Einteiler bleiben. Andererseits hätte ich natürlich gerne noch weitere Abenteuer mit Violet und ihren Gefährten erlebt, denn gerade zum Schluss des Buches sind mir alle sehr ans Herz gewachsen.

Insgesamt war „Clockwork Spiders“ ein Jugendsteampunkroman, der sich wunderbar wegschmökern ließ und durch seine sympathische Hauptperson punktet. Ich hätte mir allerdings etwas mehr Tiefe und Einblicke in die Gefühlswelt der anderen Personen gewünscht. 7 von 10 Sternen für das neue Buch von Corina Bomann.

stern 7

Zur Leseprobe: hier

Clockwork Spiders – Corina Bomann – Hardcover – 398 Seiten – 16,95 € – ISBN-13: 978-3800056637 – erschienen: Januar 2012 (Ueberreuter) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Rezension] „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ von Kady Cross

Das Mädchen mit dem StahlkorsettReiheninfo:

  1. „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“
  2. „Das Mädchen mit dem Flammenherz“
  3. engl.: „The Girl with the Iron Touch“

Inhalt:

Die sechzehnjährige Finley Jayne ist nicht wie andere Mädchen ihres Alters: Zwar hat sie eine ganz normale Stelle als Dienstmädchen, doch als der Sohn ihres Arbeitgebers ihr zu nahe kommt, erwacht ihre dunkle Seite. Unkontrolliert muss sich Finley dann ihrer Wut und Raserei hingeben.

Als sie nach einem solchen Ausbruch auf den jungen Adlige Griffin trifft, bemerkt dieser schnell, dass Finley etwas Besonderes ist, denn auch er und seine Freunde haben unnormale Fähigkeiten und Kräfte. Doch dann stellt sich heraus, dass die beiden noch mehr verbindet, als sie zunächst dachten…

Meine Meinung:

„Steampunk also“, habe ich zuerst gedacht, als ich dieses Buch vom Heyne Verlag zugeschickt bekommen habe. An sich kann ich mit diesem Fantasygenre nicht so viel anfangen und auch das Cover hat mich nicht wirklich angesprochen. Doch nach den ersten zwanzig Seiten musste ich feststellen, dass mir das Buch um einiges besser gefiel, als ich es vermutet hatte.

Die Geschichte ist im viktorianischen London angesiedelt und spielt in einer Welt, die sich vor allem durch Automaten, einem besonderen Erz und dem Äther, der alles umgibt, von der tatsächlichen Welt unterscheidet. Ich habe bekanntermaßen immer Schwierigkeiten damit, mich solch neuen Welten zu öffnen, aber in dieser Geschichte ging es erstaunlich gut.

Die Handlung an sich ist zwar relativ vorhersehbar und absolut nicht tiefgründig, aber wirklich ansprechend und nett zu lesen. Insbesondere zum Schluss hin hatte mich die Geschichte gepackt und ich wollte unbedingt wissen, wie es mit den Charakteren weiter geht.

Die Charaktere sind meiner Meinung nach sowieso die größte Stärke des Buches: Neben der sehr zwiegespaltenen, aber immer sympathischen Finley und dem so liebenswürdig geduldigen Griffin ist für vermutlichen jeden Geschmack eine Identifikationsfigur dabei: Mir ist besonders noch die ruhige, intelligente Emily ans Herz gewachsen. Und Leser(innen), die gerne den etwas dunkleren gefährlicheren Typ Mann bevorzugen, kommen sicherlich bei dem Boss der Unterwelt Mr. Jack Dandy auf ihre Kosten.

Zu diesem ersten Teil bleibt noch zu sagen, dass es sich eigentlich auch recht gut als abgeschlossene Geschichte lesen lässt. Es interessiert mich zwar, wie sich die Geschichte weiter entwickelt, aber es gibt keinen fiesen Cliffhanger, wie man ihn von anderen Reihen gewohnt ist.

Ein nettes Steampunk-Buch für zwischendurch: nichts besonderes, nichts tiefer gehendes, aber wirklich unterhaltsam, gut geschrieben und voller liebenswerter Charaktere. Ich vergebe gute 7 von 10 Sternen.

stern 7

Das Mädchen mit dem Stahlkorsett – Kady Cross – Hardcover mit Schutzumschlag – 368 Seiten – 14,99 € – ISBN-13: 978-3453267404 – erschienen: August 2011 (Heyne) – empfohlenes Alter: 14-15 Jahre