[Rezension] „Sieg der Könige“ von Michael Peinkofer

Reiheninfo:

  1. „Die Könige. Orknacht“
  2. „Kampf der Könige“
  3. „Sieg der Könige“

Klappentext:

Nach Jahrhunderten des Kampfes, des Sieges und der Niederlagen beginnt die alles entscheidende Schlacht um Erdwelt: Daghan von Ansun, Aryanwen, Balbok, Rammar und ihre Verbündeten setzen alles daran, den Untergang noch abzuwenden. Verfolgt von grausamen Schattendrachen, Kaldronen und Kriegern der Finsternis, müssen sich die Gefährten ein letztes Mal ihrem mächtigsten Feind stellen – dem Dunklen König.

Meine Meinung:

„Signale erklangen, der spröde Ton der Hörner, in die die Clanleute stießen, vereinte sich mit einem blechernen Klang zwergischer Kriegstrompeten zu einem infernalischen Heulen, das durch Mark und Bein ging und weithin zu hören war. Gleichzeitig setzte Trommelschlag ein, und Tausende von Kehlen verfielen in wildes Gebrüll.“ (S. 45)

Es ist soweit: Der finale Band der Könige-Reihe von Peinkofer ist erschienen und der finale Kampf gegen den Dunklen König beginnt. Und den können die Völker Erdwelts nur dann gewinnnen, wenn sie gemeinsam Seite an Seite kämpfen, ihre früheren Konflikte vergessen und Rivalitäten beiseite schieben.

Nachdem es etwa ein Jahr her ist, dass ich den zweiten Band gelesen hatte, fiel es mir kurz schwer, mich an die Details aus „Kampf der Könige“ zu erinnern. Doch hier macht es der Autor dem Leser sehr leicht und flicht kurze Rückblenden und Wiederholungen in das aktuelle Geschehen mit ein. So war der Einstieg leicht und ich war sehr schnell mitten in der Geschichte.

Wie in all seinen Büchern mag ich es, wie Michael Peinkofer schreibt: Ich mag seine Figuren, den Humor und die Art, wie sich die Geschichten aufbauen. Ohne Frage würde ich von ihm so ziemlich alles lesen. In diesem Band gab es mir stellenweise etwas zu viele Kampfszenen, aber das ist vermutlich in einem finalen Fantasyband einfach nötig.

In dem letzten Band einer Reihe geht es natürlich auch immer darum, Handlungsstränge zusammenzuführen und zu einem sauberen Abschluss zu bringen: In „Sieg der Könige“ laufen die verschiedenen Fäden, die Michael Peinkofer in den vorherigen Bänden gesponnen hat, tatsächlich geschickt zusammen. Für mich blieben keine offenen Fragen. Was mich allerdings etwas störte, war die Tatsache, dass der Autor, um unsere Helden zum Sieg zu führen, das ein oder andere Mal doch ziemlich tief in seine Trickkiste greifen musste.

„Sieg der Könige“ ist ein gelungener Abschluss einer toller Fantasytrilogie, in der Michael Peinkofer ein weiteres Mal beweist, dass man die Völker Erdwelts auch zusammenarbeiten lassen kann. Außerdem zeigt er, dass Highfantasy nicht notwendigerweise unglaublich kompliziert geschrieben werden und nicht ausschließlich aus Schachtelsätzen bestehen muss. Das ist etwas, was ich an ihm sehr schätze. In meinen Augen war dieser finale Band allerdings etwas schwächer als seine Vorgänger: Mir persönlich gab es zu lang andauernde Kampfszenen und zu viele kleine „Wunder“. Insgesamt gibt es von mir 7 von 10 Sternen.

stern 7

Sieg der Könige – Michael Peinkofer – Klappbroschur -576 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70315-4 – erschienen: September 2015 (Piper)

[Rezension] „Kampf der Könige“ von Michael Peinkofer

Kampf der KönigeReiheninfo:

  1. „Die Könige: Orknacht“
  2. „Kampf der Könige“
  3. – Titel bisher noch unbekannt –

Klappentext:

Mit „Die Könige“ führte Michael Peinkofer seine Leser in die düstere Ära der Geschichte des Kontinents Erdwelt. Nun kehren die Helden um den Krieger Dag und seine Gefährtin Aryanwen zurück, um die nächste Schlacht zu schlagen: Das Reich ist zersplittert. Alchemisten betreiben dunkle Magie, und die Stadt Tirgas Winmar erzittert unter der Schreckensherrschaft des Dunklen Königs. Dag und Aryanwen ziehen durch das Land auf der Suche nach ihrem Kind, das sie einst den Orks Balbok und Rammar anvertrauten. Doch vor ihnen liegt nicht nur ein gefahrvoller Weg, sondern auch das finsterste Geheimnis Erdwelts … (Quelle)

Meine Meinung:

Hach! Peinkofer zu lesen, ist einfach immer toll! Ich mag seine Art, Highfantasy mit Humor zu verknüpfen, ich mag seine so verschiedenen Helden und vor allem, dass nicht eine Rasse die Gute ist. Auch in „Kampf der Könige“ gibt es wie im Vorgänger einige Hauptdarsteller: so beispielsweise natürlich die Orks Balbok und Rammar mit ihrem Ziehkind Alannah, dessen Eltern Dag und Aryanwen und die tapferen zwergischen Widerstandskämpfer.

Ich mochte schon den ersten Band „Orknacht“ total gerne, aber dieser zweite Teil, der bei vielen Trilogien nicht so gut gelingt, konnte mich noch mehr begeistern. Das lag zum einen sicherlich daran, dass die Handlung richtig flott vorangeht und zum Beispiel Dag, Aryanwen und Dwethan auf die beiden Orks treffen, was zu vielen lustigen Situationen führt. Zum anderen habe ich in der Zwischenzeit die ersten drei Ork-Bücher des Autors gelesen und konnte es genießen, wie sehr er die in Erdwelt spielenden Bücher miteinander verknüpft. Man kann die Reihen (Die Zauberer – Die Orks – Die Könige) definitiv auch unabhängig voneinander lesen, aber wenn man die Hintergründe und die Vergangenheit der Charaktere kennt, ist das ein besonderes Vergnügen.

Was ich an den Büchern von Peinkofer mag, ist, dass die Mittelteile seiner Trilogien so gelungen sind. Bei anderen Autoren habe ich oft das Gefühl, sie schreiben den zweiten Band nur, um zum dritten zu kommen. In „Kampf der Könige“ schreitet die Handlung aber richtig voran und findet zumindest teilweise auch schon einen Abschluss, so dass man das Buch mit dem Gefühl, ein Stückchen gesiegt zu haben, beiseite legt. Da den Völkern von Erdwelt aber immer noch Gefahr droht, fiebere ich dem dritten Band natürlich schon sehr entgegen.

Kurz und knapp: Fantasybücher von Michael Peinkofer sind für mich ein Muss! Gekonnt verknüpft er typische Themen der Highfantasy mit seinem ganz eigenen Humor, der vor allem durch die beiden Orkbrüder in die Geschichte gebracht wird, und verleiht dem Kampf gegen das Böse dadurch einen ganz frischen Wind. Ich vergebe sehr gute 8 von 10 Sternen!

stern 8

Kampf der Könige – Michael Peinkofer – Klappbroschur – 544 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70211-9 – erschienen: September 2014 (Piper)

[Rezension] „Die Könige: Orknacht“ von Michael Peinkofer

Die KönigeReiheninfo:

Die Könige:

  1. „Orknacht“
  2. Titel noch unbekannt
  3. Titel noch unbekannt

Inhalt:

Nach der letzten großen Schlacht wird Erdwelt von dem Zwergenkönig Winmar regiert. Doch dieser scheint neuerdings dem Wahnsinn verfallen zu sein: Immer mehr hört er auf die Stimme in seinem Kopf, immer grausamer regiert er das Land und immer enger arbeitet er mit den Alchemisten zusammen, die er eigentlich verabscheut.

Daghan, Sohn des Herzogs von Ansun, wurde von Winmar geblendet und rettete damit das Leben seiner Geliebten Aryanwen. Er lebt seitdem blind, verzweifelt und voller Selbsthass im Wald, bis ihn eines Tages die Vergangenheit einholt…

Meine Meinung:

Michael Peinkofer ist für Leser deutscher Highfantasy auf jeden Fall kein Unbekannter. Zunächst begeisterte er mit seiner Ork-Reihe, dann mit der Trilogie um die Zauberer. Letztes Jahr konnte er mich mit „Splitterwelten“ fesseln und mehr als begeistern.

„Die Könige: Orknacht“ ist nun der Auftakt zu einer neuen Fantasyreihe, die genauso wie „Die Orks“ und „Die Zauberer“ in Erdwelt spielt und zeitlich an den letzten Band der Orks („Die Herrschaft der Orks“) anschließt. In diesem ersten Teil geht es um Winmar, seine grausame Herrschaft und die Versuche einzelner, sich gegen diese Herrschaft aufzulehnen.

Es wird sehr schnell deutlich, dass Winmar von einer fremden Macht – der Stimme in seinem Kopf – beherrscht wird. Wie mächtig diese Stimme tatsächlich ist und welche Ziele sie verfolgt, ahnt anfangs niemand und schon gar nicht Winmar selbst.

„Die Geschöpfe der alten Zeit sind niemals fort gewesen, sie haben nur geruht und die Jahrtausende überdauert – ob im ewigen Eis oder in der Glut der Tiefe, wer vermag das schon zu sagen? Und nun“, fügte er hinzu, und seine Stimme klang dabei so unheilvoll, dass es Dag nackte Angst einflößte, „sind sie wieder erwacht.“ (S. 127)

„Orknacht“ ist ein typischer erster Band einer neuen Reihe: Der Leser lernt die einzelnen Charaktere, ihre Geschichten und Anliegen kennen. Es gibt in diesem Buch einige Schauplätze, die ich wirklich alle interessant und lesenswert fand. Und wer in der obigen Inhaltsbeschreibung die Orks vermisst hat, kommt natürlich trotzdem auf seine Kosten: Balbok und Rammar – für Leser der Ork-Reihe alte Bekannte – spielen selbstverständlich auch in diesem Buch eine (im wahrsten Sinne) tragende Rolle und fügen dem sonstigen Geschehen die nötige Prise Humor bei.

Ich liebe gute, echte Highfantasy! Bei anderen Büchern dieses Genres habe ich oft das „Problem“, dass sich die Bücher etwas aufwändig lesen und ich sehr lange dafür brauche. Peinkofer schreibt aber angenehm leichtlesig, seine Kapitel sind kurz und regen dazu an, noch ein Kapitel zu lesen und noch eins und doch noch eins… „Orknacht“ ist ein toller erster Band, durch den sich auch neue Leser schnell in Erdwelt wohlfühlen. Ich freue mich, viele von Peinkofers Büchern noch vor mir zu haben. 8 von 10 Sternen.

stern 8

Die Könige: Orknacht – Michael Peinkofer – Klappbroschur – 560 Seiten – 16,99 € – ISBN: 978-3-492-70209-6 – erschienen: Oktober 2013 (Piper)

„Artemis Fowl: Das magische Tor“ von Eoin Colfer

Das magische TorReiheninfo:

  1.  „Artemis Fowl“
  2. „Artemis Fowl: Die Verschwörung“
  3. „Artemis Fowl: Der Geheimcode“
  4. „Artemis Fowl: Die Rache“
  5. „Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie“
  6. „Artemis Fowl: Das Zeitparadoxon“
  7. „Artemis Fowl: Der Atlantis-Komplex“
  8. „Artemis Fowl: Das magische Tor“

Achtung, die Rezension kann leichte Spoiler zu den vorherigen Bänden enthalten.

Inhalt:

Nach seiner Genesung vom Atlantis Komplex ist Artemis endlich wieder ganz der Alte. Und das ist auch gut so, denn Opal Koboi schmiedet schon wieder neue Pläne. Durch einen Trick kann sie sich aus ihrem Gefängnis befreien und verbündet sich mit uralten, sehr gefährlichen Mächten. Dies Mal droht das Ende der Welt…

Meine Meinung:

Nachdem ich vom letzten Band („Artemis Fowl: Der Atlantis Komplex“) etwas enttäuscht war, war ich nun sehr gespannt, was sich Eoin Colfer für den finalen Band dieser so speziellen und fantastischen Reihe überlegt hat.

Ich muss gestehen, ich bin sehr froh, dass Artemis nicht mehr am Atlantis-Komplex leidet. Ein Artemis Fowl in Höchstform mit genialen Einfällen, einem trocknen Humor und erstaunlicherweise sogar ein paar Gefühlen ist mir einfach am liebsten. Dass unsere alten Freunde wie Holly, Butler und Mulch Diggums auch wieder von der Partie sind, war natürlich sehr schön.

Insgesamt reiht sich das Buch bei seinen gelungenen Vorgängern ein: Es ist dramatisch, es ist spannend, lustig und am Ende sogar ein bisschen rührselig; aber natürlich nicht zu sehr, denn es geht ja schließlich um das eigentlich recht nüchterne und eher gefühlskalte Superhirn Artemis.

Ich bin mit dem Finale der Reihe sehr zufrieden und mir hat das Buch direkt Lust gemacht, die anderen Bände noch ein Mal zu lesen oder sie als Hörbuch zu hören. Colfer hat einfach eine Fantasyreihe geschaffen, die seinesgleichen sucht.

„Artemis Fowl: Das magische Tor“ ist der krönende Abschluss der Fantasyreihe um das Fowl’sche Genie, seinen Leibwächter Butler, seine Elfenfreundin Holly und den ewig hungrigen Zwerg Mulch. Da die Geschichte wieder gewohnt humorvoll, spannend und voller innovativer Ideen ist, hat sie mich für den etwas schwächeren Vorgänger entschädigt und lässt mich mit dem Gefühl zurück, dass Eoin Colfer zu den ganz Großen unter den Fantasyautoren gehört. Ich vergebe 8 von 10 Sternen.

stern 8

Artemis Fowl: Das magische Tor – Eoin Colfer – Hardcover mit SU – 336 Seiten – 19,99 € – ISBN-13: 978-3471350966 – erschienen: März 2013 (List) – Altersempfehlung: 12-15 Jahre

[Blick ins Regal] Regalfach 17

Hach, endlich ist es soweit, ich kann euch meine Alltime-Favourite-Lieblingsreihe vorstellen! Ich liebe meine Fantasyfächer. Ich merke gerade, dass das Bücher sind, die mir auch noch relativ lange nach dem Lesen am Herzen liegen!

17

Und nun kommt’s:

„Die Zwerge“-Reihe von Markus Heitz

Dies ist meine absolute ♥-Reihe! Es geht – wie der Name schon vermuten lässt – um Zwerge! Genauer gesagt um Tungdil, der, obwohl er bei Menschen großgeworden ist, plötzlich vor der Aufgabe steht, das gesamt Geborgene Land vor dem Bösen zu retten. Da die Reihe auf vier Bände ausgelegt ist, ist der Einstieg nicht ganz einfach. Zunächst werden die vielen Charaktere vorgestellt und die einzelnen Handlungsstränge vorbereitet. Doch wenn man diesen etwas holprigen Anfang hinter sich hat, kommt man in den Genuß der wirklich tollen Schreibkunst von Markus Heitz. Ich mag vor allem seine Charaktere, die Zwergen-Zwillinge Boindil und Boendal und Bavragor Hammerfaust.

Gerade bin ich dabei, alle vier Bände nochmal als Hörbücher zu hören. Wenn ich die beendet habe, wird es auch eine Gesamtrezension geben.

Ich kann diese Reihe allen Fans von Highfantasy nur ans Herz legen!!!

„Sturm im Elfenland“ von Frances G. Hill

Sturm im ElfenlandKlappentext:

Im Elfenland herrscht Unruhe. Seit König Auberon die Ausübung von Magie verboten hat, regt sich im ganzen Reich Widerstand.

Das Leben der jungen Elfe Alana verläuft jedoch unbeschwert – bis eines Tages unerwarteter Besuch auf das Gut ihres Vaters kommt: Der junge Elf Ivaylo soll in Alanas Familie eine neue Heimat finden. Doch bald erkennt Alana, dass der geheimnisvolle Junge in den alten magischen Künsten bewandert ist… Was ist das Geheimnis des Sternensteins, den Ivaylo bei sich trägt? Und warum öffnen sich plötzlich überall im Elfenland gefährliche Dämonentore? (Quelle)

Meine Meinung:

Selten ist mir eine Rezension so schwer gefallen wie diese. Selten habe ich beim Lesen ein solches Auf und Ab erlebt wie bei „Sturm im Elfenland“.

Der Eindruck beginnt bekanntlich schon bei dem Cover. Mit den zarten Türkistönen erinnert es mich an ein Romantasy-Cover (ein Genre, was ich nicht so gerne lese). Allerdings wurde mir das Buch von einer Freundin empfohlen, die zum Beispiel auch Markus Heitz liest – meiner Meinung nach das Gegenteil von Romantasy. Welche Erwartungen werden nun also erfüllt?

Zunächst beginnt die Geschichte etwas holprig; sowohl inhaltlich, denn der Leser wird förmlich ins Geschehen hinein geschmissen, als auch sprachlich. Anfangs fielen mir immer wieder einige Textzeilen negativ auf: manche waren mir zu einfach geschrieben, andere klangen nach abgedroschenen Phrasen. Doch nach den ersten fünfzig Seiten hatte ich dieses Gefühl nicht mehr. Ob es an der Gewöhnung lag oder an der tatsächlichen Änderung des Schreibstil ist letztendlich einerlei.

Denn nun kam der Teil im Buch, der mir ausgenommen gut gefallen hat. Durch die Gefahr der vermehrt auftretenden Dämonentore werden zwei Parteien gezwungen zusammenzuarbeiten, die seit jeher in der Fantasygeschichte nicht unbedingt gut miteinander können: die Zwerge und die Elfen. Der im Klappentext benannte Sternenstein spielt hierbei eine große Rolle. Diese Idee und auch die Umsetzung sind wunderbar gelungen. Den gesamten Hauptteil über habe ich fast an einem Stück gelesen, so gebannt war ich von der Geschichte und den Charakteren. Insbesondere der in sich gekehrte, so wütende Ivaylo hat mir gut gefallen. Und der Zwerg Sverre ist für mich sowieso der heimliche Held der Geschichte.

Doch der Schluss war mir dann wieder etwas zu abgedreht. Hier steht die Idee der Dämonentore und der parallelen Dämonenwelt noch einmal ganz anders im Fokus, was mir persönlich weniger gut gefallen hat. Wer mich kennt, weiß dass ich mit neuartigen Ideen und Fantasyelementen immer so meine Probleme habe. Und um das Hochgefühl des Hauptteils wirklich noch umzukehren, passte plötzlich auch das Cover wieder zu den letzten Seiten. Soll heißen: Der Schluss ist stellenweise wirklich richtig kitschig, was in meinen Augen nicht zum Rest der Handlung passt.

Als Fazit bleibt zu sagen: ein holpriger Anfang, ein grandios spannender Hauptteil und ein Schluss, der so gar nicht meinen Geschmack getroffen hat. Ich bleibe also auch nach dem Schreiben des Leseeindrucks mit einem gemischten Gefühl zurück: vieles hat mir wirklich sehr gut gefallen, aber es gab dann doch zu viele kleine Aber’s. Insgesamt vergebe ich wegen des Lesevergnügens im Hauptteil noch 6 von 10 Sternen.

stern 6

Der Autorenname Frances G. Hill ist übrigens eines der Pseudonyme von Susanne Gerdom.

Sturm im Elfenland – Frances G. Hill – Hardcover mit SU – 464 Seiten – 19,95 € – ISBN: 978-3-7607-6373-6 – erschienen: Februar 2011 (ars edition)

„Die Legenden der Albae: Dunkle Pfade“ von Markus Heitz

Die Legenden der Albae 3Reiheninfo:

  1. „Legenden der Albae: Gerechter Zorn“
  2. „Legenden der Albae: Vernichtender Hass“
  3. „Legenden der Albae: Dunkle Pfade“
  4. Titel und Erscheinungsdatum noch unbekannt

Achtung: Diese Rezension enthält evtl. Spoiler zu den ersten Bänden!

Inhalt:

Viele Jahre (äh, Teile der Unendlichkeit) sind vergangen, seit Caphalor und Sinthoras mit einer gewaltigen Armee aus Albae und Verbündeten in das Geborgene Land zogen, um es zu erobern. In der ehemaligen Hauptstadt Dson Faimon warten die zurückgelassenen Albae immer noch darauf, in das eroberte Land folgen zu können; so auch die drei Geschwister Sisaroth, Tirîgon und Firûsha. Doch als diese zu Unrecht des Mordes beschuldigt werden, werden sie nach Phondrason verbannt – ein Ort, an dem ein Überleben schier unmöglich erscheint. Die Albae begegnen – zunächst getrennt voneinander – den ungewöhnlichsten Feinden und irgendwann auch einem Zwerg namens Tungdil…

Meine Meinung:

Normalerweise fällt mir der Einstieg in die Bücher von Markus Heitz etwas schwer. So gerne ich in die von ihm geschaffenen Welten abtauche, brauche ich immer etwas länger, um wirklich in den Geschichten versinken zu können. Nun spielt dieser dritte Teil der Legenden der Albae viele Jahre nach dem zweiten Band, die gewohnten Charaktere haben keine Bedeutung mehr, selbst die bekannte Welt wird verlassen. Und doch war ich von der ersten Seite an gefesselt.

Vielleicht lag das an den interessanten, teilweise sehr verschiedenen, aber doch verhältnismäßig sympathischen neuen Hauptpersonen? Die Drillinge, die Leser der Zwerge-Reihe schon kennen (ich konnte mich allerdings nicht mehr erinnern), sind anders als Caphalor und vor allem Sinthoras es waren. Sie sind weniger grausam und ergötzen sich nicht so extrem am Leid anderer, was mir persönlich wirklich gut gefallen hat.

Ein wahres Highlight ist natürlich das Wiedersehen mit Tungdil. „Dunkle Pfade“ spielt zwischen dem dritten und vierten Zwerge-Band, so dass der Leser endlich erfährt, was passiert, nachdem Tungdil in die schwarze Schlucht ging. Ich muss gestehen, ich konnte mich an viele Dinge nicht mehr so detailliert erinnern, wie ich es gerne getan hätte. Trotzdem war es einfach ein schönes Wiedersehen, das in mir den Wunsch geweckt hat, auch meine heißgeliebte Zwerge-Reihe nochmals zu lesen.

In einem Nachwort verrät der Autor, dass es noch einen vierten Albae-Band geben wird, der zeitlich nach dem letzten Zwerge-Buch spielen wird. Klingt etwas verworren und ist es sicherlich auch, aber auf eine tolle Art und Weise. Ich mag es, wie der Autor seine Geschichten miteinander verknüpft.

Etwas Kritik habe ich allerdings trotz meiner Begeisterung: Meiner Meinung nach hätte dieses Buch auch etwa 100 Seiten dünner sein können. Für meinen Geschmack zieht sich die Handlung zum Ende hin. Es gibt zwar kaum überflüssige Stellen, trotzdem hätte ich mir manchmal ein etwas schnelleres Voranschreiten gewünscht.

In „Dunkle Pfade“ dürfen wir also eine etwas menschlichere Seite der Albae kennenlernen. Dies mag manche Fans enttäuschen, ich fand es toll. Beim Lesen von diesem Buch ging es mir genau andersherum als sonst: Ich habe extrem schnell einen Zugang zur Geschichte und den Hauptpersonen gefunden, dafür habe ich mich zum Ende hin stellenweise etwas gelangweilt. Das hindert mich aber nicht daran, schon jetzt sehnsüchtig auf den finalen Teil zu warten und mir die Zwischenzeit sicherlich mit dem einen oder anderen Re-Read der „Zwerge“ zu versüßen. Ich vergebe 8 von 10 Sternen.

stern 8

Die Legenden der Albae: Dunkle Pfade – Markus Heitz – Klappbroschur – 672 Seiten – 16,99 € – ISBN-13: 978-3492701983 – erschienen: August 2012 (Piper)

[Rezension] „Artemis Fowl: Der Atlantis-Komplex“ von Eoin Colfer

Artemis Fowl 7Reiheninfo:

  1.  „Artemis Fowl“
  2. „Artemis Fowl: Die Verschwörung“
  3. „Artemis Fowl: Der Geheimcode“
  4. „Artemis Fowl: Die Rache“
  5. „Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie“
  6. „Artemis Fowl: Das Zeitparadoxon“
  7. „Artemis Fowl: Der Atlantis-Komplex“
  8. „Artemis Fowl: Das magische Tor“

Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler zu  den vorherigen Bänden!

Inhalt:

Artemis hat einen großen Plan: Er will sein gesamtes Vermögen in ein Projekt stecken, das die Welt retten soll. Das klingt so gar nicht nach Artemis? Richtig! Artemis ist in diesem Buch auch nicht so ganz er selbst, denn er leidet an der psychischen Krankheit „Atlantis-Komplex“, die Wahnvorstellungen, Zwänge und sogar Persönlichkeitsspaltungen mit sich bringen kann.

Die Persönlichkeitsstörung von Artemis tritt zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt auf, denn nicht nur die Leitung der ZUP, sondern auch andere Teile des Erdvolkes werden von einer zunächst unbekannten Macht bedroht.

Meine Meinung:

Endlich ist er da: der siebte Teil der Artemis Fowl-Reihe. Ich habe zwar erst vor kurzem begonnen, diese Reihe zu lesen, aber eingefleischte Fans warten seit etwa einem Jahr auf Neuigkeiten von Artemis und dem Erdvolk.

In diesem Buch hat der Leser das große Glück, mit all den lieb gewonnenen Figuren ein neues Abenteuer a la Artemis Fowl zu bestreiten. Nicht nur Butler, der im sechsten Teil eine etwas kleinere Rolle innehatte, ist wieder mit dabei. Er hat dieses Mal auch endlich wieder seine Schwester Juliet an seiner Seite.

Und auch genau diese beiden Figuren machen für mich das Highlight der Geschichte aus. Butlers überlegene, logisch denkende Art gepaart mit dem jugendlichen Übermut und dem Charme seiner Schwester bescheren dem Leser einige lustige Stellen.

Leider kommt der Humor ansonsten in meinen Augen etwas zu kurz. Während des Lesens der ersten sechs Bände, insbesondere der letzten, musste ich immer wieder laut lachen. Und der Sprachwitz, der Humor und die liebenswerten Eigenschaften waren genau das, was für mich den Charme der Bücher ausgemacht hat. In diesem Buch habe ich höchstens ab und an mal geschmunzelt. Und das obwohl Mulch Diggums, der sonst immer für einen Lacher gut ist, mit von der Partie ist.

Neben den lustigen Szenen lebt diese Reihe durch ihre immer wieder actionreiche Handlung. Dadurch dass Artemis allerdings an einer Persönlichkeitsstörung leidet, kann er sein Genie, das ja oft genug zur Rettung der (Unter-)Welt beigetragen hat, nicht immer ganz entfalten.

In vielerlei Hinsicht ist der siebte Teil dieser Reihe also anders als seine Vorgänger: weniger Humor, weniger Fowl’sches Genie. Trotzdem heißt das nicht, dass es sich nicht gelohnt hat, dieses Buch zu lesen. Ich habe mich durchaus unterhalten gefühlt und meine leichte Kritik ist als Meckern auf hohem Niveau.

Trotzdem kann ich im Vergleich zu den Vorgängern diesem Buch nur 6 von 10 möglichen Sternen geben, wünsche mir aber trotzdem auf jeden Fall einen Nachfolger!

stern 6

Artemis Fowl: Der Atlantis-Komplex – Eoin Colfer – Hardcover – 336 Seiten – 19,99 € – ISBN-13: 978-3471350614 – erschienen: März 2011 (List)

[Rezension] „Artemis Fowl: Das Zeitparadoxon“ von Eoin Colfer

Artemis Fowl 6Reiheninfo:

  1.  „Artemis Fowl“
  2. „Artemis Fowl: Die Verschwörung“
  3. „Artemis Fowl: Der Geheimcode“
  4. „Artemis Fowl: Die Rache“
  5. „Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie“
  6. „Artemis Fowl: Das Zeitparadoxon“
  7. „Artemis Fowl: Der Atlantis-Komplex“
  8. „Artemis Fowl: Das magische Tor“

Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler zu  den vorherigen Bänden!

Inhalt:

Angeline Fowl, die Mutter von Artemis, ist von einer seltenen, eigentlich schon längst gebannten Seuche befallen. Ihr bleiben nur noch wenige Tage zum Leben und das einzige Heilmittel ist das Sekret einer ausgestorbenen Lemuren-Art. Genau der Lemuren-Art die Artemis selber acht Jahre zuvor ausgerottet hat.

Für Artemis gibt es nur einen Weg, er muss gemeinsam mit Holly in die Vergangenheit reisen und sein jüngeres Ich daran hindern, den letzten lebenden Lemuren zu töten. Dabei trifft Artemis auf einen Gegner, der ihm intellektuell ebenbürtig ist, aber keine Moral besitzt: sich selbst!

Meine Meinung:

Hach, ich muss sagen: Mir fällt es schwer, diesen sechsten Teil der Artemis Fowl-Reihe zu rezensieren und zu bewerten. Es gibt sehr viele Dinge, die mir nicht so gut gefielen und einige wenige, die mich wiederum total begeistert haben.

Zunächst zu den Kritikpunkten: Ich habe bei diesem Buch das Gefühl, dass der Autor seine Reihe unbedingt fortsetzen wollte, ihm aber nichts neues mehr einfiel. Kein bisheriger Gegner war Artemis ebenbürtig, deswegen lässt er ihn einfach gegen sich selbst antreten. Zugegebener Maßen hat diese Idee auch seinen Reiz. Besonders weil dem Leser noch einmal die positive charakterliche Entwicklung von Artemis deutlich gemacht wird. Doch genau an dieser Stelle stellt sich für mich eine wichtige Frage. Was ist mit dem letzten, Artemis beinahe ebenbürtigen Gegner, wo zum Teufel ist Minerva aus dem letzten Teil? Ich hatte eigentlich darauf gehofft, dass diese gerade neu entflammte Beziehung zwischen den beiden jugendlichen Genies erneut aufgegriffen wird, aber Minerva wird leider mit keinem Wort erwähnt.

Außerdem ist mir vieles in diesem Teil etwas zu viel: Die Action ist übertrieben, die Pläne sind mir ein Stückchen zu verdreht und vor allem ist mir Artemis in diesem Teil wirklich zu schlau. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.

Das Gute ist: Dieses Buch strotzt mal wieder vor Humor und genialen Sprüchen. Ich habe schon lange nicht mehr so viel und so laut beim Lesen vor mich hin gekichert und gelacht. Der Humor entsteht vor allem durch den wirklich genialen Schreibstil des Autors, durch die tollen Charakterzüge der Figuren und durch die vielen Abenteuer, die alle miteinander durchgemacht haben. Wirklich ein eindeutiger Pluspunkt!

Ingesamt kann ich diesem Buch aber leider trotzdem nicht mehr als 7 von 10 möglichen Sternen geben, da sich die Handlung nicht großartig von den ersten Bänden unterscheidet, eher noch an unnötiger Action zulegt und etwas zu gewollt wirkt. Schade!

stern 7

[Rezension] „Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie“ von Eoin Colfer

Artemis Fowl 5Reiheninfo:

  1.  „Artemis Fowl“
  2. „Artemis Fowl: Die Verschwörung“
  3. „Artemis Fowl: Der Geheimcode“
  4. „Artemis Fowl: Die Rache“
  5. „Artemis Fowl: Die verlorene Kolonie“
  6. „Artemis Fowl: Das Zeitparadoxon“
  7. „Artemis Fowl: Der Atlantis-Komplex“
  8. „Artemis Fowl: Das magische Tor“

Achtung: Diese Rezension enthält Spoiler zu  den vorherigen Bänden!

Inhalt:

Artemis hat ein besonders interessantes Phänomen des Erdreichs entdeckt. In mehr oder weniger unregelmäßigen Abständen kommen für wenige Sekunden Dämonen auf die Oberwelt. Einst lebten die Dämonen auf einer Insel fest verankert in Raum und Zeit, doch dann löste sich die Insel aus dem normalen Raum-Zeitkontinuum und fliegt unkontrolliert in den Dimensionen hin und her. Dämonen werden allerdings durch den Mond zur Erde hin angezogen, so dass es immer wieder die oben beschriebenen kurzen Erscheinungen einzelner Dämonen auf der Erde gibt.

Der Jungdämon Nummer 1, der zu seinem Leidwesen sich partout nicht zu einem ausgewachsenen Dämon entwickelt, beschließt eines Tages eine Reise durch Raum und Zeit zu wagen… und landet direkt in den Armen von oberirdischen Entführern. Artemis, Butler und Holly, die Zeuge dieser Entführung waren, nehmen die Verfolgung auf.

Meine Meinung:

Eben hatte Herr Colfer es geschafft, mich mehr und mehr von dieser Fantasy-Reihe zu begeistern, und dann führt er Dämonen ein. Dämonen? Die haben doch in den vorigen Büchern auch nie eine Rolle gespielt. Naja, ich muss ja zugeben: Der Jungdämon Nummer 1 scheint echt niedlich zu sein… so undämonisch.

Trotzdem hat mir der fünfte Teil nicht so gut gefallen, wie seine Vorgänger. Mir war die Handlung etwas zu abgehoben, diese Loslösung des Raum-Zeit-Kontinuums.

Positiv hervorzuheben ist allerdings, dass Artemis eine intelligente, junge Gegenspielerin erhält, mit der er sich messen kann. … und die er auch nicht wirklich unsympathisch findet, denn der liebe Artemis kommt langsam, aber sicher in die Pubertät.

Ein Buch, was ich zwar wirklich schnell und gerne bis zum Ende gelesen habe, was mich aber nur mittelmäßig begeistert hat: 7 von 10 Sternen.

stern 7