[Glücksmomente] Von dem Gefühl, ein Buch an einem Stück zu lesen

20190201_153236.jpg

Die meisten von euch haben dieses Gefühl bestimmt ganz oft, bei mir ist es etwa ein halbes Jahr her, dass ich ein Buch einfach so am Stück gelesen haben – innerhalb eines Tages.

Gestern war es mal wieder so weit: Ich lag den ganzen Tag zu Hause auf dem Sofa. Zuerst habe ich mein aktuelles Buch „Die Abenteuer des Apollo 2: Die dunkle Prophezeiung“ zuende gelesen. Und dann: Dann habe ich zu dem erst einen Tag zuvor gekauften Buch von Ursula Poznanski gegriffen. Frau Poznanski ist eigentlich eine meiner Lieblingsautorinnen (mittlerweile habe ich 12 Bücher von ihr in meinen Regalen stehen), doch ihre letzten Werke gefielen mir nicht mehr ganz so überragend wie die ersten Bücher von ihr. Aber „Vanitas – Schwarz wie Erde“ hatte mich im Buchladen so sehr angesprochen, dass ich es doch unbedingt mitnehmen musste. Und – ihr könnt es euch denken: Ich habe es verschlungen. In einem Stück. Hach! ❤ Ich war mittendrin in der Geschichte, wollte unbedingt die Auflösung wissen und musste bis zur letzten Seite lesen.

Ein tolles Gefühl! Dankeschön, liebe Frau Poznanski, für dieses tolle Buch und das schöne Lesegefühl!

Werbeanzeigen

[Kurzer Leseeindruck] „Fremd“ von Ursula Poznanksi & Arno Strobel

Klappentext:

Stell dir vor, du bist allein zu Haus. Plötzlich steht ein Mann vor dir. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du hast keine Ahnung, wer er ist. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass jemand bei dir wohnt. Er redet auf dich ein, dass du doch bitte zur Vernunft kommen sollst. Du hast Angst. Und du verspürst diesen unwiderstehlichen Drang, dich zu wehren. Ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?
Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie doch nur beschützen. Aber sie wehrt sich, sie verbarrikadiert sich. Behauptet, dich niemals zuvor gesehen zu haben. Sie hält dich offensichtlich für verrückt. Bist du es womöglich? (Quelle)

Mein Eindruck:

Ich muss zugeben, dass ich ein ganz klein wenig unsicher war, bevor ich dieses Buch begonnen habe. „Layers“, das letzte Buch von Ursula Poznanski, konnte mich nicht vollends überzeugen. Und von Arno Strobel hatte ich bis dato noch gar nicht gelesen. Doch meine Sorge war vollkommen unbegründet: Die Art, die Geschichte zu erzählen, ist wirklich genial. Natürlich ist es nicht neu, wenn die Handlung eines Buches aus zwei Perspektiven geschildert wird, die sich ergänzen und erst zusammen ein vollständiges Bild ergeben.

Doch was ist, wenn sich die beiden Perspektiven vollkommen widersprechen und man als Leser doch weiß, dass beide der Wahrheit entsprechen? Warum kann sich Joanna einfach nicht mehr an diesen fremden Mann erinnern, mit dem sie angeblich verlobt sein soll? Und warum findet Erik in der gemeinsam Wohnung von ihm und Joanna plötzlich keine seiner persönlichen Besitztümer mehr wieder? Selbst sein Kleiderschrank ist verschwunden!

„Fremd“ hat mich wirklich gut unterhalten, hat ein größtenteils stimmiges, wenn auch nicht ganz überraschendes Ende. 8 von 10 Sternen!

stern 8

Fremd – Ursula Poznanksi & Arno Strobel – Klappbroschur – 400 SEiten – 16,99 € – ISBN:  978-3-8052-5084-9 – erschienen: Oktober 2015 (Rowohlt)

[Rezension] „Layers“ von Ursula Poznanski

Klappentext:

Seit Dorian von zu Hause abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas mit der Tat zu tun?
In dieser Situation bietet ihm ein Fremder unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf – denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht erhält.
Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke – sehr aufwendig versiegelt. Und als Dorian ein solches Geschenk nach einem unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an gnadenlos gejagt. (Quelle)

Meine Meinung:

Ich bin ein großer Fan von Ursula Poznanski. Ja, sogar ein Fan der ersten Stunde, würde ich sagen. Bisher gab es kein Buch, das ich nicht gerne gelesen hätte. Und so habe ich mich natürlich total darüber gefreut, dass es mit „Layers“ neuen Lesestoff für mich geben sollte. Die teilweise nicht ganz so begeisterten Stimmen zu dem Buch habe ich ignoriert und mich wie ein Schneekönig gefreut, dass Buch auch endlich in den Händen zu halten.

Die Story an sich klingt nicht uninteressant: Dorian verbringt sein Leben auf der Straße, nachdem er vor seinem gewalttätigen Vater geflohen ist. Er hat jedoch einige Prinzipien: er klaut nicht und scheut die Gewalt. Umso geschockter ist er, als er eines Nachts aufwacht, sein blutiges Messer in der Hand, neben ihm Emil, ein anderer Obdachloser, mit dem er schon des Öfteren Streit hatte. Tot.

An dieser Stelle kommt Nico ins Spiel: Er ist Dorian komplett fremd und doch bietet er ihm Hilfe an, nimmt ihn mit in eine große Villa, in der ein Mann namens Bornheim obdachlose Jugendliche aufnimmt und versorgt. Dorian nimmt die Hilfe dankbar an, denn er hat keine andere Wahl.

Dies ist für mich der erste große Kritkpunkt: Ich finde Dorian an dieser Stelle viel zu blauäugig und leichtgläubig. Ja, er befindet sich im Schock, und ja, er hinterfragt die Organisation auch zunächst. Aber dennoch zweifelt er in meinen Augen viel zu wenig. Leider wird dadurch die komplette restliche Geschichte unglaubwürdig. Auch sonst konnte mich die Handlung nicht wirklich packen. Sie ist an vielen Stellen unrund und kleine Plottwists erschienen mir viel zu gewollt und konstruiert.

„Layers“ ist mit Abstand das schwächste Buch von Ursula Poznanksi. Die Handlung konnte mich nicht mitreißen, war stellenweise unglaubwürdig und wirkte zu konstruiert. Leider bin ich nicht wie gewohnt über die Seiten geflogen und habe Kapitel für Kapitel genossen. Dass ich dem Buch dennoch 6 von 10 Sternen gebe, liegt vor allem daran, dass Ursula Poznanksi bei mir einen großen Bonus gebunkert hat und ich es einfach nicht über’s Herz bringe, in der Wertung noch weiter runter zu gehen.

stern 6

Layers – Ursula Poznanski – Klappbroschur – 448 Seiten – 14,95 € – ISBN 978-3-7855-8230-5 – erschienen: August 2015 (Loewe) – Altersempfehlung: ab 14 Jahren

[Rezension] „Die Vernichteten“ von Ursula Poznaksi

Die VernichtetenReiheninfo:

  1. „Die Verratenen“
  2. „Die Verschworenen“
  3. „Die Vernichteten“

Achtung, diese Rezension enthält Spoiler zu den ersten beiden Bänden!

Klappentext:

Nun kennt Ria das schreckliche Geheimnis, den Grund dafür, dass der Sphärenbund sie töten wollte. Trotz widriger Umstände macht sie sich auf den Weg, um die drohende Katastrophe zu verhindern und das Leben von Clans und Sphärenbewohnern zu schützen. Doch dann offenbart sich ihr etwas, womit sie nicht gerechnet hat. Etwas von solcher Grausamkeit, dass es fast unvorstellbar scheint. Etwas, das alles, was sie bisher an Verschwörungen aufgedeckt hat, bei Weitem übertrifft. (Quelle)

Meine Meinung:

Wer sich noch an meine Rezensionen zu den beiden Vorgängern erinnert, weiß, dass ich ein großer Fan dieser Reihe bin. Sowieso bin ich eigentlich grundsätzlich ein Fan von allen Büchern von Ursula Poznanksi und wurde bisher auch noch nie enttäuscht. Dieses Buch ist aber der erste Abschlussband einer Reihe (es gibt ja außer der Eleria-Trilogie ja bisher auch nur die Reihe um die Ermittlerin Beatrice). An das Ende einer Reihe habe ich immer besondere Ansprüche: Ich erwarte, dass mir das Ende gut gefällt, dass die losen Fäden zusammenlaufen und ich das Gefühl habe: Das war eine runde Sache!

Ich könnte jetzt noch lange drumherum reden bzw. schreiben, aber wer Frau Poznanski kennt, ahnt es vermutlich schon: Sie hat mal wieder alle meine Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen.

Schon nach kurzer Zeit war ich wieder voll und ganz im Geschehen, denn die Autorin lässt geschickt die notwendigsten Infos aus den ersten beiden Bänden mit einfließen. Und dann war es wie immer: Ich konnte das Buch nicht aus den Händen legen, war mittendrin, wurde aus dem Clan der Schwarzdornen verstoßen und bin durch die gefährliche und karge Landschaft gewandert, auf der Suche nach der Lösung für mein Problem: Aureljo und Dantorian zu retten ohne die Clans zu verraten.

„Vielleicht hat Quirin recht. Vielleicht geht es ihm wie mir in diesem Moment: Ich kann die Sentinel schon förmlich über die Hügel kommen sehen, mit ihren Gewehren im Anschlag, mit denen sie das Gebiet … säubern.
Dhalion könnte sie aufhalten. Möglicherweise. Würde dabei aber Tausende Menschen töten, die nichts böses im Sinn haben. Mit Sicherheit.
Wenn die Clans ausgerottet, niedergemetzelt werden – ist das dann meine Schuld? Weil ich ihnen die eine Chance, den Kampf zu gewinnen, genommen habe?“ (S. 243)

Ich war nicht alleine unterwegs, sondern in Begleitung toller Figuren – Altbekannte, aber auch neue Freunde. Bei manchen war ich mir sicher, dass sie wie ein Fels in der Brandung an meiner Seite stehen werden (Andris zum Beispiel), bei anderen war ich unsicher und das machte meine Reise umso spannender. Das Ende dieser Reise hat mich voll und ganz zufrieden gestellt, mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Wer sich wie ich auf dieses spannende Abenteuer einlassen, Antworten auf ungeklärte Fragen finden und darum kämpfen möchte, das Richtige zu tun, dem empfehle ich ganz klar den Griff zu diesem Buch! Ich kann gar nicht anders, als wieder die volle Punktzahl zu geben.

stern 10

Die Vernichteten – Ursula Poznaksi – Hardcover mit SU – 528 Seiten – 18,95 € – ISBN 978-3-7855-7548-2 – erschienen: Juli 2014 (Loewe)

[Rezension] „Die Verschworenen“ von Ursula Poznanksi

Die VerschworenenReiheninfo:

  1. „Die Verratenen“
  2. „Die Verschworenen“
  3. Titel noch unbekannt

Achtung, die Rezension enthält Spoiler zum ersten Band!

Klappentext:

In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann.
Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet.
Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen. (Quelle)

Meine Meinung:

Es ist immer wieder so: Kaum habe ich ein Buch von Ursula Poznanksi beendet, warte ich sehnsüchtig auf das nächste. So war es nach „Die Verratenen“ und so ist es selbstverständlich auch nach „Die Verschworenen“.

Sehr schnell findet man sich wieder in Rias Welt ein: nicht nur in die Sphären-Welt, aus der Ria und ihre Freunde fliehen mussten, sondern auch in die Welt der Außenbewohner. Doch auch dort müssen sich die angeblichen Verräter verstecken, denn nicht alle sind ihnen wohl gesonnen und die Sentinels sind ihnen immer noch auf der Spur. Und so ist Ria bei ihrer Suche nach der Wahrheit sehr eingeschränkt…

Ich habe eigentlich von Anfang an wieder an den Seiten geklebt und konnte das Buch nicht aus den Händen legen. Jeder sollte diese tolle Trilogie lesen!

„Die Verschworenen“ ist ein wunderbares Buch, fesselnd, spannend und unterhaltsam geschrieben. Unglaublich gut! Poznanski-gut eben! Volle Punktzahl!

stern 10

Die Verschworenen – Ursula Poznanksi – Hardcover mit SU – 464 Seiten – 18,95 € – ISBN 978-3-7855-7547-5 – erschienen: Oktober 2013 (Loewe)

[Rund um’s Buch] Buchtrailer: „Die Verschworenen“

Ich freue mich schon so sehr drauf! In etwa Monat gibt es endlich die Fortsetzung von „Die Verratenen“ der grandiosen Ursula Poznanksi. Den ersten Teil mochte ich sooo gerne, vielleicht schaffe ich es ja sogar, diesen vor Erscheinen des zweiten nochmal zu lesen oder als Hörbuch zu hören. Das wäre fein!

[Rezension] „Die Verratenen“ von Ursula Poznanski

7546_8_POZNANSKI_.inddReiheninfo:

  1. „Die Verratenen“
  2. „Die Verschworenen“

Klappentext:

Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein.

Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.

Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt. (Quelle)

Meine Meinung:

Ich war ja ein wenig skeptisch, als ich hörte, dass Ursula Poznanski mit ihrem neuen Buch gleich zwei Trends der Jugendbuchszene folgen würde: Zum einen ist „Die Verratenen“ der erste Band einer Trilogie, zum anderen handelt es sich bei dieser Reihe um eine Dystopie.

Ich hatte ein wenig Angst, dass das Buch nicht mehr so grandios wie z.B. „Erebos“ sein würde. Ehrlich gesagt hätte ich es besser wissen müssen: Natürlich war auch dieses Buch wirklich richtig gut.

Zwar birgt der Dystopie-Anteil jetzt nichts bahnbrechend Neues, aber die Gewinnerin des DJLP 2011 hat es durch ihren spannenden Schreibstil, eine gut konstruierte Story und vor allem durch ihre genial konzipierten Charaktere geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann zu ziehen.

Hauptperson der Geschichte ist Ria, eine der Elitstudenten innerhalb des Systems. Rias Schwerpunkt ist die Rhetorik und Überzeugungsarbeit. Eine Heldin mit einer solch ungewöhnlichen Eigenschaft kannte ich bisher noch nicht, doch gefiel sie mir außerordentlich gut. Ria hat einen scharfen Verstand und weiß diesen einzusetzen. Nebenher ist sie nicht nur selber im Bereich der Überzeugungsarbeit ein Genie, sondern weiß auch die Körpersprache anderer zu lesen. Alles deutet darauf hin, dass sie später als Beraterin einer hohen Persönlichkeit tätig werden könnte. Doch dann belauscht Ria ein Gespräch, in dem nicht nur sie, sondern noch fünf andere Jugendliche des Verrates bezichtigt werden…

Ein Vorfall zwingt die sechs ganz unterschiedlichen Charaktere zur gemeinsamen Flucht, auf die der Leser sie begleitet. Schnell wurde nicht nur mir, sondern auch Ria klar, dass es einen Verräter geben muss. Möglicherweise weilt dieser sogar unter den sechs Fliehenden. Sehr geschickt streut die Autorin hier und da ein paar Zweifel, so dass ich mir beim Lesen nie sicher war, wem ich trauen konnte und wem nicht.

Ich liebe die Bücher von Ursula Poznanski. Sie schafft es einfach immer wieder aufs Neue mich zu fesseln und an den Seiten kleben zu lassen. Mit „Die Verratenen“ – dem ersten Teil einer Dystopie-Reihe – ist ihr ein weiterer Geniestreich gelungen. Zwar ist das dystopische Setting jetzt nicht gänzlich unbekannt und neu, aber die Geschichte ist wirklich spannend und die Charaktere interessant und vielfältig. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil, der voraussichtlich im Herbst 2013 erscheinen wird. 9 von 10 Sternen für ein tolles Jugendbuch!

stern 9

Hier findet ihr eine Hörprobe des Hörbuchs und hier geht es zur Leseprobe.

Die Verratenen – Ursula Poznanski – Hardcover mit SU – 460 Seiten – 18,95 € – ISBN-13: 978-3785575468 – erschienen: Oktober 2012 (Loewe) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre

[Rezension] „Saeculum“ von Ursula Poznanksi

7028_JUB_U.Poznanski.inddInhalt:

„Oh mein Gott, so viel Blut!“

„Er stirbt. Ich glaube, er stirbt.“

„Wo ist das Schwert?“

„Liegt auf den Treppen.“

„Da kann es nicht bleiben.“

„Oh Gott, ich will endlich raus hier.“

„Wir verlieren kein Wort über das, was hier passiert ist, klar?“

„Aber was, wenn er… ich meine, wenn…“

„Darum kümmere ich mich. Keine Sorge.“ (S. 5)

Als Bastian die hübsche Sandra kennen lernt, lernt er mit ihr auch eine ganz neue, eigene Welt kennen: die Welt des Mittelalters und der Rollenspiele.

Als Sandra vorschlägt, er solle sie und ihre Freunde zu einem mehrtägigen Rollenspiel in den Wald begleiten, stimmt Bastian nach einigem Zögern zu. Doch kurz vor Aufbruch erhält er einen mysteriösen Anruf, der ihn vergeblich vor dieser Fahrt warnt.

Und tatsächlich geschehen schon bald merkwürdige Dinge: Anders als einige der Teilnehmer glaubt Bastian nicht daran, dass die Geschehnisse mit dem jahrhundertealten Fluch zusammenhängen, der auf ihrem Spielgebiet lastet. Doch welche Erklärungen gibt es sonst?

Meine Meinung:

Lange habe ich auf dieses Buch gewartet. Nachdem ein Onlinebuchversand und auch eine große Buchhandlung bei mir in der Stadt das Buch tagelang nicht vorrätig hatten, brachte mich ein Anruf bei einer kleinen privaten Buchhandlung ganz in meiner Nähe zum hysterischen Quietschen. Der leider etwas humorlose Buchhändler drückte mir fünf Minuten nach unserem Telefonat das Buch in die Hände und konnte sich von meiner Begeisterung so gar nicht mitreißen lassen: „Saeculum“, das neue Buch der preisgekrönten Autorin von „Erebos“.

Schon allein der Anblick ist ein wahrer Augenschmaus. Die Covergestaltung gefällt mir sehr gut und die Seitenränder sind schwarz bedruckt, so dass das Buch sehr mysteriös und einfach besonders wirkt.

Die Thematik dieser Geschichte ist genauso spannend und aktuell wie die seines Vorgängers: mittelalterliche Rollenspiele sind immer mehr im Kommen und haben auf mich eine faszinierende Wirkung. Das Setting, das sich automatisch dadurch ergibt, ist natürlich wie gemacht für einen Jugendthriller: mitten im Wald, abgeschieden von der Menschheit und allen neuzeitlichen Medien baut Poznanski eine Geschichte auf, die den Leser neugierig auf die Auflösung über die Seiten fliegen lässt.

Meiner Meinung nach ist es ihr besonders gelungen, ihre Charaktere so zu konzipieren, dass ich mir genauso wie Bastian nicht ganz klar war, wem ich trauen kann und wem nicht. Mitten in der Geschichte muss man seine Meinung über gewisse Personen nochmals revidieren, um doch weiterhin leise Zweifel zu haben.

Trotz der guten Handlung, der gelungenen Personen und der mal wieder guten Schreibe der Autorin hat mich das Buch lange Zeit nicht vollends in seinen Bann gezogen. Im Nachhinein glaube ich aber, dass das auch an einem zwischenzeitlichen Lesetief gelegen haben könnte.

Trotzdem hätte ich mir mehr von dem heißt geliebten Erebos-Gefühl gewünscht, das mich sogar in den Lesepausen von dem Buch hat träumen lassen.

Selbstverständlich vergebe ich trotzdem 7 von 10 Sternen, denn „Saeculum“ zu lesen ist natürlich ein Hochgenuss. Ursula Poznanski hat einen Jugendthriller geschaffen, der genauso von Erwachsenen gelesen werden kann und mit seinen Charakteren im Alter von etwa 20 Jahren auch mal ältere Jugendliche ansprechen dürfte.

stern 7

Saeculum – Ursula Poznanski – Klappbroschur – 496 Seiten – 14,95 € – ISBN-13: 978-3785570289 – erschienen: November 2011 (Loewe) – Altersempfehlung: 14-17 Jahre