„Vergiss den Sommer nicht“ von Morgan Matson

Vergiss den Sommer nichtKlappentext:

Immer wenn es brenzlig wird, hat Taylor genau eine Lösung: Sie rennt weg. Doch jetzt ist es die Zeit, die ihr davonläuft. Ihr Vater hat nur noch wenige Wochen zu leben und einen Wunsch: Diesen letzten gemeinsamen Sommer soll die Familie in Lake Phoenix verbringen – so wie früher. Taylor liebt den funkelnden See mit seinen duftenden Wäldern, den Abenden am Strand … doch vor 5 Jahren, hat sie dort nicht nur ihre beste Freundin, sondern auch ihre erste Liebe enttäuscht. Nun versucht Taylor, all das wiedergutzumachen – und diesen Sommer festzuhalten, die letzten Tage mit ihrem Dad, die unwiederbringlich schwinden … (Quelle)

Meine Meinung:

„’Hast du eigentlich Angst?’ Meine Stimme war leiser als ein Flüstern. Aber daran, wie er sein Gesicht ganz leicht verzog, erkannte ich, dass er mich gehört hatte.

Er sagte nichts, sondern nickte nur. Er hob und senkte den Kopf ein einziges Mal.“ (S. 115)

Es gibt Bücher, die verdienen es, dass man viele lobende und große Worte für sie findet. Und dann gibt es Bücher, die verdienen es, dass man sie mit so wenig Worten wie möglich beschreibt, um jedem zukünftigen Leser die Chance zu lassen, dieses Buch ganz alleine und für sich zu entdecken.

„Vergiss den Sommer nicht“ ist genau so ein Buch: traurig und anrührend, aber auch wunderschön und glücklich machend. Den Rest sollte jeder selber lesen! 

stern 9

Vergiss den Sommer nicht – Morgan Matson – Taschenbuch – 480 Seiten – 7,99 € – ISBN-13: 978-3570401811 – erschienen: Mai 2013 (cbj) – Altersempfehlung: ab 12 Jahren

[Rezension] „Love you, hate you, miss you“ von Elizabeth Scott

Love you, hate you, miss youInhalt:

Julia ist tot. Als sie und Amy nach einer Party gemeinsam mit dem Auto nach Hause fahren, haben die beiden einen Unfall: Julia stirbt, Amy überlebt. Doch wie soll Amy ohne ihre beste Freundin noch das Leben genießen? Und war sie es nicht, die eigentlich Schuld an dem Unfall hatte? Und war Julia wirklich immer die Freundin, die sie sein sollte?

Meine Meinung:

Im Moment gibt es sehr viele Jugendbücher, die sich mit dem Themen Tod und Abschiednehmen beschäftigen. Und doch muss ich sagen: Bisher war keins wie das andere. Ich konnte nie sagen: Das Buch ist eindeutig besser als dies. Alle haben irgendwie einen bestimmten Aspekt in den Vordergrund gestellt. Während es sich bei „Ich werde immer da sein, wo du auch bist“ um einen Selbstmord handelt, geht es in diesem Buch um einen Unfall. Im Gegensatz zu „Die Sterne leuchten immer noch“ ist hier nicht der feste Freund, sondern die beste Freundin betroffen. Doch in allen Büchern geht es – auf ganz verschiedene Weise – darum, wie man mit dem Verlust klarkommt.

„Love you, hate you, miss you“ ist nochmal ein bisschen anders: Die Ich-Erzählerin Amy war schon vor dem Tod ihrer besten Freundin nicht glücklich. Schon damals hatte sie Probleme mit ihrem Aussehen, mit ihren Eltern. Schon damals hat sie zu viel getrunken. Doch an der Seite von Julia konnte sie ihre Probleme meist vergessen. Nun muss sie sich ihrem Leben stellen und ohne die quirlige, immer gut gelaunte Julia zurechtkommen.

Und genau dieser Aspekt macht für mich das Buch zu einem großartigen Buch, was einen tiefgründigen Einblick in Amys Leben und damit vielleicht auch in das Leben vieler Jugendlicher ermöglicht.

„‚Amy‘, sagte Dad. Er hielt meine Hand. Ich hatte nicht gemerkt, wie er sie genommen hatte. Ich zog sie schnell weg, weil ich nicht erleben wollte, wie er sie fallen ließ.“ (S. 147)

Amy erzählt ihre Geschichte durchgehend selbst. Eingestreut werden immer wieder Briefe, die sie an ihre tote beste Freundin schreibt. Insbesondere durch den Wechsel von der normalen Ich-Erzählung hin zu den Briefen wird nach und nach Amys Zerrissenheit gegenüber ihrer besten Freundin und ihrem eigenen Leben deutlich. Insgesamt macht die äußerst sympathische Hauptperson eine tolle und glaubhafte Entwicklung durch, versucht sich selbst besser kennen zu lernen und spiegelt so meiner Meinung nach gut die Identitätsfindung vieler Jugendlicher wider.

Es mag an dieser Stelle vielleicht so wirken, als würde das Buch versuchen, zu belehren oder Moralvorstellungen zu übermitteln, doch das ist absolut nicht der Fall. Die Geschichte und auch die Hintergründe haben mich zwar berührt, doch sich mir nie aufgedrängt. Im Vordergrund steht immer noch eine schön zu lesende Geschichte über ein junges Mädchen, das versucht wieder ein normales Leben zu führen, Freundschaften zu knüpfen und sich vielleicht auch zu verlieben. Volle Punktzahl und damit 10 von 10 möglichen Sternen.

stern 10

Love you, hate you, miss you – Elizabeth Scott – Taschenbuch – 288 Seiten – 7,95 € – ISBN-13: 978-3423714525 – erscheint: August 2011 (DTV)

[Rezension] „Wenn ich bleibe“ von Gayle Forman

Wenn ich bleibeReiheninfo:

  1. „Wenn ich bleibe“
  2. „Lovesong“

Anmerkung: Die beiden Bücher können aber auch gut unabhängig voneinander gelesen werden.

Inhalt:

Es ist eigentlich ein ganz normaler Schultag, doch aufgrund von ein bisschen Schnee fällt die Schule aus. Mia, ihr kleiner Bruder Teddy und ihr Vater, der Lehrer ist, müssen nicht zur Schule. Spontan nimmt sich auch Mias Mutter den Tag frei und die Familie beschließt endlich mal wieder einen gemeinsamen Ausflug zu machen.

„‚Tja, wenn ihr heute schwänzt, dann werde ich ganz bestimmt nicht ins Büro gehen. Das wäre überhaupt nicht fair.’ Sie nimmt den Hörer ab und sagt ihrem Chef, dass sie sich heute freinimmt. Danach schaut sie uns an. ‚Soll ich Frühstück machen?’

Mein Vater und ich brechen in schallendes Gelächter aus. Meine Mutter kriegt Müsli und Toast hin, mehr nicht. Mein Vater ist der Koch in der Familie.

Meine Mutter tut so, als würde sie uns nicht hören, und holt aus dem Küchenschrank eine Packung mit Fertigbackmischung. ‚Also bitte! Wie schwer kann das schon sein? Wer will Pfannkuchen?’

‚Ich! Ich!’, brüllt Teddy. ‚Mit Schokostückchen, ja?’“ (S. 12/13)

Im Auto wird heiß diskutiert, welche Musik gespielt werden soll, als plötzlich ein LKW in ihren Wagen rast. Mias Eltern sind auf der Stelle tot. Mia muss sich nun die Frage stellen: Soll sie gehen oder soll sie bleiben?

Denn Mias Körper liegt zwar lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus, doch sie selbst kann sich, ihre Verwandten, ihre beste Freundin Kim und auch ihren Freund Adam beobachten.

Doch für Mia bleibt die Frage: Ist für sie ein Leben ohne ihre Eltern überhaupt noch lebenswert?

Meine Meinung:

Was für ein Buch! Während des Lesens macht man ein Wechselbad der Gefühle durch, denn das Buch ist gleichzeitig unbegreiflich schön und unsagbar traurig.

Die Handlung an sich spielt in einem relativ kurzen Zeitraum, nicht mehr als ein Tag, in dem Mia im Krankenhaus liegt, sich selbst und alle anderen beobachten kann und sich erinnert.

Ihre Erinnerungen machen den eigentlichen Teil der Geschichte aus. Angeregt durch kleine Ereignisse oder das Auftreten bestimmter Personen schweifen Mias Gedanken in die Vergangenheit ab und als Leser erfährt man zum Beispiel, wie Mia und Adam zusammen gekommen sind. Man ist Teil der Freundschaft zwischen Mia und Kim und vor allem Mitglied ihrer chaotischen, aber absolut liebenswürdigen Familie.

Und mit jeder schönen Erinnerung, mit jeder Anekdote, mit jedem schönen Gefühl, das man als Leser mit Mia teilt, kommt die Gewissheit: So wird ihr Leben nie wieder sein.

Man merkt der Geschichte an, dass die Autorin sehr viele Liebe und Gefühl in ihre Hauptpersonen investiert hat. Kaum eine Figur wirkt nicht ausgereift. Alle haben ihre eigene Geschichte, niemand wirkte auf mich oberflächlich. Beim Lesen meint man, die einzelnen Personen wirklich kennenlernen zu dürfen, nachdem man sich eigentlich schon von ihnen verabschiedet hatte.

Für dieses wirklich schöne Buch, das so viel Liebe zum Leben und so viel Weisheit vermittelt, vergebe ich 9 Sterne und sage nur: Lest es selber!

stern 9

Wenn ich bleibe – Gayle Forman – Taschenbuch – 304 Seiten – 8,99 € – ISBN-13: 978-3442377275 – erschienen: April 2011 (Blanvalet)

[Rezension] „Ich werde immer da sein, wo du auch bist“ von Nina LaCour

Ich werde immer da seinInhalt:

Caitlin ist nicht mehr sie selbst. Sie schläft nicht mehr in ihrem Zimmer, sondern nur noch draußen im Auto, sie redet kaum noch mit ihren Eltern und betet innerlich ein fortwährendes Bio-Matra runter, um sich von ihren eigentlichen Gedanken abzulenken. Der Grund für all das: Ihre beste Freundin Ingrid hat sich das Leben genommen. Doch Caitlins Leben muss auch ohne ihre beste Freundin weitergehen.

„Mom spricht Ingrids Namen aus, und ich beginne zu summen, keine Melodie von einem Lied, sondern nur einen langgezogenen Ton. Ich weiß, dass ich dadurch wie gestört wirke, und ich weiß auch, dass es nichts ändert, aber es ist besser als heulen, es ist besser als schreien, es ist besser als anzuhören, was sie mir sagen wollen.“ (S. 9)

Eines Tages findet Caitlin unter ihrem Bett Ingrids Tagebuch, das diese wohl kurz vor ihrem Tod dort deponiert haben muss. Stück für Stück versucht Caitlin zu verstehen, Abschied zu nehmen und selber wieder zurück in ihr normales Leben zu finden.

Meine Meinung:

Als ich das Buch vorhin beendet habe, habe ich es zugemacht, es liebevoll angelächelt und noch einige Male über das wunderschöne Cover gestrichen. Denn die Geschichte, die dieses Buch erzählt, ist genauso bezaubernd und zart wie es meiner Meinung nach auch die Fotografie auf dem Buchdeckel ist.

Nina LaCour hat es durchgehend geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Ich habe in letzter Zeit einige Bücher zum Thema Abschiednehmen und Selbstmord gelesen und muss sagen, dass mich dieses ganz besonders berührt hat.

Meiner Meinung nach geht es zwar auch, aber weniger um die Gründe, warum sich Ingrid das Leben genommen hat, sondern viel mehr um die Menschen, die danach zurückbleiben und mit ihrer Trauer, ihrer Liebe und vermutlich meistens auch mit ihren Schuldgefühlen zurecht kommen müssen.

Als Caitlin das Tagebuch von Ingrid findet, beginnt ein ganz neues Stadium ihrer Trauer. Sie lernt Seiten von Ingrid kennen, die sie vorher noch nicht kannte. Muss an einigen Stellen erkennen, dass sie vielleicht anders für ihre beste Freundin hätte da sein können.

„Meine beste Freundin ist tot, und ich hätte sie retten können. Es ist falsch, absolut und qualvoll falsch, dass ich heute Abend lächelnd zur Haustür hereinspaziert bin.“ (S. 130)

Doch irgendwann wird nicht nur dem Leser, sondern auch der Ich-Erzählerin Caitlin klar, dass Ingrid vermutlich nicht zu helfen war und so wird ihr langsam eine Last von den Schultern genommen und sie kann mit neuer Leichtigkeit ihr eigenes Leben leben.

Nicht nur die Geschichte um Caitlin an sich ist wundervoll geschrieben, das Buch glänzt meiner Meinung nach vor allem durch tolle, liebenswerte Charaktere. Caitlin selber war mir von der ersten Seite an sympathisch und auch die Nebenfiguren, die langsam immer mehr in Caitlins Leben und damit auch in den Vordergrund der Geschichte treten, sind einfach nur toll. Ich habe mich an einer Stelle dabei erwischt, wie ich das Buch voller Zuneigung angelächelt habe, weil ich die Reaktion einer Figur einfach nur unsagbar schön fand.

Ich habe das Gefühl, dass meine Worte gar nicht ausreichen, um die Besonderheit und das Tolle dieses Buches ausreichend zu beschreiben. Wer gerne lacht, aber auch gerne mal weint, zum Nachdenken angeregt werden möchte, wer in eine wundervolle Geschichte über Freundschaft, Liebe, das Leben und das Abschiednehmen von geliebten Menschen eintauchen möchte, der sollte unbedingt „Ich werde immer da sein, wo du auch bist“ lesen. Natürlich 10 von 10 Sternen für dieses Buch.

stern 10

Ich werde immer da sein, wo du auch bist – Nina LaCour – Hardcover- 320 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3596854134 – erschienen: März 2011 (Fischer)

[Rezension] „Die Sterne leuchten immer noch“ von Sarah Ockler

Die Sterne leuchten immer nochInhalt:

Schon seit ihrer Kindheit kennt Anna ihre beste Freundin Frankie und deren Bruder Matt. Die drei sind unzertrennlich. An ihrem fünfzehnten Geburtstag geht dann Annas größter Wunsch in Erfüllung: Matt und sie kommen zusammen. Doch Matt nimmt ihr das Versprechen ab, seiner Schwester erst einmal nichts davon zu verraten. Er möchte den richtigen Zeitpunkt abwarten und es ihr selber erzählen. Einige Wochen später stirbt Matt und Frankie weiß immer noch nichts von der Liebe zwischen ihrem Bruder und ihrer besten Freundin.

Anna bewahrt ihr Versprechen an Matt, doch als sie ein Jahr später gemeinsam mit Frankie und deren Eltern in den Urlaub fährt, erinnert alles an den verstorbenen Matt und die Gefühle rücken immer mehr an die Oberfläche. Als Frankie dann noch beschließt, dass die beiden Mädchen innerhalb der Urlaubswochen zwanzig Jungen daten sollen, wird die Situation nur noch komplizierter.

Meine Meinung:

Ich bin durch das wunderschöne Cover des Buches auf diese Geschichte aufmerksam geworden. Ich liebe das Bild einfach, das gleichzeitig eine sanfte Leichtigkeit, aber auch Nachdenklichkeit ausstrahlt. Zumindest auf mich.

Und genauso mehrdeutig wie das Cover ist auch diese komplexe Geschichte, die sich direkt mit nicht nur einem, sondern vielen schwierigen Themen beschäftigt. Zunächst steht natürlich das Thema Tod und das Abschiednehmen von einem geliebten Menschen im Vordergrund. Sehr glaubwürdig schildert die Autorin hierbei die unterschiedlichen Gefühle, die die einzelnen Figuren in der Geschichte empfinden. Jede Person geht auf ihre eigene Art und Weise mit dem Tod von Matt um und als Leser kann man förmlich spüren, wie schwer es für Anna ist, nicht über ihren wirklichen Verlust sprechen zu können. Denn sie hat nicht nur einen sehr guten Freund, sondern gleichzeitig auch die Liebe ihres Lebens verloren. Doch darf dies keiner wissen.

Außerdem versucht Anna für ihre Freundin Frankie stark zu sein, die sich seit dem Tod ihres Bruders sehr verändert hat. Frankie strotzt scheinbar nur vor Selbstbewusstsein, flirtet mit jedem Jungen, der ihren Weg kreuzt und ist einfach nicht mehr so unkompliziert und fröhlich wie früher. Die Freundschaft der beiden Mädchen ist längst nicht mehr so unbeschwert, wie sie es früher noch war. Und gespannt wartet man als Leser, wie diese Freundschaft den gemeinsamen Urlaub überstehen wird.

Die Schreibweise der Autorin ist sehr sprachgewaltig, dabei aber sanft und einfühlsam. Ich konnte mich sehr gut nicht nur in die Ich-Erzählerin Anna, sondern auch in Frankie hineinversetzen. Sehr harmonisch verstrickt Frau Ockler die Themen Freundschaft, Liebe, Tod, Abschiednehmen und die ganz normale Identitätsentwicklung von Jugendlichen, ohne aufgesetzt zu wirken. Erst nach dem Lesen einer schönen, berührenden Geschichte wurde mir bewusst, wie viele Gedankenanregungen und Emotionen die Autorin dadurch transportiert.

Ein wunderschönes Jugendbuch! „Die Sterne leuchten immer noch“ ist der erste Roman von Sarah Ockler und ich kann schon jetzt sagen, dass ich ohne zu zögern ihren zweiten Roman kaufen würde, was auch immer das Thema sein möge. Insbesondere Freunde von sprach- und emotionsreichen Büchern, die durch ihre Nachdenklichkeit und Sanftheit leben, wird dieses Buch gefallen: 10 von 10 Sternen.

stern 10

Die Sterne leuchten immer noch – Sarah Ockler – Hardcover mit Schutzumschlag – 352 Seiten – 16,99 € – ISBN-13: 978-3570137499 – erschienen: März 2011 (cbj)

[Rezension] „Ostrich Boys“ von Keith Gray

OstrichBoysInhalt:

Ross, Blake, Kenny und Sim sind die besten Freunde. Doch nun ist Ross tot. Die Beerdigung, die seine Eltern für ihn ausgerichtet haben, war Ross nicht würdig, finden seine Freunde. Also beschließen sie, Ross seinen großen Traum zu erfüllen. In Schottland gibt es einen kleinen Ort namens Ross, den ihr Freund immer mal besuchen wollte, um sich selbst zu finden. Kurzerhand kidnappen die drei verbliebenen Freunde die Urne ihres Freundes und wollen Ross nach Ross bringen. Doch die Reise gestaltet sich natürlich schwieriger als erwartet. Während ihrer Tour sind die drei Freunde gezwungen, sich über Ross, seinen Tod, ihre Freundschaft und das eigene Dasein Gedanken zu machen.

Meine Meinung:

Auf die Empfehlung einer lieben Freundin und Buchhändlerin hin habe ich mir dieses Jugendbuch, das vor allem Jungen anspricht, gekauft. Im Oktober habe ich ja einige Jugendbücher gelesen, in der Hoffnung welche zu finden, die auch für ältere Jungen geeignet sind. „Ostrich Boys“, das eben die Reise der drei Freunde nach Ross, aber auch ein Stück weit die Reise zu sich selbst, behandelt, ist durchaus ein empfehlenswertes Buch: unterhaltsam, lustig geschrieben und durch die drei sehr verschiedenen Charaktere voll mit unterschiedlichen Identifikationsfiguren.

Vor allem an den Stellen, an denen dem Ich-Erzähler Blake bewusst wird, dass sein bester Freund Ross nicht mehr zurückkommt, hat der Autor mich sich berührt, denn er trifft genau die Empfinden, die mich manchmal erreichen, wenn ich zum Beispiel an meine verstorbene Oma denken muss.

„Ich spürte – von neuem – einen Stich, als mir bewusst wurde, dass wir von einem Toten redeten. Dieses Bewusstwerden schlich sich immer wieder in neuer Gestalt an. Und manche waren schmerzhafter als andere.

Die hier war für mich vielleicht die schmerzhafteste. Sie erinnerte mich daran, dass unsere Geschichten über Ross von jemandem handelten, der nicht mehr da war und auch keine Geschichten mehr machte, die wir erzählen konnten. Nie mehr.“ (S. 137)

Trotz dieser wirklich vielen positiven Aspekten fehlte mir in der Handlung der wahre Höhepunkt, die wahre Auflösung der Handlung. Die Geschichte ebbt meiner Meinung nach zum Schluss einfach so ab und verläuft sich still und heimlich zur letzten Seite. Dies mag vielen Lesern, die Freunde der stillen Töne sind, gefallen. Mir war es etwas zu wenig.

Deswegen gebe ich 7 von 10 Sternen.

stern 7

[Rezension] „Fee. Schwestern bleiben wir immer“ von Monika Feth

FeeInhalt:

Claire und ihre zwei Jahre ältere Schwester Fee sind unzertrennlich: „Fee und Claire. Licht und Schatten. Schwestern. Eine Nähe, die keine Worte braucht.“

Doch als Fee neunzehn Jahre alt ist, stirbt sie. Zwar viel später, als von den Ärzten prognostiziert, doch für Claire immer noch viel zu früh. Fee hatte MPS, eine Krankheit, die nach und nach die Organe des Betroffenen angreift.

Nach Fees Tod zieht es Claire mit ihrem Freund nach Schottland, denn zuhause in Deutschland erinnert sie alles an ihre geliebte Schwester. Nach und nach gelingt es ihr in den Ruhe und Stille der Highlands mit dem Tod ihrer Schwester abzuschließen und diese endgültig loszulassen.

Meine Meinung:

Dies ist jetzt das zweite Buch der Autorin Monika Feth, das ich innerhalb kürzester Zeit gelesen habe. Noch einfühlsamer, noch behutsamer beschreibt sie das Leben von Claire mit ihrer Schwester Fee. Beschreibt die Schwierigkeit von Claire, den Tod ihrer Schwester zu akzeptieren und weiter in der Gegenwart leben zu können. Beschreibt auch das Zusammenleben der einzelnen Familienmitglieder und die Besonderheiten, die sich dadurch ergeben, dass sich alles immer um Fee dreht. Beeindruckend fand ich an dieser Stelle, wie authentisch das Erzählte auf mich gewirkt hat.

Das Buch soll ein Jugendbuch sein, doch ist es meiner Meinung nach ziemlich harter Tobak für viele Jugendliche, die sich der Geschichte wirklich öffnen. Ich würde das Buch eher Erwachsenen als Jugendlichen empfehlen, doch kann es sicherlich auch dazu dienen, Jugendliche für das Thema Tod oder Abschied zu sensibilisieren.

Passend zu den leisen Tönen und zarten Metaphern, die in der Geschichte verwendet werden, hat mich einfach auch das wunderschöne Cover dieses Buches begeistert. Es ist so passend und eng mit dem Buch verknüpft, dass es bei mir genau die Gefühle, die ich beim Lesen hatte, wieder aufs neue erweckt. Absolut gelungen!

Insgesamt ein Buch, das mich sehr berührt hat: 10 von 10 möglichen Punkten.

stern 10